Protest gegen Uber und Co.

»Wildwest-Zustände in der Taxibranche«

Ver­kehrs­mi­nister Scheuer will den Taxi­markt libe­ra­li­sieren. Dabei arbeiten Fahrer schon heute unter pre­kärsten Bedin­gungen, berichten die Gewerk­schafter Klaus Meier und Andreas Kom­rowski.

Seit Monaten pro­tes­tieren Taxi­fahrer gegen den Fahr­dienst Uber. Worum geht es?
Andreas Kom­rowski: Die Pro­test­ak­tionen von Taxi­fahrern ent­zün­deten sich am Vor­haben des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­riums unter Andreas Scheuer, das Per­so­nen­be­för­de­rungs­gesetz zu libe­ra­li­sieren. Dabei geht es vor allem um.…

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Es ist ein Kampf in der GiG-Ökonomie

KLASSENKAMPF AM TAXISTAND

In vielen Ländern pro­tes­tieren Taxifahrer*innen schon länger gegen die massive Ver­schlech­terung ihrer Arbeits­be­din­gungen. Doch meistens wird darüber aus der Per­spektive der Unter­nehmen berichtet.

Am 10. April legten auch in Berlin Blo­ckaden von Taxifahrer*innen für Stunden den Flug­hafen Tegel lahm. Bereits am 21. Februar pfiffen in Berlin hun­derte wütende Taxifahrer*innen Bun­des­ver­kehrs­mi­nister Scheuer aus. Sie skan­dierten die Parole „Uber raus“. Schließlich schickt sich der US-Fahr­dienst­ver­mittler an, die wenigen erkämpften sozialen Rechte im Taxi­ge­werbe zu zer­stören. Und die Politik liefert die Unter­stützung. Sowohl im natio­nalen Rahmen als auch auf der EU-Ebene werden…

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Von wegen Easy Rider

Von wegen Easy Rider

In Berlin demons­trieren LKW-Fahrer gegen ihre Arbeits­be­din­gungen – und den euro­päi­schen Kon­kur­renz­kampf auf den Straßen.

Stun­den­löhne von zum Teil unter 5 Euro und über­lange Arbeitstage – in Berlin haben am Samstag Trucker gegen Lohn­dumping und schlechte Arbeits­be­din­gungen pro­tes­tiert.

„Wir sind nicht eure Sklaven, sondern eure Ver­sorger“, so die Parole. Ingo Schulze vom Kraft­fah­rerclub Deutschland hatte die Pro­teste mit vor­be­reitet. Er beklagt das stetige Sinken der Löhne in den letzten Jahren – aber auch, dass nur zehn LKW am Samstag am Bran­den­burger Tor, dem Ort der Abschluss­kund­gebung, stehen. „Wir haben es wieder nicht geschafft, die Masse der LKW-Fah­re­rInnen zu mobi­li­sieren“, so Schulze. Aller­dings pro­tes­tierten zeit­gleich Fahrer auch in Den Haag, Rom, Stockholm, Oslo, Kopen­hagen und Madrid.

Sie fordern ein­heit­liche Aus­bil­dungs­stan­dards und Min­dest­löhne – und die Ein­haltung der Kabo­ta­ge­regeln. „Kabotage“ nennt man das Erbringen von Trans­port­dienst­leis­tungen in einem Land durch ein aus­län­di­sches Ver­kehrs­un­ter­nehmen. Eigentlich darf ein aus­län­di­sches Fahrzeug in einem EU-Mit­glieds­staat drei Fahrten pro Woche über­nehmen.

Doch oft seien aus­län­dische Fahr­zeuge wochenlang unun­ter­brochen in Europa unterwegs, monierten ver­schiedene Redner. Sie stellten aber auch klar: Ihr Protest richtet sich nicht gegen aus­län­dische Kollege, sondern gegen die schlechten Arbeits­be­din­gungen, von denen Trucker in allen Ländern betroffen seien.

In einer Gruß­adresse bekräf­tigten Beschäf­tigte des Kölner Ford-Werkes, dass sich die LKW-Fahrer der ver­schie­denen Länder nicht spalten lassen dürfen. Unter­stützung gab es auch von einer japa­ni­schen Eisen­bah­ne­rIn­nen­ge­werk­schaft, Ber­liner S‑BahnfahrerInnen, dem Klas­sen­kämp­fe­ri­schen Block Berlin und der AG Taxi bei der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di. Auch Gregor Gysi, Frak­ti­ons­vor­sit­zender der Links­partei, hielt vor den Tru­ckern eine kurze Ansprache.

http://​www​.taz​.de/​T​r​u​c​k​e​r​p​r​o​t​e​s​t​e​-​i​n​-​d​e​r​-​H​a​u​p​t​s​t​a​d​t​/​!​1​3​7852/

Peter Nowak