Jubiläum der Irren

PATIENTEN Auch nach 30 Jahren hat die Irren-Offensive ihre Ziele nicht erreicht

Am Samstag lädt die Ber­liner Irren-Offensive zu ihrer Jubi­lä­ums­feier in das Rauchhaus ein. Neben ver­schie­denen Liveacts und Thea­ter­auf­füh­rungen soll auch die Geschichte der Orga­ni­sation prä­sen­tiert werden.

Die Irren-Offensive wurde vor 30 Jahren von Psych­ia­trie­er­fah­renen gegründet, die sich gegen gesell­schaft­liche Stig­ma­ti­sierung und Zwangs­be­handlung wehrten. 30 Jahre nach ihrer Gründung ist der Kampf gegen Zwang und Stig­ma­ti­sierung für die Akti­vis­tInnen der Irren-Offensive wei­terhin aktuell. Ihr poli­ti­sches Selbst­ver­ständnis habe sich aller­dings in den letzten Jahr­zehnten ver­ändert, erklärt Akti­vistin Alice Halmi. »Am Anfang war die Irren­of­fensive eine Selbst­hil­fe­gruppe von Psych­ia­trie­er­fah­renen. Jetzt ver­steht sie sich als Men­schen­rechts­or­ga­ni­sation.« Dahinter stehe die Über­zeugung, dass Zwang in Heimen und Psych­ia­trien nicht nur das Selbst­be­stim­mungs­recht der Betroffen, sondern die Men­schen­rechte ver­letzten.

Einen wich­tigen Hebel zur Abwehr von Zwangs­be­hand­lungen sehen die Akti­vis­tInnen in Pati­en­tIn­nen­ver­fü­gungen. Damit kann jeder Mensch psych­ia­trische Zwangs­maß­nahmen im Voraus ablehnen.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2010%2F10%2F16%2Fa0209&cHash=b19d098020

PETER NOWAK

Beginn: 19.30 Uhr im Rauchhaus am Mari­an­nen­platz


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