Am Samstag soll um 18 Uhr von Balkonen und Fenstern für Mieter/innenrechte demonstriert werden

Mietenproteste mit gelben Handschuhen

Unter­stützt werden die Mieter/​innen von linken Gewerkschaftler/​innen, die sich in der Ber­liner Aktion gegen Arbeit­ge­ber­un­recht (BAgA) zusam­men­ge­schlossen haben. „Sie betei­ligen sich an der Aktion mit den Aufruf „Krach machen statt klat­schen für Lau“ und wollen damit gegen das Kaputt­sparen des Gesund­heits­systems pro­tes­tieren.

Am 28. März 2020 wollten unter dem Motto »Wohnen für Men­schen statt für Profite« zehn­tau­sende Men­schen in ganz Europa gegen hohe Mieten, Zwangs­räu­mungen und Woh­nungs­lo­sigkeit demons­trieren. Vor dem Hin­ter­grund der Corona-Krise hat das bun­des­weite Akti­ons­bündnis gegen Ver­drängung und Mie­ten­wahnsinn ebenso wie seine euro­päi­schen Bündnispartner/​innen die geplanten Groß­de­mons­tra­tionen zum Housing Action Day ver­schoben. Doch Pro­teste wird es am kom­menden Samstag trotzdem geben. „Wir sagen den Housing Action Day nicht ab, sondern .…

.… ver­lagern ihn in die Woh­nungen und Häuser und in die sozialen Medien“, heißt es in einem Aufruf. Für Samstag, den 28. März wird dazu auf­ge­rufen, um 18 Uhr 10 Minuten poli­tische For­de­rungen auf Fenstern und Bal­konen zu zeigen und mit Deckeln und Töpfen zu scheppern. Als Symbol sollen die Aktivist/​innen dabei gelbe Hand­schuhe tragen, was an die Bewegung der Gelb­westen in Frank­reich ver­weist, deren Pro­teste durch die Corona-Krise aus­ge­setzt sind. Auch die poli­ti­schen For­de­rungen, die auf den Trans­pa­renten gezeigt werden, wurden der aktu­ellen Situation ange­passt. Zentral ist der Stopp von Räu­mungs­klagen, Zwangs­räu­mungen, Energie – und Was­ser­sperren. Solche For­de­rungen dürften in einer Zeit, in der alle Men­schen auf­ge­rufen werden, zu Hause zu bleiben, größere Unter­stützung in der Bevöl­kerung erfahren. Ein Mora­torium für Miet­zah­lungen und ein Erlass von Miet­schulden gehört ebenso zu dem For­de­rungs­ka­talog, wie die Beschlag­nahme von leer­ste­henden Woh­nungen und Feri­en­woh­nungen und die Lega­li­sierung von besetzten Woh­nungen. Natürlich bedarf es für die Durch­setzung solcher For­de­rungen einer großen sozialen Bewegung, die in Zeiten des Corona-Not­stands nur sehr begrenzt aktiv werden kann. Die Fenster- und Bal­kon­ak­tionen sollen auch Nachbar/​innen zeigen, dass Pro­teste trotzdem möglich sind. 
 
Krach machen statt klat­schen für Lau!

Unter­stützt werden die Mieter/​innen von linken Gewerkschaftler/​innen, die sich in der Ber­liner Aktion gegen Arbeit­ge­ber­un­recht (BAgA) zusam­men­ge­schlossen haben. „Sie betei­ligen sich an der Aktion mit den Aufruf „Krach machen statt klat­schen für Lau“ und wollen damit gegen das Kaputt­sparen des Gesund­heits­systems pro­tes­tieren. Die Arbeits­be­din­gungen, Löhne sowie der Arbeits­schutz soll sofort ver­bessern werden. „Arbeiter/​innen sind auch Mieter/​innen und daher ist es klar, dass wir uns am Samstag an den Pro­testen betei­ligen“, erklärte eine Akti­vistin von BAgA. Schon an frü­heren Mie­ter­ak­tionen hat sich die Gruppe mit der Parole „Löhne und Gehälter hoch – Mieten runter“ beteiligt. Hot­spots des Pro­testes am 28.3. um 18 Uhr sind in Berlin der Block 89 in der Kohl­further Straße 89, die Kreuzung Rigaer Straße/​Liebigstraße sowie ver­schiedene Häuser im Wedding.
 
Peter Nowak