Ein Suizid in der JVA Bruchsal sorgt kaum für Diskussionen. Das Leben der Strafgefangenen ist derzeit schweren Einschränkungen unterworfen

Gefangene in Zeiten von Corona

»Ich habe meinen Mann das letzte Mal Ende Januar besuchen können. Seitdem hatten wir keinen Kontakt mehr«, berichtet Manuela Schulze, deren Ehemann in der JVA Unter­maßfeld in Thü­ringen inhaf­tiert ist. Sie hat sich mit wei­teren Frauen zusam­men­ge­schlossen, die ihre inhaf­tierten Partner nicht besuchen dürfen. Sie haben an ver­schie­denen Behörden geschrieben und sie gefragt, wie das Abstands­gebot von min­destens ein­einhalb Metern in einem Gefängnis ein­ge­halten werden soll.

Die Aus­gangs­be­schrän­kungen im Zeichen der Corona-Krise werden halb iro­nisch auch schon mal Wohnhaft genannt. Die Men­schen, die tat­sächlich inhaf­tiert sind, sind in beson­derer Weise von den Not­maß­nahmen betroffen, auch wenn es in Baden-Würt­temberg noch keine Anste­ckungen von Gefan­genen gibt. Zu den ein­schnei­denden Kon­se­quenzen gehörten die …

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Eine Solidaritätsgruppe fordert eine bessere Behandlung von Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt in Tonna

Gefangene: Protest gegen Dauereinschluss

In einem offenen Brief an den thü­rin­gi­schen Jus­tiz­mi­nister Dirk Adams (Grüne) fordert die Jenaer Soli­gruppe der GG/BO die Auf­hebung des Besuchs­verbots und die Rück­nahme der Aus­gangs­sperren. »Diese Maß­nahmen bieten keinen wirk­samen Schutz vor Corona-Infek­tionen, sondern führen nur zu noch mehr Iso­lation und psy­cho­lo­gi­scher Zer­rüttung unter den ohnehin vom gesell­schaft­lichen Leben abge­schnit­tenen Gefan­genen«, begründet Kon­stantin Beh­rends die For­de­rungen.

In der Corona-Krise wird Abstand­halten und zu Hause bleiben pro­pa­giert. Doch was bedeutet das für Gefangene? Darüber dringt wenig in die Öffent­lichkeit. Wie die Jenaer Soli­da­ri­täts­gruppe der Gefangenengewerkschaft/​bundesweite Orga­ni­sation (GG/BO) am Mittwoch berichtete, wurde die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) im .…

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