Noch im hohen Alter war der Antifaschismus für Strecker ein wichtiges Anliegen. So reiste er vor über zehn Jahren in das westpolnische Słońsk, wo ein Gedenkort für das ehemalige NS-Konzentrationslager Sonnenburg eröffnet werden sollte. Weil es vom zwölf Kilometer entfernten Bahnhof Transportprobleme gab, fuhr Strecker per Anhalter nach Słońsk und war als Erster vor Ort
Die Freie Universität trauert um Reinhard Strecker, der am 2. August 2026 im Alter von 95 Jahren in Berlin verstorben ist.« So würdigt die Berliner Universität in einem Nachruf1 einen Pionier der NS-Aufarbeitung. 1960 durfte die von Strecker konzipierte Ausstellung »Ungesühnte Nazijustiz« auf Druck des Berliner Senats nicht in den Räumen der FU Berlin gezeigt werden. Erst zwei Monate vor seinem Tod verlieh ihm die …
Reinhard Strecker wurde Anfang der 1960er angefeindet, weil er auf die vielen ehemaligen Nazis in der BRD aufmerksam machte. Kur vor seinen Tod bekam er noch Anerkennung. Auch wenn Strecker 2025 sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, blieb er bis zum Schluss unversöhnt mit Deutschland. „Nach all der Diffamierung und der Hetze gegen ihn, für die sich nie jemand entschuldigt hat, wird daraus wohl auch nichts mehr werden“, zitierte ihn der Journalist Michael Sontheimer 2019 im Spiegel.
„Die Freie Universität trauert um Reinhard Strecker, der am 2. August 2026 im Alter von 95 Jahren in Berlin verstorben ist“. So würdigt die FUB in einem Nachruf einen Pionier der NS-Aufarbeitung. Es ist eine späte Würdigung. Denn 1960 durfte die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ auf Druck des Berliner Senats nicht …
Der Antifaschismus war Strecker noch im hohen Alter ein wichtiges Anliegen. So war er persönlich in Slonsk anwesend, als 2015 in der westpolnischen Kleinstadt ein Gedenkort für das ehemalige NS-Konzentrationslager Sonnenburg eröffnet wurde. Weil es vom nahen Bahnhof aus Transportschwierigkeiten gab, trampte Strecker nach Slonsk und war so als Erster vor Ort.
»Die Freie Universität trauert um Reinhard Strecker, der am 2. August 2026 im Alter von 95 Jahren in Berlin verstorben ist.« So würdigt die FU in einem Nachruf einen Pionier der NS-Aufarbeitung. Es ist eine späte Würdigung. Denn 1960 durfte die Ausstellung »Ungesühnte Nazijustiz« auf Druck des Berliner Senats nicht …
An der Freien Universität Berlin, wo er Sprachwissenschaften studierte, fand Strecker Gleichgesinnte. Gemeinsam untersuchten sie die personellen Kontinuitäten ehemaliger Nazijuristen in der westdeutschen Justiz. Ihre Recherchen mündeten in die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“, die Anfang der 1960er-Jahre für großes Aufsehen und heftige Anfeindungen sorgte
In den vergangenen Jahren wurde es stiller um Reinhard Strecker. Dabei verfolgte er bis ins hohe Alter mit Sorge den Aufschwung neuer rechter Bewegungen. Als „Pionier der NS-Aufarbeitung“ kämpfte er jahrzehntelang gegen die alten Nazis in westdeutschen Institutionen. Als Jugendlicher verließ Strecker Deutschland mit dem festen Vorsatz, nie in das Nachkriegsdeutschland der Adenauer-Ära zurückzukehren, das die NS-Verbrechen totschwieg. Auf Drängen seiner Eltern kehrte er in den 1950er-Jahren doch in die BRD zurück. Bald erkannte er, dass er …
Arns David E.: Der Weg in die NS-Diktatur. Die Geschichte von Pfungstadt 1928 bis 1933. Die Buchmacherei, Berlin 2024, 267 Seiten, ISBN: 978-3-9825440-5-2, 16 Euro. William, Sheridan Allen: Das haben wir nicht gewollt! – Die nationalsozialistische Machtergreifung in einer Kleinstadt 1930 – 1935. Die Buchmacherei, 332 Seiten, ISBN 978-3-9823317-5-1, 16 Euro.
Was der Historiker hier für die südhessische Kleinstadt konstatiert, kann verallgemeinert werden. Der Faschismus kann nur mit Unterstützung des Bürgertums an die Macht kommen, wenn die organisierten Arbeiter:innen demobilisiert sind oder zerschlagen wurden.
Wer sich in den 1960er Jahren in der BRD mit der Verbrechensgeschichte des NS beschäftigte, erfuhr massiven Widerstand bis hin zu Morddrohungen. Das passierte auch Reinhard Strecker, der 1959 gemeinsam mit Kommiliton:innen und studentischen Organisationen die Wanderausstellung …