Friedensaktivist Willi van Ooyen über die Protestwoche gegen die Ramstein-Basis

Wo die Iran-Krise direkt spürbar ist

Vom 23.6. bis 30.6. findet unter dem Motto »Stoppt Ram­stein – Kein Droh­nen­krieg« eine Akti­ons­woche gegen den US-Stütz­punkt statt. Die Kam­pagne wurde von Per­sonen aus der Frie­dens­be­wegung initiiert. Im Interview berichtet der Aktivist Willi van Ooyen über die Pro­teste. Er enga­giert sich in der Friedens- und Zukunfts­werk­statt Frankfurt am Main.

Diese Woche findet eine Akti­ons­woche gegen den US-Stütz­punkt Ram­stein statt. Was sind die inhalt­lichen Schwer­punkte?

Ein Schwer­punkt ist der Kampf gegen den Droh­nen­krieg. Dieser wird auch über die Luft­waf­fen­basis Ram­stein koor­di­niert, das hatten die Ent­hül­lungen des Whist­leb­lowers Edward Snowden bekannt gemacht. Durch ein Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Münster vom März 2019 ist die Bun­des­re­gierung zur Prüfung ver­pflichtet,…

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Unverwüstlich friedensbewegt

FRIE­DENS­BE­WEGUNG An den tra­di­tio­nellen Oster­mär­schen nahmen in diesem Jahr mehr als 10.000 Men­schen teil. Demons­tran­tInnen bekun­deten Soli­da­rität mit Geflüch­teten

Mit einer zen­tralen Abschluss­kund­gebung in Frankfurt am Main sind am Montag die dies­jäh­rigen Oster­märsche der Frie­dens­be­wegung zu Ende gegangen. Weitere Aktionen gab es am Oster­montag unter anderem in Hanau, Marburg, Kassel, Hamburg, München, Nürnberg
und im Ruhr­gebiet. Eine Kund­gebung fand auch in Büchel in der Eifel vor dem Haupttor des Flie­ger­horsts statt, wo die letzten in Deutschland sta­tio­nierten Atom­waffen der USA ver­mutet werden. Ins­gesamt fanden über Ostern in mehr als 80 Städten Demons­tra­tionen, Kund­ge­bungen und Mahn­wachen statt. Nach Schätzung des Sprecher des Frank­furter Oster­marsch­büros, Willi van Ooyen, betei­ligten sich bun­desweit mehr als 10.000 Men­schen. Damit habe es eine stärkere Betei­ligung als im Vorjahr gegeben. An der Frank­furter Kund­gebung nahmen rund 2.000 Men­schen teil. Im gemein­samen Oster­mar­schaufruf, aber auch in vielen regio­nalen Erklä­rungen wurde die Soli­da­rität mit den Geflüch­teten betont. Auf den diversen Ver­an­stal­tungen for­derten Red­ne­rInnen einen Stop
der Waf­fen­lie­fe­rungen und zogen eine Ver­bindung zur aktu­ellen Flücht­lings­de­batte. „Die Regierung schickt Waffen und Flücht­linge kommen zurück“, sagte Kristian Golla vom Netzwerk Frie­dens­ko­ope­rative gegenüber der taz. „Daher wäre ein Stopp aller Waf­fen­lie­fe­rungen ein wich­tiger Beitrag zur Bekämpfung der Flucht­ur­sachen.“ Neben dem Protest gegen bun­des­deutsche Rüs­tungs­ex­porte stand auch die For­derung nach einer Ver­hand­lungs­lösung im syri­schen Bür­ger­krieg und der Abzug sämt­licher Atom­waffen bei vielen Aktionen im Zentrum „Mit mili­tä­ri­schen Mitteln kann kein nach­hal­tiger Frieden geschaffen werden“, zeigte sich
Philipp Ingenlauf von der Frie­dens­ko­ope­rative über­zeugt. Kritik von Anti­fa­schis­tInnen gab es am Ber­liner Oster­marsch vom Samstag, weil sich unter den rund 1.600 Teil­neh­me­rInnen auch Akti­vis­tInnen der soge­nannten Frie­dens­mahn­wachen befanden. Ihnen wird eine
Nähe zu ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen und anti­se­mi­ti­schen Erklä­rungs­an­sätzen vor­ge­worfen. An der Vor­be­reitung des Oster­mar­sches
waren sie aller­dings nicht beteiligt.

aus Taz-Inland vom 29.03.2016

http://​www​.taz​.de/​O​s​t​e​r​m​a​e​r​s​c​h​e​-​d​e​r​-​F​r​i​e​d​e​n​s​b​e​w​e​g​u​n​g​/​!​5​2​8​6992/

Peter Nowak