Am Tag der Erinnerung und Mahnung stellen Initiativen Projekte gegen rechts vor.

Tag des Widerstands gegen die AfD

Rund um den Tag der Erinnerung und Mahnung veranstaltet der Berliner VVN-BdA drei historische Stadtspaziergänge zu Orten der Verfolgung und des Widerstands in der Nazizeit in Friedrichshain. Die letzte Stadterkundung startet am 15. September um 15 Uhr vor der Gedenkstele für sieben von den Nazis ermordete Widerstandskämpfer*innen in der Koppenstraße und endet am Bersarinplatz. Dort befand sich in der Nazizeit das Keglerheim, ein berüchtigter Folterkeller der SA.

Der Tag der Erinnerung und Mahnung ist für Antifaschisten in Berlin ein wichtiges Datum. Dieses Jahr fiel der Termin auf den Sonntag eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und beinahe die absolute Mehrheit der Mandate im Parlament erreicht hatte. Dennoch hielt sich die Zahl der Teilnehmenden an der Gedenkveranstaltung am Franz-Mehring-Platz in Grenzen. »Wir haben in diesem Jahr …

„Tag des Widerstands gegen die AfD“ weiterlesen
Daniel Hornuff: Krieg als Lifestyle. Ein Plädoyer ­gegen die Medienoffensive der ­Bundeswehr. Bielefeld: Transcript, 2026. 172 S., 25 Euro.

Bundeswehrwerbung verbieten – zum Schutz für sich und andere

Der Kasseler Kunstprofessor Daniel Hornuff will mit seinen Vorschlag eine Diskussion auslösen. Es ist auch ein Beitrag gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft.Hornuff beruft sich in seinem Plädoyer auf das Werbeverbot für Tabak, das in Deutschland wie in vielen anderen Ländern seit mehreren Jahren existiert und gegen großen Widerstand der Tabak­industrie durchgesetzt werden musste.

Die neue Kriegsfähigkeit Deutschlands wird zunehmend auch im Stadtbild deutlich. Bundeswehrwerbung ist allgegenwärtig. Große Banner preisen an zentralen Stellen in den Innenstädten die Vorzüge der Truppe. Auch auf den Außenseiten Bussen und Bahnen entkommt man der Militärwerbung nicht.
Doch zunehmend trifft die Werbeoffensive im Tarnfleck auch auf Widerstand. So plädiert der Professor für Theorie und Praxis der Gestaltung an der Kunsthochschule der Universität Kassel, Daniel Hornuff, für …

„Bundeswehrwerbung verbieten – zum Schutz für sich und andere“ weiterlesen
Peter Gauweiler wurde am 22. Juni 1949 in München geboren und ist ein deutscher Rechtsanwalt sowie langjähriger CSU-Politiker. Im Februar 2023 unterzeichnete er als Erster die von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierte Petition „Manifest für Frieden“, die Verhandlungen statt weiterer Waffenlieferungen an die Ukraine forderte

Peter Gauweiler: „Das stammlinke Establishment wirbt für den Krieg als Mittel der Politik“

Peter Gauweiler galt als harter CSU-Knochen, dann eckte er bei der eigenen Partei an. Jetzt spricht er auf Friedensdemos neben Sahra Wagenknecht und wird sogar beschuldigt, Putin zu verharmlosen. Wann wurde er zum Pazifisten? Ein Gespräch

In unserer Reihe zum Pazifismus haben wir bisher keine ausgewiesene Konservative nach ihrer Haltung gefragt. Zeit also für einen konservativen Pazifisten. Peter Gauweiler galt früher als harter Knochen in der CSU, dann eckte er immer mehr bei der Partei an. Könnte man den bekannten Juristen heute als Nationalpazifisten bezeichnen? …

„Peter Gauweiler: „Das stammlinke Establishment wirbt für den Krieg als Mittel der Politik““ weiterlesen
Der jüngste britische Soziologieprofessor Jason Arday wurde Opfer einer rassistischen Hetzkampagne. Sein Tod zeigte aber auch die Hilflosigkeit eines liberalen Antirassismus, der ihn nicht verteidigte.

Zerrieben zwischen Rassismus und liberalem Antirassismus

Das zumindest lässt sich an dem traurigen Ende von Jason Arday sagen: Die Zeiten sind vorbei, wo sich Minderheiten einfach an den ihnen zugewiesenen Platz in der Gesellschaft stellen ließen. Sie kämpfen dafür, überall und auch an den Hochschulen vertreten zu sein Das ist ein Stück Emanzipation für die gesamte Gesellschaft. Denn mit diesen Minderheiten werden auch deren Perspektiven im Wissenschaftsbetrieb gehört. Der Fall Jason Arday zeigt aber auch, dass dieser Kampf noch immer Opfer kostet. Und er macht deutlich, dass Linksliberale in diesen Kampf keine verlässlichen Verbündeten sind.

Jason Arday ist hierzulande sicher vielen erst bekannt geworden, als die Kampagne gegen ihn schon begonnen hatte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der bekennende Rassenrealist …

„Zerrieben zwischen Rassismus und liberalem Antirassismus“ weiterlesen
AK Militarismus (Hg.): Die große Militarisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit. PapyRossa, Köln 2025. 207 Seiten, 16,90 EUR.

Gegen Kriegsfähigkeit

Aufgeblättert: »Die große Militarisierung« herausgegeben von AK Militarismus. Im letzten Kapitel liefert der AK Antimilitarismus einen kurzen Überblick über die antimilitaristische Bewegung in den letzten 70 Jahren. Sie enden bei aktuellen Initiativen wie Rheinmetall Entwaffnen, die mit ihrer Parole »Krieg beginnt hier« zu den wachsenden Orten der Aufrüstung gehen. Das Buch bietet einen guten Einstieg in die Thematik.

Nicht jeder Geburtstag ist ein Grund zum Feiern. Das gilt nicht für den Jahrestag im November 2025, der das 70jährige Bestehen der Bundeswehr markiert.« So fasste der AK Militarismus die Motivation zusammen, zum Bundeswehr-Jubiläum ein Buch herauszubringen. Viele der 18 Autor*innen sind in der …

„Gegen Kriegsfähigkeit“ weiterlesen
Antimilitarismus ist die beste Drohnenabwehr

Schafft rüstungsfreie Zonen!

Keineswegs symbolisch, sondern realpolitisch sinnvoll wäre es hingegen, jetzt militär und rüstungsfreie Zonen zu fordern: am Leipziger Flughafen, in Osnabrück, in Berlin-Wedding. Und das sind nur drei von vielen Orten, an denen Rüstungsproduktion angesiedelt werden soll, teils mitten in Wohngebieten. Rüstungsfreie Zonen sind der beste Schutz vor Drohnen, weil sie keine militärischen Ziele bieten.

Es ist uns als Flughafenarbeiter ein großes Anliegen, dass unsere Arbeit nicht dem Krieg dient.« Dies erklärte Christopher T. am 23. August 2025 auf einer Demonstration gegen Waffenlieferungen nach Israel. Er war angestellt bei DHL am Leipziger Flughafen und wurde wegen seiner kurzen Rede gekündigt. Diese Entlassung erklärte nun das Leipziger Arbeitsgericht für unwirksam – doch DHL ging in Berufung. Derzeit gäbe es wieder einen Grund für antimilitaristische Proteste rund um den Leipziger Flughafen. Der Widerstand sollte sich allerdings …

„Schafft rüstungsfreie Zonen!“ weiterlesen
Georg Seeßlen: Elon Musk: Der dunkle Visionär Geld, Frauen, Pop und Tech-Faschismus Bertz + Fischer, Berlin 2025 352 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-86505-781-5

Muskismus

Ayn Rand, Milei und Musk haben Fans bis in die FDP und ihre Jugendorganisation. Deshalb sollte uns auch nicht in erster Linie die Frage beschäftigten: „Wie verrückt ist Elon Musk?“ So lautet eine Kapitelüberschrift in dem Buch. Eher wäre doch zu fragen: Ist der Muskismus nicht eine Periode des Spätkapitalismus wie vor 100 Jahren der Fordismus? Dessen Namensgeber war der Antisemit und Hitler-Finanzier Henry Ford.

Wer regelmäßig Zeitung liest, kennt Georg Seeßlen wegen sei- ner kulturkritischen Texte. Er publiziert regelmäßig in Taz, Freitag, Jungle World, Zeit und anderen Medien. Der Aufstieg des Trumpismus ist seit Jahren Gegenstand seiner Artikel. So ist es nicht verwunderlich, dass Seeßlen innerhalb weniger Monate gleich zwei Bücher im Verlag Bertz und Fischer veröffentlicht hat, die sich mit …

„Muskismus“ weiterlesen
Eine Gruppe deutscher Ak­ti­vis­t:in­nen bereiste Nordkurdistan und wurde verhaftet. Nun wirft sie der türkischen Polizei Misshandlungen vor.

Demonstrationen gegen Misshandlung im türkischen Gefängnis

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hätten sich die In­ter­na­tio­na­lis­t*in­nen gemeinsam mit weiteren Ge­nos­s*in­nen und Freun­d*in­nen intensiv mit den Geschehenen auseinandergesetzt. Aus diesen Gesprächen sei nun der Entschluss entstanden, die Gewalterfahrungen öffentlich zu machen.

Unter dem Motto „Eure Gewalt bricht uns nicht“ fanden am Mittwoch in mehreren Städten in Deutschland Demonstrationen und Kundgebungen statt. In den nächsten Tagen sind an weiteren Orten ähnliche Proteste geplant. Sie werden von der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) organisiert. Mit den Aktionen will das linke Bündnis …

„Demonstrationen gegen Misshandlung im türkischen Gefängnis“ weiterlesen
Reinhard Strecker wurde zeitlebens für seine Recherchen zu ungesühnten Naziverbrechen angefeindet. Erst spät erfuhr er Anerkennung.

Reinhard Strecker: Unnachgiebig gegen die Verbrecher

Der Antifaschismus war Strecker noch im hohen Alter ein wichtiges Anliegen. So war er persönlich in Slonsk anwesend, als 2015 in der westpolnischen Kleinstadt ein Gedenkort für das ehemalige NS-Konzentrationslager Sonnenburg eröffnet wurde. Weil es vom nahen Bahnhof aus Transportschwierigkeiten gab, trampte Strecker nach Slonsk und war so als Erster vor Ort.

»Die Freie Universität trauert um Reinhard Strecker, der am 2. August 2026 im Alter von 95 Jahren in Berlin verstorben ist.« So würdigt die FU in einem Nachruf einen Pionier der NS-Aufarbeitung. Es ist eine späte Würdigung. Denn 1960 durfte die Ausstellung »Ungesühnte Nazijustiz« auf Druck des Berliner Senats nicht …

„Reinhard Strecker: Unnachgiebig gegen die Verbrecher“ weiterlesen
Rund 150 Linke kamen im Wend­land zu Dis­kus­sion und Aus­tausch über effektive Formen anti­milita­ris­tischen und anti­faschis­tischen Wider­stands zusammen.

Rebellisches Treffen im Geist der Zapatisten

Gut vertreten waren zudem Aktivist*innen vom ehemaligen Infoladen Bankrott, die in Münster in den 90er Jahren eine wichtige Rolle beim Aufbau eines zapatistischen Netzwerkes spielten. Auf dem Treffen informierten sie über die aktuelle Situation der zapatistischen Bewegung in Mexiko. Auch über Möglichkeiten der weiteren Solidarität mit der zapatistischen Bewegung wurde intensiv diskutiert.

Wer am Wochenende im Wendland-Dörfchen Meuchefitz zu den Rebell*innen wollte, musste sich auf die Suche machen. An der Bushaltestelle Küsten – Meuchefitz ist ein Ortsteil dieser Gemeinde – gab es kein Plakat und auch sonst keinen Hinweis darauf, dass sich zwei Kilometer weiter Linke aus der ganzen Republik und auch aus dem Ausland treffen wollten. Der Ort und das Gasthaus Meuchefitz sind gleichwohl in der Region und darüber hinaus …

„Rebellisches Treffen im Geist der Zapatisten“ weiterlesen
Max Lucks wurde 1977 in Gelsenkirchen geboren. Von 2017 bis 2019 war er Sprecher der Grünen Jugend. Seit September 2021 ist er für die Grünen Abgeordneter im Deutschen Bundestag. In seiner Fraktion ist er Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Er wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet.

Max Lucks: „Gefundenes Fressen für AfD, wenn Linke das islamistische Motiv nicht benennen“

Nach dem islamistisch motivierten Anschlag auf den Berliner CSD ist eine hitzige Debatte über den Umgang der Linken mit dem Islamismus entbrannt. Kabarettist Florian Schroeder warf der deutschen Linken im Freitag vor, den Islamismus zu verharmlosen und zu schnell auf die Rechten zu zeigen. Der Grünen-Politiker Max Lucks, menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, widerspricht dieser Kritik nicht. Doch zählt er auch seine eigene Partei zu den Verharmlosern? Ein Gespräch.

der Freitag: Herr Lucks, der Kabarettist Florian Schroeder warf der Linken nach dem Anschlag auf den CSD vor, den Islamismus zu verharmlosen. Fühlen Sie sich angesprochen?

Mit Pauken und Trompeten spielte die Gruppe Lebenslaute vor der Zentrale des Wohnungskonzerns in Bochum auf. Ein Auftritt im Kunstmuseum wurde verboten

Sinfonieorchester musiziert gegen Vonovia

Nach dem Berliner Vorbild hat sich auch in Nordrhein-Westfalen eine Initiative Vonovia Enteignen gegründet. Diese Forderung haben die Aktivist*innen von Lebenslaute aufgenommen. Aber sie richten auch weitere Ansprüche an die Politik. »Mieten deckeln, Sozialwohnungen erhalten, Spekulation stoppen und das Grundgesetz anwenden«, fasst Forte knapp zusammen.

Es war ein ungewöhnliches Bild am Donnerstagmorgen vor der Vonovia-Zentrale in Bochum. Vier Stunden lang blockierten rund 90 in Schwarz und Weiß gekleidete Musiker*innen und Sänger*innen die Eingänge des Gebäudes. Sie beschallten die Straße mit klassischen Werken von Clara Schumann, Florence Price und Joseph Haydn, aber auch mit Musik von Kurt Weill. Der »Baggerführer Willibald« von Dieter Sieverkrüp animierte das Publikum zum Mitsingen. Dort heißt es in einer Strophe: …

„Sinfonieorchester musiziert gegen Vonovia“ weiterlesen
Daniel Hornuff: Krieg als Lifestyle? Ein Plädoyer gegen die Medienoffensive der Bundeswehr, Transcript Verlag, 172 S., 25 €.

Ein Plädoyer gegen die Militarisierung des Alltags

»In Anlehnung an das in Deutschland gültige – und nach meiner Wahrnehmung weitreichende – Tabakwerbeverbot sollte auch ein Militärwerbeverbot ausgestaltet und mit gleicher Konsequenz durchgesetzt werden", so die Forderung des Kulturwissenschaftlers Daniel Hornuff.

Die neue Werbevideo-Serie Generation Wehrdienst sorgt aktuell für viel Aufsehen. Bundeswehr-Reklame ist in Zeiten, in denen der deutsche Staat alles dafür tut, dass das Land »kriegsfähig« wird, im Stadtbild allgegenwärtig. Große, teils riesige Banner preisen an zentralen Stellen die Vorzüge der Truppe. Auch an Bussen und Bahnen entkommt man der Reklame fürs Militär nicht. Doch zunehmend trifft die PR-Offensive in Flecktarn auch auf Widerstand. So weigerten sich …

„Ein Plädoyer gegen die Militarisierung des Alltags“ weiterlesen
Im Interview: Eva Maria Michelmann (geb. 1989) lebte seit 2022 in Rojava, wo sie für kurdische Medien arbeitet. Am 19. Januar 2026 wurde sie mit ihrem Kollegen Ahmet Polat in Rakka verhaftet, als Truppen der islamischen Übergangsregierung die Gebiete der kurdischen Selbstverwaltung eroberten. Im Juni kam sie frei.

„Ahmet Polat befindet sich wohl in akuter Lebensgefahr“

Monatelang war die Journalistin Eva Maria Michelmann inhaftiert. Jetzt spricht sie erstmals in einem deutschen Medium davon und fordert die Freilassung ihres Kollegen.

taz: Frau Michelmann, wie spielte sich Ihre Gefangenennahme ab?

Daniel Hornuff Krieg als Lifestyle? Ein Plädoyer gegen die Medienoffensive der Bundeswehr, 5. Mai 2026, 172 Seiten ISBN: 978-3-8376-8262-5

Sollte Bundeswehrwerbung verboten werden?

Die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft drückt sich nicht nur in immer höheren Rüstungsausgaben aus, sondern auch durch die allgegenwärtige Bundeswehrwerbung. Darauf weist der Kasseler Kunstprofessor Daniel Hornuff mit einer Streitschrift hin.

Wie drückt sich die so viel beschworene neue deutsche Kriegsfähigkeit aus? Sofort fallen einem die …

„Sollte Bundeswehrwerbung verboten werden?“ weiterlesen