Mumia schwer erkrankt

MAHANOY. Starker Gewichts­verlust, schuppige Haut, ver­bunden mit Juckreiz und Schwindel. So beschreibt eine Besu­cherin Mitte April den Gesund­heits­zu­stand des US-ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­listen Mumia Abu Jamal, der sich auf der Kran­ken­station des Gefäng­nisses SCI Mahanoy befindet. Sein Gesund­heits­zu­stand sei wei­terhin ernst, habe sich aber gegenüber Ende März gebessert. Damals war bekannt geworden, dass Mumia mit einem schweren Dia­be­tes­schock aus dem Gefängnis in ein Kran­kenhaus ein­ge­liefert wurde. Zunächst durfte er keinen Besuch emp­fangen. Erst nach zahl­reichen Pro­test­mails und Kund­ge­bungen vor US-Bot­schaften in aller Welt wurde seine Total­iso­lation auf­ge­hoben. „Jetzt muss Mumia endlich frei­ge­lassen werden. Im Gefängnis ist seine voll­ständige Genesung nicht möglich“, betont Anton Mestin von der Ber­liner „Mumia-Soli­da­rität“. Mumia Abu Jamal war 1982 wegen Mordes an einem Poli­zisten zum Tode ver­ur­teilt worden. Der Jour­nalist, der auch Ehren­mit­glied von ver.di ist, hat die Tat immer bestritten. Nach welt­weiten Pro­testen wurde das Urteil in eine lebens­läng­liche Haft­strafe umge­wandelt.

weitere Infos:

http://​www​.freiheit​-fuer​-mumia​.de/
http://​mmm​.verdi​.de/​a​k​t​u​e​l​l​-​n​o​t​i​e​r​t​/​2​0​1​5​/​w​e​l​t​w​e​i​t​-​s​o​r​g​e​-​u​m​-​d​i​e​-gesu

aus: «M» – MEN­SCHENMACHENMEDIEN

http://mmm.verdi.de/medien-international/02–2015/mumia-schwer-erkrankt

Peter Nowak

Weltweit Sorge um die Gesundheit von Mumia Abu Jamal

Der inhaf­tierte Jour­nalist Mumia Abu Jamal liegt derzeit auf der Inten­siv­station eines Kran­ken­hauses in Penn­syl­vania. Er wird von der Polizei abge­schirmt, niemand darf zu ihm. Weltweit steigt die Sorge um seine Gesundheit.

„Mumia Abu-Jamal erlitt im SCI Mahanoy Gefängnis einen dia­be­ti­schen Schock. Er wurde ins Schu­ylkill Kran­ken­hauses im US-Bun­des­staat Penn­syl­vania gebracht, wo er seitdem auf der Inten­siv­station liegt“, heißt es im Rund­brief der Mumia-Soli­da­ri­täts­be­wegung, die regel­mäßige Kon­takte zu Mumias Anwälten und Unter­stützern in den USA unterhält. Sie berichten, dass der Jour­nalist im Kran­kenhaus von Poli­zisten abge­schirmt wird. Selbst seinen Ange­hö­rigen und der Ver­tei­digung werde der Zutritt ver­wehrt. „Es ist unklar, wie Mumias Gesund­heits­zu­stand genau aus­sieht, aber die Ver­legung in ein öffent­liches Kran­kenhaus ist ein sehr unge­wöhn­licher Schritt von Seiten der Gefäng­nis­be­hörde“, wird in dem Rund­brief kom­men­tiert.
Grund zur Besorgnis ist neben der ernsten Gesund­heitslage des Jour­na­listen auch die Tat­sache, dass in einem ähn­lichen Fall vor nur wenigen Wochen der poli­tische Gefangene Phil Africa im gleichen Bun­des­staat für sechs Tage im Haft­kran­kenhaus iso­liert und schließlich für tot erklärt worden war. Bis heute liegen die Todes­um­stände im Dunkeln. Unter der Über­schrift „Gedenken an Phil Africa“ hatte Mumia Abu Jamal am 20. Januar in seiner wöchentlich in der Tages­zeitung „Junge Welt“ ver­öf­fent­lichten Kolumne auf diesen unge­klärten Todesfall auf­merksam gemacht.
Mumia Abu Jamal ist vielen Men­schen in aller Welt bekannt. Als „Stimme der Unter­drückten“ hatte sich der Radio­mo­de­rator einen Namen gemacht hat. 1982 wurde der Afro­ame­ri­kaner in einem Indi­zi­en­prozess von einer nur aus Weißen besetzen Jury des Mordes an dem Poli­zisten Daniel Faulkner schuldig gesprochen und zum Tode ver­ur­teilt. Der ver­ant­wort­liche Richter hatte bereits vor der Urteils­be­gründung erklärt, er wolle der Jury helfen „den Nigger zu grillen“. Jah­re­lange intensive Recherchen von Juristen und Soli­da­ri­täts­gruppen sorgten dafür, dass das ursprüng­liche Urteil nicht mehr haltbar war. Ein neuer Gerichts­prozess, in dem die gefun­denen Beweise vor­gelegt werden können, wurde von den US-Behörden jedoch ver­weigert. Die inter­na­tionale Soli­da­ri­täts­be­wegung konnte aber erreichen, dass das Todes­urteil in eine lebens­läng­liche Haft­straße umge­wandelt wurde. Mumia Abu Jamal konnte daher nach 29 Jahren den Todes­trakt mit einer Gefäng­nis­zelle tau­schen. Doch jetzt machen sich Unter­stützer in aller Welt erneut große Sorgen um das Leben des Jour­na­listen.
Auch hinter Gittern, sowohl im Todes­trakt als auch in der Gefäng­nis­zelle hatte Mumia seine jour­na­lis­tische Arbeit unun­ter­brochen fort­ge­setzt und auf Ras­sismus, Unter­drü­ckung und Repression – in den Gefäng­nissen wie auch in der Gesell­schaft der USA – auf­merksam gemacht. Seine Akti­vi­täten wurden vielfach gewürdigt. So ist er Ehren­bürger von Paris und Ehren­mit­glied von ver.di.

aus: «M» – MEN­SCHENMACHENMEDIEN

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Peter Nowak