Gabriel Kuhn (Hg.): Wobblies, Politik und Geschichte der IWW. Unrast-Verlag, Münster 2019, 152 Seiten, 13 EUR.

Organisierung der Prekären

Gabriel Kuhns Buch »Wob­blies« liefert einen his­to­ri­schen Abriss der Gewerk­schaft Indus­trial Workers of the World und stellt ihre Aktua­lität heraus

Eine Gewerk­schaft, die ihren Fokus auf die Orga­ni­sierung der schwer zu orga­ni­sie­renden Beschäf­tigten, auf Erwerbslose, Teilzeit- und Wanderarbeiter*innen, richtet – das klingt sehr modern. Und doch widmete sich bereits vor mehr als 100 Jahren eine heute weit­gehend unbe­kannte Gewerk­schaft der Orga­ni­sierung der Pre­kären. Der Publizist und ak-Autor.…

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Plattformen, über die Kunden Essen bestellen können, konkurrieren hart untereinander. Leidtragende sind die Beschäftigten. Doch die Fahrerinnen und Fahrer organisieren sich selbst.

Fressen und gefressen werden

Die einzige Chance für ein kol­lek­tives Unter­nehmen sieht die FAU darin, dass Men­schen bereit sind, mehr für den Service zu zahlen.

Am 16. August kam das Aus. Der Essens­lie­fer­dienst Deli­veroo zog sich end­gültig aus Deutschland zurück. Über 1 000 Beschäf­tigte wurden mit einem Mal arbeitslos. Zuvor war bereits der Essens­lie­fer­dienst Foodora von Lie­fe­rando auf­ge­kauft worden, der als vor­läu­figer Gewinner aus dem Kan­ni­ba­li­sie­rungs­prozess unter den Lie­fer­diensten her­vorging. Für Keno Böhme, der für ver­schiedene Lie­fer­dienste gear­beitet hatte, bevor er haupt­amtlich begann, bei der Gewerk­schaft Nahrung- Genuss- Gast­stätten (NGG) die dort Beschäf­tigten zu orga­ni­sieren, hat der Abschied von Deli­veroo aus gewerk­schaft­licher Sicht auch positive Aus­wir­kungen. »Unserer Meinung nach hängt der Rückzug damit zusammen, dass das .…

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Protest gegen Uber und Co.

»Wildwest-Zustände in der Taxibranche«

Ver­kehrs­mi­nister Scheuer will den Taxi­markt libe­ra­li­sieren. Dabei arbeiten Fahrer schon heute unter pre­kärsten Bedin­gungen, berichten die Gewerk­schafter Klaus Meier und Andreas Kom­rowski.

Seit Monaten pro­tes­tieren Taxi­fahrer gegen den Fahr­dienst Uber. Worum geht es?
Andreas Kom­rowski: Die Pro­test­ak­tionen von Taxi­fahrern ent­zün­deten sich am Vor­haben des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­riums unter Andreas Scheuer, das Per­so­nen­be­för­de­rungs­gesetz zu libe­ra­li­sieren. Dabei geht es vor allem um.…

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Es ist ein Kampf in der GiG-Ökonomie

KLASSENKAMPF AM TAXISTAND

In vielen Ländern pro­tes­tieren Taxifahrer*innen schon länger gegen die massive Ver­schlech­terung ihrer Arbeits­be­din­gungen. Doch meistens wird darüber aus der Per­spektive der Unter­nehmen berichtet.

Am 10. April legten auch in Berlin Blo­ckaden von Taxifahrer*innen für Stunden den Flug­hafen Tegel lahm. Bereits am 21. Februar pfiffen in Berlin hun­derte wütende Taxifahrer*innen Bun­des­ver­kehrs­mi­nister Scheuer aus. Sie skan­dierten die Parole „Uber raus“. Schließlich schickt sich der US-Fahr­dienst­ver­mittler an, die wenigen erkämpften sozialen Rechte im Taxi­ge­werbe zu zer­stören. Und die Politik liefert die Unter­stützung. Sowohl im natio­nalen Rahmen als auch auf der EU-Ebene werden…

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Von wegen Easy Rider

Von wegen Easy Rider

In Berlin demons­trieren LKW-Fahrer gegen ihre Arbeits­be­din­gungen – und den euro­päi­schen Kon­kur­renz­kampf auf den Straßen.

Stun­den­löhne von zum Teil unter 5 Euro und über­lange Arbeitstage – in Berlin haben am Samstag Trucker gegen Lohn­dumping und schlechte Arbeits­be­din­gungen pro­tes­tiert.

„Wir sind nicht eure Sklaven, sondern eure Ver­sorger“, so die Parole. Ingo Schulze vom Kraft­fah­rerclub Deutschland hatte die Pro­teste mit vor­be­reitet. Er beklagt das stetige Sinken der Löhne in den letzten Jahren – aber auch, dass nur zehn LKW am Samstag am Bran­den­burger Tor, dem Ort der Abschluss­kund­gebung, stehen. „Wir haben es wieder nicht geschafft, die Masse der LKW-Fah­re­rInnen zu mobi­li­sieren“, so Schulze. Aller­dings pro­tes­tierten zeit­gleich Fahrer auch in Den Haag, Rom, Stockholm, Oslo, Kopen­hagen und Madrid.

Sie fordern ein­heit­liche Aus­bil­dungs­stan­dards und Min­dest­löhne – und die Ein­haltung der Kabo­ta­ge­regeln. „Kabotage“ nennt man das Erbringen von Trans­port­dienst­leis­tungen in einem Land durch ein aus­län­di­sches Ver­kehrs­un­ter­nehmen. Eigentlich darf ein aus­län­di­sches Fahrzeug in einem EU-Mit­glieds­staat drei Fahrten pro Woche über­nehmen.

Doch oft seien aus­län­dische Fahr­zeuge wochenlang unun­ter­brochen in Europa unterwegs, monierten ver­schiedene Redner. Sie stellten aber auch klar: Ihr Protest richtet sich nicht gegen aus­län­dische Kollege, sondern gegen die schlechten Arbeits­be­din­gungen, von denen Trucker in allen Ländern betroffen seien.

In einer Gruß­adresse bekräf­tigten Beschäf­tigte des Kölner Ford-Werkes, dass sich die LKW-Fahrer der ver­schie­denen Länder nicht spalten lassen dürfen. Unter­stützung gab es auch von einer japa­ni­schen Eisen­bah­ne­rIn­nen­ge­werk­schaft, Ber­liner S‑BahnfahrerInnen, dem Klas­sen­kämp­fe­ri­schen Block Berlin und der AG Taxi bei der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di. Auch Gregor Gysi, Frak­ti­ons­vor­sit­zender der Links­partei, hielt vor den Tru­ckern eine kurze Ansprache.

http://​www​.taz​.de/​T​r​u​c​k​e​r​p​r​o​t​e​s​t​e​-​i​n​-​d​e​r​-​H​a​u​p​t​s​t​a​d​t​/​!​1​3​7852/

Peter Nowak