Plattformen, über die Kunden Essen bestellen können, konkurrieren hart untereinander. Leidtragende sind die Beschäftigten. Doch die Fahrerinnen und Fahrer organisieren sich selbst.

Fressen und gefressen werden

Die einzige Chance für ein kol­lek­tives Unter­nehmen sieht die FAU darin, dass Men­schen bereit sind, mehr für den Service zu zahlen.

Am 16. August kam das Aus. Der Essens­lie­fer­dienst Deli­veroo zog sich end­gültig aus Deutschland zurück. Über 1 000 Beschäf­tigte wurden mit einem Mal arbeitslos. Zuvor war bereits der Essens­lie­fer­dienst Foodora von Lie­fe­rando auf­ge­kauft worden, der als vor­läu­figer Gewinner aus dem Kan­ni­ba­li­sie­rungs­prozess unter den Lie­fer­diensten her­vorging. Für Keno Böhme, der für ver­schiedene Lie­fer­dienste gear­beitet hatte, bevor er haupt­amtlich begann, bei der Gewerk­schaft Nahrung- Genuss- Gast­stätten (NGG) die dort Beschäf­tigten zu orga­ni­sieren, hat der Abschied von Deli­veroo aus gewerk­schaft­licher Sicht auch positive Aus­wir­kungen. »Unserer Meinung nach hängt der Rückzug damit zusammen, dass das .…

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Lieferdienstkuriere agieren mittlerweile gewerkschaftlich. Die Folgen der Foodora-Übernahme sind noch offen

Gemeinsam für bessere Arbeit

Dem Rückzug von Deli­veroo kann der Gewerk­schafter durchaus auch positive Seiten abge­winnen, obwohl der Verlust von rund 1100 Arbeits­plätzen für die Betrof­fenen schmerzlich ist. «Unserer Meinung nach hängt der Rückzug damit zusammen, dass das Modell der Schein­selbst­stän­digkeit der Fahrer*innen nicht funk­tio­niert hat.»

Im Hof des Aquino-Hotels in Berlin-Mitte haben sich Don­ners­tag­mittag viele Essens­dienst­lie­fe­ranten ver­sammelt: Kurier*innen mit weiß-vio­letten T‑Shirts von Foodora und Fahrer*innen in oran­ge­far­benen Hemden mit dem Logo des öster­rei­chi­schen Lie­fer­ser­vices Lie­fe­rando. Sie waren aller­dings nicht im Dienst, sondern hatten sich auf Ein­ladung der.…

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Lieferant*innen organisieren sich gegen die Kannibalisierung in ihrer Branche

Fressen bringen und gefressen werden

Für Keno Böhme von der NGG hat der Abschied des Lie- fer­dienstes auch positive Aus­wir­kungen. Er hat früher selber für ver­schiedene Lie­fer­dienste gear­beitet und kümmert sich mitt­ler­weile haupt­amtlich bei der NGG um die gewerk­schaft­liche Orga­ni­sation bei Lie­fer­diensten.

Jung, fle­xibel und schlecht be-zahlt – diesen Ruf haben Arbeits­ver­hält­nisse bei Lie­fer­dienstem. Dem­ge­genüber nimmt die Zahl der Fahrer*innen zu, die sich gewerk­schaftlich orga­ni­sieren und für die Ver­bes­serung ihrer Arbeits­be­din­gungen ein­treten. Am Don­nerstag hatte die Gewerk­schaft.…

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