Petition für bessere Lohnbedingungen an der FU Berlin

Billiglöhne an der Uni

Dass der Lei­dens­druck groß ist, zeigen auch Erklä­rungen, mit der die Betrof­fenen ihre Unter­schrift für die Petition begründet haben. „Ich werde nach 35 Jahren als Lehr­be­auf­tragter mit knapp 600 Euro in Rente gehen“, heißt es da.

Ein wütender Ber­liner Bär, der seine Ketten an den bei- den Tatzen ent­zwei­reißt, ist das Symbol der Kam­pagne „Für eine faire FU“. In ihr haben sich Dok­to­ran­dInnen, Lehr­be­auf­tragten sowie wis­sen­schaft­liche und stu­den­tische Mitarbeiter*innen der FU orga­ni­siert. Sie fordern das Ende des .…

.… Out­sour­cings aller Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse an der Uni­ver­sität und die Been­digung von befris­teten Arbeits­ver­trägen. Statt­dessen sollten es nur noch Dau­er­stell­an­stel­lungen mit fairen Tarif­be­din­gungen geben, so die For­derung. Für die stu­den­ti­schen Hilfs­kräfte wird die Ein­be­ziehung in den für Berlin gel­tenden Tarif­vertrag der Länder (TV‑L) gefor- dert. In den letzten Wochen haben die aktiven Beschäf­tigten knapp 1.300 Unter­schrif- ten für eine Petition mit diesen For­de­rungen gesammelt.„Wir sind mit der Petition von Büro zu Büro gegangen und haben mit den Men­schen per­sönlich gesprochen. Dabei haben wir bei vielen offene Türen ein- gerannt, aber auch gemerkt, dass manche denken, es lasse sich doch nichts ver­ändern“, erklärt Ruben Schenzle von der Initiative gegenüber der taz. Darin sieht er auch den Grund dafür, dass nur knapp ein Drittel der von den pre­kären Arbeits­be­din­gungen an der FU-Berlin Betrof­fenen unter­schrieben haben.

Nur 600 Euro Rente

Dass der Lei­dens­druck groß ist, zeigen auch Erklä­rungen, mit der die Betrof­fenen ihre Unter­schrift für die Petition begründet haben. „Ich werde nach 35 Jahren als Lehr­be­auf­tragter mit knapp 600 Euro in Rente gehen“, heißt es da.

Am Mittwoch will die Initiative mit zwei Kund­ge­bungen auf dem FU-Campus in Dahlem die Auf­merk­samkeit auf ihre For­de­rungen richten.

Die erste Kund­gebung ist um 13.30 Uhr vor der vege­ta­ri­schen Mensa in der Van’t‑Hoff-Straße ange­meldet. Eine Stunde später ist eine Kund­gebung vor dem Henry-Ford-Bau geplant. Dort beginnt um 15 Uhr die Sitzung des Aka­de­mi­schen Senats. Die Aktivist*innen wollen die per Petition ge- sam­melten Unter­schriften über­geben. Auf der Kund­gebung soll in meh­reren Bei- trägen kri­ti­siert werden, dass sich die FU-Leitung einer­seits rühmt, eine Leucht­turm­uni­ver­sität im Rahmen der Exzel­lenz­in­itiative zu sein, während sich ande­rer­seits viele Beschäf­tigte von einer schlecht bezahlten, befris­teten Stelle zur nächsten hangeln müssen.

In der Kritik der Initiative steht auch die Jagd nach Dritt­mitteln, die von der Initiative als ein wich­tiger Grund für die pre­kären Arbeits­ver­hält­nisse ange­sehen wird. Es handelt sich um die letzte Pro­test­aktion im Win­ter­se­mester 2020.

„Der Wind für Ver­än­de­rungen der Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse an der Uni ist günstig“ betont Schenzle. Die Initiative bereite sich schon auf weitere Aktionen im nächsten Semester vor.

Peter Nowak

Erst­ver­öf­fent­li­chungsort: