Bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde am Wochenende erörtert, wie Solidarität mit Kuba in Zeiten der verschärften US-Blockade aussehen kann.

Kuba-Konferenz: Energie für die Revolution

Natürlich spielte die vor allem durch die US-Blockade forcierte Wirtschafts- und Energiekrise in Kuba auf der Konferenz auch eine große Rolle. Hier setzte aber auch das Panel an, das sich am Samstagabend mit der internationalen Solidarität befasste. Claudia Geratewohl von der bei der Linkspartei angesiedelten Organisation Cuba Sí stellte das Projekt »Energie für die Revolution« vor. Auch Till Greger von der Solidaritätsorganisation Interbrigadas betonte, dass es ihnen nicht nur um humanitäre Arbeit gehe. Seine Organisation will mit den Brigaden vor allem jungen Menschen eine Alternative zur kapitalistischen Welt aufzeigen.

Heute stellen fast alle Medien in Deutschland von »FAZ« bis »Taz« Kuba als an eigenen Defiziten gescheiterten Staat dar, als eine Art Relikt des Realsozialismus. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstaltete am Wochenende …

…  eine Konferenz zur Lage in dem Land. Sie hatte bewusst den Titel »100 Jahre Fidel Castro und die Zukunft der kubanischen Revolution« gewählt. Die zahlreichen Referent*innen aus dem In- und Ausland machten deutlich, dass die kubanische Revolution auch heute noch den Menschen in aller Welt viele Impulse geben kann. Gleich beim Eröffnungspanel am Freitagabend verwiesen Heinz Bierbaum, Katiuska Blanco und René González auf die Aktualität im Denken von Fidel Castro. Er hatte schon früh auf die Gefahren hingewiesen, die für die Menschheit aus der Umwelt- und Klimakrise entstehen. Er hat aber immer darauf aufmerksam gemacht, dass die kapitalistische Produktionsweise dafür verantwortlich ist.

Rechtsruck in Lateinamerika

Ein Panel befasste sich mit der Rolle Kubas in einem Lateinamerika, das in den vergangenen Monaten massiv nach rechts gerückt ist und wieder zum Hinterhof der USA degradiert werden könnte. Gerade in einer solchen Situation ist Kuba auch eine linke Alternative. Schließlich hat die kubanische Revolution in den vergangenen fast 70 Jahren eine besondere Resilienz gegen die Versuche des US-Hegemons gezeigt, die Insel wieder in seinen Einflussbereich einzugemeinden. Diese Widerstandsfähigkeit sei nur möglich gewesen, weil Kuba eben nicht die strikte »kommunistische Diktatur« sei, als die sie in großen Teilen der deutschen Medien immer wieder dargestellt werde.

In einem weiteren Panel wurde die lebendige Debatte vorgestellt, mit der die kubanische Bevölkerung über die neue Verfassung von 2019 diskutiert hat. Es wurden aus der Bevölkerung zahlreiche Änderungsanträge eingebracht, die auch in die Verfassung eingeflossen sind. Peter Nowak