Eine Geschichte der Berliner Mieter*innenbewegung

Mieterkämpfe – Bertz + Fischer

Berlin ist schon länger ein Ort für Mietre­bellen. Darüber infor­miert ein im Verlag Bertz + Fischer erschie­nenes Buch, das der Poli­tologe Philipp Mattern her­aus­gegeen hat.

Der Erfolg der Mie­ten­de­mons­tration am 6. April in Berlin zeigte, dass es der par­tei­un­ab­hän­gigen Bewegung von Mie­te­rinnen und Mietern gelungen ist, Druck auf­zu­bauen, auf den die poli­ti­schen Par­teien reagieren müssen. Doch Berlin ist schon länger ein Ort für Mietre­bellen. Darüber infor­miert ein im Verlag Bertz + Fischer erschie­nenes Buch, das der Poli­tologe Philipp Mattern her­aus­gegeen hat. Er ist Redakteur der Zeit­schrift Mie­te­recho. Dort ver­öf­fent­lichte er Bei­träge zur His­torie der Ber­liner Mie­ter­be­wegung und merkte, dass das Thema genügend Material für ein Buch hergibt. Tat­sächlich infor­mieren die elf Kapitel kennt­nis­reich über die wenig bekannte Geschichte der.…

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Anne Beaumanoir:

Mutige Frau

Anne Beau­manoir weilt diese Woche in Berlin; es wird ihr letzter Besuch in der Haupt­stadt Deutsch­lands sein, meint die 96-jährige, beein­dru­ckende Frau.

Im Alter mögen uns Ver­hal­tens­weisen von damals wider­sinnig erscheinen, wie Jugend­sünden, obwohl uns der Gedanke auf­drängt, dass unter ähn­lichen Umständen und in der­selben Umgebung alles genauso ablaufen würde, wie in der alten Zeit.« Diesen Satz stellt Anne Beau­manoir dem ersten Band ihrer Lebens­er­in­ne­rungen voran, der jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Die 1923 in der Bre­tagne geborene Fran­zösin beschreibt zunächst ihre unbe­schwerte Kindheit als Tochter einer wohl­ha­benden bür­ger­lichen Familie. Damit war es vorbei, als.…

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Paula Thiede war die weltweit erste Vorsitzende einer geschlechtergemischten Gewerkschaft. Bisher war wenig über die Hilfsarbeiterin bekannt. Nun hat der Historiker Uwe Fuhrmann ein Buch über sie verfasst

„Selbst ihr Geburtsname Pauline Berlin war unbekannt“

Frau Berlin: Paula Thiede. Vom Arbei­terkind zur Gewerk­schafts­vor­sit­zenden“, UVK, Berlin 2019, 227 Seiten,17 Euro.

Uwe Fuhrmann: Paula Thiede hat es als Hilfs­ar­bei­terin, als zeit­weise ver­armte und lange allein­er­zie­hende Mutter mit pro­le­ta­ri­schem Hin­ter­grund geschafft, über viele Jahre eine Gewerk­schafts­funktion aus­zuüben, und wurde die weltweit erste Vor­sit­zende einer gemischt­ge­schlecht­lichen Gewerk­schaft. Sie war eine der ganz wenigen haupt­amt­lichen Gewerk­schaf­te­rinnen dieser Zeit. Das ist auch der Grund, warum das Paula-Thiede-Ufer nach ihr benannt wurde, an dem heute die Bun­des­zen­trale der Gewerk­schaft Verdi zu finden ist.

Was macht sie so besonders?

Die meisten anderen Frauen der Arbei­te­rIn­nen­be­wegung, die heute noch bekannt sind, sind in bil­dungs­af­finen Milieus groß geworden, wie etwa Rosa Luxemburg. Paula Thiede begann ihre Arbeit…

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Einladung zur Diskussion

Subjektive Geschichte der griechischen Stadtguerilla

Dimitris Kou­fon­tinas: Geboren am 17. November. Eine Geschichte der grie­chi­schen Stadt­gue­rilla. Bahoe Books, Wien 2018. 281 Seiten, 15 EUR

Dimitris Kou­fon­tinas war der Gründer der Bewegung 17. November, einer kom­mu­nis­ti­schen Gue­rilla in Grie­chenland. Über Jahre übernahm sie für viele Anschläge die Ver­ant­wortung, ohne dass die Ermitt­lungs­be­hörden ihr auf die Spur kamen. Bis zum 29. Juni 2002. An diesem Tag wurde Savvas Xiros lebens­ge­fährlich ver­letzt, als er.…

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Hannes Giessler Furlan will kommunistische Ökonomie solidarisch kritisieren - springt aber erheblich zu kurz.

Planende Vernunft, bürokratische Herrschaft

Hannes Giessler Furlan: Verein freier Men­schen? Idee und Rea­lität kom­mu­nis­ti­scher Öko­nomie. Zu Klampen Verlag, 345 S., 28 €.

Ihrer Idee nach sollte die kom­mu­nis­tische Gesell­schaft nach Marx zum »Verein freier Men­schen« führen. Doch viele Staaten, die im 20. Jahr­hundert bean­spruchten, auf dem Weg zum Kom­mu­nismus zu sein, werden eher mit auto­ri­tärer Büro­kratie und Man­gel­wirt­schaft in Ver­bindung gebracht. Ganze Biblio­theken füllt die Frage, warum diese Systeme in ihrer Praxis so sehr von dem abge­wichen sind, was sie anstrebten. Waren wirklich nur die objek­tiven Bedin­gungen für diese Ent­wicklung ver­ant­wortlich, wie im Mar­xismus oft behauptet? Dieser Position zufolge fanden die sozia­lis­ti­schen und , kom­mu­nis­ti­schen Ver­suche zu fal­scher Zeit am fal­schen Ort statt. Schließlich war das zaris­tische Russland im Jahr 1917 nicht das Land, das nach den Vor­stel­lungen von Marx und Engels eine Pio­nier­rolle auf dem Weg zum Sozia­lismus zuge­schrieben wurde. Sie dachten eher an Länder wie Deutschland und Groß­bri­tannien mit ihrer breit aus­ge­prägten Arbeiter*innenklasse. Für Hannes Giessler Furlan ist dieser Verweis auf schlechte objektive Bedin­gungen jeden­falls keine über­zeu­gende Erklärung für das Scheitern bis­he­riger Sozia­lis­mus­mo­delle. In seiner Dis­ser­tation, die nun im Zu Klampen Verlag erschienen ist, bemüht sich der His­to­riker und Phi­losoph um eine »Kritik des Kom­mu­nismus«, die .…

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»Extinction Rebellion« und »Change for Future«

Jenseits von Greta

Die »Fridays for Future«-Bewegung beginnt, sich aus­zu­dif­fe­ren­zieren. Manche suchen radi­kalere Formen des Pro­tests.

An einem Montag Mitte April war an der Ober­baum­brücke, die die Ber­liner Stadt­teile Kreuzberg und Fried­richshain ver­bindet, für Stunden kein Durch­kommen. Es lag nicht am üblichen Berufs­verkehr – mehrere Hundert Kli­ma­ak­ti­visten hatten die Brücke blo­ckiert. Das geschah im Rahmen der trans­na­tio­nalen »Rebellion Week«. Sie wurde von einer Bewegung initiiert, die sich »Extinction Rebellion« nennt, also sinn­gemäß Rebellion gegen das Aus­sterben oder auch gegen das Arten­sterben. Das Symbol der Bewegung ist eine Sanduhr, die anzeigen soll, dass die Zeit für eine Änderung in der Kli­ma­po­litik knapp wird. Der Schwer­punkt der Pro­teste Mitte April lag in …

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Linke Militanz

Die Erin­nerung einer linken Aktivsten

Anne Reiche hat ein Buch geschrieben, das die Bio­grafie einer mili­tanten Linken erzählt, das berührt, gerade weil es so ehrlich ist, weil es Trauer und Nie­der­lagen nicht ver­schweigt. Reiche beschreibt, wie sie in den späten 1960er Jahren…

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Bücher des Widerstands

Es gibt ein Leben nach den Barrikaden

Mit Anne Reiche und Dimitris Kou­fon­tinas haben zwei Aktivist*innen der radi­kalen Linken ihre Bio­gra­phien ver­fasst. Reiche schloss sich im Knast der RAF an, während Kou­fan­tinas sich nach einem miss­lun­genen Bom­ben­an­schlag und einer Zeit in der Ille­ga­lität der Polizei stellte.

«Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten» ist eines der per­sön­lichsten Lieder von Rio Reiser, dem Sänger der West­ber­liner Rockband Ton Steine Scherben. Die Strophe könnte das Motto von Anne Reiches Bio­graphie sein, die sie unter dem Titel «Auf der Spur» in der Edition Cimarron ver­öf­fentlich hat. Anne Reiche hat ein Buch geschrieben, das…

„Es gibt ein Leben nach den Bar­ri­kaden“ wei­ter­lesen