Dem ukrainischen Pazifisten Jurij Scheljaschenko droht die Zwangsrekrutierung

Jurij Scheljaschenko: Der Friedenstäter

2024 wurde die von ihm gegründete Ukrainische Pazifistische Bewegung mit dem Ludwig-Baumann-Preis des Carl-von Ossietzky-Fonds der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte Kriegsdienstverweiger ausgezeichnet. Baumann war Wehrmachtsdeserteur und hat sich für die Rehabilitierung der Männer, die sich geweigert haben, für das NS-Regime in den Krieg zu ziehen, eingesetzt. Kriegsverrat ist Friedenstat – das war das Motto von Ludwig Baumann

Dass viele junge Männer mit repressiven Methoden in der Ukraine zum Wehrdienst gezwungen werden, ist bekannt und wird auch kritisiert. Besonders gefürchtet sind die Greiftrupps, die Menschen von der Straße weg in die Kasernen transportieren. Jetzt droht auch …

 Jurij Scheljaschenko, eine der bekanntesten pazifistischen Stimmen in der Ukraine, die zwangsweise Einberufung zum Militär. Von seinem Büro in Kiew unterstützt Scheljaschenko seit Jahren Kriegsdienstverweiger in der Ukraine, denen das Militär und der Einsatz an der Front oder Strafverfolgung droht. Auch beruflich befasst sich der 45-Jährige mit Methoden der gewaltfreien Lösung von Konflikten. 2012 erwarb er den Magister in Mediation und Konfliktlösung und 2016 den Magister der Rechtswissenschaften an der Kiewer KROK-Universität.

Als Journalist und Blogger setzt sich Scheljaschenko für die Menschenrechte von Deserteuren ein. 2022 erhielt er den Friedenspreis des International Peace Bureau. 2024 wurde die von ihm gegründete Ukrainische Pazifistische Bewegung mit dem Ludwig-Baumann-Preis des Carl-von Ossietzky-Fonds der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte Kriegsdienstverweiger ausgezeichnet. Baumann war Wehrmachtsdeserteur und hat sich für die Rehabilitierung der Männer, die sich geweigert haben, für das NS-Regime in den Krieg zu ziehen, eingesetzt. Kriegsverrat ist Friedenstat – das war das Motto von Ludwig Baumann.

In dieser Tradition steht auch Scheljaschenko. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt haben sich mit ihm solidarisiert. In einer Pressemitteilung äußern sie ihre tiefe Besorgnis über die Verfolgung eines Pazifisten, der aus Gewissensgründen jeden Kriegsdienst verweigert. Peter Nowak