Wie Umwelt-NGOs und Vulkangruppen einen progressen Klimaaktivismus schaden

Winter in Berlin

Während die realen Verletzungen von Stürzen auf eisglatter Straße für den Nabu nicht erwähnenswert sin, wird über zeitverzögerte mögliche Schäden für Straßenbäume und Tierpfoten philosophiert. Nun können Straßenbäume schnell ersetzt werden und sind kein Naturdenkmal wie der alte Ginkgobaum im Park der Marburger Universität, der in dem sehenswerten Film Silent Friend die Hauptrolle spielt. Zudem werden in der Nabu-Erklärung mögliche Schäden an Tierpfoten höher gewichtet als reale Verletzungen an den Gliedmaßen der Menschen. Es wäre schon interessant, diese Begründungen in den Arztpraxen und Notfallaufnahmen zu verlesen, wo die Opfer des Winters in Berlin auf Behandlung warten. Das Bedauerliche dabei ist, dass dann nicht nur ein Mittelstandsnaturschutz a la Nabu, Deutsche Umwelthilfe etc. nicht besonders gelitten ist. Oft wird dann auch gleich ein progressiver Klimaaktivmus mit abgewatscht

 Über viele Jahre gab es um diese Zeit fast immer Klagen über fehlenden Schnee. Auch in Berlin waren die Temperaturen selbst im Januar nicht selten in die Nähe von 10 Grad Plus gerückt. Schnee oder gar zugefrorene Binnengewässer schienen der Vergangenheit anzugehören. Bald hatte man auch eine scheinbar plausible theoretische Herleitung für den ausbleibenden Winter: …

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Kann VW Straßenbahnen statt Autos herstellen? Über eine Kampagne von Ak­ti­vis­t*in­nen und VW-Beschäftigten berichtet Mitinitiator Tobi Rosswog

„Die Verkehrswende muss man in der Höhle des Löwen beginnen“

Tobi Rosswog wurde 1990 geboren und ist in verschiedenen sozial-ökologischen Initiativen aktiv. Bekannt wurde er etwa durch sein zweieinhalbähriges Experiment eines geldfreien Lebens. Jetzt ist er gemeinsam mit der Verkehrsexpertin Katja Diehl und dem VW-Arbeiter und Gewerkschaftler Thorsten Donnermeier Herausgeber des Buches „Nehmen wir das Leben selbst in die Hand“, das kürzlich im Verlag Die Buchmacherei erschienen ist.

taz: Herr Rosswog, vor drei Jahren haben Sie eine Initiative gestartet, um aus Wolfsburg eine VW-Stadt zu machen, und zwar „VW“ für „Verkehrswende“ statt nur für „Volkswagen“. Dabei sind andere Aktivisti, aber auch Beschäftigte des Autokonzerns. Wie kam das?

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Katja Diehl, Thorsten Donnermeier, Tobi Rosswog: Nehmen wir das Leben wieder selbst in die Hand. Eine Einladung zum Kampf für das gute Leben für Alle, Verlag Die Buchmacherei, Berlin, 142 Seiten 10 Euro.

Ohne Vergesellschaftung keine Verkehrswende

In dem Buch diskutieren Diehl, Rosswog und Donnermeier darüber, wie VW sozialökologisch umgebaut werden könne und welche Rolle die Lohnarbeit als Notwendigkeit oder Zwang dabei spiele. Die »Scheinlösung« des E-Autos wird ebenso angesprochen wie die Frage, was der Kampf mit Antifaschismus zu tun hat. So wird an die Geschichte des Konzerns erinnert. »Volkswagen wurde nicht als Zivilgesellschaftsprojekt gegründet, sondern als Prestigeprojekt der Nazis.«

Ausgerechnet in der VW-Stadt Wolfsburg warb Tobi Rosswog mit mehreren Mitstreiter*innen für die Verkehrswende weg vom Auto. Sie organisierten Demonstrationen, Straßenfeste und weitere Aktionen, die auch bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten. Dazu gehörte die Besetzung eines …

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Das Medienkollektiv labournet.tv bildet die Perspektiven von Ar­bei­te­r:in­nen ab. Es dokumentiert Arbeitskämpfe und will so Beschäftigte aktivieren.

Inspiration für solidarische Arbeitskämpfe

„Wir wollten, dass die Use­r*in­nen sofort sehen, dass labournet.tv auch selber Streik- und Kinofilme produziert, streikende Belegschaften unterstützt und Workshops veranstaltet, in denen Beschäftige lernen, selber Streikvideos zu produzieren“, beschreibt Mitglied Iris. Dieses Engagement kostet jedoch Geld, sodass die Plattform mittlerweile selbst auf finanzielle Solidarität angewiesen is

„Als Me­di­en­ak­ti­vis­t*in­nen bilden wir die Welt aus der Per­spektive der Leute ab, die den Laden am Laufen halten: den Arbeiter*innen“, heißt es im Selbstverständnis von …

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Bisher wurden in Görlitz Doppelstockwagen und Straßenbahnen gebaut, nun sollen dort Panzer hergestellt werden. Dagegen stemmen sich nun Aktivist*innen

Proteste gegen Panzerproduktion

Beginnen sollen die Aktionen mit einem Infostand auf einer Verkehrsinsel vor dem Werkstor. Am 1. Mai wollen sich die Ak­ti­vis­t*in­nen auf der 1. Mai-Kundgebung in Görlitz beteiligen. Am 2. und 3. Mai sind Infostände in der Innenstadt von Görlitz geplant. Dort soll Material verteilt werden, in denen begründet wird, warum die Waggonbaufabrik, die wichtig für die Jahrhundertaufgabe des Klimaschutzes und der Verkehrswende ist, nicht zum Bau von Rüstungsgütern genutzt werden soll.

Seit 175 Jahren wurden hier Züge, zuletzt bauten Mit­ar­bei­te­r*in­nen im Görlitzer Alstom-Werk Doppelstockwagen und Straßenbahnen. Künftig sollen dort Panzer hergestellt werden. Bereits Anfang Februar 2025 unterzeichnete Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) einen Rahmenvertrag mit dem französischen Rüstungskonzern KNDS. Die Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte die Bedeutung der Vereinbarung. Bisher gab es vor Ort vor allem Kritik daran, dass nur 580 der bisher 700 Alstom-Mitarbeiter*innen übernommen werden sollen. Die Panzerproduktion soll in Görlitz noch in diesem Jahr beginnen. Vom 30. April bis 3. Mai planen Kli­ma­ak­ti­vis­t*in­nen …

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Volkswagenbetriebsrat Lars Hirsekorn arbeitet seit 30 Jahren bei VW und ist Teil der Initiative „VW steht für Verkehrswende“. Er will den Konzern klimafreundlich machen.

„Die IG Metall diskutiert kaum Alternativen zum Auto“

Im Interview: Lars Hirsekorn wurde 1972 geboren und arbeitet seit 1994 bei Volkswagen in Braunschweig. Seit 2022 ist er Mitglied des dortigen Betriebsrats. Hirsekorn unterstützt die Initiative „VW steht für Verkehrswende“.

taz: Herr Hirsekorn, Sie sind Betriebsrat bei Volkswagen in Braunschweig und setzen sich dafür ein, dass Ihr Arbeitgeber klimafreundliche Verkehrsmittel statt Verbrenner baut. Wie kommt es, dass Sie bei Deutschlands größtem Autobauer arbeiten?

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Tobi Rosswog von der Initiative »VW heißt Verkehrswende« über das widerständige Potenzial in Wolfsburg

Initiative: »Volkswagen ist dysfunktional aufgestellt«

Ohne die Verbindung der sozialen mit der ökologischen Frage und umgekehrt geht es ohnehin nicht. Damit es hier kein zweites Detroit gibt, braucht es Konversion – den Umbau der Automobil- hin zur Mobilitätsindustrie, also weg vom Auto hin zu Bussen, Bahnen und Lastenrädern – und Vergesellschaftung. Das bedeutet: die Fabriken denen, die darin arbeiten.

Sie sind Teil des Bündnisses »VW heißt Verkehrswende«. Wie entstand es in Wolfsburg?

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Arbeits- und Klimakämpfe verbinden - zum neuen Buch von Simon Schaupp und dem Film Verkehrswendestadt Wolfsburg.

ARBEITER:INNEN FÜR DIE ZUKUNFT DES PLANETEN

Der Film gibt da einen hoffnungsvollen Einblick. Allerdings bleibt ein Kritikpunkt. Die Klimaaktivist:innen verlassen Wolfsburg und es bleibt nur die Hoffnung, dass es irgendwie weiter geht mit der Verkehrswende. Warum wurden in den zwei Jahren von den kämpferischen Beschäftigten nicht Strukturen im Betrieb aufgebaut?

Mitten im Corona-Winter 2021 hatten die Essenslieferdienste Hochkonjunktur. Weil die Restaurants und Kneipen geschlossen waren, musste das Essen nach Hause bestellt werden. An die oft prekär Beschäftigten dachte niemand. Die Kisten mit dem bestellten Essen wurden immer schwerer und dann gab es im Februar 2021 noch einige besonders kalte Wintertage in Berlin. In diesen Tagen besannen sich Beschäftigte auf ihr wichtigstes Gut, die Solidarität. Sie weigerten sich, …

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Eva Brunnemann, Tobi Rosswog (Hrsg): VW heißt Verkehrswende Konversion und Vergesellschaftung zwischen Theorie und Praxis Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2024 70 Seiten, 5 Euro ISBN 978-3-939045-52-6

In der Höhle des Löwen

Eine Broschüre zeigt, wo der Schlüssel für eine Verkehrswende liegt, die wirklich funktioniert. Interessant ist auch der Beitrag des langjährigen Bochumer Opel-Betriebsrats Wolfgang Schaumberg, der auch als Rentner noch seine Erfahrungen über linke Betriebsarbeit vermittelt.

VW steht für Volkswagen, den Inbegriff des deutschen Automythos – bekanntlich mit NS-Hintergrund …

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