Wirtschaftsliteratur Die vergessene Gewerkschafterin Paula Thiede erhält endlich eine verdiente Biografie

Eine Pionierin des Arbeitskampfs

„Frau Berlin“ – Paula Thiede Vom Arbei­terkind zur Gewerk­schafts­vor­sit­zenden Uwe Fuhrmann UKV 2019, 227 S., 17 €, ISBN-13: 9783867649056

Sie war die erste Vor­sit­zende einer gemischt­ge­schlecht­lichen Gewerk­schaft weltweit. Trotzdem war über Paula Thiede bisher sehr wenig bekannt. Nun hat der His­to­riker Uwe Fuhrmann die erste Bio­grafie der Ber­liner Arbei­terin her­aus­ge­bracht. Thiede wurde 1870 geboren und erlag in unru­higen Zeiten, im März 1919, mit nur 49 Jahren einer schweren Erkrankung. Dass nach Paula Thiede der Platz vor der Bun­des­zen­trale der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Verdi in Berlin benannt wurde, moti­vierte die Gewerk­schaft, sich genauer .…

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Pünktlich auf den 8.März erschien das Sammelband «materializing feminism». Darin veröffentlichen 13 Autor*innen Überlegungen zum Verhältnis von Materialismus und Feminismus. Das Buch liefert Diskussionsstoff für einen materialistischen Feminismus auf der Höhe der Zeit.

Materialistischer Feminismus

Frie­derike Beier, Lisa Yashodhara Haller, Lea Haneberg (Hg.), mate­ria­lizing feminism, Posi­tio­nie­rungen zu Öko­nomie, Staat und Iden­tität, Unrast Verlag, Dezember 2018, 248 Seiten, ISBN 978–3‑89771–319‑2

Die Resonanz auf den Frauen*streik am 14.Juni in der Schweiz war auch in Deutschland über­wäl­tigend. Der Akti­onstag war nur ein Bei­spiel für einen Femi­nismus, für den die soziale Frage ein inte­graler Teil ist. In den USA sind schon zur Amts­ein­führung von Trump Hun­dert­tau­sende Frauen* auf die Strasse gegangen. Es gibt Videos, die die Radi­ka­lität der For­de­rungen zeigen, die durchaus Patri­archat und Kapi­ta­lismus in Frage stellen. Auch in Ländern wie Argen­tinien mani­fes­tiert sich auf den Strassen ein Femi­nismus, der gegen die Abtrei­bungs­verbote genauso agiert, wie die gegen die Ver­ar­mungs­po­litik der Macri-Regierung. Nur auf theo­re­ti­scher Ebene scheint es oft so, als wäre der Femi­nismus mit dem Kapi­ta­lismus ein Bündnis ein­ge­gangen. Doch gegen diesen kapi­tal­kon­formen Kapi­ta­lismus regt sich jetzt auch auf der wis­sen­schaft­lichen Ebene Wider­stand. Das zeigen der pass­genau am 8. März 2019 erschienene Sam­melband …

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Die beste Waffe gegen Spekulationen ist die Offenlegung der Gesundheitsdaten sämtlicher Politiker

Merkel-Gesundheit zwischen Ressentiment und Hofberichterstattung

Gesundheit und Krankheit sind gesell­schaft­liche Begriffe. Sie zur Pri­vat­sache zu erklären ist neo­li­beral,

Das Unge­heuer von Loch Ness macht im Som­merloch schon lange keine Schlag­zeilen mehr. Dafür widmet man sich mehr den Leben von soge­nannten Pro­mi­nenten der unter­schied­lichen Couleur. In diesem Jahr ist die Gesundheit der Kanz­lerin das ver­meint­liche Auf­re­ger­thema, an dem sich scheinbar die Geister scheiden. Aus­löser waren kör­per­liche Unpäss­lich­keiten von Merkel, die hier aber weder poli­tisch noch lai­en­me­di­zi­nisch weiter ver­tieft werden sollen. Natürlich haben die Merkel-Hasser der Republik.…

„Merkel-Gesundheit zwi­schen Res­sen­timent und Hof­be­richt­erstattung“ wei­ter­lesen
Paula Thiede war die weltweit erste Vorsitzende einer geschlechtergemischten Gewerkschaft. Bisher war wenig über die Hilfsarbeiterin bekannt. Nun hat der Historiker Uwe Fuhrmann ein Buch über sie verfasst

„Selbst ihr Geburtsname Pauline Berlin war unbekannt“

Frau Berlin: Paula Thiede. Vom Arbei­terkind zur Gewerk­schafts­vor­sit­zenden“, UVK, Berlin 2019, 227 Seiten,17 Euro.

Uwe Fuhrmann: Paula Thiede hat es als Hilfs­ar­bei­terin, als zeit­weise ver­armte und lange allein­er­zie­hende Mutter mit pro­le­ta­ri­schem Hin­ter­grund geschafft, über viele Jahre eine Gewerk­schafts­funktion aus­zuüben, und wurde die weltweit erste Vor­sit­zende einer gemischt­ge­schlecht­lichen Gewerk­schaft. Sie war eine der ganz wenigen haupt­amt­lichen Gewerk­schaf­te­rinnen dieser Zeit. Das ist auch der Grund, warum das Paula-Thiede-Ufer nach ihr benannt wurde, an dem heute die Bun­des­zen­trale der Gewerk­schaft Verdi zu finden ist.

Was macht sie so besonders?

Die meisten anderen Frauen der Arbei­te­rIn­nen­be­wegung, die heute noch bekannt sind, sind in bil­dungs­af­finen Milieus groß geworden, wie etwa Rosa Luxemburg. Paula Thiede begann ihre Arbeit…

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Small Talk mit Ericka Rekowski, Mitglied der Tarifkommission bei Neue Lebenswerke

»Ein historischer Schritt«

Nach der fünften Ver­hand­lungs­runde zwi­schen Verdi und den beiden größten Ber­liner Assis­tenz­be­trieben, Ambu­lante Dienste e. V. und Neue Lebenswege GmbH, wurde eine Tarif­ei­nigung erzielt. Ericka Rei­kowski war Mit­glied der Tarif­kom­mission bei Neue Lebens­werke und hat mit der Jungle World gesprochen.

Wie sieht die Tätigkeit von per­sön­lichen Assis­ten­tinnen und Assis­tenten aus?
Per­sön­liche Assis­ten­tinnen und Assis­tenten ermög­lichen ein selbst­be­stimmtes Leben für Men­schen mit Behin­derung. Auf­grund der umfang­reichen Ansprüche und Tätig­keiten war eine ange­messene Ein­grup­pierung der Beschäf­tigten eine Kern­for­derung. Mit der Einigung von Ende Mai sind wir einem Man­tel­ta­rif­vertrag sehr nahe gekommen. Denn die beiden größten Assis­tenz­be­triebe Berlins haben sich hier geeinigt. Andere Assis­tenz­be­triebe werden nach­ziehen.

Worin besteht der »his­to­rische Schritt für die Assistenz in Berlin«, wie Sie die Tarif­ei­nigung genannt haben?
Mit der Tarif­ei­nigung defi­nieren wir.…

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Erfolgreicher Tarifabschluss im Caresektor

Tarifvertrag für Assistenzbetriebe

Assistent*innen von Men­schen mit Beein­träch­ti­gungen sollen künftig besser bezahlt werden. Die Senats­ver­waltung für Arbeit begrüßt den Tarif­ab­schluss

Nach fünf Ver­hand­lungs­runden hat die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Verdi Mitte Mai eine Tarif­ei­nigung mit den beiden größten Ber­liner Assistenz- betrieben Ambu­lante Dienste und Neue Lebenswege erzielt. Mehr als 1.000 Mit­ar­bei­te­rInnen in der per­sön­lichen Assistenz soll damit…

„Tarif­vertrag für Assis­tenz­be­triebe“ wei­ter­lesen

Greta Thunberg kritisieren?

Die Initia­torin der neuen Jugend­um­welt­be­wegung wird mit Lob über­schüttet, dahinter steckt auch Pater­na­lismus. Besser wäre eine kri­tische Aus­ein­an­der­setzung

Nun war Greta Thunberg auch in Berlin, sagte wenig und alle schienen begeistert. Fast alle …

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Eine vergessene Geschichte

Radaulustige Weiber?

Dania Alasti würdigt die Frauen der deut­schen Revo­lution von 1918/19

Die Novem­ber­re­vo­lution scheint auch in der linken Geschichts­schreibung eine Män­ner­sache gewesen zu sein. Sozia­lis­tinnen wie Rosa Luxemburg und Clara Zetkin sind die berühmten Aus­nahmen von der Regel. Doch in diesem Jubi­lä­umsjahr wurde daran erinnert, dass mit der Novem­ber­re­vo­lution auch das Frau­en­wahl­recht in Deutschland ein­ge­führt wurde. Es gab einen Staatsakt und eine Gedenk­stunde im Deut­schen Bun­destag. Zitiert wurde vor allem immer wieder die Ansprache der Sozi­al­de­mo­kratin Marie Juchacz im ersten frei gewählten deut­schen Par­lament. Für die in Berlin lebende Phi­lo­so­phie­dok­to­randin Dania Alasti war die endlich auf­ge­flammte Dis­kussion Anlass,…

„Rad­au­lustige Weiber?“ wei­ter­lesen