Kampf gegen die Wildwestmethoden

Maredo-Beschäf­tigte wollen sich nicht mit Enschüch­terung und schlechter Bezahlung abfinden
Am Samstag pro­tes­tierten in meh­reren Städten Maredo-Beschäf­tigte gegen die unso­ziale Politik der Restau­rant­kette

»Gegen Nied­riglohn und Bespit­zelung bei MAREDO!“ lautete die Parole auf dem Trans­parent, das am Sams­tag­nach­mittag in der Ber­liner Tou­ris­mus­meile „Unter den Linken“ bei den Pas­santen für Auf­merk­samkeit sorgte. Auch in anderen Städten gab es am Samstag ähn­liche Aktionen vor Mare­do­fi­lialen. Denn am 26. November jährt sich eine Kün­digung, die von Gewerk­schaftlern als mas­siver Angriff auf Rechte von Lohn­ab­hän­gigen bewertet wird. In den Medien war von „Wild­west­me­thoden bei Maredo“ die Rede. Betroffen waren die Beschäf­tigten der Restau­rant­fi­liale in der Freßgass in Frankfurt/​Main.
Sie berich­teten, am 26. November letzten Jahres hätten Manager der Düs­sel­dorfer Maredo- Fir­men­zen­trale die Beschäf­tigten durch Ein­schüch­terung gezwungen, ihre Kün­di­gungen zu unter­schreiben. Die Abge­sandten aus der Zen­trale hätten den betrof­fenen Mit­ar­beitern in Aus­sicht gestellt, sonst Straf­an­zeigen wegen Eigen­tums­de­likten gegen sie zu erstatten. Über eine Stunde hätten die Beschäf­tigten das Steakhaus nicht ver­lassen dürfen. Die Ein­gänge seien durch Sicher­heits­kräfte gesi­chert. Die Benutzung von Mobil­te­le­fonen sei strikt untersagt worden.14 Betroffene haben bei der Frank­furter Staats­an­walt­schaft Straf­antrag wegen Nötigung und Frei­heits­be­raubung gegen die Ver­ant­wort­lichen von Maredo gestellt. Die Ermitt­lungen laufen noch. Im Juli 2012 hatte die Polizei die Frank­furter Filiale durch­sucht und dabei Video­auf­nahmen gefunden, die Maredo von seinen Beschäf­tigten ohne deren Zustimmung gemacht hat. Trotzdem erreichte das Maredo-Management mit diesen Auf­nahmen, dass das Arbeits­ge­richt in der ersten Instanz den Kün­di­gungen stattgab. Die Richter sahen einen Ent­las­sungs­grund gegeben, wenn Mit­ar­beiter am Arbeits­platz aus­ge­mus­terte Brote gegessen und Wasser getrunken haben. „Maredo besiegt Betriebsräte“, titelte die Frank­furter Rund­schau nach dem Urteil.

Die Betroffen wollen mit Unter­stützung der Gewerk­schaft Nahrung Genuss­mittel, Gast­stätten (NGG) in die nächste Runde gehen. Doch sie ver­lassen sich nicht nur auf dem Rechtsweg.
Schon kurz nach den spek­ta­ku­lären Ent­las­sungen gründete sich ein Soli­da­ri­täts­ko­mitee, das sich noch immer wöchentlich trifft und die Betrof­fenen unter­stützt. Wöchentlich werden auch vor der Frank­furter Filiale Flug­blätter ver­teilt, die über den aktu­ellen Stand des Ver­fahrens infor­mieren. Bei meh­reren Akti­ons­tagen wurden die Aktionen auf die ganze Republik aus­ge­dehnt. Es sei wichtig, dass Ange­le­genheit nicht einfach aus Öffent­lichkeit ver­schwindet, betonen die Betrof­fenen. Namentlich zitiert werden, will niemand. In der Ver­gan­genheit seien mit aus dem Zusam­menhang geris­senen Inter­view­zi­taten neue Kün­di­gungen begründet worden, betonte ein Betrof­fener. Ihr Vorbild ist die Ber­liner Kaiser’s‑Kassieren Emmely, die mit der Begründung gekündigt worden war, sie habe einen Fla­schenbond im Wert von 1,30 Euro unter­schlagen. Einem Soli­da­ri­täts­ko­mitee gelang eine bun­des­weite Debatte über den Fall und Emmely wurde nach meh­reren Nie­der­lagen in den unteren Instanzen am Ende doch wieder ein­ge­stellt werden.
»Gegen Nied­riglohn und Bespit­zelung bei MAREDO!“ lautete die Parole auf dem Trans­parent, das am Sams­tag­nach­mittag in der Ber­liner Tou­ris­mus­meile „Unter den Linken“ bei den Pas­santen für Auf­merk­samkeit sorgte. Auch in anderen Städten gab es am Samstag ähn­liche Aktionen vor Mare­do­fi­lialen. Denn am 26. November jährt sich eine Kün­digung, die von Gewerk­schaftlern als mas­siver Angriff auf Rechte von Lohn­ab­hän­gigen bewertet wird. In den Medien war von „Wild­west­me­thoden bei Maredo“ die Rede. Betroffen waren die Beschäf­tigten der Restau­rant­fi­liale in der Freßgass in Frankfurt/​Main.
Sie berich­teten, am 26. November letzten Jahres hätten Manager der Düs­sel­dorfer Maredo- Fir­men­zen­trale die Beschäf­tigten durch Ein­schüch­terung gezwungen, ihre Kün­di­gungen zu unter­schreiben. Die Abge­sandten aus der Zen­trale hätten den betrof­fenen Mit­ar­beitern in Aus­sicht gestellt, sonst Straf­an­zeigen wegen Eigen­tums­de­likten gegen sie zu erstatten. Über eine Stunde hätten die Beschäf­tigten das Steakhaus nicht ver­lassen dürfen. Die Ein­gänge seien durch Sicher­heits­kräfte gesi­chert. Die Benutzung von Mobil­te­le­fonen sei strikt untersagt worden.14 Betroffene haben bei der Frank­furter Staats­an­walt­schaft Straf­antrag wegen Nötigung und Frei­heits­be­raubung gegen die Ver­ant­wort­lichen von Maredo gestellt. Die Ermitt­lungen laufen noch. Im Juli 2012 fand in der Maredo-Filiale, eine Haus­durch­su­chung statt, bei der Video­auf­nahmen gesucht wurden, die von den Beschäf­tigten ohne deren Zustimmung heimlich gefilmt wurden. Trotzdem erreichte das Maredo-Management mit diesen Auf­nahmen, dass das Arbeits­ge­richt in der ersten Instanz den Kün­di­gungen stattgab. Die Richter sahen einen Ent­las­sungs­grund gegeben, wenn Mit­ar­beiter am Arbeits­platz aus­ge­mus­terte Brote gegessen und Wasser getrunken haben. „Maredo besiegt Betriebsräte“, titelte die Frank­furter Rund­schau nach dem Urteil.

Die Betroffen wollen mit Unter­stützung der Gewerk­schaft Nahrung Genuss­mittel, Gast­stätten (NGG) in die nächste Runde gehen. Doch sie ver­lassen sich nicht nur auf dem Rechtsweg.
Schon kurz nach den spek­ta­ku­lären Ent­las­sungen gründete sich ein Soli­da­ri­täts­ko­mitee, das sich noch immer wöchentlich trifft und die Betrof­fenen unter­stützt. Wöchentlich werden auch vor der Frank­furter Filiale Flug­blätter ver­teilt, die über den aktu­ellen Stand des Ver­fahrens infor­mieren. Bei meh­reren Akti­ons­tagen wurden die Aktionen auf die ganze Republik aus­ge­dehnt. Es sei wichtig, dass Ange­le­genheit nicht einfach aus Öffent­lichkeit ver­schwindet, betonen die Betrof­fenen. Namentlich zitiert werden, will niemand. In der Ver­gan­genheit seien mit aus dem Zusam­menhang geris­senen Inter­view­zi­taten neue Kün­di­gungen begründet worden, betonte ein Betrof­fener. Ihr Vorbild ist die Ber­liner Kaiser’s‑Kassieren Emmely, die mit der Begründung gekündigt worden war, sie habe einen Fla­schenbond im Wert von 1,30 Euro unter­schlagen. Einem Soli­da­ri­täts­ko­mitee gelang eine bun­des­weite Debatte über den Fall und Emmely wurde nach meh­reren Nie­der­lagen in den unteren Instanzen am Ende doch wieder ein­ge­stellt werden.

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Peter Nowak


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