Gegen einen Neonazi-Marsch in Bielefeld demonstrierten am Samstag rund 14.000 Menschen – 230 Nazis auf der Gegenseite

Bielefeld gewinnt deutlich mit 60 zu 1

Bereits am frühen Nach­mittag hat- ten sich am Bie­le­felder Haupt­bahnhof junge Rechte in sze­ne­ty­pi­scher Klei- dung ver­sammelt: Die Mode­marke „Thor Steinar“ war mehrfach zu sehen. Daneben gab es eine kleinere Gruppe von Senio­rInnen, die am Auf­taktort war­teten und besorgt fragten, warum denn so wenige gekommen sind.

»Bie­lefeld, du hast Rechte“. Das Pla­katder Sati­re­for­mation „Die Partei“ mit dieser Auf­schrift im ost­west­fä­li­schen Bie­lefeld war am Samstag sehr begehrt. Schließlich mar­schierten am 81. Jah­restag der Reichs­po­grom­nacht Neo­nazis in der Stadt auf, um die ver­ur­teilte .….

.…. Holo­caust­leug­nerin Ursula Haverbeck zu feiern, die am Freitag 91 Jahre wurde.

Als fana­tische Holo­caust­leug­nerin wurde Haverbeck zu einer mehr­jähri- gen Haft­strafe ver­ur­teilt, die sie seit April 2018 in der JVA Brackwede am Rande von Bie­lefeld verbüßt. Seitdem ist die Stadt ein Wall­fahrtsort der extremen Rechten. Zur Demons­tration am Samstag hatte die Partei „Die Rechte“ auf­ge­rufen, für die Haverbeck bei den letzten Euro­pa­wahlen kan­diert hatte. Wie im letzten Jahr waren auch in diesem Jahr etwa 230 Neo­nazis zusam­men­ge­kommen.

Diesen standen aller­dings rund 14.000 Gegen­de­mons­tran­tInnen ge- genüber. Sie machten sich in Sicht- und Hör­weite der Rechten laut­stark bemerk- bar. An vielen Häu­ser­fas­saden hingen Banner mit der Auf­schrift: „Bie­lefeld gegen Faschismus, Ras­sismus und Extre­mismus“. Die Parole „Wir sind mehr“, die viele Gegen­de­mons­tran­tInnen trugen, zeigte sich sehr deutlich.

Gewerk­schaften, Kirchen, Ver­bände und Par­teien hatten unter dem Motto „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Ver­brechen“ zu ins­gesamt 14 Gegen­demos auf­ge­rufen. Auch Land- tags­prä­sident André Kuper nahm auf

Ein­ladung der jüdi­schen Gemeinde in Bie­lefeld an einer Ver­an­staltung teil. „Der 9. November ist der Tag der Wie- der­ver­ei­nigung und der Tag, an dem unser ganzes Land fas­sungslos und beschämt an die Ver­brechen der Nazis erinnert“, sagte er laut Mit­teilung. Man stehe fest an der Seite der jüdi­schen Bürger.

Am Nach­mittag ver­suchten 50 Gegen­de­mons­tranten, eine Sperrung der Polizei zu durch­brechen. Rund 100 Demons­tra­ti­ons­teil­nehmer wollten später den Weg der Neo­nazis blo­ckieren. Zudem kam eine Person einem Platzver- weis nicht nach, wie eine Spre­cherin berichtete. Der Mann habe sich gewehrt und einen Poli­zisten leicht ver­letzt. Eine weitere Person sei fest­ge­nommen worden, gegen sie habe bereits ein Haft­befehl bestanden. Die Polizei sprach in ihrer Abschluss­bilanz jedoch von einem ins­gesamt fried­lichen Verlauf.

Bereits am frühen Nach­mittag hat-en sich am Bie­le­felder Haupt­bahnhof junge Rechte in sze­ne­ty­pi­scher Kleidung ver­sammelt: Die Mode­marke „Thor Steinar“ war mehrfach zu sehen. Daneben gab es eine kleinere Gruppe von Senio­rInnen, die am Auf­taktort war­teten und besorgt fragten, warum denn so wenige gekommen sind.

Als dann mit Ver­spätung mehrere Züge mit Nazis aus dem Ruhr­gebiet in Bie­lefeld ein­trafen, hellten sich die Mienen der rechten Vete­ra­nInnen auf. „Ursula wird sich freuen, wir sind wieder so viele wie im letzten Jahr“, sagte eine Frau. Allein: Die anderen waren viel, viel mehr. Peter Nowak (mit dpa)

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