Hermann Theisen (Hg.): Kriegsuntüchtigkeit als Chance. Essays gegen den Krieg und für zivile Konfliktlösung, Verlag Graswurzelrevolution 2026, 28 €.

Einsprüche gegen Kriegstüchtigkeit

Mit den Redakteur der Zeitung »Graswurzelrevolution«, Lou Marin kommt ein Autor zu Wort, der deutliche Worte zu den Kriegsursachen findet: »Nein, Krieg kann sowohl kurz- als auch langfristig nicht durch Diplomatie, sondern nur durch eine Antikriegsbewegung von unten beendet werden, die durch massenhafte Verweigerung und gewaltfreien Widerstand geprägt ist.«

Ein Kind, gekleidet in eine Militärjacke: Diese eindringliche Fotomontage des Künstlers Gottfried Helnwein findet sich auf der Titelseite des kürzlich im Verlag Graswurzelrevolution veröffentlichten Sammelbandes mit dem Titel »Kriegsuntüchtigkeit als Chance«. Dort sind 42 Essays und andere Beiträge gegen den gar nicht so neuen, …

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Kriegsuntüchtigkeit als Chance. Essays gegen den Krieg und für zivile Konfliktlösung Hrsg. H.Theisen. Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2026. 272 S., 28 Euro

Wir müssen Kriegsuntüchtigkeit lernen

Es ist erfreulich, dass in dem Buch Einsprüche gegen die jüngste Militarisierung versammelt sind. Nur zwei Kritikpunkte sollen nicht verschwiegen werden. Es fällt auf, dass kaum jüngere Menschen zu Wort kommen. Der Songwriter Max Prosa gehört mit 37 Jahren zu den jüngsten Autoren in dem Buch. Er hat ein Friedenslied beigesteuert, das er mit der Liedermacherin Dota Kehr produziert hat. Damit zusammen hängt, dass auch das Spektrum der Antimilitarist:innen in dem Buch begrenzt ist.

In Zeiten, in denen die neue Kriegstüchtigkeit beschworen wird, braucht es Stimmen, die sich dem entgegenstellen. In dem kürzlich erschienen Band sind gleich 42 dieser Einsprüche gegen den gar nicht so neuen Militarismus versammelt. Herausgeber ist Hermann Theisen, der wegen seines antimilitaristischen Engagements …

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Das Aktionsorchester Lebenslaute hat die Baustelle des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam besetzt, um gegen den Umgang mit Geflüchteten zu protestieren.

Musizieren gegen Abschiebungen

Die diesjährige Tour steht unter dem Titel „Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen“. „Wir sind unter anderem zum Neubau des Bundespolizeipräsidiums gegangen, weil von dort auch Abschiebungen von Geflüchteten geplant und koordiniert werden“, erklärte eine Aktivistin von Lebenslaute gegenüber der taz.

Die Überraschung war gelungen. Die Bauarbeiter kamen aus dem Staunen nicht hinaus. Rund 100 Personen knipsten am Freitagvormittag den Zaun auf und besetzten die Baustelle des Bundespolizeipräsidiums am Rande von Potsdam. Sie stellten sich auf der Treppe vor dem Gebäude auf, packten Trompeten, Celli, Flöten und Notenständer aus. Eine Frau schwang den Taktstock. Mehr als eineinhalb Stunden spielte das …

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