Wieder Streit um A100

Deckel drauf und doch nicht fertig

Der geplante Ausbau der A 100 sorgt weiter für Dis­kus­si­onssto unter Anwoh­ne­rInnen

Einen Deckel über den geplanten A-100-Graben in Treptow soll aus Sicht der Linken ver­hindern, dass Anwoh­ne­rInnen zu sehr von Emis­sionen belastet werden. Das schlug Katalin Gen­nburg vor, die im Abge­ord­ne­tenhaus für die Linke sitzt, Ende ver­gan­gener Woche bei einer Bür­ge­rIn­nen­ver­sammlung in Treptow. Der Vor­schlag soll bereits am mor­gigen Mittwoch auf Antrag der Linken Thema im Aus­schuss …

…für Stadt­ent­wicklung und Wohnen im Abge­ord­ne­tenhaus sein. Seit 2013 wird zwi­schen Neu­kölln und Trep­tower Park an der Ver­län­gerung des Stadt­au­tobahn A 100 gebaut. Der umstrittene Ausbau soll 2022 fertig sein, kostet über 450 Mil­lionen Euro und gilt als eine der teu­ersten Stra­ßen­bau­stellen Deutsch­lands. Eine Anwoh­ne­rIn­nen­in­itiative hatte ver­gan­genen Don­nerstag zu einer Infor­ma­tions- und Dis­kus­si­ons­ver­an­staltung unter dem Titel „Die A 100 in Treptow– schafft oder löst sie Ver­kehrs­pro­bleme?“ ein­ge­laden. Auch bei der Ver­sammlung zeigte sich, dass der Ausbau weiter die Gemüter vieler Anwoh­ne­rInnen bewegt: Zur Dis­kussion drängten sich viele Men­schen ins Figu­ren­theater Gras­hüpfer im Trep­tower Park.

Bernd Kalweit von der Bür­ger­initiative zeichnete dort ein düs­teres Bild: Die A 100 werde mehr Staus und mehr Lärm bedeuten, wobei er auch auf den feh­lenden Emis­si­ons­schutz für Anwoh­ne­rInnen auf der Ost­seite des Trep­tower Parks verwies. Ver­schärft würde die Ver­kehrs­si­tuation noch durch den nötig gewor­denen Neubau der Elsen­brücke.

SPD und CDU ver­weisen auf
die posi­tiven Seiten des Ausbaus

Als sich im Anschluss Poli­ti­ke­rInnen von SPD, der Linken, CDU und der Grünen zu den Pro­blemen um die A 100 äußerten, wollte niemand die genannten Pro­bleme bestreiten. Unter­schied­liche Ansichten zu mög­lichen Lösungen gab es aller­dings: Während Gen­nburg sich für mehr Emis­si­ons­schutz durch die Deckelung des Auto­bahn­grabens auf Höhe der Kief­holz­straße aus­sprach, blieb der lang­jährige A-100-Gegner Harald Moritz, der für die Grünen im Abge­ord­ne­tenhaus sitzt, skep­tisch: Er habe zwar gegen eine Deckelung keine Ein­wände, sei aber pes­si­mis­tisch, ob ein solcher vom Senat ein­ge­brachter Plan umge­setzt werden könne. Schließlich sei der Bund und nicht Berlin für die A 100 ver­ant­wortlich.

Treptow-Köpe­nicks Bezirks­ver­ordnete Dustin Hoffmann (CDU) und Manuel Tyx (SPD), hin­gegen wandten sich gegen „Schwarz­weiß­ma­lerei“ und ver­wiesen auf die angeblich posi­tiven Seiten des Ausbaus der Stadt­au­tobahn. So werde der Verkehr an bestimmten Stellen aus Wohn­ge­genden her­aus­ge­zogen. Hoffmann und Tyx wollten auch einen Wei­terbau der A 100 nach Fried­richshain nicht aus­schließen.

Das will aller­dings das Akti­ons­bündnis „A 100 stoppen!“ auf jeden Fall ver­hindern. Deren Sprecher, Tobias Trommer, warb für eine Pro­test­kund­gebung am 25. Mai von 14 bis 18 Uhr auf der Elsen­brücke.

Peter Nowak

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