Trotz vieler Anwohnerproteste wurde am Weigandufer gerodet

Vollendete Tatsachen

Die Anwoh­ne­rIn­nen­in­itiative habe aus­schließlich zivil­ge­sell­schaft­liche Pro­test­formen gewählt und ver­sucht, mit Argu­menten und Unter­schriften die Rodungs­pläne des Bezirks zu ver­ändern, betont Knopp. Wenn manche Men­schen sehen, dass das keinen Erfolg bringt, würden sie zu Aktionen wie der Rei­fen­zer­störung greifen.

Pro­teste, Unter­schrif­ten­ak­tionen und eine Brü­cken­be­setzung haben nicht geholfen: Am Mittwoch kam es zur lange ange­kün­digten Rodung der Büsche und Sträucher am Wei­gan­dufer zwi­schen der Inn- und der Ful­da­straße in Neu­kölln. Über Art und Umfang der Rodung hat es in den letzten Wochen einen .…

.…. hef­tigen Streit zwi­schen dem Bezirksamt Neu­kölln und Anwoh­ne­rInnen gegeben, die sich in der Initiative „Wei­gan­dufer retten“ zusammen geschlossen hatten (taz berichtete).

Die Ini hat fast 800 Unter­schriften für einen Alter­na­tiv­vor­schlag gesammelt, orga­ni­sierte mehrere Demons­tra­tionen und besetzte am ver­gan­genen Sonntag mit etwa 100 Teil­neh­me­rInnen eine Brücke am Wei­gan­dufer. Vor einigen Tagen hat der Nabu Leipzig ein Gut­achten erstellt, das auf die Gefahr für die Spatzen hinwies, die am Wei­gan­dufer ihren Lebensraum haben. Weil der Nabu auch aus finan­zi­ellen Gründen keine juris­ti­schen Schritte gegen die Rodung ein­leitete, hatte das Gut­achten keine auf­schie­bende Wirkung.

Andreas Knopp, der sich als Sprecher der Neu­köllner Stadt­teil­in­itiative Kiez­miezen gegen die Rodung enga­gierte, möchte nach der Nie­derlage eine poli­tische Auf­ar­beitung. Er kri­ti­siert das Ord­nungsamt, aber auch das Bezirksamt Neu­kölln deutlich. Knopp sagt: „Es hat sich jetzt gezeigt, dass wirk­liche Mit­be­stimmung bei der Neu­ge­staltung des Wei­gan­dufers nicht erwünscht war. Dann hätte es möglich sein müssen, dass von den Anwoh­ne­rInnen eigene neue Ideen auch gehört und berück­sichtigt werden. Das ist aber nicht geschehen.“ Er bezieht sich dabei auf einen von den Kri­ti­ke­rInnen erar­bei­teten Alter­na­tivplan für das Wei­gan­dufer, der in der BVV Neu­kölln von der Fraktion der Linken unter­stützt wurde.

Dass am Mon­tag­morgen Reifen zer­stochen wurden an einer für Rodungen ein­ge­setzten Bau­ma­schine, über­rascht Knopp nicht. Die Anwoh­ne­rIn­nen­in­itiative habe aus­schließich zivil­ge­sell­schaft­liche Pro­test­formen gewählt und ver­sucht, mit Argu­menten und Unter­schriften die Rodungs­pläne des Bezirks zu ver­ändern, betont Knopp. Wenn manche Men­schen sehen, dass das keinen Erfolg bringt, würden sie zu Aktionen wie der Rei­fen­zer­störung greifen. „Leid­tra­gende ist dann die Bau­firma, die die Wut über die fehl­ge­leitete Bür­ger­be­tei­ligung zu spüren bekommt“, kom­men­tiert Knopp die Aktion.

Erst­ver­öf­fent­li­chungsort: