Erfolgreicher Tarifabschluss im Caresektor

Tarifvertrag für Assistenzbetriebe

Assistent*innen von Men­schen mit Beein­träch­ti­gungen sollen künftig besser bezahlt werden. Die Senats­ver­waltung für Arbeit begrüßt den Tarif­ab­schluss

Nach fünf Ver­hand­lungs­runden hat die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Verdi Mitte Mai eine Tarif­ei­nigung mit den beiden größten Ber­liner Assistenz- betrieben Ambu­lante Dienste und Neue Lebenswege erzielt. Mehr als 1.000 Mit­ar­bei­te­rInnen in der per­sön­lichen Assistenz soll damit…

.…die Anglei­chung an den Tarif­vertrag der Länder (TVL) ermög­licht werden, heißt es in einer Verdi-Pres­se­mit­teilung von Ende Mai.

Per­sön­liche Assis­ten­tInnen ermög­lichen Men­schen mit Beein­träch­ti­gungen ein selbst­be­stimmtes Leben. Dazu gehört etwa die Unter­stützung bei Bus- und Bahn­fahrten ebenso wie Hilfe bei der Kom­mu­ni­kation. Die Kosten trägt mehr­heitlich das Land Berlin, zu einem klei­neren Teil die Pfle­ge­kassen.

Seit meh­reren Jahren bemühen sich die Beschäf­tigten um bessere Bezahlung und bessere Arbeits­be­din­gungen, was ange­sichts des nied­rigen Orga­ni­sa­ti­ons­grades schwierig war.

„His­to­ri­scher Schritt“

Daher bewertet das Tarifkom- mis­si­ons­mit­glied beim Assis­tenz­be­trieb Neue Lebenswege, Ericka Rei­kowski, den Tarif­vertrag im Gespräch mit der taz als „his­to­ri­schen Schritt für die Assistenz in Berlin“. Neben einer Ein­kom­mens­er­höhung, die sich bei Rei­kowski auf etwa 14 Prozent belaufen würde, sieht der Abschluss eine Erhöhung der Urlaubstage und eine bessere Ver­gütung der bei der Assistenz häu­figen Wech­sel­schichten vor.

Rückenwind für die For­de­rungen sei sowohl aus der Gesell­schaft als auch aus der Politik gekommen, betont sie. So habe sichder Ber­liner Senat bereit erklärt, die nötigen finan­zi­ellen Mittel für die Umsetzung des Tarif­ver­trags bereit­zu­stellen. „Tarif­bindung bringt nicht nur Sicherheit für die Beschäf­tigten und klare Rege­lungen innerhalb des Betriebes. Sie ist auch die beste Grundlage für gute Arbeit“, begrüßte der Staats­se­kretär in der Senats­ver­waltung für Inte­gration, Arbeit und Soziales, Alex­ander Fischer (Die Linke), die Tarif­ei­nigung.

Noch steht die Umsetzung des Tarif­ver­trags unter Finan­zie­rungs­vor­behalt. Rei­kowski hofft auf erfolg­reiche Ver­hand­lungen mit den Pfle­ge­kassen, die einen Teil der Mehr­kosten tragen sollen. Die Kosten einer Assis­tenz­stunde würden sich nach Berech­nungen der Assis­tenz­be­triebe bei Umsetzung des Tarif­ver­trags von 30 auf 40 Euro erhöhen

Erst­ver­öf­fent­li­chungsort: