Rechte Provokation zum Jahrestag der Befreiung

„Reichs­bürger“ haben am 9. Mai eine Kund­gebung am Sowje­ti­schen Ehrenmal in Berlin-Treptow ver­an­staltet.

Die BRD ist nicht Deutschland. Die EU ist nicht Europa“ – lautete die Parole auf einem großen Trans­parent, das am Freitag am Sowje­ti­schen Ehrenmal in Berlin-Treptow zu sehen war. Auch ein bekanntes anti­fa­schis­ti­sches Motiv war dort in einer umge­ar­bei­teten Version auf­ge­zeichnet. Statt eines Haken­kreuzes wirft eine Figur eine EU-Fahne in den Müll­eimer.

Am Fuße der „Statue mit Kind und zer­bro­chenem Haken­kreuz« hatten zum Jah­restag der Befreiung vom Natio­nal­so­zia­lismus die rechts­las­tigen Reichs­bürger eine mehr­stündige Kund­gebung ange­meldet. Orga­ni­sator war Rüdiger Klasen aus Meck­lenburg-Vor­pommern. Anfang der 90er Jahre war Klasen Kreis­vor­sit­zender der NPD in Hagenow. Wegen Betei­ligung an einem Brand­an­schlag auf eine Flücht­lings­un­ter­kunft war er zu einer drei­ein­halb­jäh­rigen Haft­strafe ver­ur­teilt worden. Obwohl er im Prozess weitere NPD-Mit­glieder beschul­digte, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein, trat Klasen noch 2010 auf einer NPD-Ver­an­staltung in Leipzig als Referent auf. Zunehmend aber ver­legte Klasen seine Akti­vi­täten auf die recht­se­so­te­rische „Reichsbürger“-Szene, die das Fort­be­stehen des Deut­schen Reiches pro­pa­giert und die aktu­ellen deut­schen Gesetze und Urkunden nicht aner­kennt.

Am 9. Mai legte Klasen mit anderen am Sowje­ti­schen Ehrenmal einen Kranz mit der Flagge des Deut­schen Reiches und der Auf­schrift „Im Gedenken an alle gefal­lenen Sol­daten“ nieder. Auch der Betreiber des Youtube-Kanals „All­ge­meiner Deut­scher NSL Sender“ Heinz Mario Roma­nowski nahm an der Ver­an­staltung teil. NSL ist die Abkürzung für Neu­schwa­benland, einer regel­mä­ßigen Zusam­men­kunft von Recht­se­so­te­rikern in Berlin.

Nur wenige hundert Meter ent­fernt trafen sich am 9. Mai zahl­reiche Men­schen gemeinsam mit rus­si­schen Vete­ranen zu einer Feier anlässlich des Datums der Befreiung. Mehrere Teil­nehmer der Fei­er­lichkeit, die gegen die rechte Kund­gebung pro­tes­tierten, bekamen von der Polizei Platz­verbot. Ob das Lan­des­kri­mi­nalamt die rechte Kund­gebung an diesem Ort und zu diesem Termin über­haupt hätte geneh­migen dürfen, wird noch das Ber­liner Abge­ord­ne­tenhaus beschäf­tigen.

http://​www​.bnr​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​a​k​t​u​e​l​l​e​-​m​e​l​d​u​n​g​e​n​/​r​e​c​h​t​e​-​p​r​o​v​o​k​a​t​i​o​n​-​z​u​m​-​j​a​h​r​e​s​t​a​g​-​d​e​r​-​b​e​f​r​eiung

Peter Nowak

——————————————–

Diese Meldung bezieht sich auf den Artikel
http://www.jungewelt.de/2014/05–14/061.php

Rechte Provokation am Tag des Sieges

Berlin. Die rechte Grup­pierung »Reichs­bürger« hat am 9. Mai, dem Tag des Sieges über den Faschismus, eine Kund­gebung am Ehrenmal für die gefal­lenen Sol­daten der Roten Armee im Trep­tower Park abge­halten. Wie die Inter­net­seite bnr​.de berichtete, wurde die mehr­stündige Pro­vo­kation von dem ehe­ma­ligen NPD-Kader Rüdiger Klasen orga­ni­siert. Er war in den 90er Jahren wegen eines Brand­an­schlages auf ein Flücht­lingsheim ver­ur­teilt worden. Anti­fa­schisten, die ihren Unmut äußerten, sollen Platz­ver­weise erhalten haben. Nun muß das Ber­liner Abge­ord­ne­tenhaus klären, ob die Polizei den rechten Auf­marsch hätte geneh­migen dürfen.(jW)


Kommentare sind geschlossen.