hlägerei in JVA Tegel Nach einer Prügelei mussten zwei Häftlinge ins Krankenhaus. Insassen beklagen schlechte Zustände

Schlägerei in JVA Tegel

Martina Franke von der Soli­gruppe der Gefan­ge­nen­ge­werk­schaft. Gleich­zeitig stellte sie klar, dass die GG/BO nicht mehr Härte gegen Dro­gen­konsum im Knast fordere – man wolle Rechte der Gefan­genen nicht noch weiter ein­schränken.

Dra­ma­tisch hörte sich die Pre­se­mit­teilung der Ber­liner Soli­gruppe der selbst­or­ga­ni­sierten Gefangenengewerkschaft/​bun­des­weite Orga­ni­sation (GG/ BO) an: Zwei Gefangene seien mit schweren Ver­let­zungen ins Kran­kenhaus ein­ge­liefert worden, nachdem…


.…sieben Häft­linge am Diens­tag­nach­mittag an einer Schlä­gerei in der JVA Tegel beteiligt waren. So hätten es Mit­glieder berichtet. der Pres­se­sprecher der Senats­ver­waltung für Senats­ver­waltung für Justiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nierung, Michael Reis, wie­gelte jedoch ab. Er bestä­tigte der taz zwar, dass es in der JVA Tegel am Nach­mittag während der Frei­stunden zu einer Schlä­gerei zwi­schen zwei Insassen gekommen sei und diese im Kran­kenhaus behandelt werden mussten. Aller­dings seien sie nach wenigen Stunden wieder zurück in die JVA Tegel gebracht worden. Von einer Grup­pen­schlä­gerei konnte aus Sicht der Jus­tiz­ver­waltung auch keine Rede sein: Während der Aus­ein­an­der­setzung seien zwar weitere Häft­linge dazu­ge­kommen. Die hätten sich aber nach dem jet­zigen Erkennt­nis­stand nicht an den Aus­ein­an­der­set­zungen beteiligt, so Reis. Zurzeit ermittelt die Kri­mi­nal­po­lizei zu den Hin­ter­gründen der Schlä­gerei. Die Mit­glieder der Gefan­ge­nen­ge­werk­schaft in der JVA machten den Dro­gen­konsum für die Gewalt ver­ant­wortlich. „Die Leute werden total ver­wahrt und dann auch noch mit Drogen zuge­ballert. Solch eine Schlä­gerei ist dann natürlich die Kon­se­quenz“, wird ein Häftling zitiert. Ein anderer Gefan­gener habe betont, dass in der Ver­gan­genheit Insassen vor der anstei­genden Gewalt­be­reit­schaft auf der Station gewarnt und sowohl Anstalts­leitung als auch Senats­ver­waltung für Justiz zum Handeln auf­ge­fordert hätten.

Berlins Jus­tiz­se­nator Dirk Beh­rendt (Grüne) wisse vom Dro­gen­konsum in der JVA-Tegel und greife nicht ein, so die Klage einiger Häft­linge. „Gewalt gibt es auch außerhalb von Gefäng­nissen mit und ohne Drogen. Doch im Knast können die Men­schen nicht einfach woan­dershin gehen“, sagte Martina Franke von der Soli­gruppe der Gefan­ge­nen­ge­werk­schaft. Gleich­zeitig stellte sie klar, dass die GG/BO nicht mehr Härte gegen Dro­gen­konsum im Knast fordere – man wolle Rechte der Gefan­genen nicht noch weiter ein­schränken.

„Mehr Über­wa­chung, Kon­trolle und Iso­lation ist keine Lösung für gesell­schaft­liche Kon­flikte. Daher kri­ti­siert die GG/ BO das Gefäng­nis­system ins­gesamt“, betont Franke im Gespräch mit der taz.

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