. Das Teepeeland dürfte in Zukunft bekannter werden, weil seit Ende Juni ein Uferweg den Freiraum erschließt. Die Zahl der Besucher*innen, darunter viele Tourist*innen, hat sich erhöht. Wie sich das auf die etwa zehn Bewohner*innen des Teepeelands auswirkt, ist noch offen. Wenn man davorsteht, macht es den Eindruck eines kleinen gallischen Dorfes, das dem Gentrifizierungsdruck trotzt
Man geht das Spreeufer nahe der Köpenicker Straße entlang – und steht plötzlich in einem kleinen Dorf, bestehend aus etwa 15 Tipis und Hütten, inklusive einer Küche, einer Bar und einer Bühne«, so beschreibt der Historiker Niko Rollmann einen ungewöhnlichen Freiraum mitten im Berliner Zentrum, das …
Der auf Initiative des MDR verfasste Leipziger Appell bekommt immer mehr Unterstützung. Die Unterzeichnenden erkennen die Einschränkung der Medien- und Pressefreiheit. An entscheidenden Stellen bleibt der Appell jedoch vage.
Auch der Bundesverband Freier Radios (BFR) hat den Appell jüngst unterzeichnet. „Der Leipziger Appell kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn so gefährdet wie heute war die öffentliche Debatte lange nicht. Er bestätigt die Kritik, die Freie Radios vor 30 bis 40 Jahren zu ihrer Gründung veranlasste und die Richtigkeit, der in unseren Strukturen abgebildeten Konsequenzen“, heißt es in der Erklärung des BFR.
Gleich im ersten Absatz erinnert der Appell an die Zerschlagung unabhängiger Medien in der NS-Zeit. Daraus leitet er die Verpflichtung ab, heute für die Presse-Rundfunk- und Informationszeit einzutreten. „Dieses Fundament unserer Verfassung entstand aus den Lehren der …
Verschiedene Gruppen protestieren gegen den Umbau einer Autofabrik in einen Rheinmetall-Standort in Berlin. Nur: Bisher arbeiten sie nicht so recht zusammen.
Schließlich hatten sich auch bei den Aktionstagen gegen Rheinmetall im Wedding Mitglieder der IG Metall beteiligt. Und: Auf der Delegiertenkonferenz der Berliner IG Metall im September 2025 wurde mit nur einer Gegenstimme eine Erklärung verabschiedet. Darin wird die Gewerkschaft zum Widerstand gegen Militarisierung und Sozialabbau aufgefordert.
Die Umwandlung einer Autofabrik in eine Waffenschmiede im Berliner Stadtteil Wedding sorgt weiter für Kritik – allerdings tun sich die Akteur*innen bisher schwer mit einer gemeinsamen Position. Das ehemalige Pierburg-Werk war jahrzehntelang Teil der Automobilzulieferindustrie, es wurden Autokomponenten, zum Beispiel Katalysatorenklappen produziert. In Zukunft will der Rüstungsriese Rheinmetall dort Munitionskomponenten herstellen. Erst Mitte Juli beteiligten sich rund 4.000 Menschen an …
Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion, das die Proteste gegen den Rüstungskonzert organisierte, hat sich in einem differenzierten Statement mit der IG-Metall-Erklärung befasst. »Die Sicherung der Existenz und Rechte aller Beschäftigten ist uns wichtig. Aber es kann uns politisch nicht egal sein, ob die Produkte, die wir herstellen, gesellschaftlichen Nutzen bringen oder Tod und Zerstörung«, betonen die Antimilitarist*innen. Durch Aufrüstung werde weder die Wirtschaft angekurbelt noch bringe sie in der Summe ein Mehr an Arbeitsplätzen. Stattdessen müsse die Produktion von zivilen Produkten gefördert werden.
Seit über einem Jahr sorgt die Umwandlung einer Autofabrik in eine Waffenschmiede im Berliner Stadtteil Wedding für Proteste. Höhepunkt waren Aktionstage vom 10. bis zum 12. Juli. Zum Abschluss demonstrierten über 4000 Menschen gegen Rheinmetall im Wedding. Kurz danach hat sich die IG-Metall mit …
Mit den Redakteur der Zeitung »Graswurzelrevolution«, Lou Marin kommt ein Autor zu Wort, der deutliche Worte zu den Kriegsursachen findet: »Nein, Krieg kann sowohl kurz- als auch langfristig nicht durch Diplomatie, sondern nur durch eine Antikriegsbewegung von unten beendet werden, die durch massenhafte Verweigerung und gewaltfreien Widerstand geprägt ist.«
Ein Kind, gekleidet in eine Militärjacke: Diese eindringliche Fotomontage des Künstlers Gottfried Helnwein findet sich auf der Titelseite des kürzlich im Verlag Graswurzelrevolution veröffentlichten Sammelbandes mit dem Titel »Kriegsuntüchtigkeit als Chance«. Dort sind 42 Essays und andere Beiträge gegen den gar nicht so neuen, …
Wie Danger Dan und Uwe Steimle an die Grenzen der Kunstfreiheit stießen. Unterstützung brauchen jedoch die vielen gecancelten Künstler, über die kaum jemand redet.
Wer sich für die wirklichen Opfer der autoritären Wende in Deutschland auch im Kunstbetrieb interessiert, der kann den Newsletter des Berliner Künstlers Thomas Kilpper studieren. Er arbeitet mit künstlerischen Mitteln und benennt Menschen, die wirklich gecancelt wurden und die von einen Danger Dan und einen Uwe Steimle bestimmt keine Unterstützung bekommen.
Etwas Besseres hätte dem HipHoper Danger Dan nicht passieren können, als dass er von der linksliberalen ZDF-Sendung “Die Anstalt“ aus politischen und nicht aus ästhetischen Gründen ausgeladen wurde. Denn bei dem Song …
Helge Döhring (Hg.): „grosse, schöne, unvergessliche Tage“. Verlag Edition AV 2026. 88 Seiten. ca. SFr. 23.00. ISBN: 978-3-86841-362-5. Infos zur Filmreihe A las Barricadas!
Ein Buch und eine Filmreihe geben einen Einblick und benennen auch die Widersprüche.ass die Widersprüche in der spanischen Linken zwischen 1936 – 1939 komplizierter waren und sich nicht in dem Gegensatzpaar autoritäre versus antiautoritäre Linke auflösen, erfahren wir in den Berichten der Zeitzeug*innen. Da erzählt Heinrich Friederitzky, wie er als junger Anarchosyndikalist mit einem Freund über eine KP-nahe Organisation die Reise nach Spanien antrat, weil ihre eigene Organisation dazu nicht in der Lage war. Ihr Plan, sich dann schnell zur anarchistischen Brigade Durruti abzusetzen, liess sich dann nicht umsetzen
Am 19. Juli 1936 begann in Spanien der rechte Militärputsch gegen eine linke Volksfrontregierung, der den Bürgerkrieg auslöste, in den das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien aufseiten der Putschisten eingriffen. Das ist die offizielle Erzählung über das, was sich vor 90 Jahren in Spanien zugetragen hat. „Was heisst Bürgerkrieg, für mich war es die Spanische Revolution“, sagte Heinrich Friederitzky, der sich als Anarchosyndikalist am Kampf in Spanien beteiligt hatte. Er gehört zu den 12 Anarchosyndikalist*innen, die in dem kürzlich im Verlag Edition AV veröffentlichten Buch „grosse schöne unvergessliche Tage“ natürlich pünktlich zum 90-Jahrestag erschienen ist. Er gehörte zu den 12 Zeitzeug*innen, die zwischen …
Nicht wenige der Freikorpsmitglieder waren im März 1920 am sogenannten Kapp-Putsch beteiligt, als Monarchisten und Teile des Militärs die Weimarer Republik beseitigen wollten. Der Putsch scheiterte, weil Arbeiter*innen der unterschiedlichen Strömungen mit einen Generalstreik das Land lahmlegten. »Das war für mich das Beispiel von erfolgreichem Antifaschismus, obwohl es den Begriff damals noch nicht gab«, sagte Bernd Langer.
Bei schönem Sommerwetter möchte niemand die Freizeit in Innenräumen verbringen – das zumindest dachte sich der Bildungsverein Helle Panke und lud zum Spaziergang rund um den Rosa-Luxemburg-Platz ein. Am Donnerstag kamen etwa ein Dutzend Menschen zusammen, um über Vergangenheit und Gegenwart der antifaschistischen Aktion zu lernen. Viele kannten schon Bernd Langer, der die Teilnehmer*innen durch das Viertel leitete und sie unterwegs kurzweilig in die Anfänge des Antifaschimus in der Weimarer Republik einführte. Dabei verwies er auch auf die Ereignisse rund um den Rosa-Luxemburg-Platz. Langer ist seit vielen Jahren ein Kenner der …
Während die Mietergremien an der kurzen Leine der LWU geführt werden und als „nicht rechtsfähige sonstige Organe“ dieser LWUs gelten, handelt es sich bei den Mieterinitiativen gewissermaßen um den außerparlamentarischen Arm der Mieterbewegung – und bekanntlich sind im Freien auch die Freiheiten größer“, bringt Kohlstruck die unterschiedlichen Vorstellungen auf den Punkt, wie man MBR als Gegenmacht gegen Unternehmensentscheidungen positionieren kann.
Warum sollten Mieter/innen Zeit und Energie aufbringen, um sich bei den Landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) in Mieterbeiräten (MBR) zu engagieren? Ist das nicht eher eine Art der simulierten Mitbestimmung? So heißt es in einer Stellungnahme des Staatssekretärs für Wohnen und Mieterschutz, …
Der Streit um den Umgang mit AfD und Co. geht nicht nur in Deutschland weiter, sondern auch im Europäischen Parlament, wo ein Prüfverfahren für die ESN zu möglichen Verstößen gegen die europäischen Werte gefordert wird.
Eine linke Bewegung müsste im Sinne des linken BRD-Soziologen Reinhard Opitz deutlich machen, dass es sowohl bei der Union wie der AfD um Formen kapitalistischer Politik und Machtsicherung handelt, die immer mit den Zumutungen für große Teile der Bevölkerung verbunden ist. Eine linke Bewegung müsste sich daran beteiligen, diese Zumutungen zurückzuweisen. Das sind die Proteste gegen Sozialkürzungen, während die Militärkosten steigen, das sind die Jugendlichen, die den Wehrdienst verweigern, das sind die Geflüchteten, die sich gegen ihre Entrechtung wehren.
Die Entrechtung wird noch immer von SPD und Union federführend vorangetrieben, die AfD hatte dazu noch keine Gelegenheit. Wenn sie sie hätte, würde sie an die Geschichte der Unionsparteien anknüpfen, die 1999 unter Roland Koch in Hessen eine Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft lancierte und damit auch Landtagswahlen gewann. So hat Luigi Pantisano völlig Recht, dass hier Union und AfD eine rechte Politik betreiben, nur auf das Adjektiv faschistisch hätte er verzichten können.
Das Parteienbündnis „Europa der souveränen Nationen“ (ESN) ist ein Sammelbecken der Ultrarechten im EU-Parlament. Wenn man anklickt, für welche Werte sie stehen, wird man allerdings auch die Achtung der Menschenwürde und der Rechte sexueller Minderheiten sowie die Ablehnung von Diskriminierung lesen. Wie ernst das gemeint sein mag, ist natürlich offen, wie immer, wenn es um die europäischen Werte geht. Sie werden viel zitiert, oft als Textbausteine verwendet, aber in der Praxis selten angewendet. Vielleicht können sich die Angehörigen der vielen Menschen, die im Massengrab Mittelmeer oder an anderen EU-Außengrenzen gestorben sich, wenigstens darauf berufen, wenn sie auf Entschädigung klagen. Häufig kommt es nicht vor. Die europäischen Werte führen auch die Fraktionen an, die in der letzten Woche ein Prüfverfahren gegen die ESN im Europaparlament in die Wege geleitet haben. Es soll eine Aufsichtsbehörde gebildet werden, die mögliche Verstöße gegen EU-Grundwerte bei der ESN prüfen soll. Eine Mehrheit von 414 Abgeordneten sprach sich dafür aus, 224 dagegen, 18 enthielten sich. Federführend bei der Initiative war der EU-Abgeordnete …
Katrin Schmidberger bezeichnete die Antwort auf ihre Anfrage gegenüber »nd« als »Offenbarungseid«. »Die Preig AG ist kein Einzelfall, sondern ein Lehrstück. Baustellen werden aus Kapazitätsgründen nicht kontrolliert, vorgeschriebene Mieteranhörungen unterbleiben wegen Unterbesetzung und selbst eine Registerrecherche, die Mieter*innen ehrenamtlich an einem Nachmittag geschafft haben, scheitert angeblich am Personal,« so die Kritik der Abgeordneten.
Die Preig AG ist ein relativ neuer Akteur am Berliner Immobilienmarkt. Das Kürzel steht für Plutos Real Estate Investment Group Aktiengesellschaft. Mieter*innen in der Hauptstadt stehen dem Konzern skeptisch gegenüber, weil dieser Wohnhäuser in angesagten Kiezen kauft und modernisieren lässt – das schürt die Angst vor steigenden Mieten und Verdrängung der dort Wohnenden. Jüngst wandten sich zwei Kreuzberger Hausgemeinschaften an die Abgeordneten von Linke, Grünen und SPD und an das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Sie bangen um die Entwicklung ihrer Wohnhäuser in der …
Cornelius Castoriadis zeigt sich als ambivalenter Theoretiker zwischen einer noch heute nützlichen Bürokratiekritik und der Hinwendung zum Bellizismus. Doch auch die Stärken in Castoriadis Kritik an der bürokratischen Klasse in der SU sollte aufgegriffen und weiterentwickelt werden. So stellt sich die Frage, ob dieser Ansatz nicht auch für die Analyse der aktuellen russischen Gesellschaft nützlich wäre. So stellt Thorsten Fuchshuber in seinem Buch „Rackets. Kritische Theorie der Bandenherrschaft“ (siehe kritisch-lesen.de #65) die Frage, ob der Racket-Ansatz nicht auch auf die russische Gesellschaft passt
In den 1970er Jahren wurde Cornelius Castoriadis besonders in solchen linken Kreisen viel gelesen, die sich für eine sozialistische Theorie jenseits von Stalinismus und Sozialdemokratie interessierten. Der in Griechenland geborene Autodidakt, der kein abgeschlossenes Universitätsstudium hatte, begann seine politische Sozialisation in der …
In Berlin-Wedding soll eine ehemalige Autoteile-Fabrik zur Munitionsschmiede werden. Antimilitaristen verteilten wochenlang Flugblätter am Werkstor – ohne Erfolg. Könnten bald Lkw-Blockaden der nächste Schritt im Protest sein?
Während es den Antimilitaristen nicht gelungen war, Kontakte zu den Rheinmetall-Beschäftigten zu knüpfen, so zeigte sich doch ihr Rückhalt im Viertel. Dort sind schon seit vielen Jahren mit „Hände weg vom Wedding“ und dem „Stadtteilkomitee Wedding“ zwei linke Gruppen aktiv, die die Bewohner bei ihrem Kampf gegen hohe Mieten und Verdrängung unterstützen. Seit einem Jahr hat auch bei ihnen der Kampf gegen Rheinmetall einen großen Stellenwert bekommen. „Bei Haustürgesprächen hörten wir allgemein Erschrecken und Ablehnung, dass mitten im Wohngebiet eine Rüstungsschmiede entstehen soll“, sagte ein Aktivist von „Hände weg vom Wedding“, der seinen Namen nicht nennen möchte.
Das Erste, was ins Auge fällt, sind die mit dickem Draht umwickelten Zäune rund um das Rheinmetall-Werk in Berlin-Wedding. Hinter dem Zaun: eine leere Fabrik. Davor: mehr als 3000 Menschen, die an diesem Samstag Mitte Juli gegen den …
Das Verhältnis zwischen DWE und der von der BMG getragenen Initiative INKW war nicht immer spannungsfrei. Doch jetzt geht der Blick nach vorne. „Die Diskussion war eine gute
Grundlage für eine Kooperation zwischen DWE und INKW“, betonte Nico Hertz-Eichenrode im Gespräch mit dem MieterEcho. Diese Zusammenarbeit könnte sich in gemeinsamen Veranstaltungen ausdrücken, aber auch durch gemeinsames Agieren auf Kundgebungen und Demonstrationen.
Auf der Stadtpolitischen Konferenz der BMG diskutierten Vertreter der Initiative Neuer Kommunaler Wohnungsbau (INKW) und der Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen (DWE) erstmals zusammen. Dabei wurde schnell deutlich, dass es ein gemeinsames Ziel gibt: dem renditegetriebenen Markt möglichst viele Wohnungen zu entziehen. Der Stadtsoziologe Andrej Holm, der auf der Konferenz die INKW vertrat, verwies auf deren Grundsatzerklärung, in der es heißt: …
. Diese Repression soll in Zeiten der neuen deutschen Kriegsfähigkeit Kolleg:innen einschüchtern und abschrecken. Wie sich das auswirkt, konnten Aktivist:innen des Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion in der Praxis erleben.
Es zeigt sich auch an vielen Äußerungen, dass die Führungsebene der Gewerkschaft die Ziele des Staates auch in der Außenpolitik vollständig verinnerlicht hat. So stellt sich die Frage nach Gewerkschaften, die in anarchosyndikalistischer Tradition die Parole »Arbeiter:innen schießen nicht auf Arbeiter:innen«, »Arbeiter*innen produzieren nicht für Rüstung und Krieg« wieder an die Arbeitsplätze tragen
»Mein Name ist Christopher, ich komme gerade aus der Nachtschicht«. Mit dieser Ansprache wandte sich Christopher T. am 23. August 2025 an die Antimilitarist:innen, die sich mit einer Demonstration gegen die Militarisierung am Flughafen Leipzig wandten. Daran hatten sich insgesamt circa 700 Menschen beteiligt, die sich an dem warmen Sommertag auf einen 15 Kilometer langen Weg vom …