Hajek Willi (Hg.). Gelb ist das neue Rot – Gewerkschaften und Gelbwesten in Frankreich. Die Buchmacherei, Berlin, 2020, ISBN: 978-3-9820783-7-3, 100 Seiten, ca. 8 Franken (7 Euro).

Gelb ist das neue Rot

Über die fran­zö­sische Gelb­wes­ten­be­wegung sind in den letzten Monaten einige Bücher erschienen. Doch der im Verlag «Die Buch­ma­cherei» erschienene Sam­melband mit dem Titel «Gelb ist das neue Rot» liefert einige neue Aspekte. Das ist dem Her­aus­geber Willi Hajek zu ver­danken.

Willi Hajek lebt seit einigen Jahren in Mar­seille und steht mit basis­ge­werk­schaft­lichen Zusam­men­hängen in ver­schie­denen Ländern in regen Aus­tausch. In Frank­reich hat Hajek gute Kontakt zu Aktivist*innen der Gelb­westen und der Gewerk­schaften. Die zehn Auf­sätze drehen sich um das durchaus span­nungs­ge­ladene Ver­hältnis zwi­schen.…

„Gelb ist das neue Rot“ wei­ter­lesen
Stefan Heinz/Siegfried Mielke: Alwin Brandes, Oppositioneller - Reformer - Widerstandskämpfer. Metropol, 566 S., br., 23 €.

Moderat

Die von Brandes mit­ge­tragene Politik des angeblich »klei­neren Übels« Brüning (gegenüber Hitler) trug zur Ver­elendung der Massen und zum wei­teren Auf­stieg der Nazis bei. Hier hätte man sich eine kri­ti­schere Haltung der Bio­grafen gegenüber ihres Prot­ago­nisten gewünscht.

Eine wenig beachtete Straße erinnert in Berlin-Kreuzberg an Alwin Brandes. Sie führt zur Zen­trale der IG Metall. In der Wei­marer Republik resi­dierte dort der Deutsche Metall­ar­bei­ter­verband (DMV), Brandes Wir­kungs­stätte. Von 1919 bis zur .….

„Moderat“ wei­ter­lesen
Felix Wemheuer: Chinas große Umwälzung. Papyrossa, 271 S., br., 16,90 €.; Wu Yiching: Die andere Kulturrevolution. 1966– 1969. Der Anfang vom Ende des chinesischen Sozialismus. Hg. v. Ralf Ruckus. Mandelbaum, 330 S., br., 25 €.

Von Rebellen zum Global Player

Alle drei Autoren einigt die Ansicht, dass von Sozia­lismus in China keine Rede mehr sein könne, unge­achtet der Phra­seo­logie. Wem­heuer spricht von einem chi­ne­si­schen Staats­ka­pi­ta­lismus. ohne Neo­li­be­ra­lismus. Zugleich regis­trieren alle drei eine durchaus leb­hafte Oppo­sition in China.

Vor über 50 Jahren bewegte die chi­ne­sische Kul­tur­re­vo­lution die Linken in aller Welt. Viele, die damals mit Mao-Poster durch die Straßen liefen, haben diese Zeit bald als Jugend­sünde abge­bucht. Wenn heute über China dis­ku­tiert wird, dann über den glo­balen Kon­kur­renten des glo­balen Kapi­ta­lismus. Autor*innen von China-Büchern ver­stehen sich als Berater*innen von Politik und Wirt­schaft, wollen Rat­schläge geben, wie Bun­des­re­gierung oder EU mit der asia­ti­schen Groß­macht umgehen sollten. Diesen Anspruch weisen Felix Wem­heuer und Ralf Ruckus für sich zurück. Ers­terer, Pro­fessor für Neuere China-Studien an der Kölner Uni­ver­sität, setzt sich .…

„Von Rebellen zum Global Player“ wei­ter­lesen
Titus Engelschall/ Elfriede Müller/ Krunoslav Stojakovic: Revolutionäre Gewalt. Ein Dilemma. Mandelbaum, 298 S., br., 20 €.

Zwingend und emanzipatorisch

Gewalt sei nie eine gute Lösung; manchmal könne man auf sie aber im Kampf für den Fort­schritt nicht ver­zichten, erklärte Elfriede Müller bei der Buch­vor­stellung in Berlin. Sie bezog sich dabei auf die undog­ma­tische Sozia­listin Carola Bloch, die 1988 erklärte: »Also ich glaube, dass man ganz ohne Gewalt nicht aus­kommt.«

Wie hältst du es mit der Gewalt? Diese Frage beschäftigt Linke seit Dez­ennien. Mehr­heitlich unter­scheiden sie explizit zwi­schen Gewalt gegen Sachen und gegen Men­schen. Zu allen Zeiten gab es unter Linken aber auch Anhänger*innen der totalen Gewalt­freiheit. Deren Protagonist*innen waren über­zeugt, dass .….

„Zwingend und eman­zi­pa­to­risch“ wei­ter­lesen
Gerhard Hanloser: Die andere Querfront. Skizzen des antideutschen Betrugs Münster: Unrast, 2019. 343 S., 18 Euro

Kritik der antideutschen Strömung

Es handelt sich nicht um Betrug, sondern um eine Anpassung ehe­ma­liger Linker an die Zumutung von Staat, Nation und Kapital, die bekanntlich in der Ver­gan­genheit nicht nur Anti­deutsche prak­ti­ziert haben. Doch Han­loser zeigt auf 340 Seiten, dass diese Strömung die Inte­gration in das herr­schende System oft besonders perfekt voll­zogen hat

Über die anti­deutsche Strömung ist schon viel geschrieben worden. Bereits 2004 hat der Publizist Gerhard Han­loser mit dem von ihm her­aus­ge­ge­benen Sam­melband Wir war’n die Anti­deut­schesten der deut­schen Linken eine in großen Teilen fun­dierte Kritik an der Ent­wicklung der anti­deut­schen Strömung ver­öf­fent­licht. In dem Band schrieben ver­schiedene AutorInnen, die nach 1989 .…

„Kritik der anti­deut­schen Strömung“ wei­ter­lesen
Bernd Gehrke, Renate Hürtgen, Thomas Klein (Herausgeber*innen), «... feindlich-negative Elemente ...» Repression gegen linke und emanzipatorische Bewegungen in der DDR, 62 Seiten

Feindlich negative Elemente?

Die von der Rosa Luxemburg Stiftung her­aus­ge­gebene Studie widmet sich der Repression gegen Linke in der DDR

Über Repression in der DDR wird viel gesprochen und geschrieben. Die Herausgeber*innen einer kürzlich von der Rosa-Luxemburg- Stiftung (RLS) ver­öf­fent­lichten Bro­schüre mit dem Titel »Feindlich-negative Ele­mente« gehören nicht zu denen, die die Dele­gi­ti­mierung der DDR betreiben, um den aktu­ellen Kapi­ta­lismus schön­zu­reden. Sie distan­zieren sich bereits im Vorwort von »anti­so­zia­lis­ti­schen Historiker*innen, die .…

„Feindlich negative Ele­mente?“ wei­ter­lesen
Peter Kern: Die Angestellten zwischen Büroalltag und Fluchtphantasie. Westfälisches Dampfboot, Münster 2020, 152 Seiten, 15 Euro

Tätowiert, aber unorganisiert

Trotz depri­mie­render Schil­de­rungen über die Zunahme von Mobbing gegen soge­nannte Min­der­leister im Ange­stell­ten­milieu endet Buch ver­halten opti­mis­tisch.

Es wird viel über Umbrüche und Arbeits­platz­ver­luste in der Auto- oder 
Koh­le­industrie gesprochen. Wenig öffent­liche Beachtung findet hin­gegen 
der Wandel im Milieu der Büro­an­ge­stellten, die den Pro­duk­ti­ons­ap­parat 
pro­gram­mieren und ver­walten. Um sie geht es in dem Buch, das Peter Kern 
unter dem Titel .….

„Täto­wiert, aber unor­ga­ni­siert“ wei­ter­lesen
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Cilip widmet sich einem Staatsapparat, der bisher wenig Beachtung fand.

Werden unsere Grundrechte verzollt?

Zum Reper­toire des Zolls gehören wie bei den übrigen Poli­zei­be­hörden auch ver­deckte Maß­nahmen, Obser­va­tionen und der Einsatz von V‑Leuten. Der Zoll ist auch berechtigt, bei Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­hörden Daten abzu­fragen. Wie andere Poli­zei­be­hörden orga­ni­siert sich der Zoll grenz­über­schreitend, wie der Artikel von Mat­thias Monroy detail­liert darlegt.

Der 30. März 2019 wird für Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter des linken Clubs Mensch Meier in Berlin noch lange in Erin­nerung bleiben. In den frühen Abend­stunden tauchten einige.…

„Werden unsere Grund­rechte ver­zollt?“ wei­ter­lesen