Wenig Unterstützung für Preig-Mieter/innen durch die Politik.

Immobilienhaie aus dem Steuerparadies

Ferner verwies Niklas Schenker darauf, dass mehrere Preig-Häuser im „Steuerparadies“ Zossen gelistet sind. Wegen der niedrigen Gewerbesteuer ist dieses brandenburgische Städtchen ein Eldorado für die Immobilienbranche und ihre Briefkastenfirmen. Auch die „Java Vermögensverwaltung Zossen“ hat dort eine Adresse In ihrem Firmendiagramm, nachzulesen bei www. northdata.com, ist ein ganzes Firmengeflecht um die Preig AG zu erkennen, darunter ist auch die Java Lot1 Gmbh & Co. Sie ist für das im Besitz der Preig AG befindliche Gebäude Lottumstraße 1 in Berlin-Pankow zuständig. Auf der Eingangstür finden sich die Namen von zahlreichen Briefkastenfirmen, darunter der Europäischer Cooperationssenat e.V. und der Holistic of mother earth SCE mbH.

Im Mieterecho Nr. 446 wurde unter der Überschrift „Preig AG auf Einkaufstour“ erstmals über die Aktivitäten der Plutos Real Estate Investment Group AG berichtet, einem neuen Akteur auf dem Berliner Immobilienmarkt. Der Berichterstattung über die bis dahin weitgehend unbekannte Preig AG folgten zwei parlamentarische Anfragen im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Januar 2025 stellte …

… Niklas Schenker, der wohnungspolitische Sprecher der LINKEN im Berliner Abgeordnetenhaus, 11 Fragen zum Agieren der Preig AG an die Berliner Senatskanzlei. Die Antworten machen vor allem deutlich, wie wenig Regulierung es im Bereich der Immobilienwirtschaft gibt. Schon bei der Frage nach der Anzahl der Wohneinheiten und Häuser im Besitz der Preig AG kam die fast schon obligatorische Antwort: „Dem Senat liegen dazu keine Informationen vor“. Auch auf Schenkers Frage nach dem Geschäftsgebaren der Preig AG, bei der er sich auf Medienberichte stützte, lautete die Antwort: „Dem Senat liegen dazu keine Erkenntnisse vor“. Konkret fragte Schenker nach der Verdrängung von Altmieter/innen und Gewerbetreibenden. Ferner verwies Schenker darauf, dass mehrere Preig-Häuser im „Steuerparadies“ Zossen gelistet sind. Wegen der niedrigen Gewerbesteuer ist dieses brandenburgische Städtchen ein Eldorado für die Immobilienbranche und ihre Briefkastenfirmen. Auch die „Java Vermögensverwaltung Zossen“ hat dort eine Adresse In ihrem Firmendiagramm, nachzulesen bei www. northdata.com, ist ein ganzes
Firmengeflecht um die Preig AG zu erkennen, darunter ist auch die Java Lot1 Gmbh & Co. Sie ist für das im Besitz der Preig AG befindliche Gebäude Lottumstraße 1 in Berlin-Pankow zuständig. Auf der Eingangstür finden sich die Namen von zahlreichen Briefkastenfirmen, darunter der Europäischer Cooperationssenat e.V. und der Holistic of mother earth SCE mbH.

Leerstand und dubiose Pläne
Über die weiteren Pläne rund um das Gebäude bestehen Unklarheiten. Aus der Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Katrin Schmidberger (Grüne) geht hervor, dass von der Preig AG kein Antrag auf eine Baugenehmigung zu dem Haus gestellt wurde. Allerdings sieht die Architektenplanung zu dem Gebäude vor, dass das Dach ausgebaut und mit den darunter liegenden Wohnungen zusammengelegt werden soll. Für eine solche Planung wäre eine Baugenehmigung erforderlich. Auf der Homepage der Preig AG heißt es, dass für das Gebäude umfängliche Modernisierungen vorgesehen sind. Mittlerweile häufen sich die Leerstandsmeldungen, wie Schmidberger aus der Antwort auf ihre Anfrage vom Juni 2025 erfuhr. „Das Bezirksamt Pankow (Wohnungsamt) hat Kenntnis davon, dass sechs von acht Wohnungen leer stehen. Der Leerstand ist in Teilen seit Oktober 2024 bekannt“, heißt es da in Bezug auf die Lottumstraße 1. Nach den vorliegenden Informationen wurden im Januar 2024 Sanierungsarbeiten begonnen, aber nicht beendet. Seit ca. August 2024 ruhen die Bauarbeiten. Aktuell werden Amtsverfahren zu dem Leerstandsmeldungen geführt, die aber noch nicht abgeschlossen sind. Wieso die Bauarbeiten seit so langer Zeit unterbrochen sind und warum das Haus seit mehr als 15 Monaten leer steht, ist unbekannt. Auch wie lange die Untersuchungen des Bezirksamtes dazu noch dauern, bleibt offen. Die Antworten auf die Anfragen machen deutlich, dass Mieter/innen auch in diesem Fall wenig Unterstützung von der Politik zu erwarten haben. In den Antworten auf die Anfrage von Schenker zieht sich der Senat fast immer darauf zurück, dass er zu den angesprochenen Frage nichts weiß, richtiger wäre, dass er nichts wissen will. Auch die Untersuchungen zu den Leerstandsmeldungen in der Lottumstraße 1 laufen im Schneckentempo. Schmidberger rät den Mieter/innen, einer Mieterorganisation wie der Berliner MieterGemeinschaft beizutreten. Denn sie müssen sich schon selber organisieren, auf die Politik können sie sich nicht verlassen.

Peter Nowak

Preig-Mieter-Vernetzung: preig-mieter-vernetzung@mailbox.org
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