Der Eckkneipe Schiller’s droht Verdrängung, nachdem ihr Haus von den Samwer-Brüdern gekauft wurde

Zusammenhalten im Schillerkiez

Auch die Nutzer*innen der eben­falls räu­mungs­be­drohten Kiez­kneipe Syn­dikat aus der Wei­se­straße haben die Demons­tration unter­stützt. „Die punkaf- fine Kund­schaft des Syn­dikat und die Gäste des Schiller’s mag kul­turell manches trennen. Im Kampf gegen die Ver­drängung halten sie zusammen“, so eine Anwoh­nerin.

Schiller’s muss bleiben!“, skan­dierten die etwa 70 Teilnehmer*innen einer Demons­tration am Sams­tag­nach­mittag in Neu­kölln. Sie demons­trierten für den Erhalt ihrer…

.… Lieb­lings­kneipe: das Schiller’s im Schil­lerkiez. „Richtig urige Orte zum Ver­weilen kann es gar nicht genug in Berlin geben. Doch statt Gemüt­lichkeit mehr Raum zu geben, wird genau an dieser Stelle gekürzt“, meint ein Demo- Teil­nehmer.

Dem Schiller’s droht die Schließung. Seit 2015 gehört das Haus, in dem die Eck­kneipe ihre Räume hat, der Aramis Immo­bilien GmbH mit Sitz in München. Sie gehört zum Fir­men­ge­flecht der Samwer-Brüder, die in den ver­gan­genen Jahren zunehmend in den Ber­liner Immo­bi­li­en­markt inves­tiert haben. Im Sep­tember sorgten sie mit der Kün­digung von Arzt­praxen im Haus der Gesundheit am Alex­an­der­platz für Schlag­zeilen. In der Tuchol­sky­straße 30 fürchtet die Kul­tur­kneipe Zosch um ihren Erhalt, nachdem das Haus an das Fir­men­im­perium der Brüder gefallen war.Auch die Mie­te­rInnen der Schil­ler­pro­menade 26 hatten nach dem Eigen­tü­mer­wechsel mit höheren Mieten und Betriebs­kosten zu kämpfen.

Schiller’s‑Besitzer Wal­demar Schwien­bacher bekam die Kün­digung, nachdem der Pacht­vertrag aus­ge­laufen war. Es folgte ein Angebot zur Ver­trags­ver­län­gerung, aber zu einem höheren Miet­preis, den der Kneipier nicht auf­bringen kann. Erst wollte Schwien­bacher sich nicht wehren. Doch die Soli­da­rität seiner Stamm­kun­dInnen und vieler Anwoh­ne­rInnen hat ihn über­rascht. Dazu gehört auch die Redaktion der Neu­köllner Kiez­zeitung Kiez und Kneipe, die im Schiller’s ihre Redak­ti­ons­sit­zungen abhält. Auch der grüne Bezirks­stadtrat Jochen Bie­dermann hat sich in einem Brief an den Haus­be­sitzer fürden Erhalt der Eck­kneipe aus­ge­sprochen. Unter dem Motto „Schiller’s soll bleiben“ haben Anwoh­ne­rInnen eine Online­pe­tition gestartet

Auch die Nutzer*innen der eben­falls räu­mungs­be­drohten Kiez­kneipe Syn­dikat aus der Wei­se­straße haben die Demons­tration unter­stützt. „Die punk­affine Kund­schaft des Syn­dikat und die Gäste des Schiller’s mag kul­turell manches trennen. Im Kampf gegen die Ver­drängung halten sie zusammen“, so eine Anwoh­nerin. „Erst ver­schwinden unsere Kneipen, dann wir“, sagt ein älterer Mann, der sich als Stammgast des Schiller’s vor­stellt.

Erst­ver­öf­fent­li­chungsort: