Die ausufernde Diskussion um den LINKEN-Bundestagsabgeordneten Ferat Kocak zeigt einmal mehr, wie die Rechten aller Couleur die öffentliche Debatte bestimmen.

Immo-Clan gegen Remmo-Clan

2012 als die LINKE mit Katrin Lompscher die Senatsverwaltung für Wohnen übernahm, richtete sich die Kampagne gegen ihren Staatssekretär Andrej Holm. Offiziell wurde ihm vorgeworfen, eine kurzzeitige Mitarbeit bei einem DDR-Wachregiment nicht angegeben zu haben. Doch in Wirklichkeit fürchtete der Immo-Clan den linken Stadtsoziologen und Aktivisten für Mieterrechte. Den wollten sie nicht auf dem wichtigen Posten im Senat haben. Damals gab es eine große Unterstützungskampagne für Andrej Holm, an der sich auch Menschen beteiligten, die keine Mitglieder der Linkspartei waren. Heute wäre eine Unterstützung für Ferat Kocak nötig, ohne auch Kritik an manchen seiner Positionen beispielsweise zum Nahostkonflikt zu verschweigen. E

Die Taz ist mit ihren Titelblatt vom 23. September wieder einmal ihrem alten Markenkern gerecht geworden, witzig und respektlos gegen alle Autoritäten zu sein. Es zeigt Bundeskanzler Merz auf einem Treffen von Großbanken und die Überschrift lautet: „Verbindungen zum Immo-Clan?“ Das ist eine sehr berechtigte Frage. Denn Merz und andere Politiker nicht nur …

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Der Aufstieg der Grünen und die Verluste der LINKEN hängen zusammen. Denn es waren grünennahe Vereine wie Taktisch Wählen und Campact, die in den letzten Wochen eine Kampagne vor allem für die Grünen und die SPD machten.

Das Flirten mit dem Linksliberalismus schadet der LINKEN

Was es bräuchte, ist eine Partei, die klarmacht, dass sie Union und AfD gleichermaßen ablehnt und sich auch nicht über den militaristischen Charakter der Grünen täuschen lässt, der auch durch das Schwenken von noch so vielen Regenbogenfahnen nicht verdeckt werden kann. Sie sollten den Verfassungsschutz weiterhin als demokratiefeindliche Institution bekämpfen, statt ihn ständig im Kampf gegen die AfD zu zitieren.

Wochenlang wurde in der LINKEN darüber gestritten, ob sie einen Ministerpräsidenten von der CDU in Sachsen-Anhalt mitwählen soll, wenn damit die AfD von der  Regierung ferngehalten würde. Auf dem Parteitag der LINKEN vor einigen Wochen in Potsdam …

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Rechte Influencer prägen den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. „Carofragt“, „Mädel mit Meinung“ und Paul Klemm heißen die Accounts. Einer von ihnen wurde ausgerechnet durch einen stolpernden CDU-Politiker bekannt. Wie funktioniert ihre Masche?

Diese 3 Influencer unterstützen die AfD – einer wurde durch Roderich Kiesewetter berühmt

Auf den ersten Blick trennt diese drei Accounts fast alles. Doch sie liefern etwas, das klassischen rechten Medien fehlt – Nahbarkeit. Eine Sozialarbeiterin, die von echten Fällen erzählt und damit auch Menschen erreicht, die sich selbst nicht als rechts verstehen. Ein Schulmädchen, das jugendliche Auflehnung mit AfD-Nähe verwechselt und dabei längst professionell in ein rechtsextremes Netzwerk eingebunden ist. Und ein Aktivist mit jahrelanger Identitären-Vergangenheit, der jedes emotionale Thema für seine Agenda nutzt.

Ein Aperol Spritz in der Abendsonne. Ein Schulmädchen, das von seinen „Mausis“ schwärmt. Ein durchtrainierter Mann mit Bauhelm im stillgelegten Stollen. Drei Instagram-Profile, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und die doch alle für dasselbe Milieu werben, kurz bevor in Sachsen-Anhalt gewählt wird. Dass Streamer und Influencer im Wahlkampf inzwischen eine Schlüsselrolle spielen, beobachtet der …

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Der Fokus auf dem Kampf gegen die AfD soll die herrschende Politik stärken. Doch längst wenden sich junge Menschen von der staatstragenden Antifa ab. Sie wenden sich auch von Merz, Pistorius und Co. ab.

Wenn das Tina-Denken die Rechten stärkt

Die Botschaften von Jakob Springfeld ein hoffnungsvolles Zeichen. Nicht alle wollen mehr die Staffage für einen staatlich begrenzten Kampf gegen Rechts in Zeiten, in denen Deutschland kriegstüchtig gemacht wird. Sie wollen sich nicht zwischen Höcke, Siegmund, Pistorius, Özedmir und Merz entscheiden müssen. Sie wollen eine wirkliche Alternative, die aber müssen sie sich erkämpfen.

Dieser Tage wird es als großer Kampf für die Demokratie in Deutschland gefeiert, dass der Ministerpräsident von Thüringen Mario Voigt trotz der Aberkennung seines Doktortitels mit großer Mehrheit im Thüringischen Landtag bestätigt wurde. Auch Linke und große Teile des BSW stellten sich hinter Voigt. Die AFD hatte das Misstrauensvotum im Thüringischen Landtag eingebracht und als Alternative stand nur deren Rechtsausleger Björn Höcke auf dem Stimmzettel.  Dass diese Alternative für viele nicht in Frage kam, war nur zu verständlich. Doch warum haben nicht mehr Abgeordnete ungültige Stimmen abgegeben? …

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Die AfD greift bei den Landtagswahlen im Osten nach der absoluten Mehrheit. Politikwissenschaftler Thomas Biebricher versteht ihren Aufstieg als Klassenprojekt der Elite. Warum ist für ihn der Faschismus-Begriff der falsche? Ein GesprächT

Thomas Biebricher über die AfD: „Der Begriff des Faschismus scheint mir nicht angebracht“

Thomas Biebricher, Jahrgang 1974, lehrt als Heisenberg-Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor war er unter anderem an der University of Florida und der Copenhagen Business School tätig. Seine Forschung befasst sich mit politischer Theorie – und den Ursachen und Inhalten neoliberaler Politik sowie dem neuem autoritärem Rechtsradikalismus

Die Bundesrepublik wartet auf den Sachsen-Anhalt-Schock. Und fragt sich weiterhin, wie es passieren konnte, dass eine Partei wie die AfD bundesweite Umfragen anführt und bei den anstehenden Landtagswahlen im Osten sogar nach der absoluten Mehrheit greift. Vergleichbare Entwicklungen und Diskussionen finden auch in vielen anderen westlichen Ländern statt – der Freitag hat unter anderem Paul Mason und Jason Stanley dazu befragt.

Auch Thomas Biebricher, Politik-Professor in Frankfurt, befasst sich seit langem mit diesen neuen rechten Kräften – und betont die sozio-ökonomische Dimension ihres Aufstiegs: Obwohl sie teils auch unter Lohnabhängigen Unterstützung finden, seien diese Kräfte als „Klassenprojekt“ aus Teilen der wirtschaftlichen Elite zu verstehen. Das ist auch die These des Sammelbands Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt, den er jüngst im Suhrkamp-Verlag mitherausgegeben hat. Darüber und über die Frage, was aus dieser Analyse zu folgern ist, hat sich Peter Nowak für den Freitag mit ihm unterhalten.

Der Freitag: Sie haben in diesen Buch und auch in einem Gespräch im Dissens-Podcast gesagt, dass die aktuelle Rechtsentwicklung ein Klassenprojekt reicher Unternehmer und ihrer Unterstützer ist. Können Sie diese These genauer erläutern? …

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Der jüngste britische Soziologieprofessor Jason Arday wurde Opfer einer rassistischen Hetzkampagne. Sein Tod zeigte aber auch die Hilflosigkeit eines liberalen Antirassismus, der ihn nicht verteidigte.

Zerrieben zwischen Rassismus und liberalem Antirassismus

Das zumindest lässt sich an dem traurigen Ende von Jason Arday sagen: Die Zeiten sind vorbei, wo sich Minderheiten einfach an den ihnen zugewiesenen Platz in der Gesellschaft stellen ließen. Sie kämpfen dafür, überall und auch an den Hochschulen vertreten zu sein Das ist ein Stück Emanzipation für die gesamte Gesellschaft. Denn mit diesen Minderheiten werden auch deren Perspektiven im Wissenschaftsbetrieb gehört. Der Fall Jason Arday zeigt aber auch, dass dieser Kampf noch immer Opfer kostet. Und er macht deutlich, dass Linksliberale in diesen Kampf keine verlässlichen Verbündeten sind.

Jason Arday ist hierzulande sicher vielen erst bekannt geworden, als die Kampagne gegen ihn schon begonnen hatte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der bekennende Rassenrealist …

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Von Anton Wilhelm Amo zu Jason Arday: Rassismus in der Wissenschaft als System

Zerrieben zwischen Rassismus und liberalen Antirassismus

Der jüngste britische Soziologieprofessor Jason Arday wurde Opfer einer rassistischen Hetzkampagne. Sein Tod zeigte aber auch die Hilflosigkeit eines liberalen Antirassismus, der ihn nicht verteidigte. Das Mobbing gegen Schwarze Akademiker*innen vor allem mit aktivistischem Hintergrund ist für die Rassenrealisten ein Beitrag zur Verteidigung dieser alten kolonialistischen Ordnung.

Jason Arday ist hierzulande sicher vielen erst bekannt geworden, als die Kampagne gegen ihn schon begonnen hatte. Ausgelöst wurde sie von dem bekennenden Rassenrealisten Nathan Cofnan, der deswegen sogar die Hochschule wechseln musste. Er bezichtigte Arday des …

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Max Lucks wurde 1977 in Gelsenkirchen geboren. Von 2017 bis 2019 war er Sprecher der Grünen Jugend. Seit September 2021 ist er für die Grünen Abgeordneter im Deutschen Bundestag. In seiner Fraktion ist er Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Er wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet.

Max Lucks: „Gefundenes Fressen für AfD, wenn Linke das islamistische Motiv nicht benennen“

Nach dem islamistisch motivierten Anschlag auf den Berliner CSD ist eine hitzige Debatte über den Umgang der Linken mit dem Islamismus entbrannt. Kabarettist Florian Schroeder warf der deutschen Linken im Freitag vor, den Islamismus zu verharmlosen und zu schnell auf die Rechten zu zeigen. Der Grünen-Politiker Max Lucks, menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, widerspricht dieser Kritik nicht. Doch zählt er auch seine eigene Partei zu den Verharmlosern? Ein Gespräch.

der Freitag: Herr Lucks, der Kabarettist Florian Schroeder warf der Linken nach dem Anschlag auf den CSD vor, den Islamismus zu verharmlosen. Fühlen Sie sich angesprochen? …

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Nach der Attacke auf den CSD wirft Kabarettist Florian Schroeder in einem TikTok-Video Teilen der Linken vor, den politischen Islam über Jahre romantisiert zu haben. Was hat er gesehen, was andere angeblich nicht sehen wollten? Ein Gespräch

Florian Schroeder: „Manche Linke sind blind dafür, dass Islamisten unsere Vielfalt hassen“

Florian Schroeder (geboren am 12. September 1979 in Lörrach) ist Kabarettist, Autor und Moderator. Bekannt wurde er mit Prominenten-Parodien und politischer Satire, unter anderem in eigenen TV- und Radioformaten sowie beim „Politischen Aschermittwoch der Kabarettisten“. 2021 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis, 2024 den Bayerischen Kabarettpreis.

Florian Schroeder gilt als einer der besten politischen Kabarettisten des Landes – klar links verortet und stets angriffslustig gegen rechts. Nach dem Anschlag beim CSD hat er nun ausgerechnet die eigene Szene ins Visier genommen: In einem TikTok-Video wirft er Teilen der Linken vor, auf dem islamistischen Auge blind zu sein und den politischen Islam über Jahre hinweg romantisiert zu haben.

Der Vorwurf löste heftige Gegenreaktionen aus – Zustimmung und Empörung hielten sich die Waage. Was hat den Kabarettisten dazu gebracht, mit den eigenen Leuten so hart ins Gericht zu gehen? Der Freitag hat bei Schroeder nachgefragt. …

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Wie Danger Dan und Uwe Steimle an die Grenzen der Kunstfreiheit stießen. Unterstützung brauchen jedoch die vielen gecancelten Künstler, über die kaum jemand redet.

Danger Dan und Uwe Steimle: Doch nicht alles von der Meinungsfreiheit gedeckt

Wer sich für die wirklichen Opfer der autoritären Wende in Deutschland auch im Kunstbetrieb interessiert, der kann den Newsletter des Berliner Künstlers Thomas Kilpper studieren. Er arbeitet mit künstlerischen Mitteln und benennt Menschen, die wirklich gecancelt wurden und die von einen Danger Dan und einen Uwe Steimle bestimmt keine Unterstützung bekommen.

Etwas Besseres hätte dem HipHoper Danger Dan nicht passieren können, als dass er von der linksliberalen ZDF-Sendung “Die Anstalt“ aus politischen und nicht aus ästhetischen Gründen ausgeladen wurde. Denn bei dem Song …

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Die Antirassistische Initiative hat ein Update ihrer Langzeit­dokumen­tation über die Folgen von Asyl­rechts­schleifung und immer neuen Gesetzes­verschär­fungen vorgelegt

Deutsche Flucht­politik: Seit Jahr­zehnten tödlich

Auf der ARI-Homepage findet sich auch eine vom Um­bruch-Bild­archiv aus Berlin-Kreuz­berg erstellte Foto­gale­rie. Sie zeigt einen Gedenkort für die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt, den Unbekannte am 26. August 2020 am Berliner Oranienplatz errichtet hatten. Im August 2021 erkannte die Bezirksverordnetenversammlung Fried­richs­hain-Kreuz­berg mehrheitlich den Stein als Gedenkort an.

Es sind oft nur kurze Meldungen, die darüber berichten, wie Geflüchtete durch Neo­nazis, aber auch durch Polizist*innen Gewalt erfahren oder sogar getötet werden. Die Anti­rassis­tische Initia­tive (ARI) in Berlin sorgt seit 32 Jahren dafür, dass solche Fälle systematisch erfasst werden. Jetzt hat sie den mitt­ler­weile fünften Band ihrer Lang­zeit­doku­men­ta­tion …

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Mieter in der High-Deck-Siedlung fordern mit einer Unterschriftensammlung Instandsetzung und niedrigere Mieten von der landeseigenen Howoge.

High-Deck-Siedlung in Neukölln: Mieter wollen saubere Platten

Im Anschluss an die Kundgebung sammelte eine Gruppe von Mieter*innen gemeinsam mit dem Kiezprojekt Unterschriften unter dem Brandbrief an die Howoge. Etwa 600 Bewohner*innen haben schon unterzeichnet. Wenn 1000 Unterschriften zusammengekommen sind, soll der Brief an die Wohnungsbaugesellschaft übergeben werden.

»Wir leben seit Jahren mit Schimmel, Feuchtigkeit, undichten Fenstern und immer neuen Schäden«, sagt Katharina Klappheck am Dienstagnachmittag auf einer Kundgebung vor der …

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Georg K. Glaser: Die Geschichte des Weh. Erzählung, 2023, 224 Seiten, ça ira-Verlag Freiburg; - Georg K. Glaser: Geheimnis und Gewalt. Ein Bericht, 2022, 592 Seiten, herausgegeben von Michael Rohrwasser, ça ira-Verlag Freiburg

Illusionsloser Antifaschismus

Der ça ira-Verlag legt die Schriften Georg K. Glasers neu auf, Peter Nowak stellt den Autor und zwei der Bände vor.

Am 17. Juni 1939 wurde Eugen Weidmann in Versailles mit der Guillotine geköpft. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung in Frankreich. Danach wurden die Todesurteile in Gefängnissen vollstreckt. Der Grund dafür war, dass Weidmanns Hinrichtung zu einer Art Volksfest wurde. Tausende Zuschauer feierten den Tod des »Killers mit den Samtaugen«, wie er genannt wurde. Der 1908 in Frankfurt geborene Weidmann hatte 1937 in Frankreich …

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Gerhard Mauch: »Rukelie der Ausnahmeboxer. Ein Sinto im NS-Staat. Kult Comic, 56 S. 15 €.

Sinto-Boxer Rukelie Trollmann: Weltmeister für eine Woche

Die Graphic Novel »Rukelie der Ausnahmeboxer« erweckt die Geschichte des Sinto-Boxers Johann Rukelie Trollmann zum Leben

Im Garten der Bockbrauerei in Berlin-Schöneberg wurde am 9. Juli 1933 Boxgeschichte geschrieben. Den Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht gewann Johann Trollmann, den Titel »Deutscher Meister im Halbschwergewichtsboxen« sollte er allerdings nur wenige Tage später wieder verlieren. Denn …

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Im Willy-Brandt-Haus in Berlin ist noch bis zum 31. Mai die World Press Photo Ausstellung 2026 zu sehen. Die Fotografien in der Ausstellung dokumentieren Kriege, die Folgen des Klimawandels, aber auch Menschen, die dagegen Widerstand leisten.

Zeugnisse engagierter Fotograf*innen

Erfreulicherweise hat Dietmar Nietan in seiner Eröffnungsrede davor gewarnt, beim Blick auf die Ausstellung nur auf andere Länder zu zeigen. In Deutschland agiert noch keine ICE, aber hier gibt es einen eingespielten Abschiebeapparat, der verzweifelte Menschen zurücklässt. Auf vielen Fotos sind Waldbrände und andere menschengemachte Klimakatastrophen in aller Welt zu sehen.

Die Augen des jungen Mannes sind vor Schrecken geweitet. Es handelt sich um einen Kolumbianer, der in die USA migriert ist. Er hat dort gearbeitet, sich ein Leben und einen Freundeskreis aufgebaut. Das Foto dokumentiert den Augenblick, als er von Häschern des ICE, der  unter Trump mächtig erweiterten Abschiebebehörde, verhaftet wurde. Die Menschen, die das Foto betrachten wissen nicht,  ob der Mann abgeschoben wurde, ob er noch in einen Gefängnis verbringen muss, oder ob er zu den wenigen gehört, die wieder freigelassen wurden. Doch das Foto macht sofort die Unmenschlichkeit der Abschiebemaschinerie deutlich. Es ist Teil der kürzlich eröffneten …

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