In der Lüneburger Heide gerät ein nationalsozialistisches Zwangsarbeitslager immer mehr in Vergessenheit. Eine Initiative will dem entgegenwirken.

Erinnern an das Grauen

Es konnte nie geklärt werden, wer für die Ver­schleppung der Insas­sinnen des Lagers Tannen­berg ins KZ Bergen-Belsen in den letzten Tagen des NS-Regimes ver­ant­wortlich war.

Hinter den von Gebüsch über­wach­senen Resten einer Mauer beginnt das mit Sta­chel­draht abge­sperrte »Erpro­bungs­zentrum Unterlüß« (EZU) in der Lüne­burger Heide. »Betreten streng ver­boten. Lebens­gefahr« steht auf Schildern. Dort werden die neu­esten Waffen des Rüs­tungs­kon­zerns Rhein­metall getestet. Zu der Mauer gelangt man über das Gelände des ehe­ma­ligen Gäste­hauses von Rhein­metall, in dem der Konzern jah­relang Poli­tiker und Wirt­schafts­ver­treter bewirtete. Hinter der Mauer befand sich zur Nazizeit das Lager Tan­nenberg, ein Außen­lager des.…

„Erinnern an das Grauen“ wei­ter­lesen
Mehr als 400 Kriegsgegner demonstrierten vor der Zentrale des Rheinmetall-Konzerns

Blockade gegen tödliche Rüstungsexporte

Auf der Demons­tration war auch die Ham­burger IG Metall mit einem Trans­parent ver­treten. Darauf wurde eine schnelle Kon­version, die Umwandlung von Rüstung- in Zivil­pro­duktion, ver­langt. »Viel­leicht sollte dieses Thema beim nächsten Camp in Unterlüß eine größere Rolle spielen«, meinte eine Akti­vistin im Gespräch mit »nd«.

»We arrived at Unterlüß« steht auf einer Reihe von Pla­katen, die in den ver­gan­genen Tagen am Dorf­platz der Gemeinde Unterlüß nahe Celle zu sehen waren. Darauf sind Zeich­nungen der Ungarin Valerie Jakober Furth abge­bildet. Wie Tau­sende andere Jüdinnen und Juden musste Jakober Furth während des Zweiten Welt­kriegs .…

„Blo­ckade gegen töd­liche Rüs­tungs­ex­porte“ wei­ter­lesen
Im Unterlüß traf sich eine Bewegung gegen Militarismus und Krieg, die für Ostermärsche kaum erreichbar ist

Krieg beginnt auch in der Lüneburger Heide

Die Anti­mi­li­ta­risten mar­kierten die Straße der Erin­nerung, die 4 Kilo­meter zwi­schen Lager und Rhein­metall-Werk, mit Bannern und Fotos der wenigen namentlich bekannten Zwangs­ar­bei­te­rinnen. Teil­weise wurden die Fotos schon zer­stört. Auch ein Gedenk­stein wurde am ehe­ma­ligen Lager Tan­nenberg errichtet. Man muss, um es zu erreichen, über das ein Grund­stück gehen, auf dem das Gäs­tehaus steht, in dem Rhein­metall noch in den 1970er Jahren Poli­tiker und Kon­zern­chefs ein­quar­tiert hatte.

Die Frie­dens­be­wegung in Deutschland hat auch schon mal bessere Zeiten erlebt. Die Zahl derer, die sich an Oster­mär­schen und anderen Kund­ge­bungen und Demons­tra­tionen betei­ligen, ist über­schaubar geworden, seitdem Deutschland in ver­schieden Teilen der Welt an Kriegen beteiligt ist Doch es gibt in Deutschland auch eine Strömung der Bewegung gegen den Krieg, die sich bewusst .…

„Krieg beginnt auch in der Lüne­burger Heide“ wei­ter­lesen
Kriegsgegner protestieren eine Woche lang in der Lüneburger Heide gegen Rheinmetall, weil immer noch Kriege mit Waffen aus Deutschland stattfinden

Im Hintergrund knallen Schüsse

Im nie­der­säch­si­schen Unterlüß lässt Rhein­metall Waffen und Munition testen. »Krieg beginnt hier« lautet daher das Motto eines anti­mi­li­ta­ris­ti­schen Camps, das neben Work­shops auch Blo­ckaden plant.

Das Camp im nie­der­säch­si­schen Unterlüß unter­scheidet sich von den üblichen Som­mer­lagern. Das zeigt sich schon daran, dass es mitten im Ort liegt, nicht irgendwo außerhalb auf einem Acker. Auch der Zweck des Camps ist spe­ziell. Die rund 60 Teilnehmer*innen, die zum Auftakt am Sonntag ein­ge­troffen waren, wollen keine Wan­de­rungen in der wald­reichen Umgebung der Lüne­burger Heide unter­nehmen, wie es der Ver­kehrs­verein Unterlüß emp­fiehlt. Sie inter­es­siert vielmehr das Erpro­bungs­zentrum Unterlüß (EZU), das der Rüs­tungs­konzern .…

„Im Hin­ter­grund knallen Schüsse“ wei­ter­lesen