Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hätten sich die Internationalist*innen gemeinsam mit weiteren Genoss*innen und Freund*innen intensiv mit den Geschehenen auseinandergesetzt. Aus diesen Gesprächen sei nun der Entschluss entstanden, die Gewalterfahrungen öffentlich zu machen.
Unter dem Motto „Eure Gewalt bricht uns nicht“ fanden am Mittwoch in mehreren Städten in Deutschland Demonstrationen und Kundgebungen statt. In den nächsten Tagen sind an weiteren Orten ähnliche Proteste geplant. Sie werden von der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) organisiert. Mit den Aktionen will das linke Bündnis …
Rund 150 Linke kamen im Wendland zu Diskussion und Austausch über effektive Formen antimilitaristischen und antifaschistischen Widerstands zusammen.
Gut vertreten waren zudem Aktivist*innen vom ehemaligen Infoladen Bankrott, die in Münster in den 90er Jahren eine wichtige Rolle beim Aufbau eines zapatistischen Netzwerkes spielten. Auf dem Treffen informierten sie über die aktuelle Situation der zapatistischen Bewegung in Mexiko. Auch über Möglichkeiten der weiteren Solidarität mit der zapatistischen Bewegung wurde intensiv diskutiert.
Wer am Wochenende im Wendland-Dörfchen Meuchefitz zu den Rebell*innen wollte, musste sich auf die Suche machen. An der Bushaltestelle Küsten – Meuchefitz ist ein Ortsteil dieser Gemeinde – gab es kein Plakat und auch sonst keinen Hinweis darauf, dass sich zwei Kilometer weiter Linke aus der ganzen Republik und auch aus dem Ausland treffen wollten. Der Ort und das Gasthaus Meuchefitz sind gleichwohl in der Region und darüber hinaus …
Im Interview: Eva Maria Michelmann (geb. 1989) lebte seit 2022 in Rojava, wo sie für kurdische Medien arbeitet. Am 19. Januar 2026 wurde sie mit ihrem Kollegen Ahmet Polat in Rakka verhaftet, als Truppen der islamischen Übergangsregierung die Gebiete der kurdischen Selbstverwaltung eroberten. Im Juni kam sie frei.
Monatelang war die Journalistin Eva Maria Michelmann inhaftiert. Jetzt spricht sie erstmals in einem deutschen Medium davon und fordert die Freilassung ihres Kollegen.
taz: Frau Michelmann, wie spielte sich Ihre Gefangenennahme ab? …
Ein jüngst erschienenes Buch dokumentiert Gespräche junger Linker mit dem RAF-Mitglied Monika Berberich. Es wirft unter anderem die Frage auf, wie linke Geschichte transgenerationell erinnert werden kann. »Der Kern ist unzerstörbar« ist allen Leser*innen zu empfehlen, die sich über die Geschichte des bewaffneten Kampfes nicht nur aus der Perspektive des Staates (und des quasi eingebetteten Zeitzeugens Stefan Aust) informieren wollen.
Heute dient das Gebäude nur noch als Filmkulisse. Doch vor knapp 50 Jahren war die JVA für Frauen in der Lehrter Straße in Berlin nicht allein ein Gefängnis in Betrieb, sondern Schauplatz eines Ereignisses, das für die Staatsorgane und die Boulevardmedien zur großen Blamage wurde: In der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1976 gelang …
Eine besondere Bedeutung bekam die Ehrung durch die Anwesenheit der 85-jährigen Roswitha Melchert, der Tochter von Hans und Elfriede Zoschke, die als Dreijährige die Verhaftung ihres Vaters miterleben musste. Bewegt dankte sie der Fan-Initiative für ihr Engagement. Zum Schluss wurde ein weiteres Gedenken im Bezirk angekündigt. Am 22. Juni um 12.15 Uhr wird in der Richard-Sorge-Straße 16 der Stolperstein für den am 1. August 1933 von der SA erschlagenen Friedrichshainer Jungkommunisten Bruno Schilter verlegt.
»Wir ehren hier zwei Menschen, deren Leben durch den NS zerstört wurde«, sagt Franziska Schön am Freitagnachmittag zu rund 150 Menschen, die vor einem Büroneubau in der Revaler Straße 32 in Friedrichshain versammelt sind. Schön ist Urenkelin von Hans Zoschke, dessen …
Weil der Senat nicht gleiche Löhne zahlen wollte, war das Modell der persönlichen Assistenz im Arbeitgebermodell in Gefahr. Betroffene wehrten sich erfolgreich.
„Alle beteiligten Personen des Berliner Senats und des Lageso spielten seit sechs Monaten miteinander Pingpong und wir waren der Ball.“ Doch sie bleibt kämpferisch: „Wir haben gezeigt, dass wir unsere Rechte erkämpfen können und das sollten sich die Verantwortlichen merken.“
Es war ein kurzer Besuch mit großer Wirkung. Rund 40 Menschen, darunter etliche in Rollstühlen, statteten dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Turmstraße am Dienstagvormittag einen unangemeldeten Besuch ab. Auf einem Transparent und mehreren Schildern teilten sie ihre Forderungen mit: …
❚ Elisabeth Voss ist eine in Berlin tätige Publizistin und Expertin für solidarische Ökonomie. Sie engagiert sich zurzeit beim Mietshäuser-Syndikat, einem Verbund von Wohnprojekten, der sich neben gegenseitiger Unterstützung zum Ziel gesetzt hat, einen Wiederverkauf der Häuser zu verhindern. 2025 ist von ihr erschienen: »Praxishandbuch Selbstverwaltung – Rechtsformen und Finanzierung für die Gründung von Kollektivbetrieben und Hausprojekten«. Transcript, 480 S., 39 €.
Ulrike Meinhof: Knarre, Bewusstsein und Kollektiv. Briefe aus der Diskussion im Knast. Verlag der Stiftung Cimarron 2025. 162 Seiten. ca. 14.00 SFr. ISBN: 9782931138069.
„Vom achten Mai auf den neunten
im stammheimer knastjahr sechsundsiebzig
ist Ulrike Meinhof gestorben
worden
aus Christian Geissler (k)
Maideutsch,
Sonderdruck der Christian-Geissler-Gesellschaft e.V.
Demnächst jährt sich der Todestag von Ulrike Meinhof zum 50ten Mal. Veile auch jüngere Menschen haben ihren Namen schon mal gehört. Doch nur wenige kennen ihre Biografie. Eine der bekanntesten linken Journalistinnen der 1960er Jahre in der BRD wird …
Johanna Schellhagen Titel Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen Unteritel Ein Handbuch für Unerschrockene Verlag Büchner-Verlag, Marburg, 2026 Seiten, Preis 170 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96317-442-1
Das Buch sollte zur kritischen Auseinandersetzung mit den dort formulierten Thesen anregen. Der Historiker Karl Heinz Roth hat damit in seinem engagierten Nachwort schon begonnen.
Es wäre zu wünschen, dass sich an dieser Debatte die verschiedenen Initiativen, in denen sich Klimaaktivist*innen in den letzten Jahren mit Lohnabhängigen verbündet haben, beteiligen. „VW heißt Verkehrswende“ sollte ebenso dazugehören wie die Initiative, die im Corona-Sommer 2021 den Kampf des Autozulieferers Bosch in München unterstützte. Am 28. Mai wird es ab 19 Uhr eine solche Debatte im Museum des Kapitalismus in der Köpenicker Str. 172 geben.
Vor vier Jahren sorgte Johanna Schellhagens Film „Der laute Frühling“ (Rabe Ralf August 2022, S. 23) für viel Aufmerksamkeit in einer Klimabewegung, die damals an die Grenzen ihres Aktivismus stieß. Schellhagen plädierte dort für ein Bündnis von Arbeiter*innen- und Klimabewegung. Jetzt ist von ihr im Büchner-Verlag das Buch zum …
Am vergangenen Wochenende diskutierten in Berlin Gewerkschafter, Klimaaktivisten und Mietrebellen, wie man sich gegen die Macht von großen Techkonzernen wehren kann.
Auffällig war, dass es wenig Proteste gegen die wochenlange Kampagne Union-Busting-Kampagne gegen die IG-Metall in Deutschland gab. Dabei wurde hier genau nach dem gewerkschaftsfeindlichen Drehbuch eines Elon Musk verfahren. Zudem ist es erst einige Monate her, dass es in verschiedenen Städten auch hierzulande Aktionen gegen Tesla-Filialen gab. Damals stand Musk noch in den Diensten von Trump. Nach einer als Hitlergruß interpretierten Armbewegung war vielen klar, dass Musik ein Nazi ist. Merkwürdig nur, dass die Union-Busting-Methoden, die weniger Interpretationskraft als eine Armbewegung bedürfen, auf viel weniger Empörung stoßen.
Auf einen Tisch liegen Schachteln mit Medikamenten. An ihnen mussten alle vorbei, die am letzten Wochenende das Tagungshaus am Franz-Mehring-Platz hinter dem Berliner Ostbahnhof betraten. Es waren viele. Allein am Samstag waren es über 900 Menschen, die an der Cable of Residenz-Konferenz teilgenommen haben. Noch viel mehr wollten teilnehmen. Doch die Konferenz war schon seit Wochen restlos ausverkauft. Die Organisatoren hatten offenbar einen Nerv getroffen, als sie letztes Jahr …
Enttäuscht von der Antwort zeigt sich Antonius Michelmann, der Bruder der verschwundenen Journalistin. „Wir fragen uns, was denn nun die Ergebnisse der Bemühungen des Auswärtigen Amtes in den mehr als 60 Tagen seit der Verschleppung meiner Schwester sind“, sagte er der taz. Er verwies auf die engen Beziehungen der Bundesregierung, der EU-Kommission und auch der UNO zur syrischen Übergangsregierung. Da könne es „doch nicht sein, dass wir weiterhin keine einzige neue Information über das Schicksal meiner Schwester haben“.
Weiterhin fehlt von der Journalistin Eva Maria Michelmann jede Spur. Während einer Offensive der syrischen Armee soll die 36-jährige Kölnerin im Januar von …
Gewerkschaftswiderstand gegen den NS-Staat. Der Band leistet wie die gesamte Reihe einen wichtigen Beitrag zu einer antifaschistischen und feministischen Erinnerungspolitik.
In den 1960er-Jahren plante der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Geschichte der Gewerkschafter*innen aufzuarbeiten, die während des NS-Regimes Widerstand geleistet hatten. Das Projekt wurde nie realisiert. Doch fast sechzig Jahre später setzt die Arbeitsstelle …
Am vergangenen Dienstag appellierten auf einer Pressekonferenz in Köln die Mutter der Verschwundenen, Rotraut Hake-Michelmann, und ihr Bruder Antonius Michelmann, an das Auswärtige Amt, den Verbleib der Vermissten schnell aufzuklären. Telefonisch betonte eine Mitarbeiterin des Auswärtigen Amts, dass alle wesentlichen Stellen in Syrien und Umgebung benachrichtigt seien und ein Foto von Michelmann weitergegeben wurde. Bisher lägen der deutschen Regierung noch keine Ergebnisse vor.
Die Journalistin Eva Maria Michelmann ist in Syrien verschwunden. Am 18. Januar wurde die Deutsche in der zuvor kurdisch kontrollierten Region Rojava von Truppen der …
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen. Die Abkürzung existiert in verschiedenen Varianten
Am 10. März blieben bei den Tageszeitungen Taz und nd – der Tag einige Seiten weiß. In beiden Redaktionen hatten sich Journalistinnen aber auch Lektorinnen und andere Mitarbeiterinnen am 9. März am FLINTA* -Streik beteiligt und die Arbeit niedergelegt.
Der Initiative zum sogenannten Streik kam von mehreren feministischen Initiativen. Sie riefen dazu auf, im Anschluss an den Internationalen Frauentag, den 8. März, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, am Folgetag die Arbeit niederzulegen. Sowohl Lohn- als auch …
Der Film „The spies who ruined our lives“ – „Die Spitzel, die unser Leben ruinierten“ dokumentiert über 40 Jahre Infiltration linker Gruppen durch die Polizei in Großbritannien. Einige der
Spitzel agierten auch in Deutschland.
Mark Kennedy infiltrierte unter dem Namen Mark Stone zahlreiche linke Gruppen nicht nur in Großbritannien. Auch in Deutschland nahm an er an zahlreichen länderübergreifenden Protesten der globalisierungskritischen Bewegung teil und verkehrte in linken Berliner Hausprojekten. Dabei lernte er auch den in Berlin lebenden Aktivisten …