Erfolg im Spätverkauf

Mini­jobber erstreitet Lohn­nach­zah­lungen und Arbeits­zeugnis

Am Dienstag ging vor dem Ber­liner Arbeits­ge­richt der Lohn­kampf in einen
Spätkauf mit einem Ver­gleich zu Ende. Ein Ange­stellter hatte auf Lohn­nach­zah­lungen geklagt, weil er nach eigenen Angaben auf Mini­job­basis bis zu 60 Stunden wöchentlich gear­beitet habe. Der am erzielte Ver­gleich sieht vor, dass der Ange­stellte eine Abfindung von 4000 Euro und ein Arbeits­zeugnis bekommt, das bestätigt, dass er sechs Tage wöchentlich in den Laden gear­beitet hat. Dieser Passus sei ihm besonders wichtig gewesen, betonte der Ver­käufer gegenüber »nd«. Für die anar­cho­syn­di­ka­lis­tische Freie Arbei­te­rinnen- und Arbei­ter­union (FAU) und die Ber­liner Gruppe »Inter­na­tionale Kom­mu­nisten«, die in den
letzten Wochen mehrere Ver­an­stal­tungen und Kund­ge­bungen zu dem Fall orga­ni­sierten betonten, zeigt das Ergebnis, dass selbst in schwer orga­ni­sier­baren Branchen, wie den Spät­ver­käufen Erfolge möglich sind.
Bisher war weder der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di noch der FAU ein Fall bekannt, in dem ein Spät­ver­käufer sich juris­tisch und poli­tisch gegen seien Arbeits­be­din­gungen wehrt. »Infor­melle Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse und das hohe Maß an Pre­ka­rität, das auch die Laden­be­sitzer mit ein­schließt, machen Wider­stand schwer«, erklärt der auf soziale Kämpfe spe­zia­li­sierte Publizist Holger Marcks. Heinz Steinle von der Nach­bar­schafts­in­itiative, die de Ver­käufer unter­stützte, sieht das Problem auch im Nied­rig­lohn­sektor Ein­zel­handel, in dem Beschäf­tigte seit langem über die schlechter wer­denden Arbeits­be­din­gungen klagen. Bei­spiels­weise die Strei­chung von Abend- und Nacht­zu­schlägen war Gegen­stand eines langen Arbeits­kampfes im Jahr 2007.

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Peter Nowak

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