Solidarität in der Kunst

Kein Roman über Emmely?

Was meint linkes soli­da­ri­sches Handeln im Jahr 2019, ins­be­sondere in Bezug auf Kultur und Lite­ratur? Diese Frage wurde am Dienstag im Ber­liner Brecht-Haus dis­ku­tiert.

Vor­wärts und nicht ver­gessen: die Soli­da­rität«, lautet der Refrain des berühmten Song, den Ernst Busch für den Film »Kuhle Wampe« von Slatan Dudow (1932) geschrieben hat. Die Nazis sprachen nicht von Soli­da­rität, sondern von »Volks­ge­mein­schaft«, was Unter­ordnung bedeutete. Heute skan­dieren die Rechten: »Hoch die nationale Soli­da­rität. «Was meint linkes soli­da­ri­sches Handeln im Jahr 2019, ins­be­sondere in Bezug auf Kultur und Lite­ratur? Diese Frage wurde am Dienstag im…

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Die Gruppe Postkom möchte ein deutsch-polnisches linkes Netzwerk aufbauen

Die polnische Linke stärken

Am 14. Sep­tember ist in Poznań eine Soli­da­ri­täts­de­mons­tration für das vom Räumung bedrohte Zentrum Rozbrat geplant. Daran werden auch Unter­stüt­ze­rInnen aus Berlin teil­nehmen.

„Lie­big­straße 34 und Rozbrat bleiben“, riefen rund 60 Men­schen am Mon­tag­nach­mittag auf einer Wiese in der Nähe des Pol­ni­schen Instituts. Eigentlich wollten sie einen offenen Brief über­geben. Ber­liner Kul­tur­ein­rich­tungen und linke Pro­jekte fordern darin den Erhalt des Sozialen Zen­trums Rozbrat in Poznań – das gerade von einer Zwangs­räumung bedroht ist. Weil das Pol­nische Institut aber geschlossen hatte, wurde der Brief nicht über­geben, sondern nur an die Fens­ter­scheibe geklebt. Gegenüber der taz erklärte Martyna Wit­kowska vom Pol­ni­schen Institut, dass die Ein­richtung.…

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Geflüchtete in Nostorf-Horst müssen weit radeln, um ins nächste Städtchen zu kommen

Abgeschnitten vom Rest der Welt

Auch Franz Forsmann vom Ham­burger Flücht­lingsrat äußerte gegenüber »nd« scharfe Kritik. Er berät seit Jahren Geflüchtete – die nur außerhalb des Lagers in einem Con­tainer möglich ist. Die Bewohner*innen beklagen vor allem die Lage der Ein­richtung im Nie­mandsland. Der Aufwand an Zeit und Geld für jeden Einkauf, jeden Arzt­besuch ist hoch.

In Nostorf-Horst finden sich an auf Later­nen­masten Auf­kleber mit der Parole »Flüchten Sie weiter. Hier gibt es nichts zu wohnen.« Yaruf L., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, kommt täglich an den Auf­klebern vorbei, wenn er mit seinem Rad die sieben Kilo­meter in das Städtchen Boi­zenburg fährt. Nicht alle Bewohner*innen des Erst­auf­nah­me­lagers für Asyl­su­chende Nostorf-Horst im west­lichen Meck­lenburg-Vor­pommern haben ein Fahrrad. Für sie ist es schwer, das einsam im Wald lie­gende Heim zu ver­lassen. Ein­ge­richtet wurde es Anfang der 1990er Jahre in einer ehe­ma­ligen NVA-Kaserne. Kaum jemand verirrt sich in die Gegend. Am Samstag aber waren

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Aktion der Künstlergruppe Lebenslaute in Horst

Solikonzert für Geflüchtete

»Es tönen die Lieder … wir singen und spielen, wo immer wir woll’n«. Das ist der Grundsatz der Aktionen von Lebens­laute. »Bei der Wahl unserer Kon­zer­torte lassen wir uns nicht durch herr­schende Vor­schriften ein­schränken«, sagte Andreas Will, der für die Pres­se­arbeit zuständig ist.

»Wir öffnen das Tor mit Orchester und Chor« – unter diesem Motto hat die Künst­ler­gruppe Lebens­laute am Wochenende auf die Situation Geflüch­teter in Sam­mel­un­ter­künften auf­merksam gemacht. In der Gruppe enga­gieren sich bereits seit 1986 Musiker*innen aus der gesamten Bun­des­re­publik. Einmal jährlich spielen sie über­wiegend klas­sische Musik in Chor- und Orches­ter­stärke an Orten, an denen.…

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Kommentar: Zum zweiten Jahrestag des Verbots der Plattform Indymedia.linksunten wurden Gründe diskutiert, warum die Opposition dagegen nicht größer ist

Indymedia-Verbot: Wenn die »Sturmgeschütze der Demokratie« schweigen

Mitt­ler­weile wird zu einem Tag (((i))) auf­ge­rufen. Am Samstag vor dem Prozess vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leipzig soll es in der Stadt eine bun­des­weite Demons­tration geben.

Am 14. August jährte sich zum zweiten Mal das Verbot einer linken Online-Plattform. Es handelt sich um die Plattform Indymedia.linksunten, deren Inhalt nur noch aus­zugs­weise in einem in den USA gehos­teten Web­ar­chive zugänglich ist. Der damalige Bun­des­in­nen­mi­nister Thomas de Mai­ziere hat das Verbot auf­grund des.…

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Der erzwungene Rückzug von "Resist to Exist" nach Berlin ist ein klarer Erfolg für die Rechten

Wie ein antifaschistisches Festival aus Brandenburg vergrault wird

Immer wieder wird als zivil­ge­sell­schaft­liche Handlung pro­pa­giert, es sich nicht in der Wohl­fühlzone Berlin gemütlich zu machen, sondern auch mit Kunst und Kultur in die kleinen Orte zu gehen, um dort den Rechten nicht das Feld zu über­lassen. Und dann wird durch Schi­kanen ein anti­fa­schis­ti­sches Konzert aus Krummen ver­trieben.

Som­merzeit ist Fes­ti­valzeit. In den nächsten Wochen ist das Angebot groß. Die Zeiten, wo Fes­tivals noch als anstößig, unmo­ra­lisch und sub­versiv galten, sind lange vorbei. In den 1970er Jahren konnte es Fes­ti­val­be­su­chern noch pas­sieren, dass sie wegen der Haar­länge oder unkon­ven­tio­nellen Kleidung von NS-sozia­li­sierten Wut­bürgern ange­griffen wurden.Doch der moderne Kapi­ta­lismus hat selbst sich sub­kul­turell gebende Fes­ti­va­le­vents längst absor­biert. Haupt­sache der Konsum zir­ku­liert, könnte man denken. Daher ist es um unver­ständ­licher, dass die Orga­ni­sa­toren des explizit anti­fa­schis­tisch fir­mie­renden Fes­tivals »Resist to exist« von den Bran­den­burger Behörden, spe­ziell der Unteren Bau­auf­sichts­be­hörde Ober­havel, derart schi­ka­niert wurden, dass sie kurz­fristig.…

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Stuttgart: S21-Gegner schenken der Stadt eine Skulptur

Ein Denkmal für das Ungeheuer

Doch die Politiker*innen dürften darüber nicht sehr erfreut sein. Ist doch Peter Lenk vor allem im Boden­seeraum für seine poli­tisch enga­gierte Kunst bekannt.

Die Stadt Stuttgart bekommt von dem Bild­hauer Peter Lenk eine Skulptur geschenkt. Doch die Politiker*innen dürften darüber nicht sehr erfreut sein. Ist doch Peter Lenk vor allem im Boden­seeraum für seine poli­tisch enga­gierte Kunst bekannt. Auch in Berlin, Bonn und anderen Städten hat er mit seinen Skulp­turen und Reliefs bereits .…

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Pünktlich auf den 8.März erschien das Sammelband «materializing feminism». Darin veröffentlichen 13 Autor*innen Überlegungen zum Verhältnis von Materialismus und Feminismus. Das Buch liefert Diskussionsstoff für einen materialistischen Feminismus auf der Höhe der Zeit.

Materialistischer Feminismus

Frie­derike Beier, Lisa Yashodhara Haller, Lea Haneberg (Hg.), mate­ria­lizing feminism, Posi­tio­nie­rungen zu Öko­nomie, Staat und Iden­tität, Unrast Verlag, Dezember 2018, 248 Seiten, ISBN 978–3‑89771–319‑2

Die Resonanz auf den Frauen*streik am 14.Juni in der Schweiz war auch in Deutschland über­wäl­tigend. Der Akti­onstag war nur ein Bei­spiel für einen Femi­nismus, für den die soziale Frage ein inte­graler Teil ist. In den USA sind schon zur Amts­ein­führung von Trump Hun­dert­tau­sende Frauen* auf die Strasse gegangen. Es gibt Videos, die die Radi­ka­lität der For­de­rungen zeigen, die durchaus Patri­archat und Kapi­ta­lismus in Frage stellen. Auch in Ländern wie Argen­tinien mani­fes­tiert sich auf den Strassen ein Femi­nismus, der gegen die Abtrei­bungs­verbote genauso agiert, wie die gegen die Ver­ar­mungs­po­litik der Macri-Regierung. Nur auf theo­re­ti­scher Ebene scheint es oft so, als wäre der Femi­nismus mit dem Kapi­ta­lismus ein Bündnis ein­ge­gangen. Doch gegen diesen kapi­tal­kon­formen Kapi­ta­lismus regt sich jetzt auch auf der wis­sen­schaft­lichen Ebene Wider­stand. Das zeigen der pass­genau am 8. März 2019 erschienene Sam­melband …

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