Verschiedene Gruppen protestieren gegen den Umbau einer Autofabrik in einen Rheinmetall-Standort in Berlin. Nur: Bisher arbeiten sie nicht so recht zusammen.
Schließlich hatten sich auch bei den Aktionstagen gegen Rheinmetall im Wedding Mitglieder der IG Metall beteiligt. Und: Auf der Delegiertenkonferenz der Berliner IG Metall im September 2025 wurde mit nur einer Gegenstimme eine Erklärung verabschiedet. Darin wird die Gewerkschaft zum Widerstand gegen Militarisierung und Sozialabbau aufgefordert.
Die Umwandlung einer Autofabrik in eine Waffenschmiede im Berliner Stadtteil Wedding sorgt weiter für Kritik – allerdings tun sich die Akteur*innen bisher schwer mit einer gemeinsamen Position. Das ehemalige Pierburg-Werk war jahrzehntelang Teil der Automobilzulieferindustrie, es wurden Autokomponenten, zum Beispiel Katalysatorenklappen produziert. In Zukunft will der Rüstungsriese Rheinmetall dort Munitionskomponenten herstellen. Erst Mitte Juli beteiligten sich rund 4.000 Menschen an …
Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion, das die Proteste gegen den Rüstungskonzert organisierte, hat sich in einem differenzierten Statement mit der IG-Metall-Erklärung befasst. »Die Sicherung der Existenz und Rechte aller Beschäftigten ist uns wichtig. Aber es kann uns politisch nicht egal sein, ob die Produkte, die wir herstellen, gesellschaftlichen Nutzen bringen oder Tod und Zerstörung«, betonen die Antimilitarist*innen. Durch Aufrüstung werde weder die Wirtschaft angekurbelt noch bringe sie in der Summe ein Mehr an Arbeitsplätzen. Stattdessen müsse die Produktion von zivilen Produkten gefördert werden.
Seit über einem Jahr sorgt die Umwandlung einer Autofabrik in eine Waffenschmiede im Berliner Stadtteil Wedding für Proteste. Höhepunkt waren Aktionstage vom 10. bis zum 12. Juli. Zum Abschluss demonstrierten über 4000 Menschen gegen Rheinmetall im Wedding. Kurz danach hat sich die IG-Metall mit …
Mit den Redakteur der Zeitung »Graswurzelrevolution«, Lou Marin kommt ein Autor zu Wort, der deutliche Worte zu den Kriegsursachen findet: »Nein, Krieg kann sowohl kurz- als auch langfristig nicht durch Diplomatie, sondern nur durch eine Antikriegsbewegung von unten beendet werden, die durch massenhafte Verweigerung und gewaltfreien Widerstand geprägt ist.«
Ein Kind, gekleidet in eine Militärjacke: Diese eindringliche Fotomontage des Künstlers Gottfried Helnwein findet sich auf der Titelseite des kürzlich im Verlag Graswurzelrevolution veröffentlichten Sammelbandes mit dem Titel »Kriegsuntüchtigkeit als Chance«. Dort sind 42 Essays und andere Beiträge gegen den gar nicht so neuen, …
Nicht wenige der Freikorpsmitglieder waren im März 1920 am sogenannten Kapp-Putsch beteiligt, als Monarchisten und Teile des Militärs die Weimarer Republik beseitigen wollten. Der Putsch scheiterte, weil Arbeiter*innen der unterschiedlichen Strömungen mit einen Generalstreik das Land lahmlegten. »Das war für mich das Beispiel von erfolgreichem Antifaschismus, obwohl es den Begriff damals noch nicht gab«, sagte Bernd Langer.
Bei schönem Sommerwetter möchte niemand die Freizeit in Innenräumen verbringen – das zumindest dachte sich der Bildungsverein Helle Panke und lud zum Spaziergang rund um den Rosa-Luxemburg-Platz ein. Am Donnerstag kamen etwa ein Dutzend Menschen zusammen, um über Vergangenheit und Gegenwart der antifaschistischen Aktion zu lernen. Viele kannten schon Bernd Langer, der die Teilnehmer*innen durch das Viertel leitete und sie unterwegs kurzweilig in die Anfänge des Antifaschimus in der Weimarer Republik einführte. Dabei verwies er auch auf die Ereignisse rund um den Rosa-Luxemburg-Platz. Langer ist seit vielen Jahren ein Kenner der …
In Berlin-Wedding soll eine ehemalige Autoteile-Fabrik zur Munitionsschmiede werden. Antimilitaristen verteilten wochenlang Flugblätter am Werkstor – ohne Erfolg. Könnten bald Lkw-Blockaden der nächste Schritt im Protest sein?
Während es den Antimilitaristen nicht gelungen war, Kontakte zu den Rheinmetall-Beschäftigten zu knüpfen, so zeigte sich doch ihr Rückhalt im Viertel. Dort sind schon seit vielen Jahren mit „Hände weg vom Wedding“ und dem „Stadtteilkomitee Wedding“ zwei linke Gruppen aktiv, die die Bewohner bei ihrem Kampf gegen hohe Mieten und Verdrängung unterstützen. Seit einem Jahr hat auch bei ihnen der Kampf gegen Rheinmetall einen großen Stellenwert bekommen. „Bei Haustürgesprächen hörten wir allgemein Erschrecken und Ablehnung, dass mitten im Wohngebiet eine Rüstungsschmiede entstehen soll“, sagte ein Aktivist von „Hände weg vom Wedding“, der seinen Namen nicht nennen möchte.
Das Erste, was ins Auge fällt, sind die mit dickem Draht umwickelten Zäune rund um das Rheinmetall-Werk in Berlin-Wedding. Hinter dem Zaun: eine leere Fabrik. Davor: mehr als 3000 Menschen, die an diesem Samstag Mitte Juli gegen den …
Eine ehemalige Fabrik für Autozubehör in Berlin-Wedding wird in eine Rüstungsschmiede umgewandelt. Antimilitarist*innen machten am Wochenende mobil.
. Es wurden bereits Einschätzungen der Aktionstage debattiert. Viele waren sich einig, dass es sich um die bisher größten Proteste gegen Rheinmetall im Wedding handelte. Erste Zukunftspläne gab es auch schon. „Die Munition, die dort produziert wird, muss mit Lkw wegtransportiert werden. ‚Blocchiamo tutto‘ wäre dann das Ziel“, sagte eine Teilnehmerin.
„Blocchiamo tutto“ (Wir blockieren alles!), skandierten die Menschen am Freitagabend in einem Zelt am Humboldthain in Berlin-Wedding. Vorher hatte dort das Theater X aus Moabit das Theaterstück „Hoppla wir sterben – Rheinmetall eine Deutsche Geschichte“ aufgeführt. In der letzten Szene wird die Parole gerufen, die vom Publikum sofort aufgenommen wird. Schließlich stand der Rüstungskonzern das ganze Wochenende über im Fokus der rund 300 Antimilitarist*innen, die sich vom 10. bis 12. Juli zu …
Nach seinem Erfolg vor dem Arbeitsgericht will Christopher T. so schnell wie möglich wieder seine Arbeit im DHL-Luftfrachtzentrum auf dem Flughafen Leipzig/Halle aufnehmen. Doch wann er dort wieder Pakete bearbeiten wird, ist noch unsicher. Denn gegen die Gerichtsentscheidung vom Mittwoch ist Revision zugelassen. Auf Nachfrage erklärte die DHL-Pressestelle: »Wir nehmen diese Entscheidung des Leipziger Arbeitsgerichts zur Kenntnis und bereiten die notwendigen Rechtsmittel vor, um die aus unserer Sicht klar fehlerhafte Entscheidung überprüfen zu lassen.«
Gleich eine dreifache Niederlage gab es für den Logistikkonzern DHL vor dem Leipziger Arbeitsgericht. Die zuständige Richterin erklärte nicht nur die fristlose wie auch die nachgeschobene fristgerechte Kündigung von Christopher T. durch DHL für nichtig. Sie lehnte auch die gerichtliche Aufhebung seines Arbeitsvertrags ab, die das Unternehmen beantragt hatte. »Ein Sieg auf ganzer Linie«, freute sich Jörg Weidemann vom Solidaritätskreis für T., der sich kurz nach dem Rauswurf im September 2025 gegründet hat. T., der bei DHL am Airport Leipzig/Halle auch als Verdi-Vertrauensmann tätig war, hatte seine Kündigung erhalten, nachdem er auf einer Demonstration gegen …
Am 10. Juli beginnen die Aktionstage gegen die Waffenfabrik im Wedding. Bis zum 12. Juli soll es Diskussionen, Konzerte aber auch zahlreiche Protestaktomen gegen Rheinmetall im Wedding geben. In einem Zelt auf der zentralen Wiese im Humboldthain sollen auch Beschäftige verschiedener Branchen über den Widerstand gegen Militarisierung am Arbeitsplatz diskutierten. Am Samstag soll um 14 Uhr am S-Bahnhof Gesundbrunnen eine Demonstration unter dem Titel »Gemeinsam Kriege stoppen« beginnen.
Eine Musikbühne, mehrere Essenstände, Hüpfburgen für Kinder: Auf den ersten Blick würde man meinen, dass am Samstag in der Buttmannstraße in Wedding ein ganz normales Straßenfest stattfand. Doch die Feierlichkeiten hatten einen ernsten Hintergrund. Das Fest stand ganz im Zeichen des Antimilitarismus. »Buttmannstraßenfest – Keine Kriege nirgendswo« lautete das diesjährige Motto. Im Wedding ist das eine ganz konkrete Forderung. Unweit von der Buttmannstraße soll bald eine Rüstungsfirma …
Mein Bezirk für den Frieden hat sich in den nächsten Wochen viel vorgenommen. Auf dem Buttmannstraßenfest am 4. Juli will die Initiative ebenso Unterschriften sammeln, wie während der Aktionstage gegen Rheinmetall im Wedding, die am 10. bis 12. Juli in einem Zelt im Humboldthain stattfinden sollen.
„Berlin braucht Wohnungen statt Bunker“, stand auf dem Transparent, mit dem sich kürzlich rund 20 Personen vor dem Atomschutzbunker am Gesundbrunnen postierten. Es sind Mitglieder des Stadtteilkomitees und der Organisation Hände weg vom Wedding. Die beiden Initiativen sind seit Jahren im Wedding aktiv, protestieren gegen Verdrängung von einkommensarmen Menschen und den Leerstand von Wohnungen. Jetzt haben die beiden Stadtteilgruppen die Kampagne …
Kriegsuntüchtigkeit als Chance. Essays gegen den Krieg und für zivile Konfliktlösung Hrsg. H.Theisen. Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2026. 272 S., 28 Euro
Es ist erfreulich, dass in dem Buch Einsprüche gegen die jüngste Militarisierung versammelt sind. Nur zwei Kritikpunkte sollen nicht verschwiegen werden. Es fällt auf, dass kaum jüngere Menschen zu Wort kommen. Der Songwriter Max Prosa gehört mit 37 Jahren zu den jüngsten Autoren in dem Buch. Er hat ein Friedenslied beigesteuert, das er mit der Liedermacherin Dota Kehr produziert hat.
Damit zusammen hängt, dass auch das Spektrum der Antimilitarist:innen in dem Buch begrenzt ist.
In Zeiten, in denen die neue Kriegstüchtigkeit beschworen wird, braucht es Stimmen, die sich dem entgegenstellen. In dem kürzlich erschienen Band sind gleich 42 dieser Einsprüche gegen den gar nicht so neuen Militarismus versammelt. Herausgeber ist Hermann Theisen, der wegen seines antimilitaristischen Engagements …
Verliehen werden soll der Preis am 25. September im Rathaus von Münster. Nur wenige Tage später, am 1. Oktober, soll Nato-Generalsekretär Mark Rutte den offiziellen Westfälischen Friedenspreis am gleichen Ort entgegennehmen. Der Kontrast könnte nicht größer sein und sorgt auch in Münster schon für Aufregung. »Gegen die Nato-Auszeichnung wird es sicher Proteste gegen«, sagt Bernd Drücke von der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung »Graswurzelrevolution«, die ihre Redaktion in Münster hat.
Der Westfälische Frieden beendete 1648 den Dreißigjährigen Krieg, der große Teile des heutigen Deutschland verwüstete. Vor allem in Münster und Osnabrück ist der Vertragsabschluss vor über 375 Jahren zu einem Symbol geworden, auch heute für Frieden und Abrüstung in aller Welt einzutreten. Daher war bei vielen Menschen die Empörung groß, dass der Westfälische Friedenspreis dieses Jahr …
Deutschland erinnert nur dann an die Opfer der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es daraus Kapital für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft schlagen kann. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt.
Spätestens nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine ging die Entsorgung der deutschen Verbrechensgeschichte mit Riesenschritten voran. Kaum jemand redet noch die über die multinational aufgestellte Rote Armee, jetzt waren es wieder die Russen und die waren schon lange das Feindbild. So ist es natürlich ein besonderer Triumph des deutschen Revanchismus, das Zeigen sowjetischer Symbole ausgerechnet rund um den 9. Mai zu verbieten
Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Es war der Beginn eines Vernichtungskriegs gegen die Bevölkerung der Sowjetunion. Der Historiker Dietrich Eichholtz fasste die mörderischen Folgen so zusammen: …
Die auf sowjetische Geschichte spezialisierte Historikerin Inge Pardon verlas einen Brief von Frauen aus St. Petersburg, die an die mörderischen Folgen der Blockade der damals Leningrad genannten Stadt durch die deutsche Wehrmacht erinnerten. Sie warnte davor, dass Deutschland erneut Kriege gegen Russland plane. Dagegen sprachen sich auch der DDR-Radrennfahrer Täve Schur und der Theologe Eugen Drewermann in ihren kurzen Redebeiträgen aus.
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin flatterten am Samstag blaue Fahnen mit weißen Friedenstauben. Auch einige rote Fahnen waren zu sehen. Rund 400 Menschen hatten sich dort zur Kundgebung »Russland ist nicht unser Feind« versammelt. Im Aufruf wird an den historischen Kontext erinnert: »Vor 85 Jahren, …
Wie während des Ersten Weltkrieges kann heute wohl niemand bestreiten, dass alle kriegsführenden Staaten kapitalistische Mächte sind. Doch anders als während des Ersten Weltkriegs gibt es heute keine stark organisierte Arbeiter:innenbewegung. In vielen Ländern ist sie vielmehr demobilisiert und zersplittert. Doch auch heute gibt es in verschiedenen Ländern
Aktionen von Arbeiter:innen gegen Krieg und Militarismus. Sie können sich in die Tradition der Zimmerwalder Linken stellen.
Zimmerwald und Kiental sind zwei idyllische Schweizer Bauerndörfer im Kanton Bern auf rund 900 Meter Höhe. Vor mehr als 110 Jahren wurde dort für eine kurze Zeit Weltgeschichte geschrieben. Vom 5. bis 8. September 1915 tagten als Ornitholog:innen getarnt in der Pension Beau Sejour in Zimmerwald Vertreter:innen des …
Es gibt mittlerweile die Webseite https://ulm5.info/de, auf der auch die Kurzbiographen der fünf Aktivist*innen zu finden sind, Dort gibt es auch die Möglichkeit, Fragen an einzelne Gefangene digital zu stellen, die dann von der Solidaritätsgruppe weitergeleitet werden. Es wäre sicher interessant, mit ihnen in den Austausch über antimilitaristische Praxis zu treten und dabei auch Kritikpunkte nicht auszusparen. Schließlich gehört zu einer Solidarität, die mehr ist als eine blinde Gefolgschaft, die kritische Auseinandersetzung.
Am 27. April 2026 begann im Justizgebäude des Hochsicherheitsgefängnis StuttgartStammheim ein Prozess gegen fünf junge Menschen aus unterschiedlichen europäischen Ländern. Sie nennen sich Crow, Leandra, Daniel, Vi und Zo. In der Solidaritätsbewegung werden sie als Ulm 5 bezeichnet. Sie befinden sich seit dem 8.September 2025 in verschiedenen Gefängnissen in Südwestdeutschland in Untersuchungshaft. An diesem Tag waren sie in die Filiale …