Bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz im Berliner Mercure gab es auch Differenzen

Debatte über Klassenkampf im Vier-Sterne-Hotel

Zum Abschluss wurden bei der Podi­ums­dis­kussion zu »Flucht, Migration und Klas­sen­kampf« auch Dif­fe­renzen deutlich: DKP-Vor­stands­mit­glied Renate Koppe betonte, dass es mit den Par­teien, die Krieg und Sozi­al­abbau betreiben, keine Koope­ration gegen Faschismus und Ras­sismus geben könne. Sie befür­worte vielmehr Klas­sen­kampf in den Betrieben. Koppe wider­sprach der Haupt­ge­schäfts­führer des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­bandes, Ulrich Schneider. In den letzten Jahren hätten sich viele Men­schen gegen die Rechten enga­giert, die als sexuelle Min­der­heiten oder Behin­derte direkt von ihnen bedroht fühlen, so Schneider. Vielfalt sei eine Stärke, was Demons­tra­tionen wie Unteilbar gezeigt hätten.

Linke Plakate am Mercure-Hotel MOA? Manche Gäste der Vier-Sterne-Unter­kunft im Ber­liner Stadtteil Moabit staunten am Samstag nicht schlecht. Unter dem Motto »Kampf der Straße, Kampf um die Zukunft – die Sys­tem­frage beant­worten« hatte sich die Rosa-Luxemburg-Kon­ferenz für einen Tag dort ein­ge­mietet. Sie wurde orga­ni­siert von der .…

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Betrachtet man den staatliche Angriff auf das linke, politische Nachrichten-Netzwerk Indymedia.linksunten sind Parallelen zur staatlichen Re-pression in der DDR auf Medien der Opposition im Jahre 1987 feststellbar.

»Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden«

Wenn im letzten Jahr 30 Jahre Fall der Ber­liner Mau­er­ge­feiert wird, werden pathe­tische Reden über den Sieg von Freiheit und Demo­kratie über die SED-Dik­tatur nicht fehlen. Unter den Tisch fällt, dass es eine Kon­ti­nuität von Ver­folgung gibt, welche die Law-and-Order-Politiker*innen der ehe­ma­ligen DDR mit denen ver­bindet, für die auch heute gewisse oppo­si­tio­nelle Bewe­gungen und Medien ein Fall für den Ver­fas­sungs­schutz, Polizei und Justiz sind.

In der Nacht zum 25. November 1987 drangen Mit­ar­beiter der Staats­si­cherheit und des Gene­ral­staats­an­walts in die Druck­räume der Umwelt-Bibliothek (UB) ein. Zu dieser Zeit wurde gerade eine neue Ausgabe der Umwelt­blätter pro­du­ziert. Die Druck­ma­schinen wurden kon­fis­ziert und alle Anwe­senden fest­ge­nommen. Die ursprüng­liche Planung, die Drucker bei der Her­stellung des neuen Grenz­falls, einer von der Initiative für Frieden und Men­schen­rechte (IFM) her­aus­ge­gebene Publi­kation, zu über­rumpeln, ging nicht auf. Dem MfS war durch ihre zahl­reichen IM bekannt, dass die Redak­tionen der Umwelt­blätter und der Grenzfall koope­rierten – zuweilen auch bei der tech­ni­schen Her­stellung der Zeit­schriften. Nachdem die Sicher­heits­organe zwecks Been­digung der Publi­ka­ti­ons­tä­tigkeit des von jungen Oppo­si­tio­nellen her­aus­ge­ge­benen Peri­odikums Grenzfall im Oktober 1987 ursprünglich noch erwogen hatten, die Drucker bei der Her­stellung des Blattes in einer Pri­vat­wohnung zu ertappen und mit mode­raten Ord­nungs­strafen abzu­fer­tigen, begannen schließlich die Vor­be­rei­tungen für die .…..

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Plädoyer für einen differenzierten Blick und eine Perspektive für Partizipation der Bevölkerung statt den Fokus auf die Wahlen zu richten

Können die Linksregierungen in Lateinamerika noch ein Bezugspunkt sein?

Müsste es nicht analog zu den Unteilbar-Demons­tra­tionen gegen die Rechte in Deutschland globale Unteilbar-Akti­vi­täten auch einen Morales und einen Maduro als Bünd­nis­partner gegen die Rechte will­kommen heißen?

In den frühen 1920er Jahren sorgten einige Bücher von Russ­land­rei­senden für Auf­merk­samkeit und oft für viel Abwehr. Ver­fasst hatten sie Linke, die oft mit großer Begeis­terung in das nach­re­vo­lu­tionäre Russland bzw. die Sowjet­union gegangen sind und dann durch die poli­tische Ent­wicklung ent­täuscht wurden.

Sie wollten irgendwann nicht mehr schweigen und wurden so zu lei­den­schaft­lichen Kri­tikern des Staates, dem sie so viel Hoffnung ent­ge­gen­ge­bracht hatten. Als Bei­spiele seien nur die Schriften von Emma Goldmann und Alex­ander Berkman genannt. Wie nah bei ihm Hoffnung und abgrund­tiefe Ent­täu­schung zusam­men­hingen, hat Bini Adamczak in ihren Büchlein »Der schönste Tag im Leben des Alex­ander Berkman»beschrieben. Das war der Tag, an dem der US-Anar­chist die Sowjet­union betrat. Für ihn blieb es auch dann noch der schönste Tag, als er längst die poli­tische Ent­wicklung in der SU heftig kri­ti­sierte. In diese Tra­dition kann man das aktuelle Buch von Mat­thias Schindler stellen, das den Titel »Vom Triumph der San­di­nisten zum demo­kra­ti­schen Auf­stand»trägt und in dem Verlag »Die Buch­ma­cherei« her­aus­ge­geben wurde. Er ist eine gute Adresse für dis­si­dente Linke. In dem Buch rechnet der lang­jährige Unter­stützer .….

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Das Problem der Wissenschaftlerin ist nicht, dass sie die Rechten verstehen will, sondern vor lauter Singularitäten keine Gesellschaft erkennen will

Ist Cornelia Koppetsch die Sahra Wagenknecht der Soziologie?

Deshalb ist auch die in Teilen durchaus gelungene Beschreibung der Ver­än­derung in der Gesell­schafts­struktur so pro­ble­ma­tisch. Sie ist eben nicht in eine mate­ria­lis­tische Gesell­schafts­analyse ein­ge­bunden und kann deshalb auch von rechts ver­ein­nahmt werden.

Bücher, die den Anspruch haben, den Rechts­po­pu­lismus zu ana­ly­sieren, sind aktuell sehr gefragt. Doch der Grund, warum der Band »Die Gesell­schaft des Zorns« der Darm­städter Sozio­login Cor­nelia Kop­petsch zurzeit ver­griffen ist, hat andere Ursachen. Das Buch wurde.…

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Wer kennt noch AK-Kraak? Der Medienaktivismus begann nicht erst mit dem Internet

20 Jahre Indymedia

Es wäre gut, wenn am Tag (((i)), den Pro­testtag gegen die Abschaltung von Indy­media Links­innen am 25. Januar, auch der Cha­rakter von Indy­media als Medium einer plu­ralen Linken deutlich würde. Das würde auch bedeuten, den Initia­tiven, die sich wie die Gruppe für Frei­heits­rechte, die kri­ti­schen Jurist*innen und andere zivil­ge­sell­schaft­liche Orga­ni­sa­tionen, die sich gegen die Abschaltung von Indy­media Links­unten aus­ge­sprochen haben, dort die Mög­lichkeit zu geben, den Protest mit­zu­ge­stalten.

„Bereitet Euch darauf vor, über­schwemmt zu werden von der Welle akti­vis­ti­scher Medi­en­ma­che­rInnen vor Ort in Seattle und überall auf der Welt, die die wirk­liche Geschichte hinter der Welt­han­dels­or­ga­ni­sation erzählen.“ Mit dieser Erklärung trat das „Inde­pendent Media Center“ am 24. November 1999 erstmals an die Öffent­lichkeit. Es war die Geburts­stunde der.….

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Eine Ausstellung in der nGbK erinnert an die linke Spielebewegung in den 1970'er Jahren. Auch eine Spielstadt wurde dafür nachgebaut.

Eine Spielutopie für Arbeiterkinder

Die Aus­stellung Spielclub ist noch bis zum 19. Januar 2020 in der NGbK, Ora­ni­en­straße 25 in 10999 Berlin zu sehen. Die Aus­stellung ist vom 22. Dezember bis zum 5. Januar geschlossen.

Die Spiel­etage in einer großen Halle in der Kulmer Straße 20 a in Schönberg exis­tierte nur zwi­schen 1970 und 1971. Doch sie hat viele Spuren hin­ter­lassen, die noch bis Mitte Januar in einer Aus­stellung in den Räumen der .….

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Konferenz der Linkspartei stellte Fragen nach den eigenen Ansprüchen im digitalen Zeitalter

Digitaler oder alter Kapitalismus?

Die Jour­na­listin Nina Scholz lehnte den Begriff genauso ab wie auch den Ter­minus »digi­taler Kapi­ta­lismus«. Es sei vielmehr der alte Kapi­ta­lismus, der schon immer auf Aus­beutung und Arbeits­kampf beruhe, betonte Scholz. Sie kri­ti­sierte, dass auch die Links­partei einen feuil­le­to­nis­ti­schen Kata­stro­phen­diskurs bediene und bei der Digi­ta­li­sierung wie das Kaninchen auf die Schlange starre. Nicht die Gig-Öko­nomie, sondern die Gig-Öko­no­mi­sierung der Arbeits­ver­hält­nisse sei gewachsen

Vor knapp 10 Jahren gab es noch zwei gegen­sätz­liche Sze­narien für die digitale Gesell­schaft. Manche Linke sahen einen Frei­fahrt­schein in den Kom­mu­nismus, eher Kon­ser­vative darüber klagten, dass ganze Branchen wie die Musik­in­dustrie durch das Internet rui­niert würden. Nichts davon ist ein­ge­treten, kon­sta­tierte Sabine Nuss. Sie beschäftigt sich seit Jahren wis­sen­schaftlich mit dem digi­talen Kapi­ta­lismus und gehört zu den Herausgeber*innen des Sam­mel­bandes »Marx und die Roboter«. Am Samstag mode­rierte sie den Abschluss der von der Links­partei .…

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Das Sozialistische Büro (SB) hätte in diesem Jahr sein 50jähriges Jubiläum gefeiert, wenn es nicht schon Ende der 1990er Jahre aufgelöst worden wäre.

50 Jahre Sozialistisches Büro

Dabei gibt es mit der Zeit­schrift „express“ ein Medium, in dem solche Debat- ten geführt werden könnten. Autor*innen dort sind aktive Gewerkschafter*innen und linke Wissenschaftler*innen. „express“ wurde einst vom SB als „Zeitung für sozia­lis­tische Betriebs- und Gewerk­schafts­arbeit“ gegründet. Den Unter­titel trägt sie noch heute. Was wäre eine bessere Wür­digung des SB, als anlässlich des 50-jäh­rigen Jubi­läums der SB-Gründung in einer von ihm gegrün­deten Zeitung über die Orga­ni­sierung von eman­zi­pa­tiver Theorie und Praxis zu debat­tieren?

Die Geschichte dieser 1969 gegrün­deten netz­förmig struk­tu­rierten Orga­ni­sation ist heute zu Unrecht weit­gehend ver­gessen. Dabei spielte das SB eine wichtige Rolle, nachdem sich der Sozia­lis­tische Deutsche Stu­den­tenbund (SDS) 1969 auf­gelöst hatte. Apo-Aktivist*innen, die nicht den Weg in die SPD oder die spät­sta­li­nis­ti­schen K‑Gruppen antreten wollten, trafen im SB mit älteren Linkssozialist*innen und Antimilitarist*innen zusammen, die teil­weise in der Oster­marsch­be­wegung aktiv waren. Es ist ein Ver­dienst des Poli­tik­wis­sen­schaftlers .…

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