Zur Abschaffung der Leiharbeit

Die Ber­liner Jour­na­listen Andreas Förster, Holger Marcks widmen sich in ihrem gerade im Unrast-Verlag erschienen Büchlein „Zur Abschaffung der Leih­arbeit“ mit dem eigent­lichen Boom-Sektor in der deut­schen Wirt­schaft.
Die öko­no­mi­schen Rah­men­be­din­gungen dafür werden in meh­reren Kapiteln nicht nur in Deutschland nach­ge­zeichnet. Mat­thias Seiffert unter­sucht die Bedin­gungen für die Leih­arbeit im EU-Raum. Bisher ist Grie­chenland mit 0,1 % der Leih­ar­beiter noch ein Schluss­licht. Das dürfte sich mit der Eta­blierung eines EU-Kri­sen­pro­tek­torats für das Land ändern.
Mehrere Kapitel widmen sich den gewerk­schaft­lichen Dis­kus­sionen zur Leih­arbeit. So hat das von der IG-Metall initi­ierte Netzwerk „Zeit­ar­bei­te­rInnen – ohne Orga­ni­sation machtlos“ (ZOOM) die Parole “Leih­arbeit fair gestalten“ durch die For­derung „Gleiche Arbeit – gleiches Geld“ ersetzt. Der Müns­te­raner Soziologe Torsten Bewernitz gibt einen kurzen Über­blick über Wider­stands­ak­tionen gegen die Leih­arbeit in Deutschland. Er erwähnt Pro­teste gegen die Leih­ar­beits­messen und Job­börsen, geht auf Leih­ar­beits­spa­zier­gänge ein, bei denen bekannte Firmen auf­ge­sucht wurden und erinnert an dem Streik bei einer Leih­ar­beits­firma in Frankfurt/​Main im Dezember 2005. Das Büchlein gibt einen guten Über­blick über die Debatte.
http://​medien​-kunst​-industrie​.bb​.verdi​.de/​s​p​r​a​c​h​r​o​h​r​/​#​a​u​s​g​a​b​e​n​-2012
Peter Nowak

Andreas Förster, Holger Marcks (Hg.), Knecht zweier Herren
Zur Abschaffung der Leih­arbeit, Münster November 2011,
ISBN: 978–3‑89771–112-9Ausstattung: br., 78 Seiten, 7.80 Euro