Die Antirassistische Initiative hat ein Update ihrer Langzeit­dokumen­tation über die Folgen von Asyl­rechts­schleifung und immer neuen Gesetzes­verschär­fungen vorgelegt

Deutsche Flucht­politik: Seit Jahr­zehnten tödlich

Auf der ARI-Homepage findet sich auch eine vom Um­bruch-Bild­archiv aus Berlin-Kreuz­berg erstellte Foto­gale­rie. Sie zeigt einen Gedenkort für die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt, den Unbekannte am 26. August 2020 am Berliner Oranienplatz errichtet hatten. Im August 2021 erkannte die Bezirksverordnetenversammlung Fried­richs­hain-Kreuz­berg mehrheitlich den Stein als Gedenkort an.

Es sind oft nur kurze Meldungen, die darüber berichten, wie Geflüchtete durch Neo­nazis, aber auch durch Polizist*innen Gewalt erfahren oder sogar getötet werden. Die Anti­rassis­tische Initia­tive (ARI) in Berlin sorgt seit 32 Jahren dafür, dass solche Fälle systematisch erfasst werden. Jetzt hat sie den mitt­ler­weile fünften Band ihrer Lang­zeit­doku­men­ta­tion …

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Christopher T. wurde wegen eines Demo-Auftritts vom DHL-Konzern entlassen. Jetzt hat das Leipziger Arbeitsgericht den Rauswurf für nichtig erklärt

Kritik an Rüstungstransporten kein Kündigungsgrund

Nach seinem Erfolg vor dem Arbeitsgericht will Christopher T. so schnell wie möglich wieder seine Arbeit im DHL-Luftfrachtzentrum auf dem Flughafen Leipzig/Halle aufnehmen. Doch wann er dort wieder Pakete bearbeiten wird, ist noch unsicher. Denn gegen die Gerichtsentscheidung vom Mittwoch ist Revision zugelassen. Auf Nachfrage erklärte die DHL-Pressestelle: »Wir nehmen diese Entscheidung des Leipziger Arbeitsgerichts zur Kenntnis und bereiten die notwendigen Rechtsmittel vor, um die aus unserer Sicht klar fehlerhafte Entscheidung überprüfen zu lassen.«

Gleich eine dreifache Niederlage gab es für den Logistikkonzern DHL vor dem Leipziger Arbeitsgericht. Die zuständige Richterin erklärte nicht nur die fristlose wie auch die nachgeschobene fristgerechte Kündigung von Christopher T. durch DHL für nichtig. Sie lehnte auch die gerichtliche Aufhebung seines Arbeitsvertrags ab, die das Unternehmen beantragt hatte. »Ein Sieg auf ganzer Linie«, freute sich Jörg Weidemann vom Solidaritätskreis für T., der sich kurz nach dem Rauswurf im September 2025 gegründet hat. T., der bei DHL am Airport Leipzig/Halle auch als Verdi-Vertrauensmann tätig war, hatte seine Kündigung erhalten, nachdem er auf einer Demonstration gegen …

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Mie­te­r:in­nen der High-Deck-Siedlung in Neukölln beklagen die schlechten Wohnverhältnisse – und dass die landeseigene Howoge nichts unternehme.

Mall of Shame mit Schimmel

Schon über 600 Mie­te­r*in­nen der High-Deck-Siedlung haben einen der taz vorliegenden Brandbrief unterzeichnet, in dem zahlreiche Mängel aufgelistet sind, die auch auf der Fotowand zu sehen sind: Wasserschäden, Schimmelbildung, undichte Fenster und defekte Heizungen gehören ebenso dazu wie die mangelnde Kommunikation mit der Howoge.

Die Fotos, die auf einer Tafel angepinnt sind, zeigen Schimmel an den Wänden, defekte Wasserleitungen und Ratten in den Kellerräumen. „Das ist unsere Mall of Shame“, sagt Fatma Ismail. Sie ist Sprecherin der …

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Mieter in der High-Deck-Siedlung fordern mit einer Unterschriftensammlung Instandsetzung und niedrigere Mieten von der landeseigenen Howoge.

High-Deck-Siedlung in Neukölln: Mieter wollen saubere Platten

Im Anschluss an die Kundgebung sammelte eine Gruppe von Mieter*innen gemeinsam mit dem Kiezprojekt Unterschriften unter dem Brandbrief an die Howoge. Etwa 600 Bewohner*innen haben schon unterzeichnet. Wenn 1000 Unterschriften zusammengekommen sind, soll der Brief an die Wohnungsbaugesellschaft übergeben werden.

»Wir leben seit Jahren mit Schimmel, Feuchtigkeit, undichten Fenstern und immer neuen Schäden«, sagt Katharina Klappheck am Dienstagnachmittag auf einer Kundgebung vor der …

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Engagierte Medien abseits des Mainstreams gibt es zunehmend mehr. Sie sind hochinteressant, aber oft wenig bekannt. Deshalb stellt M in jeder gedruckten Ausgabe und auf M Online einige davon vor.

Schon entdeckt? Stichwort Bayer

In der nächsten Ausgabe von Stichwort Bayer: „Glyphosat als Chemie-Waffe. Momentan kommt es im Nahost-Krieg zum Einsatz. Und in Brasilien lassen Großgrundbesitzer*innen Glyphosat versprühen, um Indigene zu vertreiben und sich deren Land anzueignen.“

Über die Nähe zwischen US-Präsident Trump und dem Tech-Milliardär Elon Musk wird viel berichtet. Doch Musk ist nicht der Einzige, der den rechten Republikaner unterstützt hat. „Die Spenden des Bayer-Konzerns bei der
US-amerikanischen Präsidentschaftswahl flossen mehrheitlich dem republikanischen Lager zu. Der Leverkusener Multi erhofft sich von einer Regierung unter Donald Trump bessere Geschäfte, weniger Umweltauflagen und mehr Rechtsschutz in Sachen Glyphosat,“ schreibt Jan Pehrke in der aktuellen Ausgabe von …

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Im Berliner Ortsteil Wedding sollen in einer Fabrik künftig Munitionshülsen gefertigt werden. Mit einem Fest mobilisieren Nachbarn gegen das Projekt.

Berlin-Wedding: Kiez für den Frieden

Am 10. Juli beginnen die Aktionstage gegen die Waffenfabrik im Wedding. Bis zum 12. Juli soll es Diskussionen, Konzerte aber auch zahlreiche Protestaktomen gegen Rheinmetall im Wedding geben. In einem Zelt auf der zentralen Wiese im Humboldthain sollen auch Beschäftige verschiedener Branchen über den Widerstand gegen Militarisierung am Arbeitsplatz diskutierten. Am Samstag soll um 14 Uhr am S-Bahnhof Gesundbrunnen eine Demonstration unter dem Titel »Gemeinsam Kriege stoppen« beginnen.

Eine Musikbühne, mehrere Essenstände, Hüpfburgen für Kinder: Auf den ersten Blick würde man meinen, dass am Samstag in der Buttmannstraße in Wedding ein ganz normales Straßenfest stattfand. Doch die Feierlichkeiten hatten einen ernsten Hintergrund. Das Fest stand ganz im Zeichen des Antimilitarismus. »Buttmannstraßenfest – Keine Kriege nirgendswo« lautete das diesjährige Motto. Im Wedding ist das eine ganz konkrete Forderung. Unweit von der Buttmannstraße soll bald eine Rüstungsfirma …

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Monika Berberich, Colectivo Preguntando, Der Kern ist unzerstörbar, Versuch einer Annäherung; Gespräche mit Monika Berberich, Immergrün-Verlag, 399 Seiten, 18 Euro, ISBN: 9778-3-910281-22-6

Erinnerung an einen Gefangenenausbruch vor 50 Jahren in Westberlin

Am 8 Juli um 19 Uhr gibt es in der K9 in der Kinzigstraße 9 in Berlin-Friedrichshain. Veranstaltung zum 50ten Jahrestag des Gefangenenausbruchs. Dort werden auch Auszüge aus dem Gespräch mit Monika Berberich gelesen.

Auf der Rückseite des Buches findet sich eine Skizze des Westberliner Frauengefängnisses in der Lehrter Strasse. Darauf sind die Zellen von vier Frauen extra markiert. Die Zeichnung dokumentiert die Vorbereitungen für den Ausbruch von …

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Doch ihre Erklärung wird in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen

Zapatistas solidarisieren sich mit Kuba

Die Zapatistas haben mit ihrer Erklärung deutlich gemacht, dass Kritik an bestimmten Aspekten der kubanischen Revolution und Solidarität gegen Angriffe von außen kein Widerspruch sein müssen. Davon sollten die Unterstützer:innen der Zapatistas lernen.

»Ein neuer Tag mit 15 bis 20 Stunden ohne Strom, 34 Grad Celsius im Schatten, Wasserproblemen, denn dafür braucht man auch Strom, und eine Nacht mit vielen Moskitos erwartet uns. Das ist nur das normale Elend«, beschrieb Renate Fausten vor einigen Wochen in einem Brief an die junge Welt, was die ständigen Stromausfälle für das tägliche Überleben in Kuba bedeuten. Fausten lebt in Havanna und ist …

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Stadtteilgruppen im Wedding starten die Kampagne „Mein Bezirk für den Frieden“. Protestaktion vor dem Atomschutzbunker, der reaktiviert werden soll

Geld für Sozialesstatt für die Aufrüstung

Mein Bezirk für den Frieden hat sich in den nächsten Wochen viel vorgenommen. Auf dem Buttmannstraßenfest am 4. Juli will die Initiative ebenso Unterschriften sammeln, wie während der Aktionstage gegen Rheinmetall im Wedding, die am 10. bis 12. Juli in einem Zelt im Humboldthain stattfinden sollen.

„Berlin braucht Wohnungen statt Bunker“, stand auf dem Transparent, mit dem sich kürzlich rund 20 Personen vor dem Atomschutzbunker am Gesundbrunnen postierten. Es sind Mitglieder des Stadtteilkomitees und der Organisation Hände weg vom Wedding. Die beiden Initiativen sind seit Jahren im Wedding aktiv, protestieren gegen Verdrängung von einkommensarmen Menschen und den Leerstand von Wohnungen. Jetzt haben die beiden Stadtteilgruppen die Kampagne …

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Kriegsuntüchtigkeit als Chance. Essays gegen den Krieg und für zivile Konfliktlösung Hrsg. H.Theisen. Heidelberg: Verlag Graswurzelrevolution, 2026. 272 S., 28 Euro

Wir müssen Kriegsuntüchtigkeit lernen

Es ist erfreulich, dass in dem Buch Einsprüche gegen die jüngste Militarisierung versammelt sind. Nur zwei Kritikpunkte sollen nicht verschwiegen werden. Es fällt auf, dass kaum jüngere Menschen zu Wort kommen. Der Songwriter Max Prosa gehört mit 37 Jahren zu den jüngsten Autoren in dem Buch. Er hat ein Friedenslied beigesteuert, das er mit der Liedermacherin Dota Kehr produziert hat. Damit zusammen hängt, dass auch das Spektrum der Antimilitarist:innen in dem Buch begrenzt ist.

In Zeiten, in denen die neue Kriegstüchtigkeit beschworen wird, braucht es Stimmen, die sich dem entgegenstellen. In dem kürzlich erschienen Band sind gleich 42 dieser Einsprüche gegen den gar nicht so neuen Militarismus versammelt. Herausgeber ist Hermann Theisen, der wegen seines antimilitaristischen Engagements …

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Der Alternative Westfälische Friedens­preis geht an Connection, einen Verein, der sich für die Rechte von Kriegs­dienst­verweigerern einsetzt.

Connection e.V.: Der alternative Preisträger

Verliehen werden soll der Preis am 25. September im Rathaus von Münster. Nur wenige Tage später, am 1. Oktober, soll Nato-Generalsekretär Mark Rutte den offiziellen Westfälischen Friedenspreis am gleichen Ort entgegennehmen. Der Kontrast könnte nicht größer sein und sorgt auch in Münster schon für Aufregung. »Gegen die Nato-Auszeichnung wird es sicher Proteste gegen«, sagt Bernd Drücke von der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung »Graswurzelrevolution«, die ihre Redaktion in Münster hat.

Der Westfälische Frieden beendete 1648 den Dreißigjährigen Krieg, der große Teile des heutigen Deutschland verwüstete. Vor allem in Münster und Osnabrück ist der Vertragsabschluss vor über 375 Jahren zu einem Symbol geworden, auch heute für Frieden und Abrüstung in aller Welt einzutreten. Daher war bei vielen Menschen die Empörung groß, dass der Westfälische Friedenspreis dieses Jahr …

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Bis zu 50 Grad in den Wohnungen, kaum Schatten im Freien und zugleich als sozialer Brennpunkt abgestempelt: Die Bewohner der High-Deck-Siedlung kämpfen gegen Hitze und Stigmatisierung

Bis zu 50 Grad: Mieter der High-Deck-Siedlung kämpfen nicht nur gegen die Hitze

„Warum nicht in dieser Siedlung mit den vielen jungen Menschen, die dort leben, zeigen, wie eine Anpassung an die Klimaveränderung aussehen kann?“, fragt sich Clotilde Bry-Chemarin. Dazu bräuchte es eine Diskussion darüber, dass der Schutz vor der Hitze eine gesellschaftliche Aufgabe ist, die auch Geld kostet.

„Unsere Siedlung ist im wörtlichen Sinne ein ‚heißes Pflaster‘: Die maroden Wohnungen heizen sich im Sommer auf bis zu 50 Grad Celsius auf und die Hitze bleibt zwischen den Gebäuden stehen“, beschreibt die Anwohnerin …

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Deutschland erinnert nur dann an die Opfer der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es daraus Kapital für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft schlagen kann. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt.

Der vergessene Beginn eines Vernichtungskriegs

Spätestens nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine ging die Entsorgung der deutschen Verbrechensgeschichte mit Riesenschritten voran. Kaum jemand redet noch die über die multinational aufgestellte Rote Armee, jetzt waren es wieder die Russen und die waren schon lange das Feindbild. So ist es natürlich ein besonderer Triumph des deutschen Revanchismus, das Zeigen sowjetischer Symbole ausgerechnet rund um den 9. Mai zu verbieten

 Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Es war der Beginn eines Vernichtungskriegs gegen die Bevölkerung der Sowjetunion. Der Historiker Dietrich Eichholtz fasste die mörderischen Folgen so zusammen: …

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Orsugiak – Grönlands weisses Gold Dänemark2025 - 55 Minuten Regie: Claus Pilehave, Otto Rosing Drehbuch: Claus Pilehave Darsteller: Naja Dyrendom Graugaard, Marie-Louise Skov Nielsen

Erbe des dänischen Kolonialismus

Während vor einigen Monaten viel darüber gesprochen wurde, wie sich zwei Kolonialmächte um die Kolonie Grönland streiten, wird wenig über das reale Geschehen in Grönland geredet. Die Umweltzeitung Der Rabe Ralf ist da eine Ausnahme.

Kaum jemand hat von Kryolith gehört. Dabei handelt es sich um ein seltenes Mineral, das vor allem in Grönland vorkommt. Schon 1905 hiess es in einem wissenschaftlichen Werk: „Der Kryolith ist von grossem praktischem Interesse, da er das einzige Mineral ist, das derzeit in Grönland abgebaut wird und das einzige, das jemals einen grösseren Ertrag erbracht hat.“ Daran hat sich lange nichts geändert.  Bis 1987 wurde das für die Aluminiumherstellung gebrauchte Mineral in Grönland abgebaut. Die Gewinne flossen zum grössten Teil …

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Am vergangenen Freitag konnte Eva Maria Michelmann nach über 150 Tagen Haft in syrischen Gefängnissen nach Deutschland zurückkehren. Sie war am 18. Januar 2026 in der nordsyrischen Raqqa verschwunden. Ihr Kollege Ahmet Polad ist aber weiterhin im Gefängnis.

Journalistin aus Haft entlassen

Michelmann will sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zunächst von ihrer Haft erholen und ist für Medien vorerst nicht erreichbar. Ihre Sorge gilt dem Schicksal ihres Kollegen Ahmet Polad, mit dem sie verhaftet wurde. Der Moderator für Özgür TV und Autor für Kurdistana Azad befindet sich weiterhin in syrischer Haft

Michelmann war am 18. Januar 2026 in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden, die lange unter Kontrolle der kurdisch-dominierten „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) stand. An diesem Tag hatten …

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