Freizeit oder: das Gegenteil von Nichtstun Deutschland2021 - 71 min. Regie: Caroline Pitzen Produktion: Philipp Froehlich, Caroline Pitzen, Ljupcho Temelkovski Kamera: Markus Koob Schnitt: Caroline Pitzen

Jugend im Spätkapitalismus

Ronald Schernikau hat mit gerade mal 20 Jahren seinen Roman „Kleinstadtnovelle“ herausgebracht und wird 1980 zum Interview ins Fernsehen eingeladen. Das war vor über 45 Jahren für den Literaten der Durchbruch. Ein Ausschnitt aus diesen Filmauftritt steht am Beginn des Films „FREIZEIT oder: das gegenteil von nichtstun“ der Regisseurin Caroline Pitzen.

Das war vor über 45 Jahren für den Literaten der Durchbruch. Ein Ausschnitt aus diesen Filmauftritt steht am Beginn des Films „FREIZEIT oder: das gegenteil von nichtstun“ der Regisseurin Caroline Pitzen. Schernikaus Buch handelt vom Leben und Träumen von 17 jährigen Jugendlichen in einer kleinen Stadt in der BRD. Was sagt das Buch Gleichaltrigen 37 Jahre später? …

„Jugend im Spätkapitalismus“ weiterlesen
Siegfried Mielke (Hrsg.): Gewerkschafterinnen im NS-Staat, Biografisches Handbuch, Band 3. Metropol-Verlag 2025, 407 S., br., 26 €.

Von kämpfenden Frauen

Eine Reihe im Metropol-Verlag schreibt »vergessene« antifaschistische Geschlechtergeschichte. Frauen im Widerstand wurden lange vor allem als Lebensgefährtinnen von männlichen Antifaschisten erwähnt.»Gewerkschafterinnen im Nationalsozialismus« leistet einen wichtigen Beitrag für eine antifaschistische und feministische Erinnerungspolitik. Es ist zu hoffen, dass weitere Bände folgen.

Für die parlamentarische Politik in Deutschland haben die Widerstandskämpferinnen gegen den NS über die vergangenen Jahre klar an Bedeutung verloren. Das zeigt sich etwa in dem Gedenkstättenkonzept, das der rechtskonservative Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) vor einigen Wochen vorlegte. »Die politischen Häftlinge, ihr Widerstand und Überlebenskampf stehen nicht mehr im Fokus des Interesses«, schreibt der Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen (VVN-BdA) in einer Analyse des neu formulierten Konzeptes.Umso wichtiger wird deshalb Wissensproduktion, die sich mit der Geschichte des Widerstandskampfs befasst. Dazu gehört etwa ein Projekt am Fachbereich Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin (FU), das die politischen Biografien von …

–

„Von kämpfenden Frauen“ weiterlesen
Nazis in der Ukraine sind kein russisches Narrativ, sondern politische Realität, wie sich dieser Tage am Umgang mit Stepan Bandera und Daniel Kapustin zeigte.

Stepan Bandera und Daniel Kapustin: Die Ukraine nach rechts ganz weit offen

Es sind eben nicht nur „Die dunklen Seiten der Geschichte“, wie der Titel eines aktuellen Buches über Bandera und seine Bewegung heißt. Es ist die dunkle Seite einer 2014 an die Macht gebrachten Fraktion des ukrainischen Nationalismus, die Faschisten von Anfang an mit an Bord hatte.

Am 1. Januar war es wieder soweit. In zahlreichen Städten in der Ukraine wurde dem Nationalistenführer Stepan Bandera gedacht, der am 1. Januar 1909 geboren wurde. Die Veranstaltungen, oft unterstützt von Priestern in der Soutane, Soldaten in Uniform  und Politikern sind gut dokumentiert. Auf den Fotos sieht man außerdem sehr gut die …

„Stepan Bandera und Daniel Kapustin: Die Ukraine nach rechts ganz weit offen“ weiterlesen
Margot Overath: Verbrannt in der Polizeizelle. Die verhinderte Aufklärung von Oury Jallohs Tod im Dessauer Polizeirevier. Metropol-Verlag 2025. 281 Seiten. ca. 34.00 SFr. ISBN: 978-3-86331-754-6.

21 Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh – die verhinderte Aufklärung

Die Journalistin Margot Overath hat in ihrem Buch "Verbrannt in der Polizeizelle. Die verhinderte Aufklärung von Oury Jallohs Tod im Dessauer Polizeirevier." beschrieben, wie staatliche Stellen die Aufklärung verhinderten.

Auch in diesem Jahr werden am 7. Januar wieder Demonstrant*innen in Dessau auf die Straße gehen. Sie erinnern an Oury Jalloh. Der junge Migrant verbrannte am 7.Januar 2005 an Händen und Füssen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle. Auch hier lautet die offizielle Version, Jalloh habe das Feuer in der Zelle selber gelegt. Eine Initiative von Freund*innen und Bekannten des Toten hat diese Version nie akzeptiert. Sie haben erst Kundgebungen und Demonstrationen in Halle und anderen Städten organisiert, dann haben sie Geld für Gutachten gesammelt, die die offizielle Version, dass das Opfer den Brand in dem Zelt gelegt hat, massiv erschütterte.  Es gab seit 2005 einen kleinen Kreis von Pressevertreter*innen die nicht einfach die offizielle Version der Polizei abschrieben. Dazu gehört die Rundfunkjournalistin Margot Overath. Sie hörte von Anfang an auch den Freund*innen und Bekannten zu und las auch die Akten gründlich. 2021 wurde sie für ihre Serie „Oury Jalloh und die Toten des Polizeirevier Dessau“ mit dem Deutschen Podcastpreis ausgezeichnet. Jetzt hat sie unter dem Titel „Verbrannt in der Polizeizelle“ (https://metropol-verlag.de/produkt/verbrannt-in-der-polizeizelle-die-verhinderte-aufklaerung-von-oury-jallohs-tod-im-dessauer-polizeirevier/) in ihrem im Metropol-Verlag erschienen Buch auf 281 Seiten noch einmal mit vielen Belegen dokumentiert, wie staatliche Stellen das Recht brachen und …

„21 Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh – die verhinderte Aufklärung“ weiterlesen
Katja Diehl, Thorsten Donnermeier, Tobi Rosswog: Nehmen wir das Leben wieder selbst in die Hand. Eine Einladung zum Kampf für das gute Leben für Alle, Verlag Die Buchmacherei, Berlin, 142 Seiten 10 Euro.

Ohne Vergesellschaftung keine Verkehrswende

In dem Buch diskutieren Diehl, Rosswog und Donnermeier darüber, wie VW sozialökologisch umgebaut werden könne und welche Rolle die Lohnarbeit als Notwendigkeit oder Zwang dabei spiele. Die »Scheinlösung« des E-Autos wird ebenso angesprochen wie die Frage, was der Kampf mit Antifaschismus zu tun hat. So wird an die Geschichte des Konzerns erinnert. »Volkswagen wurde nicht als Zivilgesellschaftsprojekt gegründet, sondern als Prestigeprojekt der Nazis.«

Ausgerechnet in der VW-Stadt Wolfsburg warb Tobi Rosswog mit mehreren Mitstreiter*innen für die Verkehrswende weg vom Auto. Sie organisierten Demonstrationen, Straßenfeste und weitere Aktionen, die auch bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten. Dazu gehörte die Besetzung eines …

„Ohne Vergesellschaftung keine Verkehrswende“ weiterlesen
Obwohl gleich zwei zivilgesellschaftliche Initiativen vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland warnen, wird darüber in den hiesigen Medien kaum berichtet. Dafür stellen sich nicht wenige im Streit mit den USA verklärend auf die Seite der EU.

Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland hat sich verschlechtert

Noch peinlicher ist es, wenn Linksliberale und sogar manche Linke zu den Verteidigern der real existierenden Verhältnisse in der EU und besonders in Deutschland werden, weil in der neuen Sicherheitsstrategie der USA ein Verlust der Meinungsfreiheit in der EU festgestellt wird. Nun ist klar, dass es hierbei um das Gegenteil von der Kritik geht, wie sie im Civicus-Report und auf dem Züricher Kongress geäußert wurde. Die Rechten in den USA und anderen Ländern wollen die Repression gegen Klimaaktivisten, gegen Kritiker des rechten Aufschwungs, gegen NGOs noch verschärfen und sind sich damit einig mit vielen Konservativen in allen EU-Ländern. Das ganze Geschrei über eine Spaltung der EU durch die USA ist besonders verlogen. Alle US-Regierungen haben nach 1945 die Linke in verschiedenen EU-Staaten bekämpft.

„Deutschlands Zivilgesellschaft kann nicht mehr frei arbeiten.“ Mit dieser alarmistischen Schlagzeile fasste die Nichtregierungsorganisation Venro die Ergebnisse des Civicus-Monitors  zusammen.  Dabei handelt es sich um einen regelmäßig aktualisierten globalen Bericht, der …

„Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland hat sich verschlechtert“ weiterlesen
Erstmals seit Jahrzehnten sollen in Berlin wieder Rüstungsgüter produziert werden. Für viele ist das ein Tabubruch, für andere ein Ausweg aus der Krise. Auf einmal stehen sich Gewerkschaft und ein neues Antikriegsbündnis feindlich gegenüber

Rheinmetall im Berliner Wedding: Wie eine Autofabrik zur Rüstungsschmiede wird

Die Linkspartei hat sich auch an Protesten gegen die Waffenschmiede beteiligt. Diese wurden organisiert vom „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“, das aus rund 30 Gruppen besteht und sich im Frühjahr 2025 gegründet hat. Es arbeitet strikt außerparlamentarisch und betont seine Unabhängigkeit von allen Parteien. In den vergangenen Monaten hat das Bündnis zwei Demonstrationen gegen Rheinmetalls Pläne im Wedding organisiert, an denen sich jeweils rund 2000 Menschen beteiligt haben.

Im Berliner Stadtteil Wedding, rund um den Humboldthain, ist die militärische „Zeitenwende“ angekommen. Eine Autofabrik wird dort in eine Rüstungsschmiede umgewandelt. Über viele Jahre hinweg hatten die Pierburg-Motorenwerke ihren Sitz an dem abgelegenen Gelände entlang der Hussiten- und Scheringstraße. Auf ihrer Homepage stellte sich das Werk als „Spezialist für die Bereiche Schadstoffreduzierung, Luftversorgung und Drosselklappen“ vor. Doch in einigen Monaten sollen dort statt Motorenteilen …

„Rheinmetall im Berliner Wedding: Wie eine Autofabrik zur Rüstungsschmiede wird“ weiterlesen
Der Herbstsalon 2025 war bis zum 30. November 2025 im Gorki Theater und angrenzenden Gebäuden in Berlin zu sehen. Das Theaterstück „Das Rotes Haus“ läuft am 5.12. und 20. Dezember 202512 ab 19:.30 Uhr im Gorki -Theater

Kampf gegen die deutsche Hausordnung –

Die Arbeitsmigrant*innen wehrten sich gegen ihre Entrechtung am Arbeitsplatz, in den Wohnheimen und der westdeutschen Gesellschaft. Mit dem von Ersan Mondag inszenierten Theaterstück „Das Rrote Haus“ im Rahmen der Ausstellung Herbstsalon 2025 wird deutlich, dass in der Stresemannstraße 30 viele politisch engagierte Frauen lebten, die sich aktiv gegen die kapitalistische Ausbeutung und die rassistische und sexistische Unterdrückung wehrten, denenmit der sie in der repressiven Westberliner Gesellschaft der 1960er Jahre konfrontiert waren. In den Dokumenten, die in mehreren Räumen im Palais im Festungsgraben ausgestellt sind, wie auch in mehrere Filmen, erfahren wir von den politischen und künstlerischen Aktivitäten der Frauen

Um 21 Uhr muss Ruhe in den Zimmern sein. Das Spielen von Musikinstrumenten ist ebenso verboten wie das Empfangen von Besuch. Bei diesen Bestimmungen handelt es sich nicht etwa um eine Gefängnisordnung. Nein, hier handelt es sich um die Regeln für Bewohner*innen eines Münchner Heims für Arbeitgsmigrant*innen aus der Türkei und Jugoslawien in den 1960er und 18970er Jahren. Der jugoslawische Künstler Zelimir Zilnik drehte darüber 1975 einen …

„Kampf gegen die deutsche Hausordnung –“ weiterlesen
Zwei Töchter von NSU-Opfern wollen mit einem Buch Jugendliche gegen rechte Ideologie sensibilisieren

NSU-Morde: Kein Schlussstrich – kein Vergessen

»Der NSU hat unsere Väter ermordet, Polizei und Medien haben das Ansehen von ihnen und unseren Familien zerstört«, bringt Semiya Şimşek ihre Erfahrungen auf den Punkt. Ihr Vater war das erste Opfer des NSU und wurde im September 2000 in Nürnberg ermordet. Beide Frauen erinnern in dem Buch daran, dass einige Angehörige im Jahr 2006, nachdem acht weitere Menschen mit der gleichen Waffe erschossen worden waren, in Kassel und Dortmund zu Demonstrationen unter dem Motto »Stoppt das Morden – Kein 10. Opfer« aufgerufen hatten.

Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgut, Michèle Kiesewetter. Es sind die Namen der Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), die der Sozialwissenschaftler Ali Şirin am Freitagabend im Salon des FMP1 in Berlin noch einmal in Erinnerung ruft. Die Veranstaltung hatte …

„NSU-Morde: Kein Schlussstrich – kein Vergessen“ weiterlesen
Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg. Verlag Graswurzelrevolution 2025. 128 Seiten. ca. 19.00 SFr. ISBN: 978-3.9390-59-5.

„Wir müssen keine Feinde sein“

Ein Band dokumentiert Stimmen, die sich durch den Konflikt im Gaza nicht verhärten lassen wollen. Am 12. Dezember stellt Herausgeber Bernd Drücke das Buch um 20 Uhr im Buchladen Schwerze Risse in der Gneisenaustr. 2a in Berlin vor und zur Diskussion

Am 27. September 2025 fand in Berlin die grösste Demonstration für ein Ende des Gazakriegs statt. Doch vor manchen jüdischen Antimilitarist*innen fehlte bei den Reden, auf den Transparenten und auf den Flugblättern eine deutlichere Absage auch an die Hamas. Einige von ihnen hatten sich am Berliner Lustgarten zu einer kleinen Kundgebung versammelt. Dort konnte man Menschen hören, die darüber klagten, dass jüdische Menschen für die Politik Israels in Berlin und anderen Städten angegriffen werden. Dabei betonten diese Redner*innen, dass sie selber die Politik der ultrarechten israelischen Regierung klar verurteilten, genauso wie die Angriffe der Hamas. Solche nachdenklichen Stimmen zwischen den Stühlen finden sich auch in dem Buch mit dem programmatischen Titel …

„„Wir müssen keine Feinde sein““ weiterlesen
Bei der Konferenz des PEN-Berlin hat man erkannt, dass die falsche Frage ist. Doch das Interesse an der Debatte bleib gering. Dabei wären solche Formate vielleicht erfolgreicher im Kampf gegen Rechte.

Gibt es ein Recht auf Hass?

Vor zwei Jahren, als der Pen-Berlin noch relativ neu war, war das Medien- und Publikumsinteresse größer. Der schlechte Besuch ist auch ein Zeichen dafür, dass solche Debatten heute kaum noch in der realen Welt geführt werden. Im Internet wird selten miteinander, sondern meistens übereinander geredet oder neue angebliche Skandale aufgespürt

Nach der Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation laufen die Debatten in  erwartbaren Formen. Alle, die schon lange vor der Rechtspartei warnen, sehen sich einmal mehr darin bestätigt, dass die AfD eine ganz gefährliche rechte Partei ist. Diejenigen, die für ein Verbot der AFD trommeln, wollen in dem Kongress …

„Gibt es ein Recht auf Hass?“ weiterlesen
Thüringen: MLPD-Politiker monieren nach Auto-Manipulationen mangelnden Aufklärungswillen der Behörden

Wenn die Polizei keine Zeugen sucht

In der Nacht zum 17. Mai 2024 etwa wurde am Auto von Dieter und Petra Ilius in Gera eine Manipulation der Radmuttern am linken Vorderrad vorgenommen. »Es war nur der Umsicht der Betroffenen zu verdanken, dass es bei ihrer Fahrt von Gera nach Erfurt zum Thüringer MLPD-Wahlkampf-Auftakt zur Europawahl und Schalkau in Südthüringen zum Pfinstjugendtreffen, nicht zu einem schweren Unfall kam«, erklärt Dieter Ilius gegenüber »nd«. Auch die Fahrzeuge von Ilka und Thomas May sowie Andreas Eifler seien betroffen gewesen, so dass die Gefahr eines Unfalls bestand.

Kürzlich haben sechs in Thüringen lebende Kandidat*innen und Wahlkämpfer*innen der MLPD beim Thüringer Ministerium für Justiz Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Sie werfen Polizei und Justiz in Thüringen vor, bei …

„Wenn die Polizei keine Zeugen sucht“ weiterlesen
Bis alle frei sind: Antifadebatten zu Staat, Patriarchat und drohendem Faschismus; Bis alle frei sind, Antifa-Debatten zu Staat, Patriarchat und drohenden Faschismus. 2 Bände, Immergrün-Verlag, 2025. 362 Seiten. ca. 32.00 SFr.

Beiträge zur antifaschistischen Debatte

Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich die AfD bundesweit zur zweitstärksten Partei, in manchen Bundesländern ist sie bereits die stärkste. Gleichzeitig ist die antifaschistische Bewegung in vielen Fragen zerstritten und oft einflusslos.

Das wird in vielen der Texte beklagt, die kürzlich in zwei Bänden vom Immergrün-Verlag dokumentiert wurden. „Antifa-Debatten zu Staat, Patriarchat und drohenden Faschismus“ lautet der Untertitel. Es sind überwiegend Texte aus den Jahren 2015 – 2019, die in der autonomen antifaschistischen Bewegung geführt wurden. Damit sind die Gruppen gemeint, die sich in klarer Distanz …

„Beiträge zur antifaschistischen Debatte“ weiterlesen
Gedenken an die Opfer des rassistischen Brandanschlags vor 33 Jahren

Erinnern in Mölln – jetzt erst recht

Eine Grußadresse kam auch von der Burak-Bektas-Initiative aus Berlin. Sie bemüht sich um Aufklärung des tödlichen Anschlags auf den damals 22-Jährigen. Bektas war am 5. April 2012 mitten in Berlin-Neukölln von einem Unbekannten erschossen worden. Zwei seiner Freunde überlebten den Mordanschlag schwer verletzt. Obwohl viele Spuren ins Neonazimilieu führten, wurde der Täter bisher heute nicht ermittelt. Die zwei Redner*innen der Initiative erhoben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Justiz.

Das Haus in der Möllner Mühlenstraße 9 fällt sofort auf: Es ist weiß gestrichen, rechts neben der Eingangstür ist eine Tafel angebracht. Dort ist zu lesen, dass das Gebäude seit 1999 Bahide-Arslan-Haus heißt und dass die Namensgeberin hier am 23. November 1992 …

„Erinnern in Mölln – jetzt erst recht“ weiterlesen
Anonym (Hg.): bis alle frei sind. Antifa-Debatten zu Staat, Patriarchat und drohendem Faschismus. 2 Bände, Immergrün-Verlag, Berlin 2025, 913 Seiten, 28 Euro.

Dokumentation der Antifadebatten

Ein umfangreiches Lesewerk über Strategien, Konflikte und Selbstverständnis der autonomen Bewegung. Natürlich sind nicht alle Beiträge gleich überzeugend. Einige kürzere, anonyme Texte bleiben inhaltlich vage oder kreisen stärker um interne Befindlichkeiten. Doch gerade die Vielfalt, auch der Widersprüche, macht den Wert dieser Sammlung aus.

Innerhalb weniger Jahre ist die AfD bundesweit zur zweitstärksten Partei geworden, in manchen Bundesländern zur stärksten. Zugleich ist die Antifabewegung oft zersplittert und in strategischen Fragen uneinig. Vor diesem Hintergrund ist der Doppelband ein wichtiger Versuch, die
Diskussionen der letzten zehn Jahre innerhalb der autonomen Antifabewegung zu dokumentieren.Das Werk versteht sich als …

„Dokumentation der Antifadebatten“ weiterlesen