Ein Gespräch mit Helmut Dahmer über den Attentäter von Halle

»Nach Corona ist vor Corona«

Helmut Dahmer stu­dierte Lite­ra­tur­wis­sen­schaft, Phi­lo­sophie und Sozio­logie an Uni­ver­si­täten in Bonn, Göt­tingen und Frankfurt am Main und war Mit­glied des Sozia­lis­ti­schen Deut­schen Stu­den­ten­bunds (SDS). In den sech­ziger Jahren stu­dierte er bei Theodor W. Adorno und Max Hork­heimer. Nach seiner Pro­motion lehrte er als Pro­fessor für Sozio­logie an der Tech­ni­schen Uni­ver­sität Darm­stadt. Seit seiner Pen­sio­nierung 2002 lebt er als freier Publizist in Wien. Kürzlich ver­öf­fent­lichte er das Buch »Anti­se­mi­tismus, Xeno­phobie und pathi­sches Ver­gessen.

Anti­se­mi­tismus, Xeno­phobie und das Schweigen der Mehrheit: In der Pan­demie wird die Illusion von Gemein­schaft­lichkeit beschworen. Dahinter ver­bergen sich Auto­ri­ta­rismus und alte deutsche Res­sen­ti­ments, sagt der Soziologe Helmut Dahmer. Ein Gespräch über »pathi­sches Ver­gessen«, den Groll der Abge­hängten und das Attentat in Halle.…

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Sophie Krüger ist 32, arbeitet als Zahntechnikerin und ist feministische Aktivistin.

CORONA: BARRIEREFREIE INFORMATIONEN FÜR ALLE!

Nicht nur ältere Men­schen sind in der Corona-Krise besonders gefährdet. Auch Men­schen mit Han­dicap gehören dazu. Daran soll die Kam­pagne #Risikopatient*innen etwas ändern. Peter Nowak sprach mit Sophie Krüger, die zu den Betrof­fenen gehört, über die Frage, wie sich ihr Alltag aktuell geändert hat.

Welche For­de­rungen hat die #Risi­ko­pa­tient-Kam­pagne auch an die Politik? 

CORONA: BAR­RIE­RE­FREIE INFOR­MA­TIONEN FÜR ALLE!“ wei­ter­lesen
Als Ausgleich zu einer Großspende an die AfD sammeln Angehörige des Spenders Geld für Initiativen gegen Rechts

Familienehre wiederhergestellt

Moritz Kra­winkel hat an der Goethe-Uni­ver­sität in Frankfurt/​Main Sozio­logie stu­diert. Er war viele Jahre in anti­fa­schis­ti­schen Zusam­men­hängen aktiv. 2011 gehörte er zu den Mitherausgeber*innen des Bandes „Antifa“ in der Reihe Theorie​.org des Schmet­ter­lings­verlags. Er arbeitet als Online-Redakteur bei der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sation Medico Inter­na­tional. Peter Nowak sprach mit ihn über eine Spen­den­in­itiative, die er als Reaktion auf die AfD-Unter­stützung eines Ver­wandten initi­ierte.

Sie haben eine Spen­den­kam­pagne für zivil­ge­sell­schaft­liche Pro­jekte gestartet, nachdem Ihr Ver­wandter Christian Kra­winkel als Spender für die AfD bekannt wurde. Geht es hier um einen Fami­li­en­kon­flikt?.…

„Fami­li­enehre wie­der­her­ge­stellt“ wei­ter­lesen
"Stino. Von West nach Ost – durch Berlin 1990" (260 Seiten, 18 Euro) von Antonio Porète ist im Selbstverlag erschienen und kann über www.berlin1990.de bestellt werden. Am 22. Januar stellt der Autor um 19 Uhr das Buch im DemoZ in der Wilhelmstraße 45/1 in Ludwigsburg vor.

Stino Hausbesetzer

Auch die aktu­ellen Bewoh­ne­rInnen der Lie­big­straße 34 haben in Berlin im Januar einen ent­schei­denden Gericht­termin. Ihr Pacht­vertrag wurde vom aktu­ellen Eigen­tümer gekündigt. Ver­hand­lungen lehnt dieser ab. Obwohl er keinen der aktuell im Haus Woh­nenden mehr kennt, ist es für Porète selbst­ver­ständlich, dass er zur Soli­da­rität mit ihnen aufruft. Schließlich hat er in dem Haus gelernt, wie man sich wehren kann. Das macht er immer noch, wie vor 30 Jahren, freundlich, humorvoll und irgendwie stink­normal.

Dem bunten Eckhaus im Ber­liner Stadtteil Fried­richshain sieht man auf den ersten Blick an, dass dort Men­schen leben, die mit bür­ger­licher Nor­ma­lität nicht viel zu tun haben wollen. Auf zahl­reichen Trans­pa­renten und Fahnen, die an den Haus­wänden der Lie­big­straße 34 ange­bracht sind, stehen Parolen gegen Poli­zei­re­pression und Gen­tri­fi­zierung. Zudem ist gleich an meh­reren Stellen zu lesen, wie sich die Bewoh­ne­rInnen selber ver­stehen. »L34 – anarcho-queer­fe­mi­nis­ti­sches Haus­projekt«, heißt es dort. Davor steht Antonio Porète (Name geändert), ein .…

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Philipp Staab: Digitaler Kapitalismus - Markt und Herrschaft in der Ökonomie der Unknappheit. Suhrkamp, Berlin 2019, 345 Seiten, 18 Euro

»Produktive soziale Konflikte«

»Ich beschreibe dies als ein Akku­mu­la­ti­ons­regime »in the making«. Im ent­schei­denden Wachs­tumsfeld der Welt­wirt­schaft hat sich damit eine Praxis eta­bliert, die ein rein stra­te­gi­sches Ver­hältnis zu Markt­pro­zessen auf­weist. Dies lässt sich ana­ly­tisch von neo­li­be­ralen Theo­rie­tra­di­tionen unter­scheiden, für die in der Regel die Neu­tra­lität von Märkten von großer Bedeutung ist – auch wenn die Theorie des Neo­li­be­ra­lismus mit seiner Praxis natürlich nicht deckungs­gleich war.«

Der Soziologe Philipp Staab sieht das Zeit­alter des digi­talen Kapi­ta­lismus her­auf­ziehen: Die Tech-Giganten planten, die Märkte regel­recht zu pri­va­ti­sieren. Dem Staat falle eine wichtige Rolle bei der Gestaltung dieser Ent­wick­lungen zu. Peter Nowak sprach mit Philipp Staab über den digi­talen Kapi­ta­lismus.

Wie grenzen Sie den digi­talen Kapi­ta­lismus von den vor­he­rigen kapi­ta­lis­ti­schen Akku­mu­la­ti­ons­phasen ab?.….

„»Pro­duktive soziale Kon­flikte«“ wei­ter­lesen
Krude Esoteriker? Auch die gab es 1990 unter den Hausbesetzern in Ostberlin. Einer, der das alles miterlebte, hat nun ein Buch verfasst.

Druiden in der Germanenetage

Stino ein Spitzname. Das Buch „Stino. Von West nach Ost – durch Berlin 1990“ (260 S., 18 Euro) ist im Selbst­verlag erschienen und kann über (www​.ber​lin1990​.de) bestellt werden. Am 6. Dezember, 19 Uhr, stellt der Autor das Buch in der Lie­big­straße 34 vor.

taz: Stino, Sie sind schon immer unter diesem Spitz­namen bekannt, als Buch­autor nennen Sie sich jetzt Antonio Porete. Warum benutzen Sie nicht Ihren Klar­namen?

Stino: Ich führe seit 2012 Arbeits­ge­richts­pro­zesse, am 15. Januar habe ich den nächsten Termin. Sollte das Gericht meinen Namen in Zusam­menhang mit dem Buch bringen, rechne ich mit einer Par­tei­nahme des Gerichts und dem Verlust meines Arbeits­platzes. Daher trete ich nicht mit meinem Namen auf. Um gegen Rechts­beugung und Mobbing vor­gehen zu können, benötige ich Unter­stützung und rufe zur Pro­zess­be­ob­achtung auf

Woher kommt denn „Stino“?.….

„Druiden in der Ger­ma­nen­etage“ wei­ter­lesen
Katja Schwaller (Hg.) Technopolis.Urbane Kämpfe in der San Francisco Bay Area. Assoziation A, Berlin 2019, 231 Seite, 19,80 Euro

Sand im Tech-Getriebe

Das Buch macht deutlich, dass sich die urbanen Kämpfe gegen die Tech-Industrie nicht im Beschä­digen von Uber-Rollern erschöpft, eine Praxis, die in Berlin in letzter Zeit für Schlag­zeilen sorgt.

Erst kürzlich wurde im US-Bun­des­staat Kali­fornien ein Gesetz beschlossen, dass den Beschäf­tigten der Fahr­dienst­leister Uber und Lyft ein Recht auf Min­destlohn und weitere Sozi­al­leis­tungen garan­tiert. Es ist der Erfolg einer wach­senden Pro­test­be­wegung in den USA, die sich gegen Tech-Kon­zerne wie Google, Facebook und Uber richtet. Das Silicon Valley ist seit den sech­ziger Jahren der Schau­platz zahl­reicher sozialer Initia­tiven, die eine viel­fältige Gegen­kultur her­vor­ge­bracht haben.Die Schweizer Jour­na­listin.…

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Der Politikwissenschaftler Carsten Prien kritisiert das Sozialistische Büro aus Sicht Rudi Dutschkes.

Räte, Netz, Partei

Carsten Prien: Räte­partei: Zur Kritik des Sozialis- tischen Büros. Oskar Negt und Rudi Dutschke. Ein Beitrag zur Orga­ni­sa­ti­ons­de­batte. Ousia-Lese­kreis-Verlag, 190 S., ISBN: 978–3‑94457–063‑1, 19 €.

Mit dem Poli­to­logen Wolf Dieter Narr ist Mitte Oktober ein wich­tiger Prot­agonist des Sozia­lis­ti­schen Büros gestorben. Die Geschichte dieser 1969 gegrün­deten und bis in die 90er Jahre aktiven, netz­förmig struk­tu­rierten Orga­ni­sation ist heute – zu Unrecht – weit­gehend ver­gessen. Dabei spielte sie eine wichtige Rolle, nachdem sich der Sozia­lis­tische Deutsche Stu­den­tenbund 1969 auf­gelöst hatte. Aktivist*innen der Außer­par­la­men­ta­ri­schen Oppo­sition (Apo), die nicht den Weg in die spät­sta­li­nis­ti­schen K‑Gruppen antreten wollten, trafen dort auf ältere .…

„Räte, Netz, Partei“ wei­ter­lesen