Lediglich 60 Personen haben sich am gestrigen Sonntag auf dem Breitscheidplatz in Berlin eingefunden, um für „deutsche Kultur in Deutschland“ zu demonstrieren.

Schlappe für den „Volkslehrer“

Für Nerling war die Aktion am 14. Juli war eine Nie­derlage.

Nicolai Nerling dürfte schon geahnt haben, dass seine seit Wochen ange­kün­digte „Demons­tration für deutsche Kultur in Deutschland“ in Berlin auf wenig Resonanz stoßen wird. Noch wenige Tage vorher ver­suchte der als „Volks­lehrer“ fir­mie­rende 39-Jährige, die extrem rechte Szene zu mobi­li­sieren. Am Sonntag fanden sich schließlich maximal.…

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Eine Ausstellung in Berlin erinnert an den Aufbau der Arbeitsministerien in der Nachkriegszeit

Unterschiede bei der Aufarbeitung

Die Aus­stellung doku­men­tiert das Maß der Ent­rechtung der Arbeiter*innen in Deutschland sowie in den von Nazis besetzten Gebieten, und sie beschreibt den völlig unter­schied­lichen Umfang mit den NS-Belas­teten in Ost- und West­deutschland. Damit setzt sie Maß­stäbe für den Umgang mit der Geschichte in beiden Teilen Deutsch­lands nach 1945, in einer Zeit, in der unter dem Stichwort »Grün­dungs­mythos Anti­fa­schismus« der DDR abge­sprochen wird, einen Neu­anfang ohne NS-Belastete Per­sonen in die Wege geleitet zu haben.

»Das Reichs­ar­beits­mi­nis­terium 1933 – 1945. Beamte im Dienste des Natio­nal­so­zia­lismus«, lautet der Titel einer Son­der­aus­stellung in der Ber­liner Gedenk­stätte Topo­graphie des Terrors. Über die Eröffnung der Expo­sition, auf der Ergeb­nisse einer unab­hän­gigen Historiker*innenkommission vor­ge­stellt werden, berichtete »nd« bereits im Hin­blick auf die Geschichte des Reichs­ar­beits­amtes bis zum Untergang des Hitler-Reiches. Der letzte Teil der Aus­stellung doku­men­tiert den grund­legend unter­schied­lichen Umgang mit dem NS-Per­sonal in beiden Teilen Deutsch­lands nach 1945:…

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Anne Beaumanoir:

Mutige Frau

Anne Beau­manoir weilt diese Woche in Berlin; es wird ihr letzter Besuch in der Haupt­stadt Deutsch­lands sein, meint die 96-jährige, beein­dru­ckende Frau.

Im Alter mögen uns Ver­hal­tens­weisen von damals wider­sinnig erscheinen, wie Jugend­sünden, obwohl uns der Gedanke auf­drängt, dass unter ähn­lichen Umständen und in der­selben Umgebung alles genauso ablaufen würde, wie in der alten Zeit.« Diesen Satz stellt Anne Beau­manoir dem ersten Band ihrer Lebens­er­in­ne­rungen voran, der jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Die 1923 in der Bre­tagne geborene Fran­zösin beschreibt zunächst ihre unbe­schwerte Kindheit als Tochter einer wohl­ha­benden bür­ger­lichen Familie. Damit war es vorbei, als.…

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osovo oder das Ende der Außenpolitik in der Bewegungslinken.

Paradoxien in olivgrün

Im Wider­stand gegen den Koso­vo­krieg, dessen heiße Phase dieser Tage von 20 Jahren endete, waren letzt­malig alle Lager der Bewe­gungs- linken vereint. Doch wurde diese Chance nicht genutzt. Heute hat hier­zu­lande die gesell­schaft­liche Linke zu ihrem klas­sischsten Thema – Krieg und Frieden – nichts mehr zu sagen.

Manchmal ist Satire die beste Analyse: »Grüne im Glück: Mehrheit ihrer Wähler zu jung, um sich an Regie­rungs­be­teili- gung 1998–2005 zu erinnern« schlag­zeilte jüngst »Der Pos­tillon« mit Blick auf Umfra- gen und die Euro­pawahl. Dabei »zitierte« man junge Grü­nenfans, die sich gar nicht vor­stellen können, dass die Partei ihrer Erstwahl jemals mit­re­giert habe, weil es ja dann der Umwelt besser gehen müsste – und nicht glauben wollen, dass die Grünen.…

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Direktor des Jüdischen Museums Berlin muss nach Literaturempfehlung zurücktreten

Ist das Lesen kritischer Texte ansteckend?

der Kunst befasst man sich gerade auch mit mino­ri­tären Gruppen. Das war schon immer der beste Teil der Kultur und der Horror aller Ver­ein­facher, die die Kunst für die Sache ihres Staates, ihrer Nation oder für das, was sie für Sozia­lismus hielten, ein­spannen wollten.

Der Direktor des Jüdi­schen Museum Berlin Peter Schäfer ist vor wenigen Tagen zurück­ge­treten [1], um wei­teren Schaden vom Jüdi­schen Museum abzu­wenden, wie es in einer kurzen Erklärung [2] heißt.Der Schritt ist besorg­nis­er­regend, weil im Fall von Peter Schäfer eine rechte Kam­pagne erfolg­reich war. Er stand seit Jahren im Fokus ultra­rechter Kritik, weil er auf der.…

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Deutsche Nationalisten feiern den 17. Juni

Gedenktag für Rechte

Mit dem Tag der Patrioten greifen die Rechten auf eine Tra­dition zurück, die in der BRD bereits von der NPD und den Repu­bli­kanern ver­folgt wurde.

Für den 17. Juni hatten auch in diesem Jahr in meh­reren deut­schen Städten rechte Gruppen zum »Tag der Patrioten« auf­ge­rufen. Sie knüpften damit an einen Appell des Vor­jahres an, den Michael Stür­zen­berger und Thomas Böhm ver­öf­fent­licht hatten. Stür­zen­berger ist Autor der islam­feind­lichen Online­plattform »Poli­ti­cally Incorrect«. Gemeinsam mit Böhm war er in der mitt­ler­weile auf­ge­lösten rechten Klein­partei »Die Freiheit« aktiv. Böhm gründete später…

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Linke Gruppe löst sich auf

Widerstand hat sich erledigt

Die mao­is­tische Jugend­or­ga­ni­sation gibt am Sonntag ihre Selbst­auf­lösung bekannt. Ihre Arbeit sei getan, teilt der Jugend­wi­der­stand mit.

„Es ist vorbei. Nach fast 5 Jahren inten­siver anti­im­pe­ria­lis­ti­scher und revo­lu­tio­närer Jugend­arbeit mit dem Jugend­wi­der­stand geben wir nun das Ende unserer Orga­ni­sation bekannt“, ver­kündet der Jugend­wi­der­stand (JW) am Sonntag via Mit­teilung auf seiner Homepage. Die mao­is­tisch geprägte Orga­ni­sation hat in den ver­gan­genen Monaten vor allem durch .…

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Ein Bericht über die Fuldaer Verhältnisse

Deutschlands Mitte – rechts daneben

Die ost­hes­sische Stadt Fulda ist vielen als Umstei­ge­bahnhof bekannt. Manche haben auch schon mal das Fuldaer Barock­viertel besucht. Dort bekommt man mit, dass Fulda eine Bischofs­stadt ist und lange Zeit auch als Hort eines besonders reak­tio­nären Katho­li­zismus galt. Das waren die Zeiten, als der rechts­kon­ser­vative Bischof Dyba und der extrem rechte CDU-Stahl­helmer Alfred Dregger als Ober­bürge meister die Hege­monie über die Stadt hatten.

Dreggers Ziehsohn Martin Hohmann musste 2003 die Partei nach einer als anti­se­mi­tisch bewer­teten Rede die CDU ver­lassen und sitzt heute für die AfD im Bundestag.Wolfgang Ham­berger, Dreggers Nach­folger als Ober­bür­ger­meister Fuldas, der mitt­ler­weile auch schon in Rente ist, klingt manchmal, als hätte er ein Anti­fa­flug­blatt gelesen. So erteilte er am 16. Februar 2019 dem Dresden-Mythos eine Absage, in dem er erklärte, die Stadt an der Elbe sei nicht ohne Grund bom­bar­diert worden. Sie sei für das NS-System als Fes­tungs­stadt wichtig gewesen. Solche Wahr­heiten hörte man im letzten Jahr­zehnt von Anti­fa­bünd­nissen, die gegen den Dresdner Opferkult von Nazis und gesell­schaft­licher Mitte auf die Straße gegangen sind. Ham­berger tat seine anti­fa­schis­ti­schen Anwand­lungen am 16. Februar 2019 kund, als in der Fuldaer Innen­stadt…

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