Kerstin Lenz vom Aktionsbündnis 8. Mai zeigte sich gegenüber »nd« sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktionen. »Als wir mit den Protesten gegen den Aufmarsch der Rechten anfingen, waren wir fünf Menschen und wurden in der Stadt stark angefeindet«, sagt sie.
»Ich sag Maunz, ich mach kratz, Nazis kriegen auf die Tatz« diese Zeilen waren auf einem selbstgemalten Plakat zu sehen, das eine Frau am Freitagnachmittag durch Demmin trug. »Ich bin Katzenliebhaberin« sagt sie. Auf dem Demonstrationszug gegen einen rechten Aufmarsch durch die Kleinstadt im Norden Mecklenburg-Vorpommerns waren viele originelle Statements zu lesen. Die Parade, die am 8. Mai pünktlich um 17 Uhr am Bahnhof startete, war nicht nur ein Protest gegen …
Sollte eine dauerhafte Kooperati- on zwischen DW enteignen und INKW gelingen, könnte die Gegenüberstel- lung von Neubau und Erhalt der Be- standswohnungen überwunden wer- den, die die Mieter*innenbewegung geschwächt hat. Auf der Konferenz wurde aus dem Publikum auf die öko- logischen Probleme vom Neubau hin- gewiesen. Es bestand allerdings ein eindeutiger Konsens, dass man zwar den Neubaustopp von Büros und teu- ren Loft fordern muss – aber nicht die Schaffung bezahlbaren Wohnraums verhindern
Es ist fünf Jahre her, dass die Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen (DWE) über mehrere Monate das Ber liner Stadtbild bestimmte. Die Forde- rung: Immobilienkonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen sollten – gegen Entschädigung – in Gemeineigentum überführt werden. Eine große Mehrheit der Berliner Bevölkerung stimmte im September 2021 für einen entspre- chenden Volksentscheid. Nun schreiben wir das Jahr 2026 und keine einzige …
❚ Elisabeth Voss ist eine in Berlin tätige Publizistin und Expertin für solidarische Ökonomie. Sie engagiert sich zurzeit beim Mietshäuser-Syndikat, einem Verbund von Wohnprojekten, der sich neben gegenseitiger Unterstützung zum Ziel gesetzt hat, einen Wiederverkauf der Häuser zu verhindern. 2025 ist von ihr erschienen: »Praxishandbuch Selbstverwaltung – Rechtsformen und Finanzierung für die Gründung von Kollektivbetrieben und Hausprojekten«. Transcript, 480 S., 39 €.
n. Einer der Organisator*innen ist der Architekt Carsten Joost, der die Menschen begrüßt: »Heute gibt es eine Premiere. Sie sind Teil der ersten angemeldeten Demonstration über das RAW-Gelände.« Auch auf dem Uber-Platz sind Demonstrationen selten. Er ist geprägt von zahlreichen LED-Werbetafeln, die die unterschiedlichsten Produkte und Dienstleistungen von Yoga bis zu Lieferdiensten anpreisen
Rund 40 Personen haben sich am Dienstagabend auf dem Platz vor der Uber-Arena in Berlin-Friedrichshain mit Plakaten versammelt. Eine der Parolen lautet: »Kein Uber-Platz auf dem RAW«. Die Abkürzung steht für Reichsbahnausbesserungswerk. Das Gelände zwischen Revaler- und Warschauer Straße ist nur knapp 500 Meter vom Kundgebungsort, der sogar offiziell »Uber-Platz« heißt, entfernt. Auf dem RAW-Gelände haben viele Klubs und Konzert-Locations ihr Domizil gefunden. Die Kurth-Gruppe, die das Grundstück gekauft hat, hat damit …
Ulrike Meinhof: Knarre, Bewusstsein und Kollektiv. Briefe aus der Diskussion im Knast. Verlag der Stiftung Cimarron 2025. 162 Seiten. ca. 14.00 SFr. ISBN: 9782931138069.
„Vom achten Mai auf den neunten
im stammheimer knastjahr sechsundsiebzig
ist Ulrike Meinhof gestorben
worden
aus Christian Geissler (k)
Maideutsch,
Sonderdruck der Christian-Geissler-Gesellschaft e.V.
Demnächst jährt sich der Todestag von Ulrike Meinhof zum 50ten Mal. Veile auch jüngere Menschen haben ihren Namen schon mal gehört. Doch nur wenige kennen ihre Biografie. Eine der bekanntesten linken Journalistinnen der 1960er Jahre in der BRD wird …
Eine Konferenz für Gewerkschafter*innen, Umweltaktivist*innen und Mietrebell*innen könnte der Startschuss für einen Widerstand gegen Google, Amazon und Co. werden
„Arbeiterinnen und Arbeiter, die vorher völlig angepasst waren, wurden bald so wütend, dass sie am liebsten den Betrieb anzünden wollten“, brachte Etschenberg die
Veränderungen auf den Punkt, die der Arbeitskampf bei ihren Kolleg*innen bewirkt hatte. Auf einem Panel berichteten Aktivist*innen verschiedener
Stadtteilinitiativen über die Folgen von Big-Tech-Ansiedlungen für die Nachbarschaft. Dorothea von der Stadtteilinitiative „Wir bleiben alle Friedrichshain“ beschrieb, wie der Amazon-Tower
zum Treiber für die Gentrifizierung wurde. Mittlerweile sind ein halbes Dutzend weitere Hochhäuser im Umkreis weniger Kilometer geplant.
Mehrere Jahre versuchte die Initiative „Berlin versus Amazon“ die Ansiedlung des AmazonKonzerns im Stadtteil Friedrichshain zu verhindern. Die Proteste hielten sich in Grenzen und der Amazon-Tower wurde 2025 bezogen. Doch jetzt hat die Initiative einen späten Erfolg erzielt. Von 10. bis 12. April 2026 tagte ganz in der Nähe des Amazon-Towers die Konferenz …
Der Protest gegen die Big-Tech-Branche kann nur als antikapitalistischer Kampf gemeinsam mit den Beschäftigten erfolgreich sein, betonte Nina Scholz. Es verbietet sich auch jede Romantisierung eines Kapitalismus früherer Phasen. Die Big-Tech-Branche hat vielmehr die Rolle übernommen, die früher die Kohlezechen und die Automobilindustrie hatten. Wie damals ist auch heute der Kampf der dort Beschäftigten der Schlüssel für den Erfolg. Zumindest auf der Konferenz war dies unumstritten, das weckt Hoffnungen.
Mehrere Jahre versuchte die Initiative »Berlin vs. Amazon« die Ansiedlung des Amazon-Konzerns im Stadtteil Friedrichshain zu verhindern. Die Proteste hielten sich in Grenzen und der Konzernsitz wurde vor fast einem Jahr bezogen. Doch jetzt hat die Initiative einen späten Erfolg erzielt. Vom 10. bis 12.April tagte ganz in der Nähe des Amazon-Towers die Konferenz …
Johanna Schellhagen Titel Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen Unteritel Ein Handbuch für Unerschrockene Verlag Büchner-Verlag, Marburg, 2026 Seiten, Preis 170 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96317-442-1
Das Buch sollte zur kritischen Auseinandersetzung mit den dort formulierten Thesen anregen. Der Historiker Karl Heinz Roth hat damit in seinem engagierten Nachwort schon begonnen.
Es wäre zu wünschen, dass sich an dieser Debatte die verschiedenen Initiativen, in denen sich Klimaaktivist*innen in den letzten Jahren mit Lohnabhängigen verbündet haben, beteiligen. „VW heißt Verkehrswende“ sollte ebenso dazugehören wie die Initiative, die im Corona-Sommer 2021 den Kampf des Autozulieferers Bosch in München unterstützte. Am 28. Mai wird es ab 19 Uhr eine solche Debatte im Museum des Kapitalismus in der Köpenicker Str. 172 geben.
Vor vier Jahren sorgte Johanna Schellhagens Film „Der laute Frühling“ (Rabe Ralf August 2022, S. 23) für viel Aufmerksamkeit in einer Klimabewegung, die damals an die Grenzen ihres Aktivismus stieß. Schellhagen plädierte dort für ein Bündnis von Arbeiter*innen- und Klimabewegung. Jetzt ist von ihr im Büchner-Verlag das Buch zum …
Auf der Stadtpolitischen Konferenz gab es die erste öffentliche Debatte mit Vertretern der beiden Initiativen Deutsche Wohnen und Co. Enteignen und Initiative Neuer Kommunaler Wohnungsbau. Beide wollen sich in Zukunft gegenseitig unterstützen. Wenn das gelingt, wäre auch die Gegenüberstellung von Neubau und Bestand überwunden, die in der Mieterbewegung lange eine große Rolle spielte. Am 7. Mai gibt es in der Beratungsstelle der BMG in der Sonnenallee 101 ein Nachfolgetreffen mit allen an der Konferenz Beteiligten und weiteren Interessierten.
Bis zu 200 Menschen drängten sich am Samstagnachmittag im fünften Stock des IG-Metall-Hauses in Berlin Kreuzberg. Die Berliner Mietergemeinschaft hatte zu einer stadtpolitischen Konferenz unter dem Titel …
Lore Wolf blieb bis zu ihrem Lebensende politisch aktiv. Als Ende September 1985 der 36 jährige Antifaschist Günter Sare bei einer Protestdemonstration gegen die NPD im Frankfurter Gallusviertel von einem Wasserwerfer erfasst und getötet wurde, war es die über 85-Jährige, die noch in derselben Nacht eine Mahnwache anmeldete. Gemeinsam mit jungen Antifaschist*innen organisierte sie in den folgenden Tagen die Proteste. In einer Zeit, in der rechte Kräfte wieder erstarken, können Geschichten wie die von Lore Wolf auch heute inspirieren –
Ab Mitte der 1970er-Jahre eröffnete sich in der BRD für einige Jahre für NS-Widerstandskämpferinnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen einer größeren Öffentlichkeit zu vermitteln. Neben Peter Gingold, Emil Carlebach, Alfred Marchand und Willy Bleicher gehörte auch Lore Wolf zu den bekannten Rednerinnen auf Demonstrationen und Kongressen. Die Mitbegründerin der VVN hatte bereits 1973 mit dem Buch …
Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg. Mit einem Geleitwort von Moshe Zuckermann. Verlag Graswurzelrevolution, Münster 2025, 128 Seiten, 14,90 Euro
»Krieg, Hass, Tod und unendliche Leiderfahrungen müssen nicht das letzte Wort im israelisch-palästinensischen Konflikt bleiben«, äußert Bernd Drücke im Vorwort eine Hoffnung. »Das gilt nicht nur für die geschundene Gaza-Bevölkerung, sondern auch für die jüdisch-israelische Bevölkerung«, ergänzt der in Jerusalem lebende Soziologe Moshe Zuckermann in seinem kurzen Geleitwort
Am 30. Mai 2026, um 14 Uhr, stellt Bernd Drücke das Buch im Rahmen der Linken Buchtage im Mehringhof in der Gneisenaustraße 2a in BerlinKreuzberg vor und lädt zur Diskussion ein
Am 27. September 2025 fand in Berlin die größte Demonstration für ein Ende des Gaza-Kriegs statt. Doch manchen Antimilitarist*innen fehlte bei den Reden, auf den Transparenten und auf den Flugblättern eine deutlichere Absage auch an die Hamas. Einige von ihnen hatten sich am Berliner Lustgarten zu einer kleinen Kundgebung versammelt. Dort konnte man Redner*innen hören, die darüber berichteten, dass jüdische Menschen für die Politik Israels in Berlin und anderen Städten angegriffen und für die Haltung der israelischen Regierung verantwortlich gemacht wurden. Dabei betonten diese Redner*innen auf der kleinen Kundgebung, dass sie …
Vom 10.- 12. April tagte in Berlin die Konferenz Cable of Residenz. Fast 1000 Menschen aus ganz Deutschland und anderen Ländern beteiligten sich daran. Die Konferenzorganisator*innen trafen mit ihrem Motto „Wir haben genug von Big Tech“ den Nerv von vielen Menschen.
Drei Tage lang diskutierten auf der Konferenz Gewerkschafter*innen, Beschäftigte von Big Tech, wütende Mietrebell*innen sowie Klimaaktivist*innen miteinander. Auf der Konferenz kamen in den unterschiedlichen Foren und Paneels Menschen zu Wort, die …
Am 18. Januar war die für kurdische Medien schreibende Journalistin Eva Maria Michelmann verschwunden. Jetzt wurde enthüllt, dass sie in Aleppo inhaftiert ist. Ihre Angehörigen sind jedoch weiterhin besorgt.
Antonius Michelmann, der Bruder inhaftierten Journalistin, äußerte auch die Besorgnis, dass seine Schwester und ihr Kollege weiterhin äußerst rigiden Haftbedingungen ausgesetzt sind. „Wir werden die gemeinsamen Bemühungen von Familie und Freund*innen darauf konzentrieren, Kräfte für ihre Freilassung zu mobilisieren“.
Für die Freund*innen und Angehörigen war es ein Augenblick der Erleichterung. Schließlich war sie seit mehr als drei Monaten spurlos verschwunden. Augenzeug*innen hatten berichtet, dass Michelmann mit ihrem kurdischen Kollegen Ahmet Polat am 18. Januar 2026 in der …
Auf einer Einwohnerversammlung im Rudolfkiez streiten Bezirk und Senat über Pläne für einen Wolkenkratzer. Senator Gaebler muss sich viel Kritik anhören.
Mehrere Redner*innen erinnerten Gäbler daran, dass er nach den nächsten Wahlen vielleicht nicht mehr im Amt ist und dann noch einmal neu über die Planungen diskutiert wird. Doch es gab auch Befürchtungen, es könnten schon vor den nächsten Wahlen durch beschleunigte Genehmigungen Fakten geschaffen werden, was auch Gaebler nicht ausschließen wollten. Dann aber würden Schadenersatzklagen drohen, wenn andere Mehrheiten sich gegen das Hochhaus entscheiden sollten.
Seit Monaten sorgt der geplante Bau eines 167 Meter hohen Wohn-Wolkenkratzers mit insgesamt 1.000 Wohnungen im Rudolfkiez hinter dem S-Bahnhof Warschauer Brücke für Aufregung bei den Anwohner*innen. Nachdem der Senat das Verfahren an sich zog, protestierten auch die Bezirkspolitiker*innen von Friedrichshain-Kreuzberg. Am Mittwochabend kam es in der Turnhalle der Emanuel-Lasker-Schule zum Schlagabtausch zwischen den …
»Maxgärten statt Maximalprofit", lautet das Motto der Mieter*inneninitiative. »Wir treffen uns in größerer Gruppe aktuell alle zwei Wochen. Zudem tauschen wir uns in kleineren Gruppen und in unseren Aufgängen zusätzlich aus«, sagt Bachmann. Anfangs habe man noch Unterstützung von der Stadtteilinitiative »Hände weg vom Wedding« bekommen. »Aber mittlerweile haben wir Wissen und Selbstbewusstsein und organisieren uns mit unseren Kräften«, sagt Bachmann.
Bei vielen Mieter*innen der Maxgärten, eines Wohnkomplexes um die Maxstraße im Stadtteil Wedding, ist die Angst groß, ihre Miete nicht mehr zahlen zu können und verdrängt zu werden. Der Grund ist eine …