Kommentar zur Auseinandersetzung mit dem rassistischen Amokläufer und die Morde in Hanau: Nicht in die Falle einer umgekehrten Sympathisantenjagd gehen

Wenn Amok und Faschismus zusammenfallen

Wahnsinn und Faschismus sind eben keine Gegen­sätze, sondern können sich gegen­seitig bestärken. Ich würde auch diverse isla­mis­tische Blut­taten der letzten Jahre als »faschis­tische Morde« klas­si­fi­zieren. Sie haben sich gegen die gleichen Gruppen gerichtet, die auch andere Rechte zum Feindbild erkoren haben, Juden, Liberale, Femi­nis­tinnen, Ver­treter moderner Kultur und eine Presse, die keinen beson­deren Respekt vor irgend­welchen reli­giösen Prak­tiken hegte.

Knapp 7 Monate ist es her, da sorgte ein ras­sis­ti­scher Mord in Wäch­tersbach eine kurze Zeit lang für mediales Interesse. Am 20. Juli 2019 hatte Roland K. auf einen Mann aus Eritrea geschossen. Das Opfer konnte nur durch eine Not­ope­ration gerettet werden. Wenige Stunden später wurde Roland K. tot in seinem Auto gefunden. Er hatte Selbstmord verübt. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen ras­sis­ti­schen Mord­versuch handelt. Das Opfer wurde nur wegen seiner Haut­farbe aus­ge­sucht. Hin­weise für eine rechte Gesinnung des Täters wollen die Ermitt­lungs­be­hörden aber zunächst nicht erkennen. Die Frank­furter All­ge­meine Sonn­tags­zeitung kor­ri­gierte sogar einen Artikel und ent­schul­digte sich, dass sie Roland K. in der rechten Szene ver­ortete. Dabei war zu diesem Zeit­punkt schon längst bekannt, dass es .….

„Wenn Amok und Faschismus zusam­men­fallen“ wei­ter­lesen
Ulrike Heider: Der Schwule und der Spießer. Provokation, Sex und Poesie in der Schwulenbewegung. Männerschwarm-Verlag, Berlin 2019. 256 Seiten, 18 EUR.

Schwulenbewegung

Ulrike Heider schreibt über das kurze Leben des Albert Lörken. Es ist gleich­zeitig eine Geschichte der Schwu­len­be­wegung der BRD der 1970er Jahre.

»Bau­ernsohn und einer der Mit­be­gründer der neuen Schwu­len­be­wegung, Dichter und Rezi­tator. Stirbt in seinem Hei­matdorf an AIDS, behandelt mit fal­schen Medi­ka­menten, weil dort keiner wissen soll, dass er schwul ist.« Diese wenigen Zeilen findet man in einem Online­le­xikon über Albert Lörken. Jetzt erzählt die Schrift­stel­lerin Ulrike Heider das kurze Leben des .…

„Schwu­len­be­wegung“ wei­ter­lesen
Vollzeitaktivistin Cécile Lecomte wehrt sich vor Gericht gegen erneute Kriminalisierung ihres Anti-Atom-Protestes

Widerstand im Rollstuhl und am Kletterseil

Cécile Lecomte, geboren 1981 in Frank­reich, wurde mit spek­ta­ku­lären Klet­ter­ak­tionen gegen Atom­müll­trans­porte als »Eich­hörnchen« bekannt. Wegen einer Erkrankung sitzt sie häufig im Roll­stuhl. Auf einer Demo soll sie durch Anziehen von dessen Bremse Wider­stand gegen Poli­zei­beamte geleistet haben. Peter Nowak sprach mit ihr über ihr Enga­gement und den bevor­ste­henden Prozess.

An diesem Mittwoch wird vor dem Amts­ge­richt Lingen Ihr Wider­spruch gegen einen Straf­befehl ver­handelt. Worum geht es?

„Wider­stand im Roll­stuhl und am Klet­terseil“ wei­ter­lesen
Willi Hajek (Hg.): Gelb ist das neue Rot. Gewerkschaften und Gelbwesten in Frankreich. Verlag Die Buchmacherei, 100 S., 7,50 €.

Rot-gelb-Westen

Der kürzlich im Verlag »Die Buch­ma­cherei« her­aus­ge­gebene Sam­melband mit dem Titel »Gelb ist das neue Rot« steuert neue Aspekte bei. Das ist dem Her­aus­geber Willi Hajek zu ver­danken, der lange Jahre in Deutschland in gewerk­schaft­lichen Zusam­men­hängen aktiv war und seit einigen Jahren in Mar­seille lebt.

Über die fran­zö­sische Gelb­wes­ten­be­wegung wurden in den letzten Monaten zahl­reiche Bücher ver­öf­fent­licht. Doch der kürzlich im Verlag »Die Buch­ma­cherei« her­aus­ge­gebene Sam­melband mit dem Titel »Gelb ist das neue Rot« steuert neue Aspekte bei. Das ist dem Her­aus­geber Willi Hajek zu ver­danken, der lange Jahre in Deutschland in gewerk­schaft­lichen Zusam­men­hängen aktiv war und seit einigen Jahren in Mar­seille lebt. Er hat gute Kontakt zu Aktivist*innen der Gelb­westen und Gewerk­schaften, deren Texte in dem Buch ver­öf­fent­licht wurden. Die zehn Auf­sätze drehen sich in erster Linie um das .…

„Rot-gelb-Westen“ wei­ter­lesen
Linke Autor*innen setzen sich in der Zeitschrift »Cilip« kritisch mit dem Wirken der Behörde auseinander

Macht des Zolls wächst

Der Zoll wurde in den ver­gan­genen Jahren auf­ge­wertet und nimmt Funk­tionen wahr, die über die der Polizei hin­aus­gehen. Aus Sicht von Bürgerrechtler*innn sind dies keine guten Nach­richten.

Ein Kom­mu­nal­po­li­tiker aus Lud­wigslust wird von Rechten bedroht und erstattet bei der Polizei Anzeige. Im Rahmen der Ermitt­lungen wird ein Grundriss seines Hauses erstellt. Dieser taucht später in rechten Netz­werken auf. Das berichtete die Geschäfts­füh­rerin des Ver­bands der Bera­tungs­stellen für Betroffene rechter, ras­sis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Gewalt, Heike Kleffner, kürzlich auf einer Ver­an­staltung in Berlin. Dort dis­ku­tierte sie mit Sebastian Wehrhahn über die Frage, ob die sich .…

„Macht des Zolls wächst“ wei­ter­lesen
Die unabhängige Internetplattform »Linksunten Indymedia« bleibt vorerst verboten. Eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht ­scheiterte aus formalen Gründen.

Klage abgelehnt

Der juris­tische Kampf um das Inter­net­portal und seine Inhalte ist noch nicht beendet. Ein Anwalt der Kläger, Sven Adam, hat bereits eine Ver­fas­sungs­be­schwerde ange­kündigt. Auch die Blog­gerin Detlef Georgia Schulze, die auf der Plattform publi­zierte, hat Klage gegen das Verbot ein­ge­reicht. Schulze hatte auch das Archiv von »Links­unten Indy­media« gespiegelt und eine Woche vor dem Prozess wieder online gestellt.

Im August 2017 verbot das Bun­des­in­nen­mi­nis­terium (BMI) die linke Inter­net­plattform »Links­unten Indy­media« wegen des Ver­stoßes gegen das Ver­eins­gesetz. Dem dama­ligen Bun­des­in­nen­mi­nister Thomas de Mai­zière (CDU) zufolge wurde damit ein .….

„Klage abge­lehnt“ wei­ter­lesen
Schindler Matthias, Vom Triumph der Sandinisten zum demokratischen Aufstand, Nicaragua 1979 – 2019, Verlag Die Buchmacherei, Berlin, 2019, 174 Seiten, ISBN 978-3-9820783-0-4, 10 Euro

Bittere Ernte

Schindler reka­pi­tu­liert die Geschichte der san­di­nis­ti­schen Bewegung und ver­teidigt deren Ursprungs­ideale gegen die Rea­lität im heu­tigen Nica­ragua. Dabei macht der Autor immer deutlich, dass er als Linker mit einer Regierung abrechnet, die seit Jahren dem Kapital den roten Teppich aus­legte, Abtrei­bungen mit harten Strafen bedrohte und Kri­tiker kri­mi­na­li­siert.

Ach, kleines Nica­ragua, so stolz und so bedroht, noch brauchst du fremde Hilfe, sonst wär bald eine Hoffnung tot“, textete in der DDR der Lie­der­macher Gerhard Schöne Mitte der 1980er Jahren. Die san­di­nis­ti­schen Revo­lution in dem zen­tral­ame­ri­ka­ni­schen Land führte nicht nur zur linken Kitsch­pro­duktion. Tau­sende Linke ern­teten in Soli­da­ri­täts­bri­gaden Kaffee in Nica­ragua. Auch der Gewerk­schaftler Mat­thias Schindler gehörte dazu. Jetzt hat er in der Buch­ma­cherei .….

„Bittere Ernte“ wei­ter­lesen
Neue Formen von Organisierung prekär Beschäftigter durch die Initiative "Geschichte wird gemacht"

»Nur knapp über den Mindestlohn«

Mehr als 220 Beschäf­tigte von Gedenk­stätten und Museen in Berlin und Bran­denburg haben in einem am Dienstag voriger Woche ver­öf­fent­lichten offenen Brief gegen prekäre Arbeits­be­din­gungen pro­tes­tiert. Die Jungle World sprach mit Sebastian Ger­hardt, einem der Orga­ni­sa­toren von »Geschichte wird gemacht. Netzwerk für faire Arbeits­be­din­gungen in Museen und Gedenk­stätten«

Wie lange hat es gedauert, bis Sie an die Öffent­lichkeit gegangen sind?

„»Nur knapp über den Min­destlohn«“ wei­ter­lesen