Netzwerke und Proteste bewähren sich im Notstand

Solidarität statt Bevormundung

In der Corona-Krise domi­niert noch die volks­ge­mein­schaft­liche Diktion, dass wir alle in einem Boot sitzen und allen poli­ti­schen Streit jetzt hinter uns lassen sollen. Dazu wird von Politiker*innen aller Par­teien plötzlich ver­dächtig oft das Wörtchen Soli­da­rität im Mund geführt. Doch es hat eine ganz andere Bedeutung als in linken Zusam­men­hängen. Von Politik und Wirt­schaft wird der nationale Zusam­menhalt beschworen und vor der Spaltung der Gesell­schaft gewarnt.

#STAY AT HOME heißt die weit sichtbare Lauf­schrift auf dem Dach des Living Levels, eine der teu­ersten Immo­bilien am Ber­liner Spree-Ufer. Gut sehen können die Auf­for­derung auch die vielen Men­schen, die in den Ber­liner Stadt­teilen Kreuzberg und Fried­richshain in beengten Wohn­ver­hält­nissen oder sogar ohne Obdach auf der Straße über­leben müssen. Nicht wenige sind durch Luxus­bau­pro­jekte wie Living Levels ver­drängt worden und haben durch das Streben nach Gewinn­ma­xi­mierung in der Immo­bi­li­en­wirt­schaft ihre Woh­nungen ver­loren. Daher ist es schon besonders zynisch, wenn aus­ge­rechnet vom Dach dieses Gebäudes aus auf­ge­fordert wird, zu Hause zu bleiben. Wenn schon alle auf­ge­fordert werden, zu Hause zu bleiben, dann müssen auch alle ein Zuhause haben, in dem sie leben können und wollen. Ein Bei­spiel mehr, das zeigt, wie .…

„Soli­da­rität statt Bevor­mundung“ wei­ter­lesen
Digitale Plattform sammelt Menschen für Alternativen zu staatlichen Auflagen in der Krise

Solidarität statt Fügsamkeit

Bei aller Kritik an auto­ri­tären Maß­nahmen betonen die Coview19-Macher*innen, dass die Pan­demie eine Gefahr ist und Schutz­maß­nahmen not­wendig sind. Doch sie setzen dabei auf die mün­digen Bürger*innen. »Für das Erkennen der Relevanz des Virus, darüber wie viele Men­schen es betrifft, braucht es keinen auto­ri­tären Staat und keine Polizei zur Umsetzung und Bestrafung – es braucht Eigen­ver­ant­wortung und gute Infor­ma­tionen«, meint die Mit­be­grün­derin.

Eine Katze mit einer coro­na­ge­rechten Maske ist das Symbol der Plattform Coview19. Dort finden sich nicht nur Infor­ma­tionen über den Verlauf der Pan­demie. Den Gründer*innen der Plattform, die anonym bleiben wollen, geht es vielmehr um einen soli­da­ri­schen Umgang in der Coro­na­krise. Es handelt sich um eine Initiative, »um auf die.…

„Soli­da­rität statt Füg­samkeit“ wei­ter­lesen
Ein Gespräch mit Susanne W., einer Mitgründerin der Watchgroup »Coview19«

»Protest muss möglich sein«

Die Watch­group »Coview19« (coview​.info) hat das Ziel, einen soli­da­ri­schen Umgang mit der Coro­na­krise zu finden und wendet sich gegen die Ein­schränkung der Grund­rechte und gegen den auto­ri­tären Staat.

Was ist das Ziel von Coview19?.…

„»Protest muss möglich sein«“ wei­ter­lesen