Free Mumia Abu Jamal – right now!

Kampf um die Frei­lassung des kranken US-Jour­na­listen geht weiter

Free Mumia Abu Jamal« heißt esauf Flug­blättern und Pla­katen, die wieder im Ber­liner Stadtbild zu sehensind. Seit der US-Jour­nalist lebens­ge­fährlich erkrankte, ist weltweit die Soli­da­ri­täts­be­wegung erneut gewachssen.

Seit Ende 2014 leidet Mumia an schwerem Dia­betes. Seitdem wächstbei den Unter­stützern des Jour­na­listen die Sorge. Schon in den 90er Jahren rettete eine inter­na­tionale Kam­pagne Mumia das Leben. Er saß fast 20 Jahre in einer Todes­zelle, weil erwegen Poli­zis­ten­mordes in einem umstrit­tenen Ver­fahren von einer rein weißen Jury zum Tode ver­ur­teilt worden war. Der Jour­nalist hatte die Tat immer bestritten. Die welt­weite Soli­da­rität konnte die Auf­hebung des Todes­ur­teils erreichen. Doch Mumia kam nicht frei und bekam auch kenen neuen Prozess, bei dem seine Anwälte ent­las­tende Beweise hät­ten­vor­legen können, die juris­tische Komitees zusam­men­ge­tragen hatten.Das Todes­urteil wurde in eine lebens­läng­liche Haft­strafe umge­wandelt –und das bedeutet nach US-Rechts­system Gefängnis bis zum Tod. Nachdem die unmit­telbare Lebens­gefahr für Mumia vorbei war,ebbte die Soli­da­ri­täts­be­wegung ab.Aber Kon­takte und Netz­werke können schnell reak­ti­viert werden. Das­zeigte sich in den letzten Wochen,als die Erkrankung bekannt wurde. Schnell waren Plakate und Flug­blätter gedruckt, Kund­ge­bungen und­De­mons­tra­tionen orga­ni­siert. Die­zen­trale For­derung lautet: Frei­heitfür Mumia – sofort. Für Anton Mestin von der Ber­liner Mumia-Soli­da­rität hat die Losung eine besondere Dring­lichkeit: »Im Gefängnis ist die Krankheit von Mumia lange Zeit nicht erkannt worden. Unter Gefäng­nis­be­din­gungen wird er auch nicht wieder gesund werden.« Der­harte Kern der Mumia-Soli­da­rität hofft, dass sich nun viele Menschen,die bereits in den letzten 20 Jahren aktiv waren, wieder an der Soli­da­ri­täts­arbeit betei­ligen. Dazu gehö­renauch viele ve.rdi-Mitglieder. Schließlich ist Mumia Ehren­mit­glied der­Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft.

aus: Sprachrohr 2/2015

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Peter Nowak