Hausprojekt ein bisschen geräumt

LINKE SZENE Polizei räumt das Erd­ge­schoss des Wohn­pro­jekts in der Bödi­ker­straße in Fried­richshain
Am Diens­tag­morgen wurde die Erd­ge­schoss­wohnung des Wohn- und Kul­tur­pro­jekts Bödi­ker­straße 9 in Fried­richshain von einem großen Poli­zei­auf­gebot geräumt. Damit wurde ein Urteil des Amts­ge­richts Lich­tenberg voll­streckt, das die Kün­digung für die als Ver­samm­lungsraum genutzten Räume für zulässig erklärte (taz berichtete). Zahl­reiche Unter­stüt­ze­rInnen hatten sich am Diens­tag­vor­mittag ein­ge­funden, um gegen die Räumung zu pro­tes­tieren. Nach einer kurz­fris­tigen Blo­ckade des Haus­ein­gangs wurden min­destens elf Per­sonen fest­ge­nommen.

Haus­be­wohner Jörg Friedrich kri­ti­sierte gegenüber der taz das »extrem aggressive Ver­halten« der Polizei, obwohl von den anwe­senden Per­sonen kei­nerlei Gewalt aus­ge­gangen sei. In den letzten Tagen hatten sich Bezirks­po­li­ti­ke­rInnen von Linken und Grünen sowie der Anwalt der Bewoh­ne­rInnen ver­geblich für einen Räu­mungs­auf­schub ein­setzt. »Obwohl das juris­tische Ver­fahren noch nicht abge­schlossen ist, wurde die Räumung mit aller Gewalt durch­ge­setzt«, monierte Friedrich.

Die Mie­te­rInnen befürchten, dass sie von den Eigen­tümern des Hauses, die dort Eigen­tums­woh­nungen errichten wollen, weiter unter Druck gesetzt werden.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bl&dig=2010%2F03%2F17%2Fa0069&cHash=90d33d368e

Peter Nowak