Cornelius Castoriadis zeigt sich als ambivalenter Theoretiker zwischen einer noch heute nützlichen Bürokratiekritik und der Hinwendung zum Bellizismus. Doch auch die Stärken in Castoriadis Kritik an der bürokratischen Klasse in der SU sollte aufgegriffen und weiterentwickelt werden. So stellt sich die Frage, ob dieser Ansatz nicht auch für die Analyse der aktuellen russischen Gesellschaft nützlich wäre. So stellt Thorsten Fuchshuber in seinem Buch „Rackets. Kritische Theorie der Bandenherrschaft“ (siehe kritisch-lesen.de #65) die Frage, ob der Racket-Ansatz nicht auch auf die russische Gesellschaft passt
In den 1970er Jahren wurde Cornelius Castoriadis besonders in solchen linken Kreisen viel gelesen, die sich für eine sozialistische Theorie jenseits von Stalinismus und Sozialdemokratie interessierten. Der in Griechenland geborene Autodidakt, der kein abgeschlossenes Universitätsstudium hatte, begann seine politische Sozialisation in der …
Nach seinem Abschied vom Marxismus bekam die russische Frage, die Castoriadis bis zum Lebensende beschäftigte, eine andere Bedeutung- War es zunächst die Frage, wieso die proletarische Revolution zur Herrschaft der Bürokratie werden konnte, machte er sich in Texten aus den 80er Jahren Gedanken darüber, ob die Nato einem Angriff des Warschauer Paktes standhalten könne. Hatte er zunächst über Trotzkist*innen gespottet, die in der Sowjetunion noch etwas Verteidigenswertes sehen wollten, so teilte er in seinen späteren Texten gegen jene aus, die für eine Entspannungs- und Verständigungspolitik gegenüber dem Osten eintraten.
Vor 40 Jahren wurde Cornelius Castoriadis in jenen linken Kreisen viel gelesen, fie sich für eine sozialistische Theorie jenseits von Stalinismus und Sozialdemokratie interessierten. Der in Griechenland geborene Autodidakt, der kein abgeschlossenes Universitätsstudium hatte, begann seine politische Sozialisation in der …