Hajek Willi (Hg.). Gelb ist das neue Rot – Gewerkschaften und Gelbwesten in Frankreich. Die Buchmacherei, Berlin, 2020, ISBN: 978-3-9820783-7-3, 100 Seiten, ca. 8 Franken (7 Euro).

Gelb ist das neue Rot

Über die fran­zö­sische Gelb­wes­ten­be­wegung sind in den letzten Monaten einige Bücher erschienen. Doch der im Verlag «Die Buch­ma­cherei» erschienene Sam­melband mit dem Titel «Gelb ist das neue Rot» liefert einige neue Aspekte. Das ist dem Her­aus­geber Willi Hajek zu ver­danken.

Willi Hajek lebt seit einigen Jahren in Mar­seille und steht mit basis­ge­werk­schaft­lichen Zusam­men­hängen in ver­schie­denen Ländern in regen Aus­tausch. In Frank­reich hat Hajek gute Kontakt zu Aktivist*innen der Gelb­westen und der Gewerk­schaften. Die zehn Auf­sätze drehen sich um das durchaus span­nungs­ge­ladene Ver­hältnis zwi­schen.…

„Gelb ist das neue Rot“ wei­ter­lesen
Warum es fatal ist, wenn jetzt dem Verfassungsschutz applaudiert wird, wenn er sich gegen Teile der AfD wendet und die Partei insgesamt staatstragend machen will

Auch wenn der »Flügel« aufgelöst wird, bleibt seine Politik Teil der AfD

Haben nicht viele linke Kri­tiker viele Jahre mit guten Gründen die Auf­lösung des Ver­fas­sungs­schutzes gefordert? Haben sie nicht mit ebenso guten Argu­menten darauf hin­ge­wiesen, dass es den VS nicht braucht, um die AfD als rechte Partei zu erkennen?

Der Corona-Not­stand müsste eigentlich eine Hochzeit für Rechte aller Couleur sein. Schließlich werden jetzt in Win­deseile Maß­nahmen durch­ge­setzt, die sie seit Jahren gefordert haben. Grenzen auch innerhalb der EU werden geschlossen. Migranten, die dagegen pro­tes­tieren, dass sie ihre beengten Heime nicht mehr ver­lassen können, werden, wie in Suhl geschehen, mit einem poli­zei­lichen Groß­einsatz zur Räson gerufen. Prepper feiern sich jetzt als die, die schon immer vor­ge­sorgt haben. Ins­gesamt sind Not­stands­zeiten, in denen von der Bevöl­kerung Unter­ordnung unter Anwei­sungen von Staats­ap­pa­raten gefordert wird, gut für die Rechte. Doch dabei gibt es ein Problem für die AfD. Es sind nicht sie, sondern…

„Auch wenn der »Flügel« auf­gelöst wird, bleibt seine Politik Teil der AfD“ wei­ter­lesen
Stefan Heinz/Siegfried Mielke: Alwin Brandes, Oppositioneller - Reformer - Widerstandskämpfer. Metropol, 566 S., br., 23 €.

Moderat

Die von Brandes mit­ge­tragene Politik des angeblich »klei­neren Übels« Brüning (gegenüber Hitler) trug zur Ver­elendung der Massen und zum wei­teren Auf­stieg der Nazis bei. Hier hätte man sich eine kri­ti­schere Haltung der Bio­grafen gegenüber ihres Prot­ago­nisten gewünscht.

Eine wenig beachtete Straße erinnert in Berlin-Kreuzberg an Alwin Brandes. Sie führt zur Zen­trale der IG Metall. In der Wei­marer Republik resi­dierte dort der Deutsche Metall­ar­bei­ter­verband (DMV), Brandes Wir­kungs­stätte. Von 1919 bis zur .….

„Moderat“ wei­ter­lesen
Felix Wemheuer: Chinas große Umwälzung. Papyrossa, 271 S., br., 16,90 €.; Wu Yiching: Die andere Kulturrevolution. 1966– 1969. Der Anfang vom Ende des chinesischen Sozialismus. Hg. v. Ralf Ruckus. Mandelbaum, 330 S., br., 25 €.

Von Rebellen zum Global Player

Alle drei Autoren einigt die Ansicht, dass von Sozia­lismus in China keine Rede mehr sein könne, unge­achtet der Phra­seo­logie. Wem­heuer spricht von einem chi­ne­si­schen Staats­ka­pi­ta­lismus. ohne Neo­li­be­ra­lismus. Zugleich regis­trieren alle drei eine durchaus leb­hafte Oppo­sition in China.

Vor über 50 Jahren bewegte die chi­ne­sische Kul­tur­re­vo­lution die Linken in aller Welt. Viele, die damals mit Mao-Poster durch die Straßen liefen, haben diese Zeit bald als Jugend­sünde abge­bucht. Wenn heute über China dis­ku­tiert wird, dann über den glo­balen Kon­kur­renten des glo­balen Kapi­ta­lismus. Autor*innen von China-Büchern ver­stehen sich als Berater*innen von Politik und Wirt­schaft, wollen Rat­schläge geben, wie Bun­des­re­gierung oder EU mit der asia­ti­schen Groß­macht umgehen sollten. Diesen Anspruch weisen Felix Wem­heuer und Ralf Ruckus für sich zurück. Ers­terer, Pro­fessor für Neuere China-Studien an der Kölner Uni­ver­sität, setzt sich .…

„Von Rebellen zum Global Player“ wei­ter­lesen
Titus Engelschall/ Elfriede Müller/ Krunoslav Stojakovic: Revolutionäre Gewalt. Ein Dilemma. Mandelbaum, 298 S., br., 20 €.

Zwingend und emanzipatorisch

Gewalt sei nie eine gute Lösung; manchmal könne man auf sie aber im Kampf für den Fort­schritt nicht ver­zichten, erklärte Elfriede Müller bei der Buch­vor­stellung in Berlin. Sie bezog sich dabei auf die undog­ma­tische Sozia­listin Carola Bloch, die 1988 erklärte: »Also ich glaube, dass man ganz ohne Gewalt nicht aus­kommt.«

Wie hältst du es mit der Gewalt? Diese Frage beschäftigt Linke seit Dez­ennien. Mehr­heitlich unter­scheiden sie explizit zwi­schen Gewalt gegen Sachen und gegen Men­schen. Zu allen Zeiten gab es unter Linken aber auch Anhänger*innen der totalen Gewalt­freiheit. Deren Protagonist*innen waren über­zeugt, dass .….

„Zwingend und eman­zi­pa­to­risch“ wei­ter­lesen
Tarifrunde im öffentlichen Nahverkehr: Bündnisse zwischen Gewerkschaft Verdi und Fridays for Future geplant

Ökobewegung unterstützt Busfahrer

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Tarif­kampf von gesell­schaft­lichen Gruppen außerhalb des Betriebs unter­stützt wird. So haben sich bereits 2008 kri­tische Kund*innen mit den For­de­rungen der Beschäf­tigten im Ein­zel­handel soli­da­ri­siert, und sie auch mit Kund­ge­bungen bei den Warn­streiks unter­stützt.

Gewerk­schaften und Umwelt­be­wegung werden oft als poli­tische Geg­ne­rinnen wahr­ge­nommen. Dabei wird auf Demons­tra­tionen von Beschäf­tigten der fos­silen Industrie ver­wiesen, die nicht selten gemeinsam mit ihren Bossen gegen For­de­rungen der Umwelt­be­wegung nach einem Ende der Koh­le­industrie mobi­li­sieren. Es gibt aber auch viele Gewerk­schafts­mit­glieder, die eine Not­wen­digkeit des öko­lo­gi­schen Umbaus sehen, der die soziale Kom­po­nente nicht ver­gisst. Dazu gehören die Beschäf­tigten im .…

„Öko­be­wegung unter­stützt Bus­fahrer“ wei­ter­lesen
Gerhard Hanloser: Die andere Querfront. Skizzen des antideutschen Betrugs Münster: Unrast, 2019. 343 S., 18 Euro

Kritik der antideutschen Strömung

Es handelt sich nicht um Betrug, sondern um eine Anpassung ehe­ma­liger Linker an die Zumutung von Staat, Nation und Kapital, die bekanntlich in der Ver­gan­genheit nicht nur Anti­deutsche prak­ti­ziert haben. Doch Han­loser zeigt auf 340 Seiten, dass diese Strömung die Inte­gration in das herr­schende System oft besonders perfekt voll­zogen hat

Über die anti­deutsche Strömung ist schon viel geschrieben worden. Bereits 2004 hat der Publizist Gerhard Han­loser mit dem von ihm her­aus­ge­ge­benen Sam­melband Wir war’n die Anti­deut­schesten der deut­schen Linken eine in großen Teilen fun­dierte Kritik an der Ent­wicklung der anti­deut­schen Strömung ver­öf­fent­licht. In dem Band schrieben ver­schiedene AutorInnen, die nach 1989 .…

„Kritik der anti­deut­schen Strömung“ wei­ter­lesen
Bernd Gehrke, Renate Hürtgen, Thomas Klein (Herausgeber*innen), «... feindlich-negative Elemente ...» Repression gegen linke und emanzipatorische Bewegungen in der DDR, 62 Seiten

Feindlich negative Elemente?

Die von der Rosa Luxemburg Stiftung her­aus­ge­gebene Studie widmet sich der Repression gegen Linke in der DDR

Über Repression in der DDR wird viel gesprochen und geschrieben. Die Herausgeber*innen einer kürzlich von der Rosa-Luxemburg- Stiftung (RLS) ver­öf­fent­lichten Bro­schüre mit dem Titel »Feindlich-negative Ele­mente« gehören nicht zu denen, die die Dele­gi­ti­mierung der DDR betreiben, um den aktu­ellen Kapi­ta­lismus schön­zu­reden. Sie distan­zieren sich bereits im Vorwort von »anti­so­zia­lis­ti­schen Historiker*innen, die .…

„Feindlich negative Ele­mente?“ wei­ter­lesen