„Ich habe 1,3 Millionen für das Haus bezahlt und Sie stehen mir im Weg“

Mieter/​innen der Peters­burger Straße 29 lernen Ex-Grünen als rück­sichts­losen Ent­mieter kennen

m Land­kreis Ravens­brück gilt Karl Friedrich Rommel als alter­na­tiver Unter­nehmer, der in den 1980er Jahren bei den Grünen in Ravens­brück ein­ge­treten war, gegen AKW-Trans­porte demons­triert hat und in der Solar­branche wirt­schaftlich aktiv ist. Auch in Unter­neh­mensGrün, der Lob­by­or­ga­ni­sation des Bun­des­verband der Grünen Wirt­schaft, ist der Solar­un­ter­nehmer Karl Friedrich Rommel aktiv gewesen. Doch damit scheint der umtriebige Mann noch nicht aus­ge­lastet. Seit meh­reren Jahren ist er .…

…Besitzer meh­rerer Häuser in Berlin und Leipzig. Dazu gehört auch ein Gebäude in der Peters­burger Straße 29 im nörd­lichen Teil des Stadt­teils Fried­richshain. Die dor­tigen Mieter/​innen lernten Rommel aller­dings nicht als Alter­na­tiv­un­ter­nehmer, sondern als knall­harten Investor kennen, der deutlich machte, dass er die Mieter/​innen so schnell wie möglich los­werden will. „Ich habe 1,3 Mil­lionen Euro für das Haus bezahlt und sie stehen mir jetzt im Weg“, habe Rommel einen der Mieter direkt ins Gesicht gesagt. Die leeren Woh­nungen sollen nach Angaben der Mieter/​innen tages-, wochen- und monats­weise über Airbnb ver­mietet werden. Über einen Airbnb-Account mit einem Alias-Namen seien über 30 Woh­nungen in Rommel gehö­renden Häusern in Berlin und Leipzig inse­riert worden, so die Mieter/​innen, die jetzt an die Öffent­lichkeit gehen wollen. Sechs Bewohner/​innen einer Wohn­ge­mein­schaft, die seit fast 15 Jahren in der Peters­burger Straße 29 leben, beschreiben, was sich für sie geändert hat, nachdem Rommel das Haus erstei­gerte: „Bereits nach wenigen Monaten erhielten alle Miet­par­teien im Haus eine Kün­digung. In unserem Fall wurde angeblich nicht erlaubte Unter­ver­mietung als Grund ange­geben. Wer keine Rechts­schutz­ver­si­cherung hatte zog aus, da die mög­lichen Anwalts- und Pro­zess­kosten jede normale Geld­börse gesprengt hätten. Wir wei­gerten uns die Kün­digung zu akzep­tieren und ris­kierten den Rechts­streit“, heißt es in dem Schreiben. Die Mieter/​innen berichten von den unter­schied­lichen Schi­kanen, denen sie in den letzten Monaten im dem Haus aus­ge­setzt waren. „Fahr­räder wurden im Hof fest­ge­schlossen, Freunde der Mieter seien im Beisein der Polizei als Diebe bezeichnet und kör­perlich ange­gangen worden. Besucher/​innen seien bis zur Woh­nungstür ver­folgt und teil­weise ange­schrien worden. Ein Mieter sei in seiner Wohnung von Rommel gegen die Wand gedrückt und gewürgt worden, heißt es in dem Schreiben, das dem Mie­te­rEcho vor­liegt.

Seit Ende März ist das Gas abge­stellt 

Auch nachdem Rommel den Rechts­streit mit den Mieter/​innen ver­loren hatte und auch seine Berufung gegen das Urteil vom Gericht abge­wiesen worden war, gingen die Schi­kanen weiter. „Ende März drehte Herr Rommel dem gesamten Haus das Gas ab“, beschreiben die Mieter/​innen die neue Eska­la­ti­ons­stufe. So etwas könne jetzt öfter vor­kommen, bis die Mieter/​innen raus sind, habe Rommel sinn­gemäß erklärt. Er habe sich auch geweigert, das Gas wieder anzu­stellen und habe den Mieter/​innen den Zugang zum Haupt­gashahn ver­weigert. Auf Anrufe und Nach­richten habe er nicht reagiert. „So sind wir mitt­ler­weile seit Wochen ohne Warm­wasser, Heizung und Koch­mög­lichkeit“, heißt es in der Erklärung der Mieter/​innen. Sie ver­suchen nun mit einer Einst­wei­ligen Ver­fü­gungen die Gas­zufuhr wieder durch­zu­setzen. Doch sie wollen sich auch mit anderen Mieter/​innen aus­tau­schen und ver­netzen. Zudem suchen sie Kontakt zu Mieter/​innen aus anderen Häusern von Rommel, weil sie sich mit ihnen gerne über ihre Erfah­rungen mit dem Eigen­tümer aus­tau­schen wollen.

Peter Nowak