Geflüchtete in Nostorf-Horst müssen weit radeln, um ins nächste Städtchen zu kommen

Abgeschnitten vom Rest der Welt

Auch Franz Forsmann vom Ham­burger Flücht­lingsrat äußerte gegenüber »nd« scharfe Kritik. Er berät seit Jahren Geflüchtete – die nur außerhalb des Lagers in einem Con­tainer möglich ist. Die Bewohner*innen beklagen vor allem die Lage der Ein­richtung im Nie­mandsland. Der Aufwand an Zeit und Geld für jeden Einkauf, jeden Arzt­besuch ist hoch.

In Nostorf-Horst finden sich an auf Later­nen­masten Auf­kleber mit der Parole »Flüchten Sie weiter. Hier gibt es nichts zu wohnen.« Yaruf L., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, kommt täglich an den Auf­klebern vorbei, wenn er mit seinem Rad die sieben Kilo­meter in das Städtchen Boi­zenburg fährt. Nicht alle Bewohner*innen des Erst­auf­nah­me­lagers für Asyl­su­chende Nostorf-Horst im west­lichen Meck­lenburg-Vor­pommern haben ein Fahrrad. Für sie ist es schwer, das einsam im Wald lie­gende Heim zu ver­lassen. Ein­ge­richtet wurde es Anfang der 1990er Jahre in einer ehe­ma­ligen NVA-Kaserne. Kaum jemand verirrt sich in die Gegend. Am Samstag aber waren

„Abge­schnitten vom Rest der Welt“ wei­ter­lesen
Aktion der Künstlergruppe Lebenslaute in Horst

Solikonzert für Geflüchtete

»Es tönen die Lieder … wir singen und spielen, wo immer wir woll’n«. Das ist der Grundsatz der Aktionen von Lebens­laute. »Bei der Wahl unserer Kon­zer­torte lassen wir uns nicht durch herr­schende Vor­schriften ein­schränken«, sagte Andreas Will, der für die Pres­se­arbeit zuständig ist.

»Wir öffnen das Tor mit Orchester und Chor« – unter diesem Motto hat die Künst­ler­gruppe Lebens­laute am Wochenende auf die Situation Geflüch­teter in Sam­mel­un­ter­künften auf­merksam gemacht. In der Gruppe enga­gieren sich bereits seit 1986 Musiker*innen aus der gesamten Bun­des­re­publik. Einmal jährlich spielen sie über­wiegend klas­sische Musik in Chor- und Orches­ter­stärke an Orten, an denen.…

„Soli­konzert für Geflüchtete“ wei­ter­lesen