Von den Schwierigkeiten, Revolution zu machen

Rainer Thomann und Anita Frie­detzky über Auf­stieg und Fall der Arbei­ter­macht in Russland

»Dadurch, dass sich die Arbeiter an der Selbst­ver­waltung in den ein­zelnen Unter­nehmen betei­ligen, bereiten sie sich auf jene Zeit vor, wenn das Pri­vat­ei­gentum an Fabriken und Werken abge­schafft sein wird und die Pro­duk­ti­ons­mittel zusammen mit den Gebäuden, die auch von Arbei­terhand geschaffen wurden, in die Hände der Arbei­ter­klasse über­gehen.«
Dies ist ein Zitat aus den Pro­to­kollen der Fabrik­ko­mitees der Putilow-Werke in Petersburg, dem spä­teren Leningrad. Die Beschäf­tigten des Maschi­nen­bau­kon­zerns spielten 1917 eine wichtige Rolle beim Sturz des Zaren und in der Zeit der Dop­pel­herr­schaft, als den Arbei­ter­räten ein gewich­tiges Wort in der gesell­schaft­lichen Umwandlung Russ­lands zukam.

Zeug­nisse dieser Selbst­or­ga­ni­sation rus­si­scher Arbeiter liegen jetzt erstmals auf Deutsch vor. Zu danken ist dies der Ham­burger Rus­sisch­leh­rerin und Publi­zistin Anita Frie­detzky, die sich der schwie­rigen Aufgabe gewidmet hat, Pro­to­kolle von Sit­zungen der Fabri­kräte im revo­lu­tio­nären Russland so zu über­setzen, dass sie heu­tigen Lesern ver­ständlich sind und ihnen authen­tische Ein­blicke in eine stür­mische, längst ver­gangene Zeit geben, als Arbeiter Geschichte schrieben. Grundlage ihrer Über­setzung ist ein schon 1979 in einem Mos­kauer Wis­sen­schafts­verlag erschie­nener Sam­melband: »Die Fabrik- und Werk­ko­mitees Petro­grads 1917.
Der Ber­liner Verlag Die Buch­ma­cherei hat die Pro­to­kolle ver­dienst­voll­er­weise noch mit einem aus­führ­lichen Glossar ver­sehen. Dort werden heute kaum noch bekannte Per­sonen vor­ge­stellt und Orga­ni­sa­tionen erklärt, die vor über 100 Jahren die Geschicke in Russland mit­be­stimmten. Das Pro­tokoll selbst, ein­schließlich der dazu­ge­hö­renden Anlagen und Erläu­te­rungen, nimmt nur knapp ein Drittel des Buches ein, zwei Drittel sind der his­to­ri­schen Ein­führung aus der Feder des Schweizer Räte­kom­mu­nisten Rainer Thomann vor­be­halten. Er bietet einen sach­kun­digen Über­blick nicht nur über die ent­schei­denden Monate des tur­bu­lenten Jahres 1917, sondern auch über die Geschichte der Indus­tria­li­sierung und der Arbei­ter­be­wegung im zaris­ti­schen Russland.

Thomann stützt sich dabei vor allem auf Nikolai Suchanow, dessen Tagebuch der Rus­si­schen Revo­lution in deut­scher Sprache nur noch anti­qua­risch erhältlich ist. Suchanow war gelernter Eisen­bahner, der ein Phi­lo­so­phie­studium aufnahm. Schon früh enga­gierte er sich in der rus­si­schen Arbei­ter­be­wegung, blieb aber auf Distanz zu allen Par­teien. Auch das Agieren der Bol­schewiki 1917 bewertete er äußerst kri­tisch, warnte gar vor deren Macht­an­spruch. Trotzdem stellte er sich nach der Okto­ber­re­vo­lution der neuen Macht als Wirt­schafts­fachmann zur Ver­fügung. Seine Hoffnung, mög­lichst viel von den Räten und den Ideen und Prak­tiken der Selbst­ver­waltung zu erhalten, erfüllte sich nicht. Thomann stellt sich 100 Jahre später die Frage, warum das nicht gelungen ist. Wer die Pro­to­kolle der Beschäf­tigten der Putilow-Werkle liest, wird sich hüten, dafür allein die auto­ri­tären Ansprüche der Bol­schewiki ver­ant­wortlich zu machen. Denn in den Berichten werden auch die immensen Pro­bleme deutlich, mit denen damals Land und Leute, vor allem die arbei­tenden Massen, kon­fron­tiert waren.

In den Pro­to­kollen ist oft von Ver­ta­gungen der Dis­kussion um strittige Punkte und von der Über­weisung wich­tiger Fragen in ein anderes Komitee die Rede. Da drohte bei­spiels­weise der Betriebs­apo­theke wegen 80 000 Rubel Schulden die Schließung, was sich für die Ver­sorgung der Arbeiter fatal aus­wirken musste. Man erfährt, dass die Betriebs­ko­mitees auch Sank­tionen aus­sprechen konnten, etwa gegen Per­sonen, die sich den Anord­nungen der Werks­ko­mitees oder der Werk­ab­tei­lungs­ko­mitees nicht unter­ord­neten bzw. als Störer der Arbei­ter­or­ga­ni­sa­tionen des Betriebes emp­funden wurden. Pro­to­kol­liert sind Akti­vi­täten der »Eiferer für Bildung und Kunst«, die in den Putilow-Werken Thea­ter­stücke auf­führten. Viel Raum wid­meten die Komitees den Bezie­hungen zur Bevöl­kerung auf dem Land. So sollten im direkten Kontakt Pro­dukte aus der Fabrik gegen Nah­rungs­mittel bei den Bauern ein­ge­tauscht werden.

Der ewige Kon­flikt zwi­schen Stadt und Land hat die frühen Jahre der Sowjet­union über­schattet, die Groß­städte waren vom Land abhängig wie auch umge­kehrt. Vielfach wurden die fal­schen Maß­nahmen ergriffen, bei­spiels­weise Zwangs­ein­trei­bungen und Requi­rie­rungen.

Es ist zu begrüßen, dass mit diesem Band ein Zeit­do­kument auf dem deut­schen Buch­markt erschienen ist, das die Schwie­rig­keiten einer Revo­lution auf­zeigt.

• Rainer Thomann/​Anita Frie­detzky: Auf­stieg und Fall der Arbei­ter­macht in Russland.
Die Buch­ma­cherei, 682 S., kart. 24 €.

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​1​0​2​5​7​8​.​b​u​c​h​m​e​s​s​e​-​f​r​a​n​k​f​u​r​t​-​a​m​-​m​a​i​n​-​r​o​t​e​-​f​a​h​n​e​n​-​a​u​f​-​p​a​l​a​e​s​t​e​n​.html

Peter Nowak

Arbeiter in Russland

»Dadurch, dass sich die Arbeiter an der Selbst­ver­waltung in den ein­zelnen Unter­nehmen betei­ligen, bereiten sie sich auf jene Zeit vor, wenn das Pri­vat­ei­gentum an Fabriken und Werken abge­schafft sein wird und die Pro­duk­ti­ons­mittel zusammen mit den Gebäuden, die auch von Arbei­terhand geschaffen wurden, in die Hände der Arbei­ter­klasse über­gehen.« So steht es in einem Pro­tokoll der Fabrik­ko­mitees der Putilow-Werke in Petersburg, dem spä­teren Leningrad. Die Beschäf­tigten des Maschi­nen­bau­kon­zerns spielten 1917 eine wichtige Rolle beim Sturz des Zaren und in der Zeit der Dop­pel­herr­schaft. Dass ein Teil dieser wich­tigen Zeug­nisse der Selbst­or­ga­ni­sation der Arbeiter_​innen jetzt erstmals auf Deutsch vor­liegt, ist der Ham­burger Rus­sisch­leh­rerin und Publi­zistin Anita Frie­detzky zu ver­danken. Ihre Über­setzung gibt Ein­blicke in eine Zeit, als die Arbeiter_​innen Geschichte schrieben. Der Ber­liner Verlag Die Buch­ma­cherei, der sich mit der Ver­öf­fent­li­chung von ver­ges­senen Doku­menten der Arbei­ter­be­wegung Ver­dienste erworben hat, hat die Pro­to­kolle her­aus­ge­geben und mit einen aus­führ­lichen Glossar ver­sehen. Der Schweizer Räte­kom­munist Rainer Thomann liefert einen aus­führ­lichen Ein­stieg in die Geschichte der Indus­tria­li­sierung und der Arbei­ter­be­wegung in Russland. So kommen zum 100. Revo­lu­ti­ons­ju­biläum auch die rus­si­schen Lohn­ab­hän­gigen zu Wort, die die Revo­lution gemacht haben und dann, wie so oft in der Geschichte, wieder in Ver­ges­senheit geraten sind.

Peter Nowak

Anita Frie­detzky und Rainer Thomann: Auf­stieg und Fall der Arbei­ter­macht in Russland. Die Buch­ma­cherei, Berlin 2018. 682 Seiten, 24 EUR.

aus: analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 640 / 21.8.2018

https://​www​.akweb​.de/​a​k​_​s​/​a​k​6​4​0​/​1​9.htm

«Tschikweiber haums uns g’nennt»


Eine Studie über Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen in Öster­reich wurde neu­auf­gelegt. Diese haben zwei Welt­kriege, die Herr­schaft der Aus­tro­fa­schis­tInnen und der Nazis erlebt. Die Autorin Ingrid Bauer hat mit ihnen aus­führ­liche Gespräche über Zwänge und Hoff­nungen, Anpassung und Wider­stand geführt.
«Jene Mütter, die selbst schon Tabak­ar­bei­te­rinnen gewesen waren und dem Staate früh­zeitig ihre Gesundheit opferten, mögen es nicht unter­lassen, ihren Töchtern, die heute in der Tabak­fabrik die Plätze ihrer früh­zeitig zugrunde gerich­teten Mütter ein­nehmen, die Not­wen­digkeit der Orga­ni­sation vor Augen zu halten, damit sie nicht das gleiche Schicksal ereile.» Mit diesem pathe­ti­schen Aufruf in einer sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Zeitung sollten die Tschik­weiber von Hallein in der Nähe vom öster­rei­chi­schen Salzburg zum Ein­tritt in die Gewerk­schaft mobi­li­siert werden. Tschik­weiber wurden die Beschäf­tigten der Zigar­ren­fabrik zunächst von den bür­ger­lichen Hal­lei­ne­rInnen genannt, die halb ver­ächtlich, halb ängstlich von einer Lawine sprachen, wenn die Frauen nach Arbeits­schluss zu Hun­derten aus der Fabrik strömten. Bald nahmen die Frauen den Namen selber an.

Im österreichischen Dialekt

«Tschik­weiber haums uns g’nennt» lautet auch der Titel einer im Jahr 1988 von der öster­rei­chi­schen His­to­ri­kerin Ingrid Bauer ver­öf­fent­lichten Studie über die letzte Generation der Hal­leiner Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen, die von 1921 bis zur Schliessung der
Fabrik im Jahr 1940 dort beschäftigt waren. Bauer gehörte zu einer Generation von jungen Wis­sen­schaft­le­rinnen, die aus femi­nis­ti­schem Interesse an ihre Arbeit her­anging. Schliesslich war die Hal­leiner Zigar­ren­fabrik in ihrer Zeit eine absolute Aus­nahme, weil für die Her­stellung der Ziga­retten aus­schliesslich Frauen beschäftigt waren, die zudem dort eine Voll­zeit­arbeit hatten. Jetzt hat der Ber­liner Verlag «Die Buch­ma­cherei» mit der Neu­auflage dieser Studie ein wich­tiges Zeit­do­kument erneut zugänglich gemacht. Die Pas­sagen der 18 inter­viewten Frauen, wovon 12 Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen waren, wurden im öster­rei­chi­schen Dialekt belassen. «Das Bei­be­halten der dia­lekt­ge­färbten Umgangs­sprache in der Ver­schrift­li­chung der Inter­views ver­langt zwar eine gewisse Leser­arbeit ab, ermög­licht es aber, sich sehr unmit­telbar auf die Erfah­rungs­zu­sam­men­hänge dieser Frauen ein­zu­lassen, die unter anderem auch in ihrer ganz spe­zi­fi­schen Aus­drucks­weise bestehen», beschreibt Bauer im Vorwort ihre sehr gute Ent­scheidung. Tat­sächlich gelingt es mit den Inter­view­pas­sagen
und den kun­digen Erläu­te­rungen der Autorin einen guten Ein­blick in das Leben dieser Frauen zu bekommen, das in erster Linie aus Arbeit bestanden hat. Sie mussten bereits als Kinder im Haushalt helfen, wurden oft schon in jungen Jahren als Bedienstete zu reichen Leuten gegeben und den kargen Lohn bekamen die Eltern. So emp­fanden fast alle Frauen die Fabrik­arbeit als Befreiung. Sie konnten über ihren Lohn selber ver­fügen. Doch noch wich­tiger war der ständige Aus­tausch unter den Frauen. Sie sangen mit­ein­ander, besprachen damalige Tabu­themen wie die Sexua­lität und vor allem die Ver­meidung von Schwan­ger­schaften. Dabei spielten die wenigen poli­tisch in der Sozi­al­de­mo­kratie aktiven Kol­le­ginnen eine wichtige Rolle der Ver­mittlung.

Streik gegen Faschismus

Eine wichtige Rolle spielte die Gewerk­schaf­terin Agnes Pri­mocic, die als Kom­mu­nistin auch die Nazis Wider­stand geleistet hat. Ihrem Leben ist eine DVD gewidmet, die dem Buch bei­liegt. Doch sie war die Aus­nahme. Bauer zeigte, dass der ein­gangs zitierte Aufruf Erfolg hatte und die Frauen sich für bessere Löhne oder auch gegen die Frech­heiten von Direk­toren,

die natürlich männlich waren, wehrten und im Jahr 1934 sogar für einen Tag gegen den Aus­tro­fa­schismus streikten. Darauf waren viele der inter­viewten Frauen noch mehr als 50 Jahre später stolz und ver­gassen auch nicht zu erwähnen, dass sie von den Kol­legen im Stich gelassen wurden. Denn die Männer haben in Hallein an diesem Tag nicht gestreikt, die Frauen blieben allein und der ein­tägige Streik blieb so eine wichtige Episode im Leben der Frauen, die sich ihnen ein­ge­prägt hatte, aber für ihr wei­teres Leben nur begrenzte Kon­se­quenzen hatte. «Gleich­zeitig werden aber die Grenzen dieser eman­zi­pa­to­ri­schen Pro­zesse sichtbar, vor allem beim Blick auf Arbei­te­rinnen über «ihre» Fabrik hinaus. Vielen erschien die «grosse Politik» als etwas von ihrem Leben Getrenntes, das einfach über sie ver­hängt wurde.

Die Grenzen aktiver Betriebsarbeit

Zur Situation während der Nazis befragt, hiess es von den meisten Frauen: «Hauptsach, dass maunsa Oarbeit ghobt haum.» Für viele der Frauen kam erst dann der Bruch, als sie diese Arbeit ver­loren haben. Im Jahr 1940 wurde die Zigar­ren­fabrik
geschlossen und musste der Rüs­tungs­pro­duktion weichen. Diese Schliessung haben viele Frauen den Nazis übel genommen, doch die NS-Ter­ror­po­litik haben viele nicht zur Kenntnis genommen, denn sie geschah aus­serhalb der Fabrik und dort, so die Über­zeugung vieler der Frauen, können sie als kleine Leute sowieso keinen Ein­fluss ausüben. So liefert das Buch auch eine Bestä­tigung von Lenins umstrit­tener These vom lediglich tra­de­unio­nis­ti­schen Bewusstsein, dass Arbei­te­rinnen und Arbeiter ent­wi­ckeln, wenn sie sich lediglich auf betrieb­licher und gewerk­schaft­licher Ebene enga­gieren. Der Fall der Hal­leiner Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen liefert dafür ein anschau­liches Bei­spiel. Selbst Frauen, die sich noch mit Verve a die eman­zi­pa­to­ri­schen Momente ihres Enga­ge­ments in der Fabrik erinnern, bleiben seltsam stumm, wenn es um die Politik aus­serhalb der Fabrik geht. Die Min­derheit der Frauen, die sich in der Sozi­al­de­mo­kratie oder in der kom­mu­nis­ti­schen Partei enga­gieren, betä­tigte sich auch poli­tisch aus­serhalb der Fabrik und ist auch im anti­fa­schis­ti­schen Wider­stand aktiv. Aller­dings muss dabei bedacht werden, dass die Zeit, in denen die Hal­leiner Frauen offene Gewerk­schafts­po­litik machen konnten, relativ kurz war. Das aus­tro­fa­schis­tische Dollfuss-Régime vor dem Anschluss an Nazi-Deutschland setzte klas­sen­kämp­fe­ri­scher gewerk­schaft­licher Tätigkeit schnell enge Grenzen. Die Neu­auflage des Buchs ist ein Glücksfall, weil keine der Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen heute mehr lebt. Dank Bauers wis­sen­schaft­licher Arbeit blieben ihre Selbst­zeug­nisse der Nachwelt erhalten.
INGRID BAUER: TSCHIK­WEIBER HAUMS UNS G’NENNT. DIE BUCH­MA­CHEREI. BERLIN 2016. 20 EURO

aus: vorwärts – 17. März 2017

Peter Nowak

100 Jahre Staatskapitalismus

Neue Literatur zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution

Charles Bet­telheim: Klas­sen­kämpfe in der UdSSR. Die Buch­ma­cherei, Berlin 2016, 666 Seiten, 24 Euro, ISBN 978–3-00–052633-6

Anté Ciliga: Im Land der ver­wir­renden Lüge. Die Buch­ma­cherei, Berlin 2016, 304 Seiten, 15 Euro, ISBN 9783000314681

Rabi­no­witch Alex­ander: Die Revo­lution der Bol­schewiki 1917. Mehring-Verlag, Essen 2016, 602 Seiten, 34,90 Euro, ISBN 978–3-88634–097-2

Rabi­no­witch Alex­ander: Das erste Jahr. Mehring Verlag, Essen 2016, 677 Seiten, 34,90 Euro, ISBN 978–3-88634–090-3

Zum hun­dertsten Jah­restag der Okto­ber­re­vo­lution wird uns eine Flut von Büchern erwarten, deren AutorInnen uns erklären werden, dass deren Scheitern nur beweist, dass es jen­seits von Kapi­ta­lismus und Markt­wirt­schaft keine Alter­na­tiven gibt.

Alle Ver­suche, aus der Kapi­tal­logik aus­zu­brechen, würden nur in Des­potie und letztlich im Sta­li­nismus enden. So wird mit dem auto­ri­tären Staats­so­zia­lismus jede anar­chis­tische, räte- und links­kom­mu­nis­tische Kritik gleich mit beerdigt. Daher ist dem kleinen Ber­liner Verlag »Die Buch­ma­cherei« zu danken, dass sie ein zen­trales Buch des fran­zö­si­schen Sozio­logen Charles Bet­telheim ins Deutsche über­setzt haben.

Der 1913 in Paris geborene und dort 2006 ver­storbene Intel­lek­tuelle hatte sich in den 1970er Jahren als linker Kri­tiker der Sowjet­union einen Namen gemacht. Lange Zeit hat er sich auch deutlich gegen den Nomi­nal­so­zia­lismus und Kapi­ta­lismus gewandt. Dabei bewegte er sich aber, um gleich auch den zen­tralen Kri­tik­punkt anzu­sprechen, im Gedan­ken­ge­bäude des auto­ri­tären Sozia­lismus. So kri­ti­siert Bet­telheim in den 1970er Jahren die Sowjet­ge­sell­schaft vom mao­is­ti­schen Stand­punkt aus, unter­stützte einige Jahre die Kul­tur­re­vo­lution in China, bevor er in den 1980er Jahren mit den soge­nannten Neuen Phi­lo­sophen in China die auto­ri­tären Sozia­lis­mus­vor­stel­lungen selber einer kri­ti­schen Prüfung unterzog. Die aber suchten dann den Ausweg eben­falls nicht in anar­chis­ti­schen oder dis­si­denten kom­mu­nis­ti­schen Vor­stel­lungen, sondern wurden oft zu Ver­tei­di­ge­rInnen der Tota­li­ta­ris­mus­theorie und zu Apo­lo­ge­tInnen des Kapi­ta­lismus. Diese kri­tische Ent­wicklung kann man in den von Andreas Förster ins Deutsche über­setzten Bänden 3 und 4 von Bet­tel­heims Monu­men­talwerk »Die Klas­sen­kämpfe in der UdSSR« gut nach­ver­folgen.

Bet­tel­heims besondere Stärke waren seine pro­funden Kennt­nisse der öko­no­mi­schen Ver­hält­nisse in der Sowjet­union und den nomi­nal­so­zia­lis­ti­schen Staaten. Er argu­men­tierte nicht mora­lisch, sah den Wider­spruch zwi­schen Anspruch und Rea­lität in der nomi­nal­so­zia­lis­ti­schen Öko­nomie. Wer heute das nur noch anti­qua­risch erhält­liche, 1970 erschienene Buch »Öko­no­mi­sches Kalkül und Eigen­tums­formen« liest, bekommt eine gute Ein­führung in die präzise Argu­men­ta­ti­ons­weise von Bet­telheim. Dort weist er über­zeugend nach, dass es falsch ist, Sozia­lismus mit Plan­wirt­schaft und Ver­staat­li­chung und Kapi­ta­lismus mit Markt gleich­zu­setzen. Bet­telheim erklärt, dass die for­mal­ju­ris­tische Ebene noch keinen Auf­schluss über die realen Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse gibt und Staats­ei­gentum keine wirk­liche Ver­ge­sell­schaftung bedeute. Es können auch in einer ver­staat­lichen Öko­nomie kapi­ta­lis­tische Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse vor­herr­schen, so Bet­tel­heims Argu­mente, die sich auf Texte von Marx und Engels stützten.

graswurzelrevolution


417 märz 2017

http://​www​.gras​wurzel​.net/​4​1​7​/​o​k​t​o​b​e​r.php

Peter Nowak

Eine besondere Form von Staatskapitalismus

In den nun in der Buch­ma­cherei her­aus­ge­ge­benen Bänden 3 und 4 der »Klas­sen­kämpfe in der UDSSR« spitzt Bet­telheim seine Kritik am sowje­ti­schen Modell zu. Er bezeichnet es als einen Staats­ka­pi­ta­lismus, der wei­terhin auf Aus­beutung von Arbeits­kraft basiert. Dabei kann sich der Soziologe nicht nur auf Marx berufen, sondern auch auf Lenin. Der hat mehrmals erklärt, dass die Bol­schewiki in der Sowjet­union nicht den Sozia­lismus auf­bauen, sondern den Kapi­ta­lismus ent­wi­ckeln. Dabei argu­men­tierte er rein öko­no­misch. Nachdem alle anderen Räte­re­pu­bliken, die in den Jahren 1918 bis 1920 ent­standen waren, von den alten Mächten blutig zer­schlagen worden waren, war es natürlich absurd zu glauben, dass aus­ge­rechnet das kapi­ta­lis­tisch noch kaum ent­wi­ckelte Russland das Modell für den Aufbau des Sozia­lismus werden konnte. Wie weit die zen­tra­lis­ti­schen Revo­lu­ti­ons­vor­stel­lungen der Bol­schewiki diesen Versuch von Anfang an ver­un­mög­lichten, ist eine Streit­frage, die unter den linken Kri­ti­ke­rInnen der Ent­wicklung in der Sowjet­union (SU) seit 100 Jahren dis­ku­tiert wird. Für die Dis­kussion dieser Frage emp­fiehlt sich die Lektüre der beiden im Mehring-Verlag auf deutsch erschie­nenen Bände »Die Revo­lution der Bol­schewiki 1917« und »Das erste Jahr«, in denen die Ent­wicklung akri­bisch und mit viel Quel­len­ma­terial nach­ge­zeichnet wird.

Bet­telheim ana­ly­siert, wie mit der Eta­blierung eines beson­deren Typs von Staats­ka­pi­ta­lismus in der UdSSR die Arbei­te­rInnen mehr und mehr ent­machtete. Dabei macht er aber auch deutlich, dass dieser Prozess kei­neswegs rei­bungslos verlief und sich große Teile der bol­sche­wis­ti­schen Basis gegen diesen Kurs wehrten. Darin sieht Bet­telheim auch einen Grund für die Schau­pro­zesse und den Terror gegen Kom­mu­nis­tInnen der ersten Stunde, die sich bald mit anderen Kri­ti­ke­rInnen in den Gefäng­nissen wie­der­fanden. Bet­telheim zeigt in dem Buch auf, dass nach der Revo­lution die Macht der Arbei­te­rInnen enorm aus­ge­weitet worden war. Er sieht im Sta­li­nismus den großen Rollback am Werk, mit dem die Arbei­te­rInnen wieder zu Rädchen in der nun staats­ka­pi­ta­lis­ti­schen Maschine gemacht worden sind.

Seine Kennt­nisse der sowje­ti­schen Ver­hält­nisse und besonders der Öko­nomie zeigen sich da, wo Bet­telheim die Debatte über die Betriebs­lei­te­rInnen nach­zeichnet. Die hatten nach der Revo­lution massiv an Auto­rität ein­gebüßt. Statt­dessen haben die Arbei­ter­ko­mitees viel Ein­fluss gehabt. Der wurde immer mehr beschnitten, doch auch dieser Prozess war kei­neswegs linear. Es gab noch in den 1930er Jahren Wider­stand gegen die Ein­schränkung der Arbei­te­rIn­nen­rechte, auch in den Reihen der Bol­schewiki.

Klassengesellschaft neuen Typs

Dif­fe­ren­ziert betrachtet Bet­telheim auch die Stachanow-Bewegung. Dabei habe es sich zunächst um eine Initiative gehandelt, die bei Seg­menten der Fach­ar­bei­te­rInnen ent­standen ist, die die Mög­lich­keiten der Arbei­ter­In­nen­macht nutzten, die es nach der Okto­ber­re­vo­lution gegeben hat. Doch bald wurde diese Initiative von der Staats­partei ver­ein­nahmt und ver­fälscht. Auf einmal wurden überall Stachanow-Wett­be­werbe aus­ge­rufen, die meist kei­nerlei Erfolge brachten.

So wurde eine Initiative von Unten abge­würgt. Teile des Pro­le­ta­riats reagierten darauf all­er­gisch, weil damit die Arbeits­normen erhöht wurden. Bet­telheim kommt zu dem Schluss, dass die bol­sche­wis­tische Basis durchaus aus einem Teil der Fach­ar­bei­te­rInnen bestand. Es gab erfolg­reiche Kam­pagnen, um mehr Arbei­te­rInnen in die Partei auf­zu­nehmen. Aller­dings sei ein Teil der Neu­mit­glieder gleich in Funk­tio­närs­posten auf­ge­rückt und habe sich so von der pro­le­ta­ri­schen Her­kunft ent­fernt. Bet­telheim zeigt auch auf, dass das Nomen­kla­tura­system hier­ar­chisch gegliedert war und es unter­schied­liche Zugänge zu Ver­güns­ti­gungen aller Art gab. So bildete sich eine Klas­sen­ge­sell­schaft neuen Typs heraus. Ein Teil der alten Fach­ar­bei­te­rInnen wurde zur Nomen­klatura und beutete andere Arbei­te­rInnen aus, die oft erst aus der Land­wirt­schaft mehr oder weniger freilich abwan­derten. Die rigide Politik gegen die Bäue­rinnen und Bauern erinnert auch an die ursprüng­liche Akku­mu­lation im Kapi­ta­lismus, wo das Bau­ern­leben ein wich­tiger Bestandteil war. Diese Aspekte werden von Bet­telheim in klarer Diktion benannt. Sie werden für eine hof­fentlich kon­tro­verse Debatte sorgen.

Propaganda und Realität der Zwangsarbeit in der Sowjetunion

Ein­dringlich schildert Bet­telheim den Prozess der Her­aus­bildung des Fabrik­des­po­tismus der Zwangs­arbeit in der SU. Die mas­sen­hafte Ver­wendung von Zwangs­ar­bei­te­rInnen setzte in den Jahren 1930 und 1931 beim Bau des Kanals zwi­schen der Ostsee und dem Weißen Meer ein. »Sei­ner­seits wird die Erfüllung dieser Arbeit von gewissen sowje­ti­schen Schrift­stellern als Epos dar­ge­stellt, aber sie schwiegen über die viele Toten, die es auf dieser und auf so vielen anderen Bau­stellen gegeben hat«, kri­ti­siert Bet­telheim Schrift­steller wie Gorki. Die offi­zielle Par­tei­ge­schichte zitiert Bet­telheim mit dieser Apo­logie der Zwangs­arbeit: »Der gran­diose Sieg des Sozia­lismus an allen Fronten macht die breite Beschäf­tigung der Arbeits­kraft von Kri­mi­nellen in der Haupt­straße des sozia­lis­ti­schen Aufbaus möglich. Mit dem Ein­tritt der UdSSR in die Periode des Sozia­lismus ist die Mög­lichkeit der Anwendung von Straf­maß­nahmen durch Zwangs­arbeit unendlich ange­wachsen.« Kein erklärter Anti­kom­munist hätte die Idee des Sozia­lismus mehr per­ver­tieren können, als die Ver­fas­se­rInnen dieser Zeilen.

Von den neuen Philosophen kontaminiert

Das Erschrecken über die Erkenntnis, einen Sozia­lis­mus­modell ange­hangen zu haben, das sich selber damit preist, die Mög­lich­keiten der Zwangs­arbeit unendlich aus­ge­weitet zu haben, hat wohl dazu bei­getragen, dass in den 1980er Jahren manche der ex-sta­li­nis­ti­schen und exmao­is­ti­schen Intel­lek­tu­ellen zu Apo­lo­ge­tInnen des Kapi­ta­lismus geworden sind. Leider ist auch das Buch vor allem im letzten Teil von diesen soge­nannten Neuen Phi­lo­so­phInnen kon­ta­mi­niert, die ein Loblied auf den freien Westen und die Seg­nungen des Kapi­ta­lismus singen. Warum soll das Buch trotz dieser Kritik zur Lektüre emp­fohlen werden?

Zunächst domi­niert Bet­tel­heims Kritik am Nomi­nal­so­zia­lismus und der öko­no­mische Nachweis, dass der mit Marx nichts zu tun hatte, den Hauptteil des Buches. Er tritt überall dort in die Fallen des Tota­li­ta­rismus, wo er statt dieser kri­ti­schen Analyse einen all­ge­meinen Rund­um­schlag in die Welt­po­litik wagt. Zudem kann man am Bei­spiel von Bet­telheim sehen, wie kurz der Weg vom auto­ri­tären Sozia­lismus zur Apo­logie der freien Welt ist, wenn man räte­kom­mu­nis­tische und anar­chis­tische Ansätze aus­blendet.

Bei Bet­telheim wird das Adjektiv »anar­chis­tisch« selten ver­wendet, wenn doch, dann im bür­ger­lichen, fal­schen Sinn als chao­tische Situation. Dabei werden von Bet­telheim mit Victor Serge und Ante Ciliga auch zwei Zeit­zeugen des Über­gangs der Okto­ber­re­vo­lution zum Zwangs­system als Quellen zitiert, die sich zumindest zeit­weise als Anar­chisten ver­standen haben. Wobei aller­dings bei Ciliga nicht uner­wähnt bleiben soll, dass er ab Ende der 1930er mit dem faschis­ti­schen Ustascha-Régime kol­la­bo­rierte und noch in den letzten Monaten des NS-Regimes nach Deutschland reiste.

Das ent­wertet nicht seine Kritik am Sta­li­nismus, die er in seinem 1936 ver­öf­fent­lichten Buch »Im Land der ver­wir­renden Lüge« ver­öf­fent­lichte. Es wurde 2010 eben­falls im Verlag »Die Buch­ma­cherei« wieder auf­gelegt. Die Bio­graphie Ciligas zeigt auch, wie not­wendig eine scho­nungslose Kritik nicht nur gegenüber den Apo­lo­ge­tInnen des auto­ri­tären Sozia­lismus ist. Auch dessen Kri­ti­ke­rInnen können auf unter­schied­lichen rechten Abwegen landen.

Peter Nowak

»Tschikweiber haums uns g’nennt«

»Jene Mütter, die selbst schon Tabak­ar­bei­te­rinnen gewesen waren und dem Staate früh­zeitig ihre Gesundheit opferten, mögen es nicht unter­lassen, ihren Töchtern, die heute in der Tabak­fabrik die Plätze ihrer früh­zeitig zugrunde gerich­teten Mütter ein­nehmen, die Not­wen­digkeit der Orga­ni­sation vor Augen zu halten, damit sie nicht da gleiche Schicksal ereile«. Dieser in einer sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Zeitung abge­druckte Aufruf sollte die Tschik­weiber von Hallein in der Nähe von Salzburg zum Ein­tritt in die Gewerk­schaft mobi­li­sieren.

Tschik­weiber wurden die Beschäf­tigten der Zigar­ren­fabrik zunächst von den bür­ger­lichen Hal­leinern genannt, die halb ver­ächtlich, halb ängstlich von einer Lawine sprachen, wenn die Frauen nach Arbeits­schluss aus der Fabrik strömten. Bald nahmen sie den Namen an. »Tschik­weiber haums uns g’nennt« heißt eine 1988 von der öster­rei­chi­schen His­to­ri­kerin Ingrid Bauer ver­öf­fent­lichte Studie über die letzte Generation der Arbei­te­rinnen, die dort von 1921 bis zur Schließung der Fabrik 1940 beschäftigt waren. Bauer gehörte zu einer Generation von jungen Wis­sen­schaft­le­rinnen, die aus femi­nis­ti­schem Interesse an ihre Arbeit her­anging. Schließlich war die Hal­leiner Zigar­ren­fabrik in ihrer Zeit eine absolute Aus­nahme, weil dort aus­schließlich Frauen beschäftigt waren; zudem in Vollzeit. Mit der Neu­auflage des Buches hat der Ber­liner Verlag »Die Buch­ma­cherei« ein wich­tiges Zeit­do­kument erneut zugänglich gemacht.

Die Pas­sagen der 18 von Bauer inter­viewten Frauen, wovon zwölf Zigar­ren­ar­bei­te­rinnen waren, wurden im öster­rei­chi­schen Dialekt belassen. »Das Bei­be­halten der dia­lekt­ge­färbten Umgangs­sprache in der Ver­schrift­li­chung der Inter­views ver­langt zwar eine gewisse Leser­arbeit ab, ermög­licht es aber, sich sehr unmit­telbar auf die Erfah­rungs­zu­sam­men­hänge dieser Frauen ein­zu­lassen, die unter Anderem auch in ihrer ganz spe­zi­fi­schen Aus­drucks­weise bestehen«, begründet Bauer im Vorwort ihre Ent­scheidung. Tat­sächlich gelingt durch die Inter­views und die kun­digen Erläu­te­rungen der Autorin ein guter Ein­blick in das Leben dieser Frauen. Sie mussten bereits als Kinder im Haushalt helfen, wurden oft schon mit 14 Jahren als Bedienstete zu reichen Leuten gegeben und den kargen Lohn bekamen die Eltern. So emp­fanden fast alle Frauen die Fabrik­arbeit als Befreiung, obwohl die Haus­arbeit wei­terhin an ihnen hängen blieb.

Sie konnten über ihren Lohn selber ver­fügen, doch genau so wichtig war für sie der Aus­tausch unter den Frauen. Sie sangen mit­ein­ander, besprachen damalige Tabu­themen wie Sexua­lität und vor allem die Ver­meidung von Schwan­ger­schaften. Dabei spielten die wenigen poli­tisch in der Sozi­al­de­mo­kratie aktiven Kol­le­ginnen eine wichtige Rolle bei der Wis­sens­ver­mittlung. Dazu gehörte die Gewerk­schaf­terin Agnes Pri­mocic, die später als Kom­mu­nistin auch Wider­stand gegen die Nazis geleistet hat. Ihr ist eine DVD gewidmet, die dem Buch bei­liegt. Doch sie war mit dem poli­ti­schen Enga­gement eine Aus­nahme. Bauer zeigte, dass der ein­gangs zitierte Aufruf Erfolg hatte: Die Frauen setzten sich für bessere Löhne ein, wehrten sich gegen schi­kanöse Direk­toren und 1934 streikten sie sogar für einen Tag gegen den Aus­tro­fa­schismus. Doch zur Situation während der Nazis befragt, hieß es von den meisten Frauen nur: »Hauptsach, dass ma unsa Oarbeit ghobt haum«.

Ingrid Bauer. »Tschik­weiber haums uns g’nennt« Die Buch­ma­cherei. Berlin. 326 S.

Peter Nowak

»Nicht aufmuksen«

»Georbeit’ hamma viel.« Dieser Satz ist der rote Faden der 1988 von der öster­rei­chi­schen His­to­ri­kerin Ingrid Bauer ver­öf­fent­lichten Studie über die Ziga­ret­ten­ar­bei­te­rinnen im Städtchen Hallein im Salz­burger Land. Der Verlag »Die Buch­ma­cherei« hat mit der Neu­auflage ein Zeit­do­kument der Frau­en­geschichte wieder zugänglich gemacht. Im Zentrum von Bauers Inter­views stehen 18 Frauen aus Hallein. Zwölf von ihnen ­haben von 1921 bis zur Schließung 1940 in der Ziga­ret­ten­fabrik ge­arbeitet. Die in öster­rei­chi­schem Dialekt belas­senen Inter­view­pas­sagen und die Erläu­te­rungen von Bauer ermög­lichen einen Ein­blick in das ­Leben einer Frau­en­gene­ration, das haupt­sächlich aus Unter­ordnung, Demut und viel Arbeit bestand. Schon in jungen Jahren mussten sie zu Hause mit anpacken und sich später als Bedienstete bei reichen Leuten ver­dingen. Daher emp­fanden viele die ­Arbeit in der Ziga­ret­ten­fabrik als Befreiung. In den Gesprächen wird der Stolz deutlich, für ihre Arbeit ent­lohnt zu werden und sich mit ihren Kol­le­ginnen aus­tau­schen zu können. Dabei ging es auch um damals tabui­sierte Themen wie Schwan­ger­schafts­ver­hütung. Noch 50 Jahren später ­erinnern sich die Frauen an kleine Akte der ­Soli­da­rität in der Fabrik und als Höhe­punkt an den kurzen Streik ­gegen den Aus­tro­fa­schismus 1934. Es war ein kurzes Inter­mezzo des Wider­stands. Die Zusam­men­arbeit des Unter­nehmens mit dem national­sozialistischen Régime ist gut doku­men­tiert. Wurden die Frauen in den Inter­views jedoch dazu befragt, seien sie aus­ge­wichen, so Bauer. »Nicht auf­muksen« war die Devise. Eine der wenigen Aus­nahmen ist die kom­mu­nis­tische Gewerk­schaf­terin Agnes Pri­mocic, über deren ­wider­stän­diges Leben ein Doku­men­tarfilm infor­miert, der auf einer DVD dem Buch bei­gelegt ist.

http://​jungle​-world​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​7​/​0​8​/​5​5​7​8​6​.html

Peter Nowak

Ingrid Bauer, Tschik­weiber haus uns g‘nennt…«, Die Ziga­ret­ten­ar­bei­te­rinnen von Hallein, Die Buch­ma­cherei Berlin 2015, 325 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978–3-00–049940-1

Widerspruch: Sowjetunion

Der französische Soziologe Charles Bettelheim kritisierte in den 70er Jahren die Sowjetunion aus einer kommunistischen Perspektive. Die Bände 3 und 4 seines Hauptwerks sind nun auch auf Deutsch erschienen.

Zum 100. Jah­restag der Okto­ber­re­vo­lution wird uns eine Flut von Büchern erwarten, deren AutorInnen uns erklären werden, warum die Okto­ber­re­vo­lution von Anfang an ein Ver­brechen war. Charles Bet­telheim gehörte nicht dazu. Der fran­zö­sische Soziologe hatte Bekanntheit errungen als linker Kri­tiker der Sowjet­union und des Real­so­zia­lismus und machte dabei immer deutlich, dass sein Ziel ein wirk­licher Sozia­lismus ist. Eine Apo­logie der kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nisse lag dem 1903 in Paris gebo­renen und dort 2006 ver­stor­benen enga­gierten Intel­lek­tu­ellen fern. Bet­tel­heims besondere Stärke war seine pro­funde Kenntnis der öko­no­mi­schen Ver­hält­nisse in der Sowjet­union und den real­so­zia­lis­ti­schen Staaten. Er begründete nicht mora­lisch, sondern mit seiner pro­funden Marx-Kenntnis, den Wider­spruch zwi­schen Anspruch und Rea­lität in der real­so­zia­lis­ti­schen Öko­nomie. Wer heute das nur noch anti­qua­risch erhält­liche 1970 erschienene Buch «Öko­no­mi­sches Kalkül und Eigen­tums­formen» liest, bekommt eine gute Ein­führung in die präzise Argu­men­ta­ti­ons­weise von Bet­telheim. Dort weist er über­zeugend nach, dass es falsch ist, Sozia­lismus mit Plan­wirt­schaft und Ver­staat­li­chung sowie Kapi­ta­lismus mit Markt gleich­zu­setzen. Bet­telheim weist darauf hin, dass die for­mal­ju­ris­tische Ebene noch keinen Auf­schluss über die realen Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse gibt und Staats­ei­gentum keine wirk­liche Ver­ge­sell­schaftung bedeutet. Es können auch in einer ver­staat­lichen Öko­nomie kapi­ta­lis­tische Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse vor­herr­schen, so Bet­tel­heims auf Texte von Marx und Engels gestützte Argu­mente.

Eine Form von Staatskapitalismus

In dem kürzlich im kleinen Ber­liner Verlag «Die Buch­ma­cherei» erstmals in deut­scher Sprache her­aus­ge­ge­benen Bände 3 und 4 seinen Monu­men­tal­werkes «Klas­sen­kämpfe in der UdSSR» spitzt Bet­telheim seine Kritik am sowje­ti­schen Modell fort. Er ezeichnet es als einen Staats­ka­pi­ta­lismus, der wei­terhin auf Aus­beutung von Arbeits­kraft basiert. Dabei kann sich der Soziologe nicht nur auf Marx, sondern auch auf Lenin berufen. Der hat mehrmals erklärt, dass die Bol­schewiki in der Sowjet­union nicht den Sozia­lismus auf­bauen, sondern den Kapi­ta­lismus ent­wi­ckeln müssen. Das war nun keine miese Finte der Bol­schewiki oder gar ein Betrug an den Massen, die die Revo­lution gemacht haben. Diese Ent­wicklung war vielmehr der tra­gi­schen Ein­samkeit der Bol­schewiki geschuldet. Nachdem alle anderen Räte­re­pu­bliken blutig zer­schlagen worden waren, sollte aus­ge­rechnet das kapi­ta­lis­tisch noch kaum ent­wi­ckelte Russland das Modell für den Aufbau des Sozia­lismus werden. Während Lenin diese Wider­sprüche noch benannte und sogar einmal davon sprach, dass eine neue kom­mu­nis­tische Partei gegründet werden müsste, die die ursprüng­lichen Ideen der Revo­lution nun gegen die Staats­partei erkämpfen müsse, haben seine Nach­fol­ge­rInnen diese Wider­sprüche zunächst aus­ge­blendet und dann in der Stalin Ära blutig unter­drückt. Die ersten Opfer wurden die Arbei­te­rInnen und die Mit­glieder der Bol­schewiki. Bet­telheim weist über­zeugend nach, wie mit der Eta­blierung eines beson­deren Typs von Staats­ka­pi­ta­lismus in der UdSSR die Arbei­te­rInnen mehr und mehr ent­machtet wurden. Dabei macht er aber auch deutlich, dass dieser Prozess kei­neswegs rei­bungslos vor sich ging und sich grosse Teile der bol­sche­wis­ti­schen Akti­vis­tInnen gegen diesen Kurs wehrten.

Klassengesellschaft neuen Typs

Die pro­funden Kennt­nisse der sowje­ti­schen Ver­hält­nisse und besonders der Öko­nomie zeigen sich da, wo Bet­telheim die Debatte über die Betriebs­lei­te­rInnen nach­zeichnet. Die hatten nach der Revo­lution massiv an Auto­rität ein­ge­büsst. Statt dessen haben die Arbei­ter­ko­mitees viel Ein­fluss gehabt, der immer mehr beschnitten wurde, doch auch dieser Prozess war kei­neswegs linear. Wenn die Arbei­te­rIn­nen­rechte zu stark ein­ge­schränkt wurden, initi­ierte die Partei wieder eine Kam­pagne gegen die Macht der Tech­ni­ke­rInnen. Zudem wurden die Gewerk­schaften auf­ge­fordert, die Inter­essen der Arbei­te­rInnen besser zu ver­treten. Ob solche Kam­pagnen reiner Popu­lismus waren oder ob sie auch ein Aus­druck der impro­vi­sierten Politik der Bol­schewiki war, die gegenüber ihrem eigenen Selbstbild und der Pro­pa­ganda oft reagierten, lässt Bet­telheim offen. Sehr dif­fe­ren­ziert betrachtet Bet­telheim auchdie Stachanow-Bewegung. Dabei habe es sich zu nächst um eine Initiative gehandelt, die bei Seg­menten der Fach­ar­bei­te­rInnen ent­standen ist, die die Mög­lich­keiten der Arbei­ter­In­nen­macht nutzten, die es nach der Okto­ber­re­vo­lution gegeben hat. Doch bald wurde diese Initiative von der Staats­partei ver­ein­nahmt und ver­fälscht. Auf einmal wurden überall Stachanow-Wett­be­werbe aus­ge­rufen, die meist kei­nerlei Erfolge brachten. So wurde eine Initiative von unten abge­würgt. Teile des Pro­le­ta­riats reagierten darauf all­er­gisch, weil damit die Arbeits­normen erhöht wurden. Bet­telheim kommt auch zu dem Schluss, dass die bol­sche­wis­tische Basis durchaus aus einem Teil der Fach­ar­bei­te­rInnen bestand. Es gab erfolg­reiche Kam­pagnen, um mehr Arbei­te­rInnen in die Partei auf­zu­nehmen. Aller­dings sei ein Teil der Neu­mit­glieder gleich in Funk­tio­närs­posten auf­ge­rückt und habe sich so von der pro­le­ta­ri­schen Her­kunft ent­fernt. Bet­telheim zeigt auch auf, dass das Nomen­klatura-System hier­ar­chisch gegliedert war und es unter­schied­liche Zugänge zu Ver­güns­ti­gungen aller Art gab. So bildete sich eine Klas­sen­ge­sell­schaft neuen Typs heraus. Ein Teil der alten Fach­ar­bei­te­rInnen wurde zur Nomen­klatura und beutete andere Arbei­te­rIn­nen­seg­mente aus, die oft erst aus der Land­wirt­schaft mehr oder weniger frei­willig abwan­derten. Die rigide Politik gegen die Bäue­rinnen und Bauern erinnert auch an die ursprüng­liche Akku­mu­lation im Kapi­ta­lismus, wo das Bau­ern­legen ein wich­tiger Bestandteil dafür war. Diese Aspekte werden von Bet­telheim in klarer Diktion benannt und werden für eine hof­fentlich kon­tro­verse Debatte sorgen.

Einfluss der Neuen Philosophie

Doch leider bleibt das Buch nicht bei einer kom­mu­nis­ti­schen Kritik an der Sowjet­union stehen. An meh­reren Stellen wird der Westen gelobt und gerade im zweiten Teil wird in ein­deutig tota­li­ta­ris­mus­theo­re­ti­scher Art und Weise über die Sowjet­union gesprochen. Hier wird deutlich, dass das Buch zumindest im zweiten Teil zunehmend von der soge­nannten Neuen Phi­lo­sophie kon­ta­mi­niert ist, die sich bald als Vor­kämp­ferin des freien Westens gegen den öst­lichen Des­po­tismus auf­spielte. Solche Töne kommen auch bei Bet­telheim vor allem im hin­teren Teil des Buches vor. Da hat er sein Fach­gebiet ver­lassen und allerlei Theo­riefrag­mente der Neuen Phi­lo­sophie ver­wendet, deren Ziel ein Kampf gegen alle Formen linker Politik war. Einige der in dem B uch häufig zitierten Wis­sen­schaft­le­rInnen haben später das berüch­tigte Schwarzbuch Kom­mu­nismus her­aus­ge­geben. So zeigt sich an diesem Buch ein zwei­facher Bet­telheim: Der präzise argu­men­tie­rende mit pro­funder Marx-Kenntnis ope­rie­rende Öko­nomund der von der Neuen Phi­lo­sophie beein­flusste Tota­li­ta­ris­mus­theo­re­tiker.

Peter Nowak

CHARLES BET­TELHEIM: KLAS­SEN­KÄMPFE IN DER UDSSRBAND 3 UND 4. DIE BUCH­MA­CHEREI, BERLIN 2016. 24 EURO

aus: vor­wärts – 20. Jan. 2017

»Für einen libertären Marxismus«

Linke wollen mit einem Buch über das Ver­hältnis von Anar­chisten und Mar­xisten eine Brücke zwi­schen den Strö­mungen schlagen

Der ehe­malige fran­zö­sische Prä­si­dent­schafts­kan­didat Oliver Besan­cenot und Phi­losoph Michael Löwy bieten die ana­ly­tische Basis für Koope­ra­ti­ons­mög­lich­keiten.

»Die Schwarze Front und die Rote Front sind wir«. Dieser Refrain eines Liedes der Band »Ton-Steine-Scherben« wird noch immer auf linken Demons­tra­tionen ange­stimmt. Daher dürfte das kürzlich im Verlag »Die Buch­ma­cherei« erschienene Buch mit dem Titel »Revo­lu­tionäre Annä­herung – unsere roten und schwarzen Sterne« zumindest vom Titel her auf Zustimmung stoßen. Schließlich ver­wenden auch anar­cho­syn­di­ka­lis­tische Orga­ni­sa­tionen und die Basis­ge­werk­schaft FAU diese Farben.

Den beiden Buch­au­toren geht es jedoch um einen Dialog zwi­schen den Mar­xisten und Anar­chisten. Auf dem Cover wird das etwas miss­ver­ständlich mit einer Soli­da­rität zwi­schen den beiden linken Strö­mungen beschrieben. Doch Soli­da­rität ange­sichts von Repression oder rechten Angriffe kann auch linken Strö­mungen gelten, mit denen man ansonsten poli­tisch nicht viel zu tun hat.

Den Autoren Oliver Besan­cenot und Michal Löwy ging es im Kern darum, »eine Brücke zwi­schen den beiden großen revo­lu­tio­nären Tra­di­tionen zu schlagen«. Das unter­streichen sie besonders im letzten Teil des Buches, der die Über­schrift »Für einen liber­tären Mar­xismus« trägt. Beide kommen aus der antis­ta­li­nis­ti­schen fran­zö­si­schen Linken, die stark von Trotzki beein­flusst war. Michael Löwy befasste sich zudem früh mit öko­so­zia­lis­ti­schen Themen. Besan­cenot ist Brief­träger und war als Prä­si­dent­schafts­kan­didat der Neuen Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Linken (NPA) bei den vor­letzten Prä­si­dent­schafts­wahlen lan­desweit bekannt geworden. Ihm ist es zu ver­danken, dass Thesen der radi­kalen Linken in grö­ßeren Kreisen der Gesell­schaft dis­ku­tiert wurden. Doch die Hoffnung, dass die NPA, die von einem Teil der trotz­kis­ti­schen Linken gegründet wurde, zu einem Bünd­nis­projekt einer neuen Linken werden könnte, die sich sowohl von der Sozi­al­de­mo­kratie als auch den Erben des Sta­li­nismus abhebt, erfüllte sich nicht. Oliver Besan­cenot lehnte bei den letzten Prä­si­den­ten­wahlen trotz Bitten seiner Partei eine erneute Kan­di­datur ab. Er arbeitet statt­dessen wieder an der Basis. Mit dem Buch, das in Frank­reich bereits 2014 erschienen ist, knüpfen beide Autoren an den Grün­dungs­vor­stel­lungen der NPA an.

Der größte Teil des Buches befasst sich mit his­to­rische Ereig­nissen wie der Pariser Commune und den Mär­tyrern von Chicago, sieben Arbeiter, die 1886 wegen eines Anschlags, mit dem sie nichts zu tun hatten, hin­ge­richtet wurden. Die II. Inter­na­tionale rief ihnen zum Gedenken den 1. Mai als Inter­na­tio­nalen Kampftag aus.

Auch die his­to­ri­schen Bege­ben­heiten, die zum Zer­würfnis zwi­schen Anar­chisten und Mar­xisten führten, werden aus­führlich behandelt. So gibt es etwa eine Analyse zu dem Auf­stand der Kron­städter Matrosen gegen die Sowjet­re­gierung im März 1921. Trotzki gehörte sei­nerzeit zu den Befür­wortern der Nie­der­schlagung des Auf­stands. Ver­mitt­lungs­ver­suche von Anar­chisten wie Emma Goldmann wurden igno­riert. Damals zerriss das Band zwi­schen Anar­chisten und Anar­cho­syn­di­ka­listen auf der einen Seite und der kom­mu­nis­ti­schen Mehr­heits­strömung, die sich mit der SU iden­ti­fi­zierte, auf der anderen.

Die Autoren ent­werfen ein dif­fe­ren­ziertes Bild dieser Gescheh­nissen und kri­ti­sieren auch die Rolle Trotzkis. Der hatte noch 1937 im Exil die Nie­der­schlagung des Auf­stands ver­teidigt. Kurz vor seiner Ermordung ver­fasste er gemeinsam mit Andre Breton ein »Manifest für eine freie revo­lu­tionäre Kultur«, in dem es heißt: »Die Revo­lution muss von Anfang an für das künst­le­rische Schaffen ein anar­chis­ti­sches Régime per­sön­licher Freiheit schaffen und garan­tieren«.

In Kurz­bio­grafien werden von Emma Goldmann über den spa­ni­schen Anar­chisten Dur­rutti bis zu Walter Ben­jamin linke Per­sön­lich­keiten vor­ge­stellt, die eine Koope­ration zwi­schen Anar­chismus und Kom­mu­nismus befür­wor­teten. Etwas zu knapp werden dagegen die der­zei­tigen Kämpfe the­ma­ti­siert. Dabei sollte sich die rot-schwarze Koope­ration gerade in den aktu­ellen poli­ti­schen Fragen bewähren. Nichts­des­to­trotz bietet das die Basis für eine fun­dierte Debatte über Koope­ra­ti­ons­mög­lich­keiten. Der Verlag »Die Buch­ma­cherei« hat in der Ver­gan­genheit schon Bücher her­aus­ge­geben, die Gemein­sam­keiten zwi­schen Mar­xisten und Anar­chisten aus­loten. Bei den beiden Über­setzern des Buches ist die Koope­ration auch prak­tisch gelungen. Andreas Förster ist in der FAU aktiv und Elfriede Müller gehört zu den Unter­stützern der NPA.

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​0​3​6​0​5​5​.​f​u​e​r​-​e​i​n​e​n​-​l​i​b​e​r​t​a​e​r​e​n​-​m​a​r​x​i​s​m​u​s​.html

Peter Nowak

Löwy Michael/​Besan­cenot Oliver, Revo­lu­tionäre Annä­herung: Unsere roten und schwarzen Sterne, Die Buch­ma­cherei, Berlin 2016, 167 Seiten, 12 Euro, ISBN: 978–300-053364–8