Es ist nicht verwunderlich, dass irrationale Bewegungen in der Corona-Krise stark werden. Es sollte vielmehr gefragt werden, warum in der linken Bewegung so wenig zu hören ist?

Über die neue Normalität, die Linke und den Irrationalismus

Wichtig ist es, hier im Gegensatz zu Irra­tio­na­listen jeg­licher Couleur zu betonen, dass die Durch­setzung der »Neuen Nor­ma­lität« eben keine Akteure und Planer, sehr wohl aber Pro­fi­teure hat. Das ist übrigens bei der Gen­tri­fi­zierung und vielen anderen Erschei­nungen im realen Kapi­ta­lismus nicht anders. Eine ver­kürzte Kapi­ta­lis­mus­kritik macht dann bestimmte Banken, Inves­toren etc. dafür ver­ant­wortlich und jetzt sorgt sie dafür, dass eine irr­ra­tionale Bewegung sich auf Bill Gates und die WHO ein­schießt.

Tau­sende sind in den Tagen bun­desweit gegen die Corona-Ein­schrän­kungen in deut­schen Städten auf die Straße gegangen. Es waren längst nicht alles Rechte, aber es sind über­wiegend rechts­offene Veranstaltungen.Das bekam Hendrik Sodenkamp vom Demo­kra­ti­schen Wider­stand zu spüren, als er in Berlin .….

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Alles für alle

Lexikon der Bewe­gungs­sprache

Auf dem rechts­kon­ser­va­tiven Inter­netblog »Tychis Ein­blick« wird vor »der Phrase mit der großen Durch­schlag­kraft« gewarnt. Gemeint ist die Parole »Alles für alle«. Drei Worte, die sich in der außer­par­la­men­ta­ri­schen Linken seit jeher einer großen Beliebtheit erfreut. Der Ursprung der Parole reicht weit zurück in die Geschichte. Bereits im aus­ge­henden Mit­tel­alter hatten sich sozi­al­re­vo­lu­tionäre Bewe­gungen, meistens häre­tische Christ*innen, das Motto »Omnia sunt com­munia« – »Alles gehört allen« auf ihre Fahnen geschrieben Es waren die Zapatist*innen aus Süd­mexiko, die mit ihren Auf­stand 1994 dem alten sozi­al­re­vo­lu­tio­nären Motto zu neuer Popu­la­rität vor allem in der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Bewegung ver­holfen hatten. In den ver­gan­genen Jahren wurde die Parole aller­dings auch von der Wer­be­in­dustrie gekapert. »Alles für alle« soll Kund*innen in die bunte Warenwelt der Dis­counter locken. Der Zusatz »und zwar umsonst«, der auf linken Demons­tra­tionen meistens auch skan­diert wird, lässt man in der Werbung natürlich weg. Doch auch in linken Zusam­men­hängen hat man längst erkannt, dass die Parole vor allem einen Wider­spruch – Ver­armung in der Warenwelt – aus­drücken soll. Die For­mu­lierung von Gegen­kon­zepten hin­gegen ist viel schwie­riger. Sie lässt sich nicht mal eben in drei Worte fassen.

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Peter Nowak