Agenda des Protests

M99 Aktionen sollen Zwangs­räumung ver­hindern

Am 9. August soll der Gemischt­wa­ren­laden mit Revo­lu­ti­ons­bedarf (M99) in der Man­teuf­fel­straße geräumt werden. Damit würde der Laden­be­treiber Hans Georg Lin­denau, der auf einen Roll­stuhl ange­wiesen ist, auch seine Wohnung ver­lieren. In den nächsten Tagen wollen seine Unter­stüt­ze­rInnen mit Aktionen und Kund­ge­bungen gegen die Räumung mobi­li­sieren. Am Mitt­woch­abend trafen sich etwa 100 Unter­stüt­ze­rInnen auf Ein­ladung des Bünd­nisses „Zwangs­räumung ver­hindern“ im Ber­liner S0 36, um die Pro­tes­tagenda zu koor­di­nieren. Am 7. August soll eine Kiez­de­mons­tration um 16 Uhr am Hein­rich­platz beginnen, um den Betreiber Lin­denau, der auch HG genannt wird, zu unter­stützen. Im Stadtteil haben sich zahl­reiche Läden und Pro­jekte für seinen Ver­bleib ein­ge­setzt. Auch die Stadt­teil­in­itia­tiven Bizim Kiez und Kotti und Co. unter­stützen ihn. Zur Demons­tration haben sich auch Unter­stüt­ze­rInnen aus anderen Städten und aus dem Ausland ange­kündigt. Eine Arbeits­gruppe
möchte Schlaf­plätze für die aus­wär­tigen Unter­stüt­ze­rInnen orga­ni­sieren. Am 9. August sollen sich ab 8 Uhr die Men­schen rund um das M99 ver­sammeln. „Wir wollen so viele sein, dass für die Gerichts­voll­zie­herin, die die Räumung voll­strecken will, kein
Durch­kommen mehr ist und sie unver­rich­teter Dinge wieder abziehen muss“, sagte ein Unter­stützer von HG. Auf diese Weise konnten in der Ver­gan­genheit mehrere Zwangs­räu­mungen zumindest auf­ge­schoben werden. Sollte die Räumung nicht ver­hindert werden können, will Hans Georg Lin­denau in einen Hun­ger­streik treten und gemeinsam mit Unter­stüt­ze­rInnen
den Verkauf seiner Waren mittels eines Con­tainers orga­ni­sieren.

aus: TAZ, 29. JU LI 2016

Peter Nowak
■■Mehr Infos: http://​berlin​.zwangs​rae​u​mung​ver​hindern​.org/​2​0​1​6​/​0​7​/​2​1​/​m​9​9​-​t​e​r​mine/