Bamboo Stories, Sabat. Media, Regie: Shaheen Dill-Riaz. Bangladesch/Deutschland 2019, 96 Min. Der Film ist schon angelaufen

BAMBOO STORIES – Eine Filmrezension zu dem Film von Shaheen Dill-Riaz

Der Film könnte in Zeiten, in denen die umwelt­be­wusste liberale Mit­tel­schicht ver­mehrt auf Bam­bus­pro­dukte zurück­greift, eine Dis­kussion über die Ver­bindung zwi­schen der impe­rialen Lebens­weise im glo­balen Norden und der Aus­beutung in den Ländern des Südens dar­stellen.

In der letzten Zeit wird viel über die aus­beu­te­ri­schen Arbeits­ver­hält­nisse in Ländern des glo­balen Südens gesprochen, von denen oft gerade die liberale umwelt­be­wusste Mit­tel­schicht besonders pro­fi­tiert. Dazu gehört auch die Bambus-Pro­duktion. Bam­bus­zahn­bürsten und Bam­bus­stroh­halme werden mitt­ler­weile als öko­lo­gische Alter­native für viel Geld ange­boten. Jetzt zeigt der Doku­men­tarfilm des.…..

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Während die Rioter in Hongkong von manchen Laptop-Revolutionären auch in Deutschland angefeuert werden, muss die Gelbwestenbewegung auf diesen Beistand verzichten

Gericht kippt Vermummungsverbot – allerdings in Hongkong

Nur sollten Linke Fehler nicht machen, die oft begangen werden. Da gibt es die, die gleich von den glo­balen Auf­ständen schwärmen, wie Jack Shenker in der Wochen­zeitung Freitag: »Eine Pro­test­welle rollt über den Globus, denn eine Generation fürchtet um ihre blanke Existenz.« Shenker sub­su­miert sämt­liche Pro­test­be­we­gungen, die es zurzeit gibt, unter einen Hut. Damit werden die sehr spe­zi­fi­schen Gründe für die Pro­teste einfach unter­schlagen. Die Abstiegs­ängste der von der bri­ti­schen Kolo­ni­al­macht aus­ge­hal­tenen Mit­tel­schicht ist eben ein spe­zi­fi­sches Problem in Hongkong. Und deshalb können die Pro­teste nur dort in ein pro­ko­lo­niales Fahr­wasser geraten

Dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das Ver­mum­mungs­verbot für ver­fas­sungs­widrig erklärt, weil es die Grund­rechte der Bürger ver­letzt – eine solche Meldung gab es nicht. In Deutschland ist es seit mehr als 30 Jahren ver­boten, Gegen­stände mit sich zu führen, die die Fest­stellung der Iden­tität ver­hindern. Es wird hier­zu­lande weder theo­re­tisch und prak­tisch infrage gestellt. Heute reicht es schon bei einer Demons­tration, einen Schal zu weit ins Gesicht oder ein Trans­parent zu weit vor das Gesicht gehalten zu haben, um wegen Ver­letzung des Ver­mum­mungs­verbots ein Ver­fahren zu bekommen. Ein Gericht würde hier­zu­lande das Recht auf Ver­mummung nicht aus­sprechen. Es war das höchste Gericht.…

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30 Jahre nach der Wende finden die Texte der linken DDR-Opposition wieder mehr Beachtung. Das macht deutlich, dass die offizielle Erzählung Risse hat

»Das Maß an Unterwerfung, die der Westen jedem Bewohner abverlangt«

Im Rück­blick von 30 Jahren zeigt sich, das Ronald Scher­nikaus Text vor dem DDR-Schrift­stel­ler­verband viel mehr Rea­li­tätssinn davon hat, was der Sieg des Kapi­ta­lismus bedeutet, als viele vor Frei­heits­lyrik trie­fenden Texte jener Jahre. Deshalb kann man heute sagen, Scher­nikaus Rede und der Aufruf zur Gründung unab­hän­giger Gewerk­schaften waren vor 30 Jahre eine Fla­schenpost, die erst später ver­standen werden wird. Sind wir heute soweit?

Nun sind die Fei­er­lich­keiten zum 30ten Jah­restag des Mau­er­falls auch schon Geschichte. Es gab natürlich viel Selbst­be­weih­räu­cherung der BRD. Doch die Erzählung, dass mit dem 9. November 1989 die Freiheit über die Tyrannei gesiegt hat, bleibt nicht mehr unwi­der­sprochen. Der Auf­bruch Ost ist eine Initiative junger Leute, die.….

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Nur wenn die Mietrebellen grundlegendere Forderungen stellen, könnten sie einen Mietendeckel bekommen, der nicht ganz löchrig ist - Ein Kommentar

Mietendeckel in Berlin – eine Reform, die die Einkommensschwachen nicht benachteiligt

Wenn heute das Kapital und seine Medien schon in Wallung kommen wegen eines Reform­ge­setzes wie den Mie­ten­deckel, dann vor allem deshalb, weil sie in den letzten Jahr­zehnten gewohnt sind, dass es nur noch Reformen in ihrem Interesse gibt. Es ging alles nur noch darum, dass die Akti­en­kurse steigen, auch wenn viele Mieter sich in Berlin keine Woh­nungen mehr leisten können.

Revo­lution auf dem Mie­ten­markt« [1] titelte die Taz, nachdem die Ber­liner Lan­des­re­gierung den mona­telang dis­ku­tierten Mie­ten­deckel [2] ver­ab­schiedet hat. Danach sollen die Mieten in Berlin rück­wirkend zum 18. Juni für fünf Jahre ein­ge­froren werden. Davon könnten knapp .…

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Ein Video rückt die Abschiebepolitik der grün-schwarzen Landesregierung von Baden Württemberg in den Fokus

»Wir wissen nicht, wohin«

Nach über 20 Jahren in Baden-Würt­temberg werden zwei Schwestern in ein fremdes Land abge­schoben. Die regie­renden Grünen knir­schen mit den Zähnen, wollen aber keine Krise mit dem Koali­ti­ons­partner ris­kieren. Am 26. Oktober geht ein Bündnis gegen solche Abschie­be­prak­tiken auf die Straße.

Das Video dauert nur knapp eine Minute. Doch es klingt wie ein dra­ma­ti­scher Aufruf um Hilfe in höchster Not: »Wir wurden von Deutschland abge­schoben in ein fremdes Land«, sagt Gylten Tahiri in die Kamera. »Wir kennen diese Sprache nicht, wir wissen nicht, wohin. Wir haben kein Geld«, fasst sie ihre Situation zusammen. Neben ihr steht ihre Schwester Gylije. Die beiden sind .…

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Die Jungle World sprach mit Alexander Schulte*, einem Mitglied der Redaktion von »Maqui«

Inszenierung versaut

»Es ist sehr nett, dass der Geheim­dienst deutlich macht, welches sub­versive Potential er der Akti­onsform zutraut. Doch zugleich ist es eine Kri­mi­na­li­sierung.«

Im aktu­ellen Jah­res­be­richt des Bun­desamts für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) taucht in der Rubrik »Links­ex­tre­mismus« erstmals das soge­nannte Adbusting auf. Die Aktionen hatten im ver­gan­genen Jahr vor dem jährlich in Berlin tagenden Euro­päi­schen Poli­zei­kon­gresses statt­ge­funden. Der Blog »Maqui« (maqui​.blog​sport​.eu) doku­men­tiert und ana­ly­siert Adbusting und andere Formen von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­gue­rilla.

Was ist Adbusting? .….

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Im bundesweit ersten Verfahren wegen der Veränderung von Werbeplakaten aus politischen Gründen wurde auch der dafür aufgewendete große Ermittlungsaufwand deutlich

Gefährdet Adbusting die Grundordnung?

Zudem konnten die Ermittler an den Bar­codes der Plakate, die bei der Durch­su­chung der Wohnung des Ange­klagten gefunden wurden, erkennen, ob sie schon mal in einer Wer­be­tafel gehängt hatten und in welcher Stadt sich diese befunden hat. So wurden die Bar­codes als Daten­träger kenntlich.

Großen Andrang gab es am Diens­tag­mittag vor dem Raum 500 des Ber­liner Amts­ge­richts. Schließlich han­delte es sich um eine juris­tische Pre­mière. Erstmals wurde vor Gericht über Adbusting-Aktionen ver­handelt. Dabei handelt es sich um die Ver­än­derung von Pla­katen aus poli­ti­schen Gründen. Gleich zu Beginn der Ver­handlung wurde der.…

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Die Umweltbewegung muss es schaffen, den Klimawandel in gesellschaftliche Zusammenhänge zu stellen. Sonst drohen weltweite Sondervollmachten und es profitieren kapitalistische Verwertungsinteressen

Zwischen Klimawandel und Gretamanie

Hier kommen wir zu den Pro­blemen dieses bruch­losen Bezugs auf die Wis­sen­schaft, den Thunberg mit vielen Kli­ma­ak­ti­visten teilt. Sie beziehen sich dabei auf Zahlen und che­mische Formeln, die richtig oder falsch sein mögen, und ver­gessen, dass es die »reine Wis­sen­schaft« nicht gibt. Wis­sen­schaft und ihre Erkennt­nisse werden immer von Men­schen und Inter­es­sen­gruppen inter­pre­tiert und erklärt.

Die knapp 4‑minütige Rede der Kli­ma­ak­ti­vistin Greta Thunberg vor dem UN-Kli­ma­gipfel sorgte für die erwar­teten Reak­tionen. Ihre Anhänger und das grüne Milieu applau­dierten ihr, ohne aber inhaltlich auf ihre Aus­sagen ein­zu­gehen. Die meisten Kon­ser­va­tiven und auch die Ultra­rechten spot­teten oder ver­suchten wie der CDU-Poli­tiker Friedrich Merz, Thunberg zu patho­lo­gi­sieren. Besonders dras­tisch ist die Ein­lassung des ehe­ma­ligen SZ-Kari­ka­tu­risten Dieter Hanitzsch, der .…

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