Peter Nowak hat sich vor dem Pallasseum umgehört

Eine ganze Menge Lautsprecher für interaktive Kunst im Kiez

Am Samstag gibt es von 17 bis 21 Uhr und am Sonntag von 16 bis 20 Uhr rund um die Instal­lation auf der Frei­fläche der Pal­las­straße 5 ein Pro­gramm mit Kon­zerten und Sound­per­for­mances.

Die Skulptur auf der Frei­fläche der Pal­las­straße 5 in Schö­neberg sorgt für Aufmerksamkeit.Schließlich hat dort Benoit Maubrey circa 350 recy­celte Laut­sprecher in Form eines Amphi­theaters zusam­me­gebaut. „Arena“ ist der Titel der Skulptur. Sie passt gut in das Ambiente der Sozi­al­bauten an der Pal­las­straße mit den vielen TV-Schüsseln an Fenstern und Bal­konen. Seit 1983 errichtet der Künstler solche .…

.…Laut­spre­cher­skulp­turen in aller Welt im öffent­lichen Raum. Auf den Flächen kann man sich nie­der­lassen, was viele Pas­san­tInnen nutzen. „Das ist doch bequemer als eine Holzbank“,meint eine ältere Frau, die es sich mit ihrer Freundin auf einer der Stufen bequem macht. Aller­dings nur für wenige Minuten, dann eilen die beiden zur U‑Bahn.

Andere bleiben länger und nutzen das Kunstwerk nicht nur als Sitzbank. Schließlich kann man über einen Line- in-Eingang Abspiel­geräte und Instru­mente direkt an die Skulptur anschließen oder sich via Blue­tooth ein­loggen und Songs an die Skulptur wei­ter­leiten. Die werden dann sofort über die Laut­sprecher abge­spielt.

Die unter­schied­lichen Musik­ge­schmäcker werden schnell klar. Eine Frau hat ein ruhiges Blues-Stück aus­ge­wählt. Im Anschluss kommt ein Jugend­licher dazu, der den Platz für wenige Minuten mit HipHop beschallt. Im Anschluss ist etwas Jazz zu hören, was sich ein älterer Mann aus­ge­sucht hat. Er wohne in der Nähe, sagt er, und sei extra gekommen, um die Musik hier im öffent­lichen Raum zu hören. „Das ist doch gesel­liger, als wenn ich allein in meiner Wohnung vor dem Laut­sprecher sitze“, meint er noch. Die Instal­lation wird also als Treff­punkt ange­nommen. Was ganz im
Sinne des Künstlers ist. „Das Haupt­merkmal von Mau­breys Laut­spre­cher­skulp­turen ist, dass sie den öffent­lichen Raum erweitern“, sagt Stephan Kruhl von der Galerie Zwit­scher­ma­schine in der Pots­damer Straße, der das Projekt betreut. Auch als Speakers’ Corner kann die Instal­lation genutzt werden. Über eine Han­dy­nummer kann man sich ein- wählen und dann können alle das Tele­fonat über die Laut­sprecher mit­hören. Zwei Jugend­liche rufen nur kurz „Hallo, Hallo“ und legen sofort wieder auf. Ein älterer Mann mit langem Bart hat mehr zu sagen. Er nutzt die Speakers’ Corner, um für eine Mitte August geplante Kund­gebung zum Erhalt von nicht­kom­mer­zi­eller Sub­kultur in Schö­neberg zu werben. Schließlich befindet schräg gegenüber der Skulptur das seit Jah­res­beginn besetzte autonome Jugend­zentrum Potse. Da will man bleiben, bis ein Ersatzort gefunden ist.

Mit Blick darauf, dass Kunst im öffent­lichen Raum durchaus zur Aufwer- tung von Kiezen bei­tragen kann, ist es doch bemer­kenswert, dass die Laut- spre­cher­skulptur eben auch genutzt wird, um solche Kon­flikte aus der un- mit­tel­baren Nach­bar­schaft anzu­sprechen.

Bespielt werden kann sie noch bis zum 27.. Oktober. Am Samstag gibt es von 17 bis 21 Uhr und am Sonntag von 16 bis 20 Uhr ein Pro­gramm mit Kon­zerten und Sound­per­for­mance

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